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Donnerstag, 11. Mai 2017

Ein Finne in der Wüste










Ich möchte für in einer halben Stunde den Tisch reservieren.“

Er guckt auf die Uhr.

„Solange du um halb eins raus bist.“

„Ja, auf jeden Fall.“

 „Ok…und, geht’s dir wieder besser?“

„Ich stecke in der schwersten existentiellen Krise meines Lebens. Das ist ein Abenteuer…

…und ich liebe es.“

Dienstag, 9. Mai 2017

Das arme Deutschland













Larson steht in der Spielhalle hinter der Theke und spült Tassen. Plötzlich kommt dieser Typ in die Halle. Der Künstler... Das sagt eigentlich schon alles. Aber der ist wirklich ein Künstler. Der hat ein Atelier gleich hier in der Nähe, in diesem Hinterhof. Er hat ihn sogar mal dahin eingeladen, hat gesagt, er sei die ganze Nacht wach und er könne kommen, wann er wolle; aber dann, am Ende, ist er doch nicht hingegangen. Obwohl er am Anfang nicht abgeneigt war. Das war kurz nach der Trennung. Wo er noch Redebedarf hatte. Akuten Redebedarf. Hat er den nicht immer noch?! Ja, aber jetzt ist das anderer Redebedarf als damals, direkt nach der Trennung. Damals, wo er sich von dir zwei Euro geliehen hat, die er erst vor kurzem, fast ein Jahr später zurückgezahlt hat.

Freitag, 17. März 2017

Bis morgen...















Morgens wache ich auf, als meine Tochter ins Bad geht. Um ungefähr zwanzig nach sechs. Obwohl ich gestern erst um zwei Uhr nach Hause gekommen bin. Sie setzt sich vor den Fernseher auf dem alten Esszimmertisch und erzählt mir, dass ihre Lehrerin gestern nicht zu dem Termin mit ihr gekommen ist. Wegen der Facharbeit. Dass die nicht gekommen ist, weil die auf irgendeiner Veranstaltung war. Angeblich. Was für eine Scheiße, sage ich. Das ist so typisch. Erst den Termin machen und dann nicht kommen. Viel verlangen, aber nichts geben. Ist ja egal. Das was du schreibst, ist ja gut so. Das brauchst du ja nicht noch extra von der zu hören, oder?! Mach einfach so weiter, wie bisher. Bau vielleicht noch ein paar Zahlen ein… Sie geht wieder ins Bad, kommt dann wieder. Erzählt dir, mir, dass sie gestern in der Stadt war mit Jacqueline, ihrer besten Freundin. Dass sie da die Würstchen gekauft hat, die Mettwürstchen. Die Mettwürstchen, die sie mir in die Nudeln gemacht hat Mit Pesto. Die Nudeln, die mir immer noch schwer im Magen liegen. Aber die Würstchen waren lecker. Richtig lecker. Das waren echt Mettwürstchen. Zuerst wolltest du es gar nicht glauben und dachtest, sie hätte sich da vertan.

Samstag, 4. März 2017

Trump und die deutsche Lebenserwartung





 
“Ninety-nine per cent of traditional English literature
concerns people who never have to worry about money
 at all. We always seem to be watching or reading about
 emotional crises among folk who live in a world of
great fortune both in matters of luck and money; stories
 and fantasies about rock stars and film stars, sporting
 millionaires and models; jet-setting members of the
 aristocracy and international financiers.”
James Kelman









Morgens wacht er auf und hat Kopfschmerzen. Richtige Kopfschmerzen. Hatte er schon öfters in letzter Zeit. Ist ja auch kein Wunder. Bei dieser ganzen Scheiße. Lief ja diese Woche sogar im Fernsehen. Ärmer Menschen sterben früher. Dass die das überhaupt gebracht haben, im Ersten wundert mich, denkt er. Im deutschen Lügenfernsehen. Das sich mehr um Trump schert als um die eigenen Leute. Trump ist dies, Trump ist das, Trump macht dies, Trump macht das, nur um nicht sagen zu müssen: Was macht denn Merkel oder Schulz. Oder keine Ahnung, welche der anderen Witzfiguren. Was machen die denn für die Leute. Die normalen Leute. Die arm sind. Und früher sterben. Nichts. Nichts außer Gelaber und dumme Sprüche. Nichts. Wir müssen uns ja um Trump kümmern. Das ein Trump auch hier Erfolg hätte, schert die nicht. Das sehen die nicht. Das wollen die nicht sehen. Genau wie die Wohnungsnot, die Flüchtlingskrise, die Dumping-Löhne. Solange Trump noch in Amerika regiert, ist das ja wichtiger. Aber das Trump genau aus dieser Unruhe entstanden ist…das hat doch alles nichts mit nichts zu tun. Hauptsache von eigenen Problemen ablenken, denkt er, während er wieder mal an einem Obdachlosen in der Tannenbuscher "City" vorbeikommt. Der vom Wachdienst, der sieht das. Der hat recht. Der ist ein guter Mann. Wie er so todmüde nachts durch Tannenbusch schlendert. Und versucht, dem Chaos Einhalt zu gebieten. Der sagt das auch, das mit dem Obdachlosen an der Ecke. Mitte 30.

„…da kümmert sich keiner drum.“

Während er an seiner Theke steht und keinen Kaffee will, weil er sonst gar nicht mehr schlafen kann. Mit seinem immer länger werdenden Bart sieht er fast aus wie ein Philosoph. Noch ein Beruf, der obsolet geworden ist: der des Philosophen. Die Deutschen wollen keine Philosophen mehr. Nachdem wir mal führend waren, in diesem Bereich. Wie in vielen anderen. Ein Deutscher hat gesagt: „Gott ist tot!“ Ein Deutscher hat vom Sein und Seinsverlust gesprochen. Aber das will ja keiner mehr hören. Davon will ja keiner mehr wissen.

Er hört sich das an, das Arme früher sterben und rechnet sich die Jahre aus, die er noch hat. So viele sind es dann doch nicht mehr, denkt er. Lieber nicht drüber nachdenken. Denken ist sowieso nicht mehr angesagt. Nachdenken noch weniger. Das wird bald bestimmt abgeschafft. Das Fühlen haben die schon lange abgeschafft oder an die Soaps delegiert. Wenn im Fernsehen einer stirbt, werden wir traurig, heulen sogar, an den Obdachlosen in der U-Bahn fahren wir vorbei. Und wenn sie sterben, umso besser: Dann müssen wir sie nicht mehr jeden Tag auf dem Weg von und zur Arbeit ertragen. Das ist dann doch zu nah an „zu Hause“, too close to the bone, das ist nicht so weit weg wie Putin oder Trump. Bei denen erwartet man das ja. Aber doch nicht hier, im (schlechten) Gewissen der Welt. Also fragt er sich – während der Bericht über den Typen mit den kaputten Knien, der raucht und trinkt, und mit seiner Einschätzung, dass er nur ungefähr 70 Jahre alt war, wahrscheinlich goldrichtig liegt – im Fernsehen läuft: Warum zeigen die das überhaupt? Die Journalisten, die von Enthüllungsjournalisten der Wahrheit zu Sprachrohren der Politik geworden zu sein scheinen. Warum bringen die noch solchen Berichte? Wollen die etwa doch etwas ändern? Wollen die etwa doch eine Revolution? Oder – immerhin ist "Schadenfreude" ein deutsches Wort, das sogar seinen Weg ins Englische gefunden hat – wollen die noch Salz in die Wunde streuen. Die fühlen diese Armut nämlich nicht. Die verdienen 10.000 im Monat und werden über 90 oder gar 100 Jahre alt. Wollen die die Armen noch weiter ausgrenzen, mit dem medialen Finger auf sie zeigen, die Armen, die die AfD wählen und sich noch nicht mal, nicht mehr, von Schulz täuschen lassen? Wollen die sagen: Seid ihr wirklich so? Wollt ihr wirklich so sein? Wie diese Shows bei RTL, mit der Polizei und so weiter, die immer wieder Recht und Ordnung herstellt? Hartz-IV-TV? Ist das Armuts-Voyeurismus? Beim Ersten? Oder Angstmache? Damit sich die Leute weiter nur um sich selbst kümmern, um ihr eigenes Überleben? Und nicht die anderen sehen? Sind das etwa die letzten Züge der medialen 68er-Bewegung, die postuliert, dass wir uns nur alle schön um uns selbst, um unseren eigenen Arsch kümmern müssen, dann wird schon alles gut? Unsere Individualität ausleben müssen: Zwischen Apple und Samsung, Pepsi und Coca Cola, Nike und Adidas, Aldi und Lidl?

Aber egal: Er selbst ist ja auch nicht besser. Er macht ja auch nichts für „die Armen“. Für andere. Er leidet ja auch nur für sich selbst. Und außerdem ist er ja in gut 30 Jahren eh weg, wenn er so bleibt, wie er ist. So arm, so ausgegrenzt, so sich nur um sich selbst drehend. Dann ist das Problem auch gelöst. Und bei den Kopfschmerzen, die er heute hat, löst sich das Problem vielleicht sogar wesentlich früher…

Und außerdem: Wer will schon ewig leben?

Oder wie Herr Baden, der ein Haus in einem ruhigen Vorort hat und früher bei der Telekom groß im Geschäft war, ihm das einmal gesagt hat, als er nach der Trennung total am Boden zerstört war und sich bei ihm ausgeheult hat: „Willst du wirklich SO noch 30 Jahre weiterleben? SO WIE JETZT?“ So kaputt? So leidend? So arm? So perspektivlos?



Das ist die Frage

Sein oder Nichtsein. Heidegger oder Shakespeare

Merkel oder Trump


Oder gibt es vielleicht doch eine Alternative?



Wahrscheinlich sagen die auch noch (oder denken es zumindest): Wer früher stirbt, ist länger tot!

Er kriecht aus seinem alten Doppelbett, dessen andere Seite schon lange leer ist, trinkt einen Schluck Cola Zero aus der Plastikflasche, geht in die Küche und macht sich einen Käse-Salami-Mayonnaise-Wrap mit Butter, dann noch einen…
Er ist ja selbst dran schuld, ich weiß.

„Du bist ja selbst dran schuld!“

„Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!“

„Dann lass doch mal diesen Scheiß aus dem Leib. Die Cola und so…“

...würde sein Vater sagen. Sein Vater, der 50 Jahre als Kfz-Mechaniker geschuftet hat, geraucht hat, flaschenweise Cola gesoffen hat und dann für 1600€ in Rente gegangen ist, einer Rente, von der er sich noch nicht mal eine vernünftige Wohnung leisten werden kann, wenn er irgendwann mal aus seiner Wohnung raus muss. „Eigenbedarf“ nennt sich so was. Aber vielleicht wird er die nächste Wohnung ja gar nicht mehr brauchen. Nach seinem zweifachen Bypass…

Obwohl seine Lebenserwartung etwas über dem arbeitslosen Möbelpacker beim Morgenmagazin liegen dürfte…






Samstag, 14. Januar 2017

Deutschland 2017









David, der Senegalese kommt zu ihm in die Halle, begrüßt ihn, lächelt. Er mag David. Der ist cool, der David, denkt er, ich mag den. Er macht ihm einen Kaffee und sie reden ein bisschen.


Irgendwann sagt David: „Ist nur Geld in Deutschland...“

Er nickt.

„Genau. Nur Geld.“

„Ich weiß, was du meinst. Meinst du, ich denke nicht so.“

„Ich habe zu meinen Kollegen gesagt. Noch fünf Jahre. Dann ist hier Schluss. Ich hab vor fünf Jahren, also jetzt noch vier Jahre.“

„Echt, ich weiß. Der ganze Terrorismus und alles. Das ist nicht mehr normal.“

„Ist echt nicht mehr normal.“

„Die sind doch auch bekloppt, die Deutschen…“ Er packt sich an den Kopf, zeigt ihm den Vogel, um zu sagen, dass er Recht hat. „Siehst du ja in Köln. Guck dir das an. Da kommen 2000 Leute, alles nur Männer, an Silvester in die Innenstadt. Was meinst du, was die da machen wollen?! Mit 2000 Mann!“

„Genau!“

„Und dann macht die Polizei was und wird kritisiert. Dafür, dass sie was gemacht haben…“

„Und vorher wird kritisiert, weil die nichts gemacht haben. Und jetzt, weil die was gemacht haben. Ist nicht mehr normal.“ Er packt sich wieder an den Kopf. „Die wissen nicht, was die wollen die Deutschen…“

„Da hab ich auch Angst, wenn meine Tochter nach Köln fährt. Mit 17…“

„Musst du aufpassen!“

„Ja, aber kannst du nichts machen.“

„Letztens in Köln, da war ich nach der Arbeit am Bahnhof. Nachts um zwei. Da standen da Mädchen, 14, 15, waren am Trinken.“

„Aber da macht doch die Polizei was, wenn die die kontrollieren…“

„Die Polizei hat die gesehen, hat nichts gemacht.“

„Häh? Normalerweise, wenn die unter 16 sind, um die Uhrzeit, dann schicken die die doch nach Hause, oder nicht?! Dann kriegen sogar die Eltern Ärger. Vom Jugendamt und so.“

„Die haben gesehen, aber die hatten anderen Einsatz.“

Er lacht. Haha.

„Geil!“

„Hier auch“, sagt David. „Habe ich in der Bahn gesehen. Die waren aus Somalia und einer aus Kamerun. 12, 13 Jahre alt. Was die geredet haben. Was die für ein Theater gemacht haben. Habe ich zu dem einen gesagt: „Weiß dein Vater, was du hier machst? Weiß dein Vater, wie du dich benimmst?“

„Und…was hat der gesagt?“

„Nichts.“

„Weil der wusste…die haben keine Werte mehr. In Afrika, da machst du so was nicht.“

„Das stimmt, es gibt hier echt keine Werte mehr.“ Er spricht ein bisschen leiser weiter, damit ihn die anderen Kunden nicht hören. „…gibt es hier echt nicht mehr Werte. Fällt alles auseinander. Die Familie, die Ehe, ist alles nichts mehr wert. Eltern…“

„Genau.“

Er geht nach ein Stückchen näher an David ran, damit keiner das hört, was er sagt. „Das sind alles die 68er schuld. Die Generation meiner Eltern. Mit ihrer scheiß freien Liebe und so. Wie soll man denn darauf eine Gesellschaft aufbauen?! Wenn es keine Werte mehr gibt...? Das war vielleicht gut für die damals. Aber heute…das macht die Gesellschaft kaputt.“

„Vier, fünf Jahre…“

„Die sind ja auch nichts mehr, die Politiker heute. Die labern alle nur. Nur blablabla. Es gibt ja auch keine vernünftigen Politiker mehr…die betrifft das ja nicht mehr, wenn was passiert. Die sind ja schon alt. Die haben ja ihre Rente...so 200.000 im Jahr oder so oder was die kriegen...“

"15.000 im Monat hab ich gehört..." Er überlegt.

 "Ja, kommt ja aufs Gleiche raus, am Ende. Ungefähr 200.000 im Jahr, sag ich ja."

„Ich sag dir eins. Die gehen alle nach Afrika. Nach Afrika und nach Asien. Bald, die Europäer. Und die Afrikaner kommen hier hin. Das ist die Zukunft. Ich habe mit Leuten geredet, die sagen mir genau das. Die wollen nicht mehr hier leben. Die wollen nur weg. Nach Afrika. Früher war das anders. Da wollten die ganzen Franzosen im Senegal zurück nach Frankreich. Aber heute ist das genau andersrum...“ Er lacht.

„Ist ja auch Scheiße. Nur arbeiten, morgens stehst du auf, abends kommst du nach Hause. Und sonst hast du nichts. Nur Arbeit.“ Und Rechnungen. "Und sonst. Spaß hat man hier sowieso nicht."

„Ja, ich gehe auch. Ich gehe in fünf Jahren in den Senegal zurück. Dann mache ich Schluss. Lass ich meine Arbeit hier, egal… die Deutschen…ich will nichts sagen, sind meine Landsleute, aber… Irgendwann gehen die alle nach Afrika.“

„Ich auch. Ich gehe irgendwann auch weg.“

„Verstehe ich nicht: Du kannst Englisch, Spanisch, Deutsch. Warum bist du noch hier…?“

Wenn du wüsstest, wie oft ich mir diese Frage am Tag stelle…

„Ich kann ja nicht. Meine Tochter ist ja noch auf der Schule…die muss ja erst mal fertig werden.“


Am Ende sagt David: "Wir sehen uns, Bruder!"

"Ja, bis dann, ne..."

Er ist schon fast zur Tür raus, als er ihm hinterherruft: "Nimm mich mit, wenn du gehst, nach Senegal!"

Zuerst versteht er ihn nicht, kommt wieder zurück, um ihn besser hören zu können.

"Wenn du gehst, nimmst du mich mit. Dann komme ich mit dir, ok?! Dann machen wir eine Bar oder ein Restaurant auf. Für Deutsche!"

David lacht und sagt: "Mach ich!"










Mittwoch, 11. Januar 2017

8 Tage vor der Scheidung











Die letzten Tage vor der Scheidung – es sind derer noch genau 8 – fühlen sich irgendwie irreal an. So als müsste noch irgendwas passieren, was den Termin vor Gericht doch noch verhindert

Was denn? Ein Atomkrieg?

Was hätte Fukushima noch verhindern können? Nichts

Keine Ahnung. Irgendwas

Sie kommt vorbei, sagt, das sei alles nur ein Spaß gewesen, ein übler Scherz, sagt, sie wollte nur meine Liebe für sie, meine Liebesfähigkeit testen

meine Leidensfähigkeit

Sagt, wir blasen das alles ab. Das ist doch alles Quatsch. Eine Überreaktion. Und wir blasen es nicht nur ab, sondern ich blase dir auch noch einen, heute Abend. Du ziehst wieder zu mir, ich schmeiße den unbekannten WG-Bewohner/-in raus und wir sind wieder eine Familie, ein Ehepaar

was hast du denn genommen     das solltest du lassen        bevor du noch weitere solcher Horror-Trips hast


Die letzten nunmehr fast zwei Jahre waren ein einziger, langer Horrortrip.

Das fühlt sich alles so an, als wäre es nicht wahr, als gäb es da, irgendwo da, noch einen Ausweg, ein Schlupfloch, eine Falltür, was auch immer

…wie in diesen Comics wo der plattgewalzte, tot geglaubte, von der Klippe gesprungene Held oder Böse einfach wieder aufsteht und alles wieder von vorne losgeht…

…könnten wir überhaupt noch mal von vorne anfangen? Realistisch gesehen: wahrscheinlich nicht.

Das fühlt sich echt ein bisschen so an wie das Ende der Welt. Obwohl deine Welt schon lange auseinander gebrochen ist, schon lange nicht mehr dieselbe ist. Durch eine böse ersetzt wurde…mit bösen, deutschen Menschen. Wölfen, die den Menschen Wölfen sind…das Ende einer Ära, von fast zwei Jahrzehnten gemeinsamer Einsamkeit…

Und jeden Tag hoffst du auf eine überraschende Wendung, bist aber jeden Abend wieder von neuem enttäuscht, bevor du endlich, todmüde in einen holprigen, unruhigen Schlaf hinabstürzt


Du willst sie nicht sehen, in fast einer Woche, selbst vor Gericht nicht. Und gleichzeitig willst du nichts mehr als sie sehen, ein letztes Mal, bevor jeder von euch sein eigenes, trauriges Leben weitergeht

fühlst dich wie in diesem Video von Love of Lesbian. Wo der am Ende aus dem Fenster springt und das ganze Lied über mit so roten oder rot umrandeten Augen singt, dass das dir nicht mehr wie ein Zufall vorkommt. Hat er geheult

Das Lied mit dem Titel Los días no vividos, die nicht gelebten Tage…

…die nicht geliebten Tage…

Wo der singt: …dunkle Materie, die aus Leere gemacht ist…und ich erhebe das Glas, das leerer ist als ich…es führt in die Hölle…ich erinnere mich an keine bessere Nicht-Geschichte…ich werde zu den nicht gelebten Tage… Und die Welt am Ende wirklich untergeht. Das ist aus diesem spanischen Film. Wo er am Anfang sich streitet, weil er das Ende der Welt nicht mit seiner Frau/Partnerin verbringen will


Eres un hijo de puta y no me da la gana de perdonarte…joder…


Und es klingelt an der Tür, klingelt nicht, klingelt, klingelt nicht