Sonntag, 29. November 2015

Fast wie im Film...ganz großes Kino



29.11.15




Er sitzt im Bus in die Stadt und beobachtet die Leute, während er versucht Liebe in Zeiten der Cholera zu lesen. El amor en los tiempos del cólera. Ja, ich weiß, das ist jetzt nicht gerade das richtige Buch. Ich weiß. 

Florentino Ariza hatte 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage auf sie gewartet…

Moment mal…wie lange hab ich eigentlich: 8 Monate minus zwei Tage, 18 Stunden und 47 Minuten! (und allein um das auszurechnen 5 Minuten mehr!). Ist ja gar nicht so lang, verglichen mit Florentino Ariza.

Ich weiß. Das tut weh. So viel Dummheit bei der Bücherwahl tut weh. Selber schuld. Ich weiß, ich weiß.

Er guckt sich die Leute an: Der 150-Kilo-Mann mit grauen Haaren und Ziegenbart direkt vor ihm, der junge Typ mit Migrationshintergrund meine ich natürlich auf der Rückbank. Mit diesen süßen, schwarzen Löckchen, die unter seiner Mütze hervorgucken und seiner schwarzen Fake-Lederjacke. Seinen Chucks. Der Latino, der rechts neben ihm auf der Rückbank sitzt, auf Spanisch in ein Handy spricht, unrasiert und fern der Heimat und mit komischen, leicht meiner Ex-Frau ähnelnden Akzent. (Ob er gerade mit ihr redet? Sich mit ihr verabredet? Ob das sie am anderen Ende ist? Ob er ihr neuer Stecher ist? Ob der besser im Bett ist als du? Ob der keinen Hamster hat, sondern einen Tiger?). Bis später! ¡Hasta luego! Hijo de…  Der alte Mann mit Columbo-Trenchcoat schräg gegenüber von ihm, der ihm direkt in die Augen guckt. Was will er darin sehen? Den Krieg? Seinen oder deinen? Unser Leben ist unser großer Krieg. Trotzdem guckt er immer wieder zu dir rüber. Und das junge Mädchen, das direkt neben ihm im Gang steht. Weil er ihr nicht den Platz neben sich, auf dem sein Rucksack und sein Computer sitzt, freigemacht und angeboten hat. Aber so kurz vor dem Bahnhof hätte sich das eh nicht mehr gelohnt. Trotzdem ein Fehler! Denn sie ist ungefähr 16-17 Jahre alt, hat lange, glatte schwarze Haare, ein hübsches, braunes Gesichtchen mit süßer Nase und trägt ein Parfüm, dass direkt zu Kopf steigt. Direkt in die Blutbahn geht. Ohne Umwege. Der Geruch nach frischer, junger…Muschi, nein, nur Spaß! Der Duft der Frauen. Wie in dem gleichnamigen Film. Wo dieser blinde Ex-Lieutenant – gespielt von Al Pacino – ein letztes Mal nach New York fährt, um sich dort eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Und durch die Muschis, nein, durch den Schüler, der ihn begleitet, wieder ins Leben zurückfindet.

Und wie er sich so umguckt kommt er sich auch ein bisschen so vor wie in einem Film. Nein, nicht im falschen.

All diese Leute. Die mit ihm, fast neben ihm, in die Stadt fahren. Der junge Typ mit den Locken unter der Mütze guckt zu ihm rüber. Das hat schon einen Hauch von Hollywood, von Film, wie er hier im Bus sitzt, mit all diesen Leuten. Alle gucken ihn an.

Wenn das jetzt ein Film wäre, dann…

…dann würde er jetzt eine SMS kriegen. Eine SMS, die er nicht – wie sonst immer – überhören, übersehen oder einfach verpassen würde – also nicht wie die mehrfachen Anrufe seines Vaters von heute Morgen. Deren Vibration er deutlich spüren würde. Die noch in seinem Inneren nachhallen würde.

Wenn das jetzt ein Film wäre…

…dann würde er genau in dem Moment auf sein Handy gucken, wo ihn die Nachricht erreicht – und nicht drei Tage später, wenn er es endlich schafft sein Handy aufzuladen oder den mal wieder verlegten Stecker zu finden.

Er würde sie direkt sehen, diese Nachricht, die bestimmt irgendeinen Ton machen würde (und nicht schweigend an ihm vorübergehen würde wie 95% seiner erhaltenen  Nachrichten). Sie würde mit einem roten Herzchen auf seinem Display erscheinen. Einem 
schlagenden Herzchen (und natürlich hätte er dann auch ein vernünftiges Handy und nicht diesen alten Knochen seiner Tochter, der von Emoji noch gänzlich unberührt ist). Sein Hollywood-Handy würde sehr wohl in der Lage sein, allerlei bunte Emojis darzustellen (und nicht nur digitale Kackhaufen).

Die Nachricht würde im ganz nah herangezoomten Close-Up sagen: Dreh dich mal um! Oder direkt auf Spanisch: ¡Dáte la vuelta! Wie damals, als Conchita ihm im Computerraum von hinten die Augen zugehalten hat. Und ihn gefragt hat: Wer bin ich? In besseren Tagen. Und im Film wäre er natürlich auch nicht halb blind oder halb blöd wie im wahren Leben. Im Film würde er sich in Zeitlupe umdrehen (knacks!) und seine ganz großen Augen würden sie sehen. Sie, die sich wie die Frau aus Crocodile Dundee langsam ihren Weg zum ihm durchbahnen würde. Vorbei an den duftenden Muschis, den hippen Typen mit schiefer Mütze, den mittelaltrigen freundlichen Herren mit Aktentasche und Anzug. Vorbei an der immer noch gut aussehenden Brünetten, die plötzlich, wie von der Tarantel gestochen von ihrem Handy aufblickt, direkt in die Kamera. Und zuallerletzt vorbei an dem jungen, coolen Latino mit Glatze und modischen Bärtchen, der ihr im Muskelshirt schmachtende Blicke zuwirft, und an dem die echte Nadine bestimmt klebenbleiben würde. Sie würde sich zu ihm durchboxen, ihn in den Arm nehmen – ach, was sage ich denn da – sie würde ihr Arme um ihn schlingen (und ihn dabei erwürgen, nein!) und ihm vor versammelter Busfracht küssen.
„Ich kann nicht mehr…ich kann nicht mehr ohne dich leben“, würde sie vorher noch in sein Ohr gehaucht haben. Sie würde ihm einen langen, romantischen Kuss geben, mit Zunge (nein, wir sind ja immer noch in Hollywood, streichen Sie das mit der Zunge!). sie würde gar nicht mehr aufhören, ihn zu küssen. Bis sie ganz feucht und wuschig wäre (dito!). Und die Leute um sie herum würden langsam anfangen zu klatschen und dann immer lauter werden, je länger der Kuss ginge. Würden erst lächeln, dann lachen und sich des Lebens erfreuen. Ein junges Pärchen würde es ihnen gleichtun. Eine Oma würde den alten Knochen neben sich küssen – das erste Mal seit vielen Jahren. Und der Bildschirm würde sich langsam auf die Form eines Herzens verkleinern, in dessen Zentrum das glückliche Paar zu sehen sein würde, das sich zu den sanft einsetzenden Klängen von Back to December küsst. Danach ein schwarzer Bildschirm, auf dem in roter Schrift ein einziger Satz zu lesen wäre: She came back never to leave him again… Kein Wort davon, that they 
died happily ever after. Nur das Lied Back to December. Taylor Swift in Bestform.

Aber das ist kein Hollywood-Film.

Das Leben ist kein Hollywood-Film.

Und nur der alte Mann im Trenchcoat starrt ihn noch mit zittrigen Händen an, als dieser Viehtransporter von Bus am Bahnhof ankommt. So sehr, dass es fast wehtut.
Was der wohl in seinem Film so alles erlebt hat? So müde wie der guckt. Und dann ist er draußen. Der Bus hat ihn auf die Straße gespuckt, wie etwas Unverdauliches, wie den giftigen Apfel, den Taylor Swifts Geliebter in Blank Space entsetzt ausspuckt, nachdem sie aus Wut über seine Untreue grausame Rache an ihm nimmt (Und warum hat das Rachevideo Blank Space unglaubliche 1.314.210.170 Klicks, während das ruhigere Back to December nur schlappe 116.200.571für sich verzeichnen kann…?).

Er steigt direkt hinter dem alten Mann aus.. Und dann steht er draußen auf der nassen, kalten, windigen Straße, im ersten Moment noch ganz desorientiert, während die anderen Fahrgäste schon weitergegangen sind. Jetzt fehlt nur noch, dass ihn irgendein Junkie fragt: „Was schiebst du den für einen Film?“ Aber das passiert natürlich nicht, wir sind ja nicht im Film. Wie er so dasteht und für einen Moment innehält, sieht er den bewölkten Himmel nicht, an dem schon bald die nicht vorhandene Sonne dieses vorletzten Novembertages untergehen wird. Er denkt: Warum kann das Leben kein Film sein? Warum kann es nicht wie im Fernsehen sein, wo sich die Liebenden immer irgendwie wiederfinden oder irgendwie anders für ihre verlorene Liebe entschädigt werden? Durch einen neuen Partner, Erfolg im Beruf oder irgendeinen anderen Scheiß? Warum nicht? Warum bloß?
Ich will ja noch nicht mal einen Hollywood-Film. Ein kleiner, schöner, europäischer 
Liebesfilm mit Happy End würde mir ja auch schon reichen.

Gibt es die?

Nicht in seiner Video-Sammlung.

                        ...und sie drückt ihm einen letzten Kuss auf den Mund.

Und er schlägt das Notizbuch zu, das er während seines ersten Singleurlaubs in Barcelona gekauft hat und in dem er auch ihren Abschiedsbrief aufbewahrt. Für seine Anwältin.
und irgendwie auch für sich


todo por el abogado


lo nuestro se acabó para siempre

Bauer sucht Frau











29.11.15



Wenigstens läuft im Fernsehen „Bauer sucht Frau“…




…dann kann ja noch nicht alles verloren sein.



Solange bei RTL noch „Bauer sucht Frau läuft…




Samstag, 28. November 2015

Daran darfst du noch nicht einmal denken...



28.11.15

Wenn deine Mutter jetzt einen Unfall hätte, dann wär ich alleinerziehend, sagst du zu María, kurz bevor du sie in das Wochenende bei ihrer Mutter verabschiedest.

Oder denkst du es nur?

Sie verzieht keine Miene. Also musst du es nur denken. Du würdest ihr doch nie sowas sagen. Und sie würde nie so kühl, so gleichgültig reagieren.

Oder doch?

Du redest oder denkst weiter: Wenn sie einen kleinen Unfall hätte. Mein Vater hat mir gezeigt, wie man die Bremsleitungen an einem Auto durchtrennt (hat er gar nicht!). Das ist ganz einfach (du würdest die im Leben nicht finden!). Also fahr in den nächsten Tagen nicht mit deiner Mutter. Du guckst sie an. Natürlich denkst du das nur. Oder? Das ist das Einzige, was funktioniert. Alles andere ist nämlich Quatsch. Mit den Bananen im Auspuff und so. Das hat er mir gesagt.

Wenn deiner Mutter irgendetwas passiert.

Oder durch einen Terroranschlag, sagt deine Tochter. Sagt sie das gerade wirklich? Oder denkt sie das nur?

Genau, ein Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt. Sie sitzt gerade mit ihrem neuen Stecher da und dann passiert es. Mitten in die Glühweinatmosphäre platzt eine Bombe. Das denkst du jetzt aber ganz sicher nur. Das dürftest du ja gar nicht sagen. Sowas sagt man nicht! Sag das nicht, denk das denkt, geb einfach Ruh…

Dann wär ich alleinerziehend.

Einen Herzinfarkt wird sie ja wohl kaum bekommen. Bei dem Blutdruck einer Toten, den sie hat. Bei dem fast nicht vorhandenen Puls. Und somit auch keinen Schlaganfall. Leider.

Aber wie wär’s…

…mit einem…

…ich trau mich das gar nicht auszusprechen, María. Tu ich vielleicht ja auch gar nicht.

Wie ihre Schwester.

…wenn sie einen Gehirntumor…

Das wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht.

Aber im Moment ist sie nicht nur deine schlimmste Feindin, sie ist sogar noch mehr. 
Nämlich deine EX. Mit großen X.

Ihre Schwester hat es ja vorgemacht. Wurde für ihre Sünden bestraft.

Denkt er. Dieser schlimme, schlimme Mann, dieser schlimme, schlimme Mensch, mit dem ich – der Erzähler dieser Geschichte – mich in keinster Weise identifiziere. Dem ich mit zunehmender Abneigung, ja Ekel zuhöre.

Wie er mit seiner Tochter redet. Oder nur laut denkt. Oder nur denkt? Und obwohl ich seine Gedanken lesen kann, distanziere ich mich aufs Entschiedenste von ihnen. Von einer derartigen Form der Selbstjustiz…

…das wäre nur ausgleichende Gerechtigkeit, denkt er.

Sowas darf man noch nicht mal denken. Geschweige denn sagen.

Sowas tut man nicht, hat deine Mutter früher immer gesagt.


Sowas tut man einfach nicht.

Was sollen denn die Nachbarn denken…

Die Leute…

Alle…


Zum  Glück wissen die nicht, was du denkst…!

***

Auf dem Weg zum Bus merkst du, dass dieses Gefühl immer noch da ist. Dieses Gefühl, dass du sie immer noch liebst, dass du immer noch mit ihr zusammen sein willst, dass du – wenn sie heute zu dir zurückkommen würde – sie auch zurücknehmen würdest. Wie viele Monate sind es mittlerweile? Das hört nie auf, glaub ich. Erst, wenn du in Spanien bist. Wenn du weg bist. Du willst ja weg, aber du hast ja deine Tochter noch hier. Was soll sie denn machen, allein mit ihrer notgeilen Mutter. Die mit 43 alle Single-Seiten, die auch nur im Entferntesten auf ihren typ zutreffen, terrorisiert. Außerdem würde es di das Herz brechen, sie einfach so zurückzulassen. Sie ist echt süß. Eine gute Tochter. Gut in der Schule, ruhig, alles. Zu ruhig, haha. Nein, Quatsch.

Obwohl du weg willst und woanders sicherlich glücklicher wärst.

Außerdem ist noch nichts geregelt. Scheidung, alles. Alles ist noch offen. Zum Kotzen. Das ist echt zum Kotzen. Aber sie kann den totalen Krieg nur hinauszögern, nicht verhindern. Das wird sie auch irgendwann begreifen. Begreifen müssen, egal wie verbohrt sie ist.

***

In der Bahn hörst du eine bekannte Stimme. Einen bekannten Akzent. Scheiße! Du traust dich gar nicht in die Richtung der kleinen Frau zu gucken, die  schräg gegenüber von dir ohne Pause Spanisch brabbelt, lacht und weiter quasselt, lacht und

leck mich am Arsch

du würdest diesen Akzent selbst in der Hölle wiedererkennen (da gibt‘s bestimmt auch genug von denen1). Du schielst verstohlen zu ihr rüber. Wie sie lacht. Und redet. 
Permanent. Wie ein Wasserfall. Das können die gut. Mehr aber auch nicht. Lachen und labern. Leute zulabern, bis sie fast vollständig eingelullt sind. Bis sie vergessen, wer sie sind. Ehemänner.

blöde Kuh    blöde **************

nicht, dass das nachher noch eine Freundin von Nadine ist

leck mich am Arsch

eigentlich hast du diesen Akzent ziemlich lang nicht mehr gehört. In Bus und Bahn. 
Komisch. Früher dauernd und seit du dich getrennt hast, nicht mehr so oft. Komisch.

Und dann fängt der Typ auch noch an. Dass er bei der überhaupt zu Wort kommt, grenzt schon an ein Wunder. Aber sein Akzent ist tatsächlich noch schlimmer: Genau wie der von Rafael, dem Schwager von Nadine. Der ihr damals auf Schritt und Tritt gefolgt ist, wie ein kleines Hündchen. Mit umso größeren Schwanz, wie er die bei jeder Gelegenheit aufs Brot schmieren musste. Große Menschen haben einen Kleinen und kleine Menschen einen Großen. Fick dich, du Arschloch. Du hättest ihn damals schon ungespitzt in den Boden rammen sollen, aber du hast es aus Rücksicht auf Nadine nicht gemacht. Und jetzt geht es nicht mehr. Aber wer weiß: Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Du denkst undenkbare Sachen, denkst du Qualen für dieses „nette“ Pärchen aus, die du nicht zu Papier bringen kannst, ohne von Google komplett gesperrt zu werden. Wie hieß das noch mal in Argentinien. La parilla? Der Grill. Genau. Das ham die die Frauen und Männer während der Pinochet-Diktatur an einen Eisengrill angeschlossen. An bestimmten Stellen. Oh, wenn ich doch diese Macht hätte.

Dann kommt sie dir ganz nah, die Kleine. Du siehst das sie keine Freundin von Nadine ist, zuminest keine der üblichen. Der üblichen Verdächtigen. Sie ist eigentlich noch richtig jung, hat eine kleine Stupsnase. Noch ganz jung. Fast so wie deine Tochter. Eure Tochter. Unschuldig.


Aber trotz allem bleibt dieses Gefühl. Dass du...

...dass sie dir besser nicht im Dunkeln begegnen...

Mittwoch, 25. November 2015

Sexual Healing










Damit sie mal erfahren, warum ich die ganze Zeit so hirnlos rumjammere und nach sage und schreibe fast drei Monaten immer noch meiner Frau nachtrauere, hier mal eine Szene meiner Ehe aus besseren Zeiten. Das Ganze ereignete sich vor zwei Jahren im Spanien-Urlaub in Málaga und sorgt an dieser Stelle gleichzeitig vielleicht auch mal für eine gelungene Abwechslung von den anderen Posts. Ich will Sie ja schließlich nicht mit meinen dauernden trüben Gedanken verschrecken. Also hier ein paar juicy bits, wie der Engländer das sagen würde. Sozusagen als sexual healing. Viel Spaß damit!



[Málaga-Sex]


Am Nachmittag sagt mir Nadine, dass die Venezolanerin zu ihrer Tochter gefahren ist.


„Übernachtet die auch da?“ frage ich.


„Ja natürlich.“


Geil, denke ich. Geil. Im wahrsten Sinne des Wortes. Dann wird die Katze wohl heute Nacht an die Wand getackert.


Vorher erinnert die Trulla aus Venezuela Nadine noch daran, dass sie bitte immer die Tür richtig zumachen soll, wenn sie rausgeht. Hier würden irgendwo ziemlich viele Asis wohnen.


„Wie Tannenbusch. Ist gefährlich“, sagt Nadine halb lachend, halb ernst. „Mach bitte die Fenster zu. Überall. Wenn ich weg bin, weil hier in der Nähe eine schlechte Gegend ist.“

Ich denke nur: geil. Die ham mich noch nicht kennengelernt, die Einbrecher.

„Vielleicht meint sie ja uns mit „Assis“ und geht deswegen“, sage ich nicht ganz überzeugt. Aber auch nicht ganz unüberzeugt. „Die Assis haben das Zimmer neben ihrem.“


„No sé“, sagt Nadine, „ich weiß nicht, das ist das, was die gesagt hat. Die hat, glaub ich, Rückenschmerzen. Deswegen wollte die zu der Tochter gehen.“


„Oh, die Arme, die Arme. Die war sowieso blöd.“


Wie ein kleines Kind freue ich mich über die sturmfreie Bude. Heute Nacht wird die Katze gegen die Wand getackert.


Als María einen Moment nicht guckt, ziehe ich Nadine am Arm zu mir hin, flüstere ihr ins Ohr: 

„Dann ficke ich dich, heute Abend.“


Zuerst tut sie so, als wär sie entsetzt und wollte nicht, dass María uns hört, dann lächelt sie breit und stimmt ein laszives „Ohhhh“ an.


Ja, lach du nur, Garfield. Heute Abend wirst du gefickt. In den Arsch gefickt. Obwohl, ich glaube das ist für heute Abend zu kompliziert. Heute Abend lass ich den Arsch mal raus. Heute ist ihre Muschi dran. Ich kann es schon jetzt kaum erwarten. Bei den Temperaturen hier läuft meine Libido auf Hochtouren. Ich bin den ganzen Tag spitz wie Nachbars Lumpi. Wenn ich nicht am Streiten bin, bin ich geil. Ist wirklich ein Unterschied wie Tag und Nacht zwischen Spanien und Deutschland. Ich habe schon wieder fast einen Ständer.




Abends schläft María tatsächlich vor uns ein. Keine Ahnung warum. Boah! Voll das Glück! Aber immerhin ist es ja auch schon mindestens zwölf Uhr. Trotzdem. Sonst hält sie immer länger durch. Vielleicht war sie heute müde.


Trotzdem schlafe ich kurz ein, wache dann aber wieder auf. Nadine ist auch wach. Ich lächle sie  lüstern an, dann zeige ich auf María.


„Die schläft. Der Vampir schläft“, sage ich ihr leise ins Ohr und packe ihr gleichzeitig vorne an die Unterhose.


Aber sie zögert, wehrt mich ab, deutet mir mit den Armen an, ich solle noch ein bisschen warten.

Warten? Worauf? Auf Godot?!


„Komm schon!“


Ich packe ihr an den Arsch, spüre ihre Haut unter der Unterhose, ihr Fleisch. Ihr heißes Fleisch (das ist ja wie beim Metzger hier).


Sie wartet noch ein bisschen und zieht mich dann ins Bad.  Während ich mir schon die Unterhose ausgezogen habe, verschließt sie leise die Tür hinter uns.


Mit halbsteifem Schwanz in der Hand stehe ich vor ihr. Für Außenstehende muss das ziemlich lustig aussehen, wie ich so dastehe, mit meinem rasierten und immer noch weißen Oberkörper und meinem Ding in der Hand.


„Ich hoffe, die schläft“, sage ich zu Nadine.


Auf einmal – während auch Nadine sich ihres Slips entledigt (ich liebe das, wenn ich ihre Muschi sehe) - schießen mir allerlei komische Gedanken durch den Kopf. Wie aus heiterem Himmel. Scheiße. Die Tür zu unserem Zimmer ist nicht abschließbar. Und wenn jetzt  - während wir uns hier im Bad vergnügen – jemand das Zimmer betritt (wer hindert ihn – oder sogar sie – schon daran).  Wenn sich jemand – während wir hier munter aufeinander rumreiten wie die Bekloppten – in das Zimmer schleicht. María ist alleine drüben. Wie Maddie damals in Portugal (nur, dass der ihre Eltern nicht wie wild im Zimmer nebenan am Bumsen waren, während ihre Tochter friedlich schlief).

Nadine hat sich auf mich gesetzt. Ich bin schon in ihr drinnen, spüre ihren warmen Körper auf meinem und wir fangen sogar schon an, uns im Rhythmus zu bewegen. Wir haben hier echt Chemie, in Spanien.


Und wenn sich da jetzt jemand – wer auch immer – in das Zimmer schleicht und nur meine Tochter da liegen sieht. Nur halb bedeckt von der Bettdecke. Alleine im dunklen Zimmer.


„Bist du sicher, dass diese komische Venezolanerin weg ist?“


„Ohhhhh!!!!“ Sie hält einen Moment inne, so als würde sie lauschen, was im Nachbarzimmer passiert.


„Dass die weg ist.“


„Warum fragst du das jetzt?“


„Nur so. Keine Ahnung. Ist egal. Vergess es.“


„Ohhhhh, immer das Gleiche!!!!!“


„Nein, ich sag ja nur. Die Tür kann man nicht abschließen.“


„Ist alles okay.“ Sie zögert noch einen Moment, dann ist sie wieder im Rhythmus.


Und auch meine Gedanken kreisen nur noch bedingt um das, was im Nebenzimmer passiert. 

„Kreisen“ ist ein gutes Stichwort, denn Nadine ist die Bombe, wenn sie auf mir sitzt. Sie bumst mich, als gäbe es kein Morgen. Unsere Becken knallen aufeinander wie bekloppt. Ich lege meine Arme um sie, packe sie hinten an den Arsch, stecke ihr meinen Zeigefinger in den Hintern. Aber nicht zu hart heute. Heute will ich es genießen, nicht zu schnell kommen. Deswegen habe ich auch als Letzter geduscht und mir unter der Dusche – trotz des kalten Wassers – einen runtergeholt. Während sich Nadine und María im Nebenzimmer nichtsahnend die Haare trockneten oder sonst was machten. Genau wie früher in Ungarn. Wo sich meine Eltern im Nebenzimmer nichtsahnend die Haare machten. Meine Mutter und meine Schwester. Da habe ich auch immer als Letzter geduscht, noch heiß vom Strand.


Ich packe sie hart an den Arschbacken. Nur Scheiße, dass ich sie nicht küssen kann. Irgendwie kriegt sie immer Herpes im Ausland, von dem plötzlichen Klimaumschwung oder was weiß ich wovon. Von dem Essen. Kann eigentlich nicht sein. Das ist nicht nur Schade wegen dem Küssen, sondern auch – und besonders – weil sie mir so keinen blasen kann. Das wäre jetzt die Krönung, das wäre so geil. Sie sitzt auf mir und ich stupse sie leicht an, damit sie sich nach unten begibt. Eine Etage tiefer. Das wäre so geil. Sie versteht sofort und fängt an, an meinem Schwanz zu lutschen, während ich mit meinem Finger ihre Muschi streichle. Zuerst ihre Haare und dann ihre Ritze. Das mag sie nicht so, da muss ich behutsam vorgehen. Aber das ist so geil, das Gefühl, wenn ich ihre Scheide berühre, während sie an meinem Penis lutscht.


Schade, schade, aber mit Herpes mach ich sowas nicht. Im Leben nicht. Es gibt auch Genital-Herpes. Allein die Vorstellung. Selbst, als sie mich küssen will, drücke ich sie vorsichtig, aber entschieden weg (ich will sie ja nicht vor den Kopf stoßen.


Aber so lange, wie wir heute und in den letzten Tagen auf den Sex warten mussten, macht es auch so Spaß. Das ist sowieso geiler, hier in Spanien, bei offenem Badezimmerfenster, durch das die selbst jetzt noch angenehm warme Luft von draußen ins Bad kommt und manchmal sogar ein lauer, sanft kühlender Windhauch. Das ist so geil, hier.


Ich packe ihr mit beiden Händen unter ihre Arschbacken und ziehe diese auseinander so, dass ihre Muschi in der Mitte noch offener daliegt. Ob sie das erregt. Ich weiß es nicht, aber das ist mir heute egal. Immer wieder ziehe ich meinen Schwanz ganz aus ihrer Scheide heraus, nur um  ihn dann wieder hineinzustoßen, so dass ich bei jedem Stoß wieder diesen Widerstand spüre, dieser erste Widerstand, wenn man zum ersten Mal in jemanden eindringt. Das ist so geil, wie sie von oben auf mich drauf klatscht. Immer und immer wieder, immer und immer härter. Hundert Prozent erregt sie das, das kann sie gar nicht kalt lassen.


Aber das reicht mir heute nicht. Sex im Bad, obwohl es bei diesen Temperaturen schon Spaß macht. Heute will ich mehr. María soll schließlich nicht umsonst schon so früh eingeschlafen sein. Das muss man doch ausnutzen, vor allem, da normalerweise Nadine diejenige ist, die lange vor uns am Ratzen ist, lange bevor María überhaupt anfängt, müde zu werden.


„Komm Nadi! ¡Quiero hacerlo en otro lado también! Ich will es auch noch woanders machen.“ Ich habe Pläne, große Pläne. „¡Levántate! Steh auf.“ Heute will ich in der ganzen Wohnung ficken. Ist ja keiner da. Hoffentlich nicht.


Was sie dann auch tut. Das ist schon lustig, wie wir hier beide nackt und geschwitzt im Bad stehen. Und glücklich. Irgendwie glücklich. Ich werfe mir kurz einen Blick im Spiegel zu. Mein Haar ist verschwitzt, sieht aber immer noch sauber aus. Und steht auch noch, genau wie mein Schwanz. Mein Gesicht sieht nicht ganz so alt aus (das ist doch schon mal was). Mein Bauch ist immer noch weiß und leicht speckig. Ich wackle an ihm herum. Ja, speckiger als in Deutschland. Besonders der untere Teil. Das hat man nun von täglichen Sit-ups. Nix. Das muss ich unbedingt trainieren in Deutschland, denn oben beim angedeuteten Six-Pack ist er okay, der Bauch. Aber unten nicht. Da ist er zwar straff, wabbelt aber schon ein bisschen. Schwabbel-Wabbel.


Das sieht schon lustig aus, mit meinem weißen Bauch und dem Penis darunter. Ich bin komplett nackt. Splitterfasernackt. Als ich einen Augenblick später die Tür öffnen will, hält mich Nadine zurück.


„Warte! ¡Espera!“


Mir ist das in diesen Momenten immer egal, aber ihr nicht. Ich werd mich bestimmt nicht jetzt noch anziehen, das kann sie vergessen. Ich blicke noch mal an meinem weißen Oberkörper herunter. Er steht immer noch. Lustig. Ich nehme meine Eier in die Hand und wiege sie zwischen meinen Fingern. Dann streife ich mir wie beim Masturbieren über den Penis. Heute steht der wie ne eins. Geil.

Nadine öffnet langsam und vorsichtig die Tür. Das macht sie immer so, voll übertrieben. Voll der Quatsch. Als ob María jetzt aufwachen würde. Obwohl, die Gefahr besteht durchaus. Stell dir mal vor, die schreckt plötzlich aus ihrem Schlaf hoch – aus was für einem Grund auch immer - und sieht ihre Eltern, wie sie sich nackt aus dem Bad schleichen. Ihr Vater mit seinem erigierten Penis und ihre Mutter mit ihrem kleinen, dichten Busch. Da kriegt sie ja ein Trauma fürs Leben, wenn sie das mit ansehen muss.


Nadine deutet mir an, dass ich a) leise sein soll und b) noch warten soll. Worauf denn? Mir gefällt da eher die Hauruck-Methode. Einfach rausgehen und so schnell wie möglich das Zimmer verlassen. Trotzdem halte ich mir – als Nadine mir endlich ein Zeichen gibt, dass ich kommen soll – verschämt die Hand vor meine Kronjuwelen (er ist immer noch steif!) und schleiche mich schnell in den Flur. Nicht ohne vorher noch einen flüchtigen Blick auf meine Tochter geworfen zu haben, die regungslos in dem Bett neben unserem schläft. Siehst du, da ist niemand im Zimmer, was für ein Quatsch. Und beinahe zeitgleich kommen wieder neue Zweifel: Hast du auch überall nachgeguckt. Im Schrank, zum Beispiel? Wie denn mit meinem Schwanz in der Hand? Du musst Vertrauen haben. So, wie in Barcelona, wo du Vertrauen hattest und diese doofe Alte einfach deine kompletten Medikamente in den Müll entsorgt hat. Im Flur ist es dunkel. Ich wird mich hüten jetzt das Licht anzumachen. Stell dir mal vor, die Venezolanerin kommt genau in diesem Augenblick nach Hause und ich komme ihr – Schwanz in der Hand – im dunklen Flur entgegen. Was würden Sie denken? Oh, geil, den schnapp ich mir! Ich glaube nicht! Ich gucke kurz auf ihre verschlossene Tür. Alles ist ruhig. Alles scheint ruhig zu sein. Und wenn sie doch da ist. Und uns durchs Schlüsselloch beobachtet. Da gibt es überhaupt kein Schlüsselloch. Das Bad – denen ihrs, nicht, das, was wir gerade entweiht haben! - hat sie offen gelassen. Das sieht im Dunkeln voll unheimlich aus. So als könnte da jemand hinter dem Duschvorhang stehen. Wie bei Psycho. Ich war schon mehrmals gewillt da hineinzugehen und nachzugucken, aber habe es dann doch aus irgendeinem unerfindlichen Grund gelassen. Das ist denen ihr Bad. Nicht unseres. Ich respektiere das. Nachdem ich im Flur um die Ecke gebogen bin, komme ich in das Wohn-/Esszimmer. Alles scheint in Ordnung zu sein. Kurz blicke ich zu der Eingangstür, die durch einen kurzen dunklen Flur vom Wohnzimmer getrennt ist. Rechts befindet sich die Küche, die auch dunkel ist. Irgendwie gefällt mir das mit den Eingangstüren in diesen AirBnB-Wohnungen nicht. Die sind irgendwie allesamt unheimlich. Besonders da wir ganz allein sind. Die Tür hat weder einen Riegel noch eine Kette. Das ist kein großer Schutz, wenn hier angeblich eine ziemlich schlechte Gegend direkt in der Nähe sein soll. Diese Tür stellt für einen Einbrecher wahrscheinlich kein großes Hindernis dar. Aber wir können sie auch nicht von innen abschließen. Das wäre besser, aber stell dir mal vor die Venezolanerin kommt aus irgendeinem obskuren Grund nach Hause und kann die Wohnung nicht betreten, weil der Schlüssel von innen steckt.

Aber daran will ich jetzt gar nicht erst denken. Im Wohnzimmer ist alles still. Die komische kleine Essgruppe mit dem kleinen Tisch und den vier Stühlen mit diesen hohen, schwarzen Lehnen steht unverändert da. Unverändert unheimlich, so leer und unbewohnt wie alles aussieht. Aber vom Balkon kommt ein bisschen Licht rein.


Endlich ist auch Nadine da. Wahrscheinlich hat sie noch nach María gesehen.


„Komm hierher.“


Lass es uns auf dem Balkon tun. Ich schiebe die große Balkontür zur Seite und trete vorsichtig nach draußen. Immerhin wohnen hier voll viele Kinder und ich bin ich splitterfasernackt, habe einen Ständer. Ich gehe vorsichtig bis zur Eisenbrüstung und gucke mich um. Die Nacht ist lau. Es ist alles dunkel. Die Platanen bewegen sich leicht im Wind. Zuerst ist nichts zu sehen. Im Innenhof ist alles ruhig. Auf der sauber gepflegten Wiese, deren Ränder dieser alte Typ am Nachmittag sogar mit der Axt bearbeitet hatte (wie in England), sind keine Kinder zu sehen. Dann schweift mein Blick von der Wiese nach oben, zu den Fenstern der Wohnung in den Blöcken rund um die Wiese. Um halb 1 sind hier keine Lichter mehr zu sehen. Selbst in Spanien. Alles ist dunkel und friedlich.


Aber dann bemerke ich etwas. Mein Blick fällt auf den der links an unseren grenzt. Da ist irgendwas. Da stimmt irgendwas nicht. Ich gucke zu den Fenstern hoch die eine Etage über unseren sind und sehe auf einmal jemanden, der sich im Dunkeln  aus einem dieser kleinen Fenster lehnt und rausguckt. Selbst um diese Uhrzeit noch. Dieses Arschloch. Nicht, dass der uns gehört hat und nachgucken will, was da wohl los ist. Immerhin ham wir das Licht nicht angemacht könnten genauso gut Einbrecher sein. Nicht, dass die hier alle so paranoid sind, wie die Venezolanerin. Und schon einen Neighbourhood-Watch gegründet haben. Oder der hat mich nackt gesehen und will ein bisschen spannen. Oder ich bin paranoid und da ist gar keiner. Aber so ist es zu riskant, auf dem Balkon zu bumsen. Obwohl das richtig geil gewesen wär. In der lauen Luft der spanischen Nacht in Nadine einzudringen, immer und immer wieder ihr Loch zu spüren, ihr Fleisch, ihren warmen Körper auf meinem. Aber die dicke Eisenbrüstung über ist nicht besonders hoch und der Balkon ist von allen Seiten gut einsehbar. Nicht nur für den Typen – wenn es ihn wirklich gibt – sondern auch für andere Bewohner der Anlage wäre es ein Leichtes uns zu sehen oder allein durch die Geräusche neugierig oder misstrauisch zu werden (nicht, dass Nadine beim Sex röhrt wie ein Stier, aber gewisse Nebengeräusche lassen sich nie ganz vermeiden). Und Zuschauer brauch ich jetzt wirklich nicht.

Obwohl das so geil gewesen wäre, besonders jetzt, wo María schläft und wir alle Zeit der Welt haben.

Also gehe ich wieder rein, wieder zurück ins Wohnzimmer, wo mir Nadine auch schon entgegenkommt. Ich halte sie am Arm zurück, sie will auch auf den  Balkon. Zwei Geile, ein Gedanke.


„Näh, da ist irgendjemand.“


Sie guckt mich ängstlich an.


„Irgend so ein Spasti. Der hängt da aus dem Fenster. Besser nicht.“


Sie geht zur Glastür und guckt selbst raus, scheint aber nichts zu sehen.


Bild ich mir das etwa nur ein. Hab ich mir den Typen etwa nur eingebildet?


Ich gehe zur Balkontür und ziehe sie am Arm aufs Sofa. Das, wie alle Sofas in Spanien, mit so einer komischen Pferdedecke abgedeckt ist. Das sieht so hässlich aus, merken die das nicht?


Heute erfüllt die Decke aber ihren Sinn. Stell dir mal vor, jeder Airbnb-Gast würde hier auf dem Sofa seine Körperflüssigkeiten und Flecken hinterlassen. Seinen Alk, sein Koks, seine Scheidenflüssigkeit und sein Sperma, seine Kacke und seinen Schweiß. Und das einen ganzen Sommer lang. Stellen sie sich mal vor, wie das Sofa dann aussehen würde. Richtig wohnlich. So als ob hier wirklich Menschen leben würden - und nicht nur blutleere venezolanische vampiresas, die noch nicht mal als Drogenkuriere zu gebrauchen sind. Im Wohnzimmer und Flur vor der Eingangstür ist alles dunkel. Das einzige Licht ist dieses fahle, orangefarbene Licht von draußen. Keine Ahnung, wo das herkommt. Hier ist selbst das Licht warm.


Ich deute Nadine an, dass sie sich auf das Sofa legen soll. Zuerst zögert sie einen Augenblick, immerhin sind wir mitten in einem fremden Wohnzimmer, in einer fremden Wohnung, in einer fremden Stadt, in einem fremden Land, auf einem fremden Planeten.


Aber dann siegt ihre Geilheit und sie legt sich auf die Pferdedecke und öffnet ihre Beine leicht. Sofort lege ich mich auf sie und dringe in sie ein. Ich brauche heute keine Extra-Einladungen. Direkt lege ich los und bumse sie in der Missionarsstellung, die eigentlich sonst nicht zu meinen Lieblingsstellungen gehört. Aber ihr jetzt zu sagen, sie solle sich umdrehen, damit ich sie von hinten nehmen kann, das ist dann doch ein bisschen kompliziert. Das ist so geil. Ich stoße immer weiter in sie rein und ich weiß schon jetzt, dass ich heute nicht mehr kommen werde. Eine kleine Übertreibung, aber heute koste ich jede Sekunde mit meiner Frau, jeden Zentimeter ihres Körpers aus, lutsche sogar an ihren Titten. Am Ende stecke ich ihr sogar noch meinen Finger zusammen mit dem Penis in ihre Scheide. So müsste das doch dick genug sein. Ausfüllend genug. Darauf stehen Frauen doch. Auf dicke Dinger. Ich mich voll gehen, genieße ihre Muschi in vollen Zügen. Stöhne sogar. Hier kann man den Sex aber auch richtig genießen. Schließlich soll sie ja auch merken, dass es mir Spaß macht. Das turnt sie bestimmt noch mehr an. Jetzt ist mir auch egal ob und wann ich komme, nicht wie in Deutschland vor dem Urlaub. Ich fühle mich wie ein kleiner Junge (nicht dass ich als kleiner Junge schon mit einer Frau gepoppt hätte). Ich gebe mich einfach der Ekstase her. Dem Fleisch. Ihrem Körper, der hier in Spanien so unglaublich attraktiv ist (diese ganzen Bikinis und dieses ganze Fleisch am Strand tun bestimmt auch ihr Übriges). Endlich kann ich den Sex mit ihr wieder genießen, ohne daran denken zu müssen, dass ich nun bloß nicht wieder zu früh komme. Ohne mich ständig zurückhalten zu müssen, nur um dann um so schneller zu kommen. Ich bin nicht nur on top of her, sondern on top of the world. Ihre nackte Haut, alles ist so erotisch, so erregend.


Und das Beste ist: Ich habe immer noch nicht genug, gehe von ihr runter und ziehe sie am Arm in die Küche. Ich will mehr. Ich will noch mehr von ihrem Körper, heute will ich sie bumsen, bis ich tot umkippe, bis ich sterbe. Ich will ihr die Seele aus dem Leib ficken. Ich will sie immer weiter spüren, die ganze Nacht lang. Ich will in ihr bleiben, bis sie vor Erschöpfung und Glück einschläft.


„Komm!“


Wir laufen in die Küche. Dort angekommen weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich gucke mich um. Mittlerweile haben sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt. Vielleicht auf diesen Küchenschemeln. Näh. Das ist dann doch ein bisschen zu athletisch. Wenn wir da mitten im Akt herunterfallen und uns was brechen. ¡Ojo! Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Die meisten Unfälle im Haushalt passieren beim Sex. Scheren im Arsch, Gabeln im Penis, in der Scheide (für immer) verschollene Gegenstände oder steckengebliebene Vibratoren.


Näh, der Küchenhocker ist definitiv zu wackelig. Und der Tisch auch. Nadines Arsch hält der vielleicht noch aus, aber meinen Ganz sicher nicht. Also gucke ich mich weiter in der Küche. Nadine steht nackt neben mir und wartet auf meine Entscheidung. Heute bin ich der Boss. Der Mann. Der Stecher. Vielleicht auf dem Herd. Am besten, wenn die Herdplatte noch an ist. Aber dafür muss man draußen das Gas anmachen. Nicht, dass ich dabei das ganze Haus in die Luft jage. Stellen Sie sich die Schlagzeile vor:


Nackter Deutscher jagt  beim Sex mit südamerikanischer Frau Haus in Málaga in die Luft


Also entscheide ich mich am Ende für die sichere Alternative: die Waschküche. Die Waschnische, die außerhalb des Hauses liegt. Der Waschbalkon. Das klingt romantischer. Wo auch das Gas steht.  Das Gaaaaaaaaaassssssssss. Wir setzen uns auf die braunen Fliesen. Und das Geilste ist. Die sind noch mal kalt. In Deutschland würde man jetzt eine Blasenentzündung riskieren. Es ist hier ziemlich eng. Über uns hängen immer noch die Handtücher, die die Hausherrin extra für uns noch kurz vor unserer Ankunft gewaschen hat. Unbenutzt. Nadine setzt sich auf mich und ich bin wieder in ihr drinnen. Ahhhhh!!!! Das tut so gut. Ich rücke sie auf mir zurecht und wir fangen wieder an. Ich stöhne und werde richtig laut. Ich spüre sie in mir. Auf einmal halte ich inne und umarme sie fest. Ich höre auf, mich zu bewegen und lege meine Arme um sie, küsse sie auf den Kopf. Meine Arme umschlingen ihren Körper ganz fest. Ich genieße einfach nur den Moment. Halte Nadine fest, damit sie stillhält. Das ist manchmal ein bisschen schwierig, Ruhe in sie zu kriegen. Wenn sie erst mal so richtig loslegt. So richtig am Rühren, Stoßen und Löffeln ist. Aber am Ende hört sie auch auf sich zu bewegen. Das ist manchmal auch schön. Man muss nicht immer wie bekloppt sportficken. Sie hat beim Sex immer diesen angestrengten Gesichtsausdruck. So als wäre das harte Arbeit. Beruhig dich! ¡Cálmate! ¡Tranquilízate! Ich gucke ihr in die Augen, küsse sie auf die Stirn, küsse ihr Haar. Auf den Mund geht ja leider nicht. Schade. Küsse ihren Hals. Wie ein Vampir. Das gefällt ihr, darauf  steht sie total. Sie fängt auch direkt an zu stöhnen. Wenn sie mir doch nur einen blasen könnte. Und plötzlich ist mir alles egal. Ich höre auf, mich zu beherrschen und stoße meinen Penis wie wild in sie rein. Immer weiter. Immer schneller. Ich weiß schon jetzt, dass ich kommen werde. So habe ich gar keine andere Chance. Und am Ende komme ich dann auch in ihr. Mit einem lauten Ahhhh zwischen Stöhnen und Seufzer. Eigentlich wollte ich wie immer noch länger machen. Man will immer mehr. Aber hier in Spanien ist selbst das Gefühl der Leere danach (kommen ist wie sterben) nicht so stark. Aber schön wäre es schon gewesen, noch ein bisschen länger mit Nadine zu schlafen. Vielleicht sogar auf dem Herd. Aber sie ist schon aufgestanden und auf dem Weg durch die dunkle Wohnung ins Bad. Ich brauche danach immer ein bisschen länger, stehe da und gucke an meinem Körper herunter auf meinen Schwanz, der immer noch halb steif ist. Stehe einfach so da, wie benommen. Wie berauscht. Mein Schwanz tropft schon fast, so lange stehe ich da. Aber dann begebe ich mich auch ins Bad, bahne mir meinen Weg durch die dunkle Wohnung und an der immer noch schlafenden María vorbei ins Bad, wo Nadine mit der Pflege danach schon fast fertig ist. Die bei ihr nur einen Klogang und das Abtrocknen ihrer Muschi mit Klopapier umfasst.