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Sonntag, 29. Dezember 2024

Wie alles begann II







Du fragst dich: Wie fing das alles an?

Denkst zurück. Siehst sie, wie sie hinten an einem Automaten spielt, in einem dicken Pullover. C. Hättest du eine Chance gehabt, wenn du es anders angegangen wärst? Bestimmt. 

Sie ist Latina, das weißt du. Wie deine Ex. Wahrscheinlich sogar aus Ecuador, aber das weißt du zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Du beobachtest sie, wie sie spielt, findest sie da schon irgendwie attraktiv - wenn du wüsstest, was noch alles kommen sollte ...

Siehst sie ein paar Male, immer allein, nie mit irgendjemand am reden, immer nur leise am spielen.

Und irgendwann, als du ihren Ausweis kontrollierst, sagst du dann: "Hablas español?" Sprichst du Spanisch?

All das, was du jetzt fühlst, hättest du dir sparen können, wenn du damals nur nichts gesagt hättest. War es das wert?

Ich weiß es nicht, das wird Gott entscheiden, wenn du einmal tot bist.

Montag, 5. Februar 2018

Du Pilzkopf, du!














Ich stehe nach dem Duschen vor dem Spiegel und denke: Deine Haare sind auch wieder ziemlich lang. Ist das wirklich schon so lange her, dass ich das letzte Mal beim Friseur war?! Aber egal: Das ist noch okay, das ist noch nicht zu lang. Wenn es zu lang wird, gehe ich schon wieder zum Friseur, keine Angst. Außerdem sieht es so gar nicht mal so schlecht aus, mit den kleinen Wellungen hinterm Ohr, fast schon jugendlich. Was bei einem mittelaltrigen Mann eben so als jugendlich durchgeht (scheiße, ich bin nicht mehr jung, als jung kann ich mich nicht mehr wirklich bezeichnen!). Friseure sind sowieso so eine Art rotes Tuch für mich. Ich bin noch nie gerne zum Friseur gegangen. Für mich grenzte das immer an Körperverletzung. Das fing schon damals an, in Kessenich, als ich zu diesem Salon auf der Ecke gegangen bin und eine Vanilla-Ice-Frisur haben wollte (ja, ich weiß…aber ich war Rap-Fan), die mir aber einen Skinhead verpasst haben. Wo mich dann, am nächsten Tag in der Schule, mein Französisch-Lehrer (der den Krieg bestimmt noch miterlebt hatte) fragte, warum ich denn so eine kurze, radikale Frisur hätte. Radikal sagte er nicht, denn seinem Ausdruck entnahm ich, dass er das durchaus positiv sah, mit meiner Frisur. Obwohl es mir tierisch peinlich war. Und auch die Rap-Tante (die sitzengeblieben war und jetzt unsere Klasse terrorisierte und die beste Freundin meiner Angebeteten aus Peru war – nochmal ja ich weiß…) fand meine (fehlenden) Haare „geil“. Wenn ich so darüber nachdenke, war das das einzige Mal, wo ich Ana (so hieß die Peruanerin, die voll in mein Beuteschema passte) näher als in diesen endlosen Augenblicken, die ich mit ihr austauschte (ich weiß gar nicht mehr, wie ich in der Mittelstufe überhaupt was mitbekam, bei all den Blicken in ihre Richtung, in ihre Augen und vielleicht auch in ihr junges Herz). Aber wo waren wir…

Montag, 18. Dezember 2017

Zeit für eine Typveränderung






Du kommst montagabends zur Tür rein und sie ist tatsächlich noch wach. Sitzt am Küchentisch und sagt: „Merkst du was?“

Und tatsächlich merke ich es direkt, sage: „Deine Haare…“
 
„Hast du die gefärbt?“