An meinem Geburtstag, einem
kalten Tag im Februar, werde ich von meiner Tochter geweckt, die sich in der
Küche Buttergemüse von Aldi für die Schule macht. Und einen Bagel, im Ofen. Meine
Tochter, die irgendwas sagt, nuschelt, das ich nicht richtig verstehe.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Donnerstag, 8. Februar 2018
Herzlichen Glückwunsch!
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Montag, 29. Januar 2018
Yin und Yang
Der Wunsch zu
heulen, einfach loszuheulen ist so stark, so ausgeprägt, so drängend, dass du
nicht weißt, ob du es schaffst, ihm zu widerstehen. Du willst einfach nur
losheulen, aber du tust es nicht. Nicht hier, nicht jetzt, obwohl du so gerne
würdest…
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Dienstag, 23. Januar 2018
Heiligabend (im Wechselmodell)
Schon um neun Uhr
irgendwas klingelt es. Fast schon Sturm. Auf jeden Fall nicht nur einmal. Nein,
keine Angst, die können dich nicht gepfändet haben, haha. Und die Polizei ist
es, soweit ich weiß, auch nicht. Also muss es wohl María sein. Und du hattest
noch gar keine Zeit, dir jetzt schon einen anzuzwitschern. Obwohl ich schon
wach bin, schon seit kurz nach acht. Obwohl ich gestern erst um halb vier ins
Bett gekommen bin. Nach der Arbeit war ich zwar schon um zwei zu Hause, aber da
ich heute frei hatte, dachte ich: Dann kannst du ja noch was machen. Dann
kannst du ja noch was fernsehen. Beziehungsweise Pornos im Internet gucken,
immer auf der Suche nach dem perfekten Porno.
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Mittwoch, 17. Januar 2018
Ich kann es ihr nur nicht sagen
Das rechne ich ihr hoch an, sage ich zu meiner Chefin. Dass sie geblieben ist. Auch wenn es nur dreieinhalb Tage die Woche sind (viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass sie bald eh aus dem Haus geht). Das rechne ich ihr hoch an: Dass sie nicht gesagt hat, ich bleibe ganz bei Mama.
Ich kann es ihr nur nicht sagen
Freitag, 12. Januar 2018
Der Knoblauch fällt nicht weit...
Auf dem Weg zur
Arbeit muss ich darüber nachdenken, wie ähnlich wir uns doch sind, ich und
meine Tochter. Letzte Woche war sie ein bisschen krank und da hat sie sich doch
tatsächlich eine Knoblauchbrühe mit Ingwer gemacht. Wie der Papa!
Letztens hast du
ihr das sogar gesagt: „Wir kriegen uns nur so oft in die Wolle, weil du mir so
ähnlich bist!“
„Ich bin dir nicht
ähnlich. Ich bin dir ganz bestimmt nicht ähnlich!“, kam es natürlich gleich
postwendend zurück.
„Doch, und genau deswegen
kloppen wir uns auch immer so! Zwei von mir sind einfach zu viel!“
Sonntag, 7. Januar 2018
Der Bergdoktor
„Der liebt diese
Frau abgöttisch…“ (Der Bergdoktor)
Abends läuft der
Bergdoktor im Fernsehen. Guckst du sonst nicht (kann man dich förmlich mit jagen,
mit dem Scheiß). Aber heute ist nichts anderes drauf und du hast auch keinen
Bock auf spanisches oder englisches Fernsehen. Also guckst du den Bergdoktor.
In der Not guckt der Teufel auch den Bergdoktor.
Donnerstag, 4. Januar 2018
Ich glotz TV - ein Gehirnsturm
Jeder Tag ist ein
Kampf. Das fängt schon kurz nach dem Aufstehen an. Ein Kampf gegen den Hunger
(ich liebe Intervallfasten), ein Kampf gegen das Schweigen deiner Tochter, ein
Kampf gegen die Scheiße im Fernsehen…
Aber egal: Bring’em on! Bring the
motherfuckers on!
Denn: Wer nicht
kämpft, der hat schon verloren!
Sie kommt aus
ihrem Zimmer, sagt nicht Guten Morgen. Du aber auch nicht. Warum solltest du,
wenn sie es auch nicht tut? Also scheiß auf einen guten Morgen. Ist sowieso
überschätzt.
Sonntag, 31. Dezember 2017
...sagt meine Tochter... (Silvester 2017)
„Eigentlich wäre ich ja
morgen in Urlaub geflogen.“
„Wohin?“
„Weiß nicht. Irgendwo anders hin. Wo
es warm ist. Was Billiges. Einfach nur weg.“
„In Spanien ist jetzt auch
kalt.“
„Nein, Türkei oder so.
Alleine …“, sagt, nein, nicht er, sondern sie. Seine Tochter! An Silvester!
Donnerstag, 28. Dezember 2017
So ein Gefühl...
Plötzlich, während ich gerade im Bett liege und Coronation Street gucke (zwei geile Weihnachtsfolgen a 45:33min!), klingelt das Telefon. Ich springe aus dem Bett hoch wie von der Tarantel gestochen und renne in die Küche. Das ist bestimmt María. Mari. Ich weiß es einfach. Aber wo ist das verfickte Telefon bloß wieder hin? Immer die gleiche Scheiße! Die ganze Zeit suchst du nach irgendwelchem Scheiß. Mannomann. Zuerst gucke ich in der schwarzen Hose nach, die vor dem Herd liegt, aber da ist es nicht. Scheiße, Mann! Aber es hat doch hier geklingelt… Ja, es liegt auf dem Tisch. Und klingelt immer noch. Oder vibriert zumindest. Ein kurzer Blick auf das Display: Ja, Mari!
„Hi.“
„Hi. Ich komme ein bisschen
später. So um neun oder zehn. Ich bin noch in Köln.“
„Okay… Du weißt ja, der
letzte Zug fährt um 00:39!“
„Ja, aber solang brauch ich
nicht.“
„Willst du denn noch was zum
Essen? Soll ich noch was holen oder willst du morgen früh.“
„Das kann ich auch morgen
früh.“
„Okay, aber gib nicht dein
ganzes Geld aus, in Köln. Du musst sparen, für deinen Führerschein, du weißt
das.“
„Ich habe nichts gekauft.
Ich muss sparen. Ich war nur essen.“
„Essen kostet auch… Du musst
den Führerschein machen, der ist wichtig. Ich weiß, wie das ist, ohne
Führerschein.“
„Du hast doch einen
Führerschein.“
„Ja, ich weiß: Aber ich weiß
nicht, wo der ist und ich kann nicht fahren und ich habe kein Auto… Das ist
wichtig. Aber wir schaffen das schon. Ich werde das Geld schon irgendwo
herbekommen. I’m gonna rob a bank to get you the money.“
„Ja.“ Sie lacht. Oder lacht
sie nicht.
„Ok, bis dann. Viel Spaß!“
„Bis dann.“
Ich weiß, wie das ist. Ich
hätte auch gerne ein Auto, besonders hier draußen. Aber dann müsste ich wieder
Fahrstunden nehmen und mir ein Auto kaufen und die Versicherung bezahlen… Kurz
gesagt: Nicht drin. Außer ich verkaufe meine Seele an die italienische Mafia.
Hier an der Eisdiele um die Ecke. Wo die jeden Tag, Sommer wie Winter draußen
sitzen. Oder bei dem Italiener in Rheinbach. Den kennst du sogar von früher.
Das war vielleicht eine Hassliebe… Oder ich gewinne im Lotto, haha.
Aber irgendwie gefiel mir
das Gespräch nicht: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie mehr zu ihrer
Mutter will, heute Abend, anstatt zu mir. Dass sie keinen Bock hat, nach Köln
noch nach Meckenheim rauszufahren. Aber sie war ja schon gestern und vorgestern
bei ihrer Mutter. Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag! Weil ich arbeiten war, weil
ich nicht anders konnte, nicht anders wollte, vergessen wollte, nicht feiern
wollte, mit niemandem… Und da ist Arbeit immer noch das Beste. Und was soll sie
denn auch alleine hier sitzen, am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag, während ich auf
der Arbeit bin. Außerdem brauche ich nach der Scheidung mehr als jemals zuvor
das Geld. Ich bin im mittleren Alter und brauch das Geld!
Vielleicht will sie ja mehr
zu ihrer Mutter, ganz zu ihrer Mutter…das ist ja auch Stress für sie, dieses
dauernde Hin und Her…
Ach, Quatsch
Dann muss sie mir das sagen. Ich werd den Teufel
tun…
Wenn ich auf meine Gefühle
hören würde…
Vielleicht will ihre Mutter
sie ja auch mehr sehen… Vielleicht geht es ihrer Mutter ja auch nicht gut,
dieses Jahr an Weihnachten…
Wenn ich auf meine Gefühle
hören würde…
Sonntag, 24. Dezember 2017
Einen Tag vor Heiligabend: Na dann Prost!
Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special…
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special…
(Wham! - Last Christmas)
Ich hätte richtig Bock an
Heiligabend ein bisschen Alkohol zu trinken. Um zu vergessen. Vergessen, dass meine
Frau nicht mehr da ist (Tschuldigung, meine Ex-Frau meine ich natürlich). Um zu
vergessen, dass sie, meine Tochter, nur den halben oder noch nicht mal den
halben Tag da ist, an Heiligabend! Dass sie später den Leuten ins Gesicht
lächeln wird, die deine Ehe auf dem Gewissen haben, die dich kaputtgemacht
haben und jetzt alles haben, während du nichts hast. Nur eine Tochter, und auch
die nur die Hälfte des Tages (wenn überhaupt). Dass die ihr schmierig, kokett
ins Gesicht lächeln werden, der Schwager zum Beispiel und wer weiß wer sich
sonst noch bei denen rumtreibt, an Heiligabend. Heiligabend. Ihre Familie war
ihr nicht heilig, soviel ist sicher. Obwohl: ihre Familie schon. Meine, unsere nicht… Und María liegt
dazwischen. Ich hätte echt Bock, aber ich kann nicht. Das kannst du nicht
bringen! Dir vor ihr an Heiligabend, diesem heiligsten Abend im Jahr, einen
anzuzwitschern. Obwohl du noch Alkohol da hast. Zwei Flaschen, die du seit
anderthalb Jahren nicht angerührt hast. Du bist also kein Alkoholiker. Du magst
die Scheiße noch nicht mal richtig. Alkohol schmeckt dir nicht. Du könntest nie
ein Alkoholiker sein, werden. Aber trotzdem wäre das ein Tabubruch…und würde
auch von deiner Tochter als solcher aufgenommen. Also wirst du nüchtern alles
ertragen und danach – wie jedes Jahr seit der Trennung – in den Wald gehen,
alleine, ganz alleine, der letzte Mensch auf der Welt…
Donnerstag, 21. Dezember 2017
Drei Tage vor Weihnachten
Er hat sich direkt unterm Fenster
An einem Balken aufgehängt,
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist
Ein Tagebuch liegt auf dem Tisch,
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
„Ich bin hier und Bethlehem ist weit
Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau' euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau' euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
(Die Toten Hosen - "Weihnachstmann vom Dach")
„Hast du Geld?“
Sie steht am Kühlschrank,
holt die Knusper-Gockelchen raus, die du so liebst. Die von Aldi. Deine
Knusper-Gockelchen. Um sie sich zu machen. Ok, sie hat gefragt, aber… Zwei
Stück! Dann ist gleich keiner mehr übrig für dich. Oder nur einer. Da lohnt
sich ja fast nicht, den überhaupt zu machen. Um eins, nachdem du die 16 Stunden
Intervall-Fasten hinter dich gebracht hast, um die Kilos zu verlieren, die du
dir in der letzten Zeit angefressen hast. Bestimmt bist du wieder über hundert
Kilo. Hundertpro. Vielleicht sogar über 110.
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Montag, 18. Dezember 2017
Zeit für eine Typveränderung
Du kommst montagabends zur
Tür rein und sie ist tatsächlich noch wach. Sitzt am Küchentisch und sagt:
„Merkst du was?“
Und tatsächlich merke ich es
direkt, sage: „Deine Haare…“
„Hast du die gefärbt?“
Weihnachtsscheiß
Kann diesen ganzen
Weihnachtsscheiß einfach nicht mehr hören. Weihnachten hier, Weihnachten da.
Aber wenn man seine Tochter nur den halben Tag lang sieht, dann ist der Rest
des Heiligabends gelaufen. Am liebsten würde ich einfach abhauen. Nach Holland
fahren und kiffen gehen, keine Ahnung. Irgendwas, nur nicht das! Habe ich zu
Nadine auch schon gesagt: „An Heiligabend bin ich nicht da! Da fahre ich nach
Holland kiffen! Da kannst du bei deiner Mutter bleiben.“ Du kannst ja dann nach
Weihnachten kommen und dein Geschenk abholen. Ich weiß nicht mehr, was sie darauf
gesagt hat. Wie dieser Typ, von dem du heute gelesen hast. 100 Länder, 100 Frauen.
Das klingt geil. Aber das kriegst du mit deiner Bilanz von zwei Frauen in 40
Jahren eh nicht mehr hin. Aber versuchen kann ich es doch wenigstens…
Letztes Jahr war
ich stattdessen im Wald. Nachdem sie weg war. Selbst Patchwork hätte ich
bevorzugt, an Heiligabend. Ich und Rafael unter dem Baum. Auf der Toilette: Ich
drücke seinen Kopf in der Toilette unter Wasser. Wie diese Frau in dem Viva-Suecia-Video. Mit Gewalt und zusammengebissenen Zähnen. Mein Ex-Schwager Rafael
fällt die Treppe runter und seine Frau, meine Ex-Schwägerin gleich hinterher… Mari
packt ihr Geschenk (wie immer Geld, alles Materialisten!) aus und ich packe
ihre Mutter, mein Ex-Frau. Wir gehen ins Schlafzimmer, sie will nicht, aber was
interessiert mich das. Heute ist Heiligabend. Ho, ho, ho, guck mal wie groß der
Weihnachtsmann auf einmal ist! Auf einmal kommt ihre Schwester Slainté, meine
Ex-Schwägerin rein und es kommt zum Showdown. Zum letzten Gefecht sozusagen,
bei dem sie sich leider aus dem Fenster verabschiedet. Aber ist ja nur der
dritte Stock! Die schafft das, denn wie wir ja alle wissen: Unkraut vergeht
nicht! Und dann kann ich endlich, nach all den Jahren, etwas gegen mein
schwarzes Weihnachtsloch tun. Nadine wehrt sich auch nicht mehr, hat
eingesehen, dass diesmal der Weihnachtsmann stärker ist. Oder ihr doch ach so
lang unterdrückter Wunsch, wieder mal mit mir Christkind zu spielen. Ich hole
die Rute raus…
…und muss
unfreiwillig an vor zwei Jahren denken: Wo Mari in der Kirche plötzlich
umgekippt ist. Und danach trotzdem zu Mutter musste, wollte. Das ist so
traurig. Oder letztes Jahr, wo du an Heiligabend auf dem Venusberg durch den
Wald geirrt bist, um zu vergessen, dass sie weg ist, dass sie nicht mal mehr an
Heiligabend da ist, dass alles verloren ist. Wenn dir da jemand begegnet wäre,
dann hätte selbst die Gnade Gottes ihm oder ihr nicht geholfen. Warum tue ich
mir das alles eigentlich noch an? Um Nadine zu ärgern, die María die Hälfte des
Tages nicht sehen kann (was ihr nichts ausmacht, da sie eh mit ihrer Familie
und ihrem Schwager und ihrem neuen Stecher beschäftigt ist. Um meine Tochter wenigstens
einen halben Tag lang zu sehen (man gewöhnt sich wirklich an alles, aber an
das…?), wenigstens einen Menschen an Heiligabend zu haben, der einen sehen
will (viele Menschen in Deutschland haben noch nicht mal das, nachdem die 68er
das Land mit ihrem unbarmherzigen, nicht, nie, niemals nie zurück blickenden
Individualismus und all der Pseudo-Freiheit (die Roten oder die Blauen, mit
oder ohne Kohlensäure?) verwüstet hat.
In Volle Kanne
läuft das Spiel mit dem Weihnachtsmann. Wo Zuschauer anrufen müssen und sagen
müssen, wie oft sie den Weihnachtsmann in der Sendung gesehen haben. „Wie oft
war der Weihnachtsmann heute da?“, fragt der Moderator Ingo Nommsen. Einmal…und
er hat es nicht überlebt, möchtest du ihm ins Gesicht schreien. Sein Kopf hat
die Kloschüssel nicht überlebt. Aber das kannst du ja nicht. Denn an
Heiligabend läuft volle Kanne nicht. Weil Nommsen mit seiner Familie feiern
muss. Während du im Wald umherläufst und versuchst, ein Wildschwein mit bloßen
Händen zu erlegen. Oder dich von einem Wildschwein erlegen zu lassen, was immer
auch zuerst passiert. Du weißt noch, wie du die Dartscheibe im Keller
gegen die Wand gehauen hast, immer und immer wieder, bis sie ganz verbogen war
und du innerlich geweint hast. Du weißt noch, wie Mari letztes Jahr nicht
wollte, dass du sie zum Bahnhof begleitest, an Heiligabend, nach der Kirche,
keine Ahnung warum. Weil sie nicht wollte, dass du nachher noch mitkommst und
es Ärger. Du weißt noch, wie der Pfarrer in der Kirche davor, von der Frau
geredet hat, die von ihrem Mann verlassen wurde (was für ein Witz), die nicht
mehr ein noch aus wusste, heulend vor ihm saß, während ihr Mann den
Weihnachtsmann mordete, die Tanne in kleine Stückchen hackte und marodierend
durch den Wald streifte, auf der Suche nach einem Licht, nach einem Stern in
dieser dunklen, der ihm den Weg in sein altes Leben zurück wies. Aber da war
nichts, nur Dunkelheit, keine Sterne… du weißt noch, wie du extra für María ein
Steak gekauft hast, im Edeka, weil sie das wollte, wie du mit ihr
gekocht hast, während im Hintergrund die Toten Hosen liefen, mit Weihnachtsmann
vom Dach:
Hört mir irgendjemand zu?
Der Weihnachtsmann ist hier bei uns!
Er hängt auf dem Dachboden rum,
Ich glaube er braucht Hilfe und ist in Not
Der Weihnachtsmann ist hier bei uns!
Er hängt auf dem Dachboden rum,
Ich glaube er braucht Hilfe und ist in Not
„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch
gut,
Seid nicht böse über meine Flucht“
Seid nicht böse über meine Flucht“
Langsam schwingt er hin und her
Als wehte ein leichter Wind,
Im Rhythmus mit dem Kerzenlicht,
Das in der Ecke brennt
Als wehte ein leichter Wind,
Im Rhythmus mit dem Kerzenlicht,
Das in der Ecke brennt
Er hat sich direkt unterm Fenster
An einem Balken aufgehängt,
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist
An einem Balken aufgehängt,
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist
Ein Tagebuch liegt auf dem Tisch,
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
„Ich bin hier und Bethlehem ist weit
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
„Ich bin hier und Bethlehem ist weit
Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau' euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau' euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“
Du weißt noch…oder
wie Johnny Cash so ominös sagt: „I
remember everything…“
Ach, scheiß doch
drauf, dieses Weihnachten fahre ich nach Holland und gehe kiffen…
Dienstag, 28. November 2017
Diese Scheiß-Hoffnung!
Nachdem ich heute
einen total tollen Vormittag mit meiner Tochter hatte – sie hatte überraschend
doch keine Schule oder irgendetwas ist ausgefallen – denke ich auf dem Weg zur
Arbeit daran, wie es wäre, wenn…
Wie es wäre, wenn…
…ich traue mich
das kaum auszusprechen.
Samstag, 25. November 2017
Ist es das wert?
Sie ist so eine gute
Tochter. Sie geht sogar mit mir einkaufen. In ihrem Alter! Das hast du alles
nicht gesehen, die ganze Zeit über. Weil du nur eingesperrt warst, in deinem
Schmerz, deinem Leid. Sie ist ein gutes Kind. Weil sie dein Kind ist. Aber du
bist kein guter Vater. Du gibst ihr nicht das, was sie wert ist. Was sie
braucht. Diese verfickte Welt. Nein, DU! DU! DU musst was tun! Und was? Eine
Bank überfallen? Du musst den Arsch hochkriegen. Aber das ist so scheiß schwer,
wenn du keinen Bock mehr hast
Freitag, 17. November 2017
Döner zum Abendessen
Ich gucke Australia. Mit Nicole Kidman. Und denke
daran, wie ich das früher mit ihr geguckt hätte. Wie sie immer eingeschlafen
ist, neben mir, in meinen Armen. Wäre sie bei Australia auch eingeschlafen. Weil es so langweilig war neben mir.
Oder weil sie einfach nur müde war. Den ganzen Tag putzen ist hart…
Du wirst es nie erfahren…
Dienstag, 24. Oktober 2017
Armutsrisiko in Deutschland
Epi·pha·ni̱e̱
Substantiv [die]
Religion
- die Erscheinung (eines) Gottes unter den Menschen.2. Alltagsoffenbarung
„Armutsrisiko für Kinder
ist, wenn Eltern sich trennen…“, sagt der Typ im Fernsehen.
Er steht auf, hievt sich mit
Mühe hoch du geht auf Klo. Schleppt sich schon fast auf Klo. Sagt zu sich
selbst, laut: „Dann soll sie doch um zwölf kommen. Mir doch egal. Ich bin dann nicht
mehr da. Dann bin ich auf der Arbeit. Ist doch auch egal: Ich werd doch eh nicht mehr gebraucht. Nicht von
ihr, nicht von ihrer Mutter, vom niemandem mehr…ich bin abgeschafft…
Keiner Sau…
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