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Samstag, 8. Februar 2025

Traumdeutung Episode 3 nach C

KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz



Im Traum sitzt sie auf einem Sofa. In einer kleinen Wohnung


(Aber ist es wirklich oder eine andere,du weißt es nicht. Es könnte auch Nadine oder irgend jemand anderes, denn du hast sie nicht so rundlich in Erinnerung, im Traum meine ich,in echt schön.)

Freitag, 9. August 2019

Das andere Deutschland










Das andere Deutschland


"Die Gegenwiklichkeit darzustellen..." Sagen die im Literarischen Quartett, das er auf dem Laptop im Bett liegend guckt. Ok, kann ich:  

Im Wohnzimmer, das keins ist, weil die Wohnung eine Art Loft für Arme ist, steht der Korb mit der dreckigen Wäsche. Mitten im Raum. Vor dem Fenster. Aber das macht nichts. Denn die Jalousien sind unten. Immer.Außer zum Lüften. Dabei muss er sich eigentlich gar nicht schämen, besonders nicht für seine polnischen Nachbarn, die in dieser schönen, sauber eingerichteten Wohnung im Vorderhaus wohnen und für die...letzte Woche die Kripo da war. Kein Witz! Schreibe ich, als würde ich Witze machen?! Die haben morgens geklingelt, er saß auf dem Klo, das heißt, eigentlich (ich liebe dieses Wort, ein ganzes Leben im Eigentlich) hat er sich erst auf Klo gesetzt, nachdem es geklingelt hatte. Um nicht aufmachen zu müssen. Um so zu tun als ob. So tun zu können als ob. Aber die haben nicht locker gelassen. Da wusste er noch gar nicht, dass das die Polizei war. Lief halbnackt durch die Wohnung. So kann ich doch nicht aufmachen, ist bestimmt nur der Postbote. Der Briefträger, oder wie die heute heißen. Aber die ließen nicht locker. Also zog er sich das England-Trikot über und die schwarze Penny-Trainingshose an, die damals sage und schreibe 2 Euro noch was gekostet hatte, und drückte den Türknopf...

Das ist schon komisch: Beim Literarischen Quartett muss er immer an das andere Deutschland denken. Und heute läuft es schon wieder. Nein, nicht das andere Deutschland. Das läuft jeden Tag. Das läuft immer weiter. Dat lööft und lööft und lööft, un hürt jar nitt mi upp. Nein, das Literarische Quartett läuft wieder. Und er findet das eigentlich ganz toll. Eigentlich ist das voll okay. Sogar inspirierend. Dort hat er Knausgard entdeckt. Und 3600 Seiten später wusste er, dass die sogar Recht hatten. Aber irgendwie fehlt, gefällt ihm trotzdem irgendwas nicht am Literarischen Quartett. Nämlich das Menschen wie er sich dort nicht repräsentiert finden. "Menschen wie er". Wie das klingt. So als wär er...

To be continued...














Mittwoch, 31. Januar 2018

Paranoia

(Bild: KI-generiert)
Er wusste nicht, wer oder was es war, aber es war komisch. Das wusste er. Kaum war er in die Hauptstraße eingebogen, da sah er es. Die Scheinwerfer, die ihn anzustarren schienen, die direkt auf ihn gerichtet zu sein schienen, obwohl das Auto auf der anderen Straßenseite stand und nicht auf seiner. Was hätte er gemacht, wenn es auf seiner Seite gestanden hätte? Er wusste es nicht, aber dass es komisch war, das wusste er. Und kaum war er näher gekommen, da fuhr das Auto auch schon los. Setzte sich in Bewegung, in seine Richtung. Trotzdem sah er keinen Fahrer. Oder eine Fahrerin? Warum habe ich nicht darauf geachtet, sagte er sich hinterher. Aber in dem Moment…da achtete er nur auf die Farbe und Marke des Autos. Ein silberfarbener VW Golf. So ein alter. Wie ihn seine Frau, äh, seine Ex-Frau gehabt hatte. Aber in rot. Nicht silbern. Kein gutes Auto.

Sonntag, 21. Januar 2018

Samstagnachts halb zwei in Deutschland II




(Bild: KI-generiert)

Mein Freund war wieder sehr sozial. Der hat den ersten Preis für das Kostüm gewonnen. Das hat er dann einem Mädchen geschenkt, weil die so traurig war. Der ist so süß!“

„Fährt der erst um neun?“

„Ja.“

Montag, 23. Oktober 2017

Gott einen guten Mann sein lassen...








Er steht in der Sonne am Meckenheimer Busbahnhof und wartet auf den Bus nach Bad Godesberg, als ihm plötzlich dieser Gedanke kommt: Vielleicht hast du ja jetzt, heute die Gelassenheit, die dir damals abgegangen ist. Als du noch jung warst und Angst hattest, für immer eine Jungfrau zu bleiben. Der Himmel außerhalb des düsteren Haltestellenhäuschens aus Backstein mit seinem Holzdach und seinen dunklen Balken im Inneren ist so blau, dass er schon fast unheimlich anmutet, zumindest für Deutschland, wo er ganz sicher nicht dem klassischen Herbstwetter entspricht. Es ist wirklich keine einzige Wolke zu sehen. Noch nicht mal am Horizont. Nirgends. Fast schon symbolisch, denkt er: So als hätte Gott…

Montag, 11. September 2017

Hintergrundbilder




Montag-Vormittag, vor dem Computer, fange ich auf einmal wieder an, auf Google Earth Spanien-Bilder für meinen Bildschirm-Hintergrund zu suchen. Keine Ahnung warum, eigentlich habe ich ja schon eine veritable Sammlung in der Dia-Show, die ich mir so eingerichtet habe, dass das Bild alle fünf Minuten wechselt. Im Zufallsmodus.

Obwohl die Bilder eigentlich alle ziemlich ähnlich sind: Das sind alles große, weite Aufnahmen, entweder von spanischen Stränden, vom Meer selbst oder von Straßen in spanischen Städte. Die nicht immer weit sind, aber doch die Weite irgendwie in sich tragen. Unbewusst. Meistens handelt es sich bei den Städten um Cádiz und Barcelona, die wie zwei Pole meiner Seele sind: die eine Stadt überschaubar, winklig, aber mit Europas bestem Wetter und schönsten Sandstränden gesegnet, die andere groß, wuselig und international. Aber auch Madrid, Valencia und sogar Pamplona kommen in meiner Sammlung vor.
 


Mittwoch, 5. Juli 2017

Dé­jà-vu



(Bild: KI-generiert)


Vielleicht wär genau jetzt – jetzt, wo Nadine bei den Irländern auf Abschlussfahrt ist –, vielleicht wär genau jetzt der richtige Moment für Nadine, mich zu besuchen. Einfach hier vorbeizukommen. Mit mir zu reden. Mit mir zu schlafen. Eine Nacht bei mir zu verbringen, von der María nichts mitkriegen würde. Die sie nicht wieder in das Gefühlschaos unserer Trennung/Scheidung stürzen würde, denkt er, als er im Bett wie immer vor dem Laptop liegt und schreibt und denkt und rummacht…

Samstag, 17. Juni 2017

Wie es ist













Auf dem Weg zur Arbeit liest er Kämpfen von Karl Ove Knausgard und denkt: Manchmal muss man das Leben einfach so beschreiben, wie es ist. So wie das auch Knausgard in seinen Romanen macht. In Min Kamp. Und obwohl das auf Deutsch „Mein Kampf“ heißt und der sechste und letzte Roman des Romanzyklus den Titel Kämpfen trägt, geht es Knausgard nicht so sehr um den großen politischen oder historischen Kampf, sondern mehr um den kleinen, alltäglichen „Überlebenskampf“.

Freitag, 17. Februar 2017

Traumdeutung: Zwischen Traum und Realität













Ich, das heißt, das, was von mir noch übrig ist, befinde mich auf einer Feier. Keine Ahnung, was das für eine Feier ist, aber auf jeden Fall sind da ganz viele große, lange Tische in einem Saal. Eine Familienfeier. Für die ganze Familie. Und tatsächlich: Nadine ist auch da. In der Küche. Wo sie das Essen vorbereitet. Das Essen für die wilde Meute da draußen. Und du gehst immer wieder hin und her. Zwischen deinem Tisch, wo du an der Ecke sitzt (keine Ahnung neben oder mit wem) und der Küche, wo Nadine ist und wo du dir immer wieder Alkohol nachholst. Wie früher, als du noch getrunken hast. Als du noch gesoffen hast wie ein Loch. Als gäbe es kein Morgen mehr. 
  

Freitag, 21. Oktober 2016

Spring! Life on Mars







Am Freitagabend guckt er die DVD, die er sich ausgeliehen hat. Life on Mars. Er liebt das Ende der Serie. Wo Sam Tyler, der Polizist aus Manchester, der nach einem Autounfall im Jahr 1973 aufgewacht ist und jetzt wieder den Weg in die Gegenwart gefunden hat. Aber sich dort nicht mehr zurechtfindet. Und dann, weil er – wie er sagt – nichts mehr fühlt, vom Dach des Polizeihauptquartiers springt. Zurück ins Jahr 1973.

Montag, 17. Oktober 2016

Alltag, Gyros Pita und Grundstimmung









Am Montag stehe ich um 13:05 auf. Ich habe schließlich frei. Obwohl ich viel lieber arbeiten würde… Im Fernsehen läuft schon das Mittagsmagazin. Kaiser’s Tengelmann geht unter, die Deutsche Bank auch, in Dresden läuft wieder Pegida, aber ansonsten besteht die Spaßgesellschaft noch (vielleicht auch weil Pegida an ihrem „zweiten Geburtstag“ weniger Mitglieder versammelt hat. Heute habe ich eine ******************* (zensiert, die Feindin hört mit!). Geil. Ich freue mich jetzt schon. Aber erst um 19:30. Also muss ich vor 16:00 nicht daran denken, mich zu duschen und zu rasieren. Und zu bügeln (scheiße, ich muss noch bügeln).

Auf dem Klo sitzend – ich konnte es gerade so noch einhalten, habe es gerade so noch geschafft, schnell den Laptop ins Badezimmer zu schaffen, während es schon ganz schön heftig drückte – denke ich darüber nach, was an einer „negative Grundstimmung“ (haben die im Fernsehen gesagt) eigentlich so schlimm sein soll. Warum wehren sich die Deutschen so gegen negative Gefühle? Fast schon beharrlich. Warum muss immer alles positiv sein? Ohne negative Gefühle kann es schließlich keine Veränderung geben. Denn wenn alle glücklich und zufrieden und comfortable sind, wird sich nie was ändern. Wo hat er das noch mal gelesen? Gestern, irgendwo. Keine Ahnung. Ein Hoch auf die moderne Mediengesellschaft. Manchmal kommt er sich in Deutschland schon ein bisschen so vor wie in Brave New World oder Schöne neue Welt, dem Buch von Aldous Huxley. Alles ist wunderbar. Alle sind zufrieden. Unser tägliches Soma gib uns heute. Wie Herr Baden das damals zu ihm gesagt hat, das mit der „negativen Grundstimmung“, da hat er sich instinktiv gesagt: Dir geht’s doch auch nicht besser, du tust nur so. Du bist doch auch nicht glücklich. Nur, weil du einmal die Woche zu deiner Prostituierten gehst. Und ein bisschen mehr Geld auf dem Konto hast als ich. Deswegen soll es dir besser gehen?! Deswegen sollst du glücklicher sein?! Unglück ist der beste Motor zur Veränderung…

Außerdem: Was ist schon Glück? Wann waren Sie, lieber Leser, liebe Leserin, das letzte Mal „richtig glücklich“?                                       genau

Aber wie immer hat er nichts gesagt. Wie immer. Es ging ja auch nicht um Herrn Badens Leben, sondern um seins. Das verkorkst, versaut, getrennt und atomisiert war.


ist?

Er denkt darüber nach, dass, wenn das Fernsehen wirklich eine „positivere“ „Grundstimmung“ haben wollte, warum zeigt es uns dann all den Scheiß, der in der Welt und in diesem Land passiert. Außer dem FC (Köln diesmal), dem „Effzeh“ gibt es nämlich kaum positive Nachricht im Mittagsmagazin. Nur Flüchtlinge, Krieg und Krise. Wenn sich eine positivere Grundstimmung einstellen soll, warum ist das Fernsehen dann nicht positiver? Kehrt mehr unter den Teppich. Tut es ja schon. Aber eben nicht genug.

Außerdem: Es gibt ja auch dunkle Materie. Es muss ja schließlich auch dunkle Materie geben.

Er steht vom Klo auf, denkt kurz über Frikadellen bei Edeka nach, dann über Nudeln, dann über Mandeln, dann über Suppe, dann über Ciabatta-Brötchen (ebenfalls bei Edeka) und isst dann doch nichts. Du hattest gestern Nacht einen erst ein Gyros. Im City Pick. Das war sooooo lecker. So lecker. Das brauchte er gestern Nacht einfach. Auch wenn es vier Euro gekostet hat. Aber der Marokkaner hat ihn ja auch so früh schon in die Stadt gefahren. Und eine halbe Stunde Hauptbahnhof ohne Pita ist schwer möglich. Ein Leben ohne Pita wäre möglich, aber nicht erstrebenswert. Also, heute gibt es kein Fleisch und kein Fett! Ja, mein Über-Ich! Jawohl, mein Über-Ich!

(Der war auch gut, der Marokkaner. Wie der gesagt hat: „Dein Chef hat schon ein Talent dafür, Psychos einzustellen… Und überhaupt: WARUM FÄHRST DU MICH DANN IN DIE STADT, DU PSCHO????)

Er kommt vom Klo (war heute wieder irgendwie dünn – das ist die Trennung und die damit verbundene Ernährungsumstellung, oder das Gyros) und fängt an, aufzuräumen. Die Express vom Wochenende wegzuschmeißen – neben verschiedene anderen Papierchen. Gespült ist (geil!), also stellt er die Schuhe raus. In den Flur. Legt die zweite Decke – die er im Moment weiß Gott nicht braucht – zusammen und tut sie in den Schrank, guckt in den Briefkasten (Achtung, Briefbomben...puh, heute nicht!). Zählt die noch vollen Wasserflaschen. Holt die Wäsche rein. Legt die Wäsche zusammen. Räumt die Handtücher und Geschirrhandtücher weg. Legt Marías Wäsche auf ihr Bett, in ihrem Zimmer. Stellt die Bücher in den Schrank, den Wäschekorb nach draußen…

…und beginnt zu schreiben…


Das ist doch schon mal was Positives!











Sonntag, 2. Oktober 2016

Weltverbesserer, Wutbürger und das arme Deutschland










Es ist kurz vor neun. An einem Sonntag-Morgen. Draußen scheint die immer noch erstaunlich starke September-Sonne, obwohl die Unberechenbarkeit des Herbsts und die Kälte des Winters schon deutlich zu spüren sind. Besonders nachts. Wenn es dunkel wird…

Im Radio reden sie über Syrien. Wieder einmal. Die Medien sind förmlich besessen von Syrien und dem Nahen Osten (woran das wohl liegt?).

Irgendeinen Scheiß reden die. Wie immer. Ist ja auch egal, was die sagen, es ist ja eh immer das Gleiche. Und er denkt, wie er so in seinem 8,50€-Job sitzt (der streng genommen noch nicht mal begonnen hat – denn es ist ja noch nicht neun!); das heißt, er denkt es nicht nur, er sagt es sogar zu sich selbst (nicht laut, das darf man ja nicht), aber deutlich: Diese ganze Kacke von diesen Weltverbesserer-Arschfickern. Die Gutmenschen. Diesen verfickten Gutmenschen. Immer die gleiche Scheiße. Diese Wichser! Du kannst es nicht mehr hören. Das. Das kannst du nicht mehr hören, echt nicht mehr. Wahrscheinlich glauben die echt noch daran, dass man die Welt verbessern kann, während sie ihren Kaffee trinken, der von kolumbianischen Drogen-Rebellen gefördert wird, ihre Autos fahren, deren Benzin den Krieg in Syrien befeuert, ihren Fisch (wir essen fast nur noch Fisch, kein Fleisch!), wegen dem die Weltmeere überfischt sind… Diese ganze Scheiße, die die labern. Diese Leute. Die Gabriel García Marquez kurz vor dem Original lesen (100 Jahre Einsamkeit natürlich nur bis zum Ende des ersten Kapitels), die im Che Guevara am Samstagabend gepflegt ihren Mojito oder irgendeinen anderen viel zu teuren Cocktail schlürfen, die in ihrem WG-Zimmer ein Poster mit einem fallenden Soldaten und der ebenso simplen und effektiven wie naiven Aufschrift Why? hängen haben (Why? Because we fucking die, that’s why?) und in ihrer Freizeit Haschisch rauchen, das natürlich ganz ohne Ausbeutung, Gewalt und Terror in Pakistan von Biobauern nach europäischen Standards angebaut wurde. Wie dieser Tilo von damals, der bei ihm in der WG in der Altstadt (dem SZENEviertel in Bonn, leckt mich am Arsch!) gewohnt hat. Was für ein Arschloch! Der wollte auch die Welt verbessern, mit seinen langen, filzigen Haaren und seinen Drogen und seinem Scheiß.

Obwohl, angesichts der Leute, die hier rumlaufen, die man tagtäglich in Bus und Bahn sieht, muss man sich natürlich fragen: Gibt es solche Leute überhaupt noch, in Deutschland, oder sind sie eine Erfindung der Medien, der Lügenpresse und existieren gar nicht mehr??

Doch, es gibt sie noch! Spontan fällt ihm Herr Baden ein, von damals. Der war auch einer von denen, obwohl er es noch nicht wusste: „Dir geht es zu gut. Das ist das Problem.“ Sagt der Mann, der ein komplett neues, riesiges Smartphone auf dem Tisch dieser langweiligen, schwulen Weinbar in der teuren, noblen Bonner Südstadt liegen hat, in der er mit mir sitzt, um sich meine Probleme anzuhören. Der finanziell abgesichert ist. Der ein Haus in Oberdollendorf, einen Porsche, eine nette (treue) Ehefrau und nette Töchter hat, die allesamt gute Jobs haben… Der das hier nur als Hobby macht – nicht weil er muss.

Fangt doch erst mal an, die Probleme vor eurer Haustür zu lösen, ihr Arschlöcher! Oder ist das zu nah an euch?! Too close to the bone?! Zu real?! Nicht exotisch genug?!

Hier gibt es Leute, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, jeden Monat wieder aufs Neue. Leute, die sich nicht nur abgehängt fühlen, sondern es auch sind, die zu alt, zu unqualifiziert, zu wenig verdienen, zu viele Abgaben zahlen müssen, zu arm sind, die zu viele (arme) Kinder haben (obwohl eins ja manchmal schon reicht…), zu alleinerziehend sind, die keine „bezahlbare“ Wohnung finden, obwohl sie doch so viele verschiedene Jobs haben (also  quasi multi-employed sind), die zu wenig Rente bekommen (obwohl sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet oder Kinder erzogen haben), die kein Auto haben, kein Boot, kein Ferienhaus am Meer (noch nicht mal am beschissenen See!), die jeden Cent dreimal umdrehen, wenn mal wieder der Strom, die Heizkosten, die Krankenversicherung oder gleich alle drei zusammen ansteigen, die sich überlegen müssen, ob sie heute nicht mal auf den Latte verzichten sollten, weil ihr Konto schon wieder überzogen ist, weil sie Angst vor der Zukunft haben, die Schulden haben, die depressiv sind, einsam, verbittert, verknöchert, die keinen Spaß haben…und die vor allem keinen Bock mehr haben, sonntags morgens im Radio zu hören wie schlecht es der Welt geht. Und wie gut uns hier in Deutschland.

Und dann morgens unser Weltverbesserungs-Frühstücksfernsehen gucken und denken: Leck mich am Arsch, die reden mal wieder nur über…

Und sprechen es noch nicht mal laut aus, das was sie viel zu laut denken…obwohl sie alleine sind, ganz alleine, obwohl niemand sie hört, ihnen zuhört an diesem Sonntagmorgen. Weil man so etwas ja nicht sagen darf, in diesem Land. Nur hinter vorgehaltener Hand und in letzter Zeit gefühlt noch nicht mal das mehr. Seit die Öffentlich-Rechtlichen uns täglich sagen, was wir zu denken haben. Aber das russische Staatsfernsehen kritisieren... Donald Trump kritisieren… Die Bedingungen der Wanderarbeiter in China oder Minenarbeiter in Kolumbien kritisieren… Die bösen Ungarn kritisieren… Die Rechtspopulisten kritisieren… Ungesunde, fettige und süße Lebensmittel kritisieren… Dabei haben viele noch nicht mal eine Essstörung. Sie sind einfach nur arm und der Scheiß ist billig und füllt zumindest vorübergehend die Löcher in ihrer Seele.


Wie lange noch?!

Die kriegen ja auch davon nichts mit, die in Berlin, hat er letztens zu seinem Kollegen David aus dem Senegal gesagt. Der Christ ist und sagt, dass Deutschland ein Problem mit den Moslems hat. Dass Deutschland, ja sogar ganz Europa untergeht beziehungsweise sowieso schon so gut wie tot ist. Weil er das darf. Er ist ja schwarz. Da darf man das. Als Deutscher nicht. Also sind wir weiter arm. Weiter wütend. Und tun so als wären sie es nicht. Weil arm darf man nicht sein in diesem Deutschland. Unglücklich auch nicht. Wütend sowieso nicht. Rassistisch. Nein, denn…

Man darf noch nicht mal deutsch sein in diesem Deutschland. Muss sich für seine Nationalität immer noch schämen. Mehr als 70 Jahre nach dem Krieg. Man darf eigentlich gar nichts in Deutschland. Gar nichts sein. Am besten gar nicht erst (da)sein. Sonst kommt einen die Schwesig holen.


Armes Deutschland


Und wie auf Kommando läuft im Radio: Hör auf die Stimme! Hör, was sie sagt! Sie war immer da!

Und wenn du dann auf die Stimme hörst…







Freitag, 9. September 2016

Liebe in Zeiten der Cholera

KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz







 



Er denkt: Wenn sie heute Abend zu ihm zurückkommen würde, er würde sie ohne Wenn und Aber zurücknehmen.


(und es würde wieder schiefgehen)


So dumm kann auch nur er sein. Oder so verzweifelt. 

Oder so romantisch? So hoffnunglos romantisch? So hoffnunglos männlich?

Dienstag, 30. August 2016

Goya in Deutschland



KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz




Er steht in der Bahn und wartet darauf, dass die Türen sich endlich öffnen und er aussteigen kann. Er blickt in die nach oben, nach vorne gereckten Gesichter der Leute, die an der Tür stehen und wissen wollen, warum der Fahrer die Tür noch nicht freigegeben hat. Unfreiwillig erinnert ihn die Szene an Goya.

Keine Ahnung warum.

Sonntag, 27. März 2016

Würstchen, Waxing und Wichsen an einem Ostersonntag










Heute ist sein freier Tag

(kann nicht jemand krank werden oder sterben, auf seiner Arbeit – er will ja arbeiten. Alles ist besser als das!!!)

Er will nicht aufwachen, aber er tut es trotzdem, irgendwann. Irgendwann um 9:24. An einem Sonntagmorgen. Noch schlimmer: An einem Ostersonntagmorgen. An dem sogar Jesus keinen Bock mehr hatte. An dem sogar Jesus gestorben wäre. Kein Witz.

„Spotte nicht!“ würde seine Mutter jetzt sagen. Das war ihr Standardspruch in solchen Situationen. Sie hatte vor nichts Respekt, am wenigsten vor ihrem Mann oder ihren Kindern, aber vor Gott

Konstrukte sind ihr eben heilig; deswegen hat sie ja auch früh einen Versorger (meinen Vater) geheiratet und ist bis heute unglücklich mit ihm verheiratet.

Kein Witz! Das ist wirklich überhaupt nicht lustig

Er will nicht aufstehen, aber er muss. Aber nicht unbedingt gerade jetzt, oder?!

Aber wat muss, dat muss.

Irgendwann stehen wir alle auf. Irgendwann müssen wir alle aufstehen. Und legen uns wieder hin. Direkt danach.

Nur um bald schon wieder aufwachen zu müssen. Scheiße, jetzt kann ich es echt nicht mehr hinauszögern.

Wat muss, dat muss.

Also mache ich, äh, er meine ich natürlich, den Fernseher an.

Zappe von einem Programm zum anderen.

Bleibt am Ende doch bei RTL hängen. Bei diesem Collegefilm.  Zuerst will er ihn gar nicht gucken, dafür ist er wirklich zu alt und weiß Gott zu desillusioniert, schaltet weiter, aber dann schaltet er wieder zurück. Besser als gar nichts. Das Motto seines letzten Lebensjahres! Besser als gar nichts. Weniger als gar nichts.

Der Film ist zuckersüß und überzeugt ihn fast davon, dass er noch immer – trotz Trennung, Betrug und Armut – noch immer ein Romantiker ist, dass er seine Frau noch immer liebt, dass er sie zurückhaben kann, wenn er nur will…

...und jetzt wird’s gefährlich!

Der Film handelt von einem echten dänischen Prinzen, der um der Verantwortung seiner bevorstehenden Thronnachfolge nach Amerika flüchtet, wo er wie ein ganz normaler Student aufs College geht. Sich verliebt, in eine ganz normale Amerikanerin, deren Eltern ehrliche Farmer sind. Ein Mann wird.

Wie sie ihm in der Bibliothek die Hand gibt, heimlich unterm Tisch und ihn dann in der Bibliothek hinters Regal zerrt, um ihn leidenschaftlich zu küssen. Zu entkleiden.

Das hat mich so an Concha erinnert, wie ich sie damals berührt habe, immer wieder, ihr in der Bibliothek unter den Pullover gegangen bin. Mich nicht auf das Lernen konzentrieren konnte. Damals in Aberdeen.

Während mich das Ende des Films – sie geht mit ihm nach Dänemark, wird fast Königin, verlässt ihn, weil sie dem Druck nicht gewachsen ist, aber er taucht auf ihrer Abschlussfeier an der Uni auf, um sie sich zurückzuholen – wiederum an meine jetzige Situation mit Nadine erinnert. Nämlich daran, dass man immer eine Chance hat. Selbst ich. Selbst, wenn man den Tag eigentlich dafür nutzen wollte, um die Unterlagen für die Scheidung zusammenzusuchen. Und für die ganze andere Papierkramscheiße, die Gott einem in dem Weg gelegt hat, damit das Leben bloß nicht an Würze verliert…Krankenversicherungen, Mitgliedschaften, Rückforderungen…wir wollen ja nicht ins Detail gehen.

Selbst du hast noch eine Chance, denkt er. Selbst du. Wenn nicht bei Nadine, dann vielleicht…

Ach, leck mich doch!

Jetzt erst mal was essen. Um die Leere zu füllen, die nach dem Film entstanden ist.

Er geht in Unterhose in die Küche auf der anderen Seite des Hausflur, wo sich die Küche befindet. Wenn ihn jetzt sein Vermieter erwischt. In durchgewichster Unterhose. Sein Vermieter mit der Sherlock-Mütze. Und den Panda-Augenrändern. Dann hat er ein Problem. Dann drückt er seinen Arsch am besten ganz eng an die Wand (nein, natürlich nicht den seines Vermieters!). Und robbt sich so bis zur Küche durch. Die im Gegensatz zu seinem Schlafzimmer vermietervorzeigbar ist.

Aber nichts passiert. Wie immer.

Er isst 3 Knäckebrotschnitten mit Käse (wie lecker und gesund zugleich). Mit dem Frischkäse, den ihm seine Tochter übrig gelassen hat und über den er sich letzte Woche (hey, Scheiße, es ist noch immer diese Woche) noch so lustig gemacht hat.

„Du isst Frischkäse??!! Was ist das denn??? Frischkäse??? Hab ich auch, aber unter meinen Füßen!“

Aber das reicht ihm nicht. Natürlich nicht. Er will mehr, er will immer mehr.

Also trinkt er die Gemüsebrühe, die er sich gestern gemacht hat. Mit Zwiebeln und Knoblauchstückchen. Muss aber zu seinem Verdruss feststellen, dass die Knoblauchstückchen über Nacht leicht grün geworden sind. Scheiße. Die können doch nicht über Nacht geschimmelt sein?! Aber was ist das dann? Also schüttelt er die Brühe weg.

Zum Glück hat er ja noch Bratwürstchen!

Gesundes kann er schließlich noch essen, wenn er tot ist.

Und während die beiden Rostbratwürstchen vom Aldi in der Pfanne so vor sich hinbraten, in der Pfanne langsam braun werden, versucht er die Wartezeit zu überbrücken, indem er sich einen runterholt. Mit Hilfe von YouTube-Videos! Ein schier unmögliches Unterfangen.

Er guckt YouTube-Videos, weil er Angst vor echten Pornoseiten hat. Obwohl er keine Frau mehr hat, die sich über eine Porno-Abmahnung aufregen könnte.

Aber Geld hat er auch keins.

Und Ärger hat er eh schon genug. Mehr als genug.

Zuerst guckt er dieses Depilationsvideo. Mit dieser leicht osteuropäisch anmutenden Frau, bei der er sich immer fragt, warum sie bei der Depilation ihrer Muschi, Scheide usw. komplett nackt sein muss. Obwohl sie gar nicht so viel Holz vor der Hütte hat. Aber dafür schöne, kleine, wenigstens authentische Titten. Die lässt sich die Muschi – wie gesagt – depilieren… Und das Arschloch. Ihre Muschi sieht depiliert aus wie…

keine Ahnung. Eine Pflanze? Eine Fleischpflanze? Ja, das ist es. Eine Fleischpflanze. Oder noch besser: Ein Gemüse. Ein fleischiges, wulstiges Gemüse, das depiliert wird.

Nicht gerade antörnend. Aber alles, was ich habe. Wenn ich nicht wehklagende Asiatinnen gucken will, bei denen man eh nichts sieht. Und auf YouTube noch weniger. Und obendrein noch verpixelt. Boah, ich liebe die GEMA.

Bah, die hat einen komischen roten Fleck neben der Muschi…

Echt nicht antörnend. Also springe ich nach vorne, zu ihrem Arschloch. Wenigstens ist das geil. Arschlöchig eben. Das sieht nicht aus wie ein Gemüse. Dafür aber wie ein Arschloch. Anziehend. Obwohl: Eigentlich soll es ja ausstoßen. Scheiße. Genau das.

Näh, das ist auch nix.

Am Ende wird er doch noch fündig, findet einen französischen Film (wie sollte es auch anders sein?!), in dem eine halbwegs gut aussehende, halbwegs junge Brünette mit halbwegs großen Titten einem Typen in die Hose geht, seinen kleinen (!) Penis rausholt und ihm einen bläst. Hey, der ist fast noch kleiner als deiner.

Kleiner als deiner…

Aber da er alle paar Minuten nach den Würstchen gucken muss und die Französin auch sonst nicht viel anderes macht, kommt es nicht zum Vollzug.

Zur vollendeten Onanie, haha. Zur formvollendeten Onanie, du Wichser, du!

Scheiße, jetzt ist der Moment vorbei, denkt er und gibt schließlich auf. Und der Kleine begibt sich wieder in seine Höhle. Der kleine Hamster ist wieder in seinen Bau zurückgekrochen… (klingt wie aus einem Tierfilm im Fernsehen – auf YouTube!). Scheiße.

Am Ende sind die Würstchen fertig und er ist immer noch nicht gekommen. Also lässt er die arme Wurst zwischen seinen Beinen einen Moment lang los und isst die Würstchen auf seinem Teller. Während das osteuropäische Video auf dem Laptop weiterläuft. Er isst Würstchen und holt sich einen runter. Die Würstchen sehen auf wie Penisse. Zwei Penisse, die auf dem Teller liegen. Gebraten. Geil, ne?! Was macht das dann aus mir, wenn ich da reinbeiße?

Eigentlich hat er sich heute Morgen ja schon einen runtergeholt. Aber der gilt nicht. Der war irgendwann im Halbschlaf. Er ist noch nicht mal zum Klo gegangen, um sich den Schmodder abzuwischen. Daran sieht man entweder wie im Halbschlaf er noch war…oder wie faul er ist. Suchen Sie sich eins von beidem aus. Mir doch egal. Also doch eher faul? Oder gleichgültig. Egal. Sag ich ja.

Ja, Mann, ich hab mir schon einen runtergeholt. Wobei ich mir vorgestellt habe, wie…ach Scheiße, das sage ich jetzt besser nicht. Das wie schon. Das wer besser nicht. Nur so viel: Sie ist nicht unter 18.

Sondern knapp darüber. Aber wenn ich Ihnen sage, wer es ist, krieg ich nächste Woche die Eier abgeschnitten. Entweder symbolisch oder vielleicht auch in echt.

In Echtzeit.

Auf jeden Fall hab ich mir vage und ein bisschen trüb vorgestellt, wie sie morgens duschen geht – nachdem alle aus dem Haus sind. Sie geht duschen und ich helfe ihr beim Ausziehen. Nein, zu offensichtlich. Würd die nie machen. sie geht duschen und zeigt mir vorher ihre Titten. Oder danach? Keine Ahnung. Würd die glaub ich auch nicht machen, aber ich muss jetzt irgendwann mal kommen. Sie geht Duschen, kommt danach in mein Schlaf-/Wohnzimmer, das sie praktischerweise auf dem Weg ins Bad durchqueren muss. Setzt sich brav auf mein Bett, holt ihre dicken weißen Titten raus…ihre prallen, schneeweißen Titten.

heißer, heißer
(das ist doch kein Topfschlagen hier!)

Du ziehst sie zu dir aufs Bett siehst ihre nackte, rasierte, depilierte, komplett haarfreie Muschi unter dir und dringst in sie ein…

Irgendwie so muss es gewesen sein.

Vor deinem inneren Auge natürlich nur.

Nicht in echt.

In echt hast du damals lediglich ihre Unterhose gesucht und gefunden und dann daran geschnüffelt

die war nicht sexy, aber dafür umso sexyer

das war voll aufregend, deine Frau hätte jede Minute durch die Tür kommen können und dich mit der Unterhose auf deinem Gesicht – oder an noch eindeutigeren Stellen – in eurem Ehebett auffinden können.

„Er hat mich mit einem Slip betrogen! Noch nicht mal mit einer richtigen Frau, der Versager! Der Loser!“

fliederfarben glaub ich

und diese Erinnerungen bringen mich dann am Ende doch dazu im Halbschlaf zu kommen und gleich darauf wieder in den Tiefschlaf zu verfallen.

…till human voices wake us and we drown…

Aber mich weckt ein Collegefilm auf. Wie schon gesagt.

Außer vielleicht, um nicht verletzt zu werden. Von Leute wie uns. Und sie gibt nicht vor, jemand zu ein, der sie nicht ist.

Hollywood macht es sich so einfach.

Oder tut es das wirklich. Oder gibt es doch einen wahren Kern hinter dem ganzen Bombast.

Leck mich am Arsch, ich hab heute frei (obwohl ich es wirklich lieber hätte, wenn ein Kollege krank oder sterben würde – oder beides eben): Bitte keine Philosophie, keine tiefschürfenden Gedanken

Lasst uns lieber YouTube-Pseudoporno-Videos gucken. Mit Asiatinnen, die komisch jammern und klagen und abgeklärten Französinnen, denen langweilig ist und spritzigen, geilen, sexlustigen Italienerinnen.

Aber der Moment ist vorbei. Alles ist vorbei

Auch dieser Post

Also: Guten Morgen, Leser (wenn es dich überhaupt gibt)


warum willst du normal sein. Will ich ja gar nicht. Vielleicht findet jemand einen Weg und rettet uns.


Wir haben einen natürlichen


Du musst im Leben nur einen Menschen finden, der genauso normal ist wie du


Wenn du jemanden liebst, gib ihn frei. Wenn du ihm nachstellen musst, war er wahrscheinlich wirklich nicht für dich bestimmt.


Und jetzt: Leck mich am Arsch! Leckt mich endlich am Arsch! Diesmal endgültig! Für heute zumindest! Lebt euer Leben! Esst Würstchen, die aussehen wie Penisse! Hole euch einen runter! Aber bitte nicht mit Hilfe von Abmahnseiten!