Nachts im Bett, kurz vor dem
Schlafengehen, denkt er an den Wellensittich, den er damals als Kind hatte. Der hieß Otto (ich weiß, ich weiß…) und war blau. Königsblau, mit
einem weißen Köpfchen. Ein eleganter, stolzer, schöner Vogel.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
Posts mit dem Label Fußball; FC Bayern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fußball; FC Bayern werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 26. Februar 2017
Mittwoch, 22. Februar 2017
Eier
Ich
gehe ins Bad, will eigentlich pissen, entscheide mich dann aber (unbewusst)
anders. Gehe wieder zurück ins Schlafzimmer, stelle mich vor das Fenster und
streife mir die rote Blümchenshorts samt Unterhose runter und kratze mich am
Penis. An dieser Schnittstelle zwischen Eichel und Schaft. Wo das Kratzen
doppelt so viel Spaß macht wie an allen anderen Stellen des Körpers.
Mindestens. Einen Moment lang gucke ich mich schuldig um, so als könnte mich
jemand sehen, dabei ist die untere Hälfte des Fensters abgeklebt. Wer soll dich
schon sehen wollen…? Ich kratze immer weiter, kratze und rieche abwechselnd an
meinem Finger. Da ist er wieder, mein alter Geruch! Den ich schon verloren
geglaubt hatte, inmitten all dieser neuen Gerüche. Dieser
Geruch nach drei Tage nicht geduscht. Wie geil ist das denn?! Kratze zwischen
den Beinen, unter den Eiern. Da, wo die Haut immer ein bisschen feucht ist,
zwischen Arsch und Eiern. Dann wieder am Penis. Der ist noch ein bisschen wund.
Egal. Genau an der Stelle, wo ich kratze. Was das Gefühl noch intensiviert,
dieses Gefühl zwischen Schmerz und Erregung, Kribbeln
Mittwoch, 8. Februar 2017
Roma 2012
Wir wohnten damals in so
einer „Pension“. Keine Ahnung, wie die genaue Bezeichnung war. Aber ein Hotel
war das auf gar keinen Fall. Die
hatten wir schon von Deutschland angerufen. Wie wir das immer gemacht haben.
Jedes Jahr. Jedes Jahr das Gleiche. Wir suchten uns einen günstigen Flug im
Internet (meistens Ryan Air), bezahlten den mit der Kreditkarte von Marías
ehemaliger bester Freundin, zu der sie eigentlich schon lange keinen Kontakt
mehr hatte, die wir aber immer noch anriefen (immer wenn wir in Urlaub wollten
und mit der Kreditkarte bezahlen mussten). Und erst dann, nachdem all das
erledigt war, fingen wir an, nach einem günstigen Hotel zu suchen. Nach dem
günstigsten, um genau zu sein. Das ging auch immer relativ gut (vorbei waren
die Zeiten, wo wir mit María im Kinderwagen in Alicante gelandet waren und erst dann, nach der Ankunft am
Flughafen, nach einem Hotel für die Nacht suchten (ich kann mich immer noch an
das Gesicht des Taxifahrers erinnern, der wirklich nicht amused war!).
Mittwoch, 19. Oktober 2016
Flüchtlinge
Ich sitze in der Kneipe, gucke Bayern –
PSV und trinke ein Weizen. Ich hab jetzt seit Neujahr nichts mehr getrunken
(seit ich aus dem Bus raus musste, weil ich die Fahrt nie geschafft hätte…und
dann den ganzen Weg den Berg hochgelaufen bin, den ganzen Weg den Brechreiz und
den Verdauungstrakt deines Körpers unter Kontrolle gehalten habe, nur um keine
zwei Minuten zu kotzen und zu kacken, bis du nicht mehr konntest). Also lasse
ich es heute langsam angehen, nippe nur leicht a meinem Bier, genieße das Spiel
(nur ein fickiges 2:1 zur Halbzeit) und gucke mir die Nachrichten in der Halbzeitpause
an (die haben noch nicht mal Sky hier und gucken das Spiel auf dem Zweiten!). Als
dieser Typ, der neben mir sitzt und den einen oder anderen Bayern-Kommentar
meinerseits gutgeheißen hat und mit mir angestoßen hat, plötzlich sagt:
„Was ich nicht verstehe…
...warum die alle flüchten. Ich mein, das sind alles junge Männer…warum kämpfen die nicht, warum verteidigen die nicht ihr Land, ihre Heimat, ihre Familie? Stattdessen kommen die hier hin…“
...warum die alle flüchten. Ich mein, das sind alles junge Männer…warum kämpfen die nicht, warum verteidigen die nicht ihr Land, ihre Heimat, ihre Familie? Stattdessen kommen die hier hin…“
Er guckt mich an. Soll ich jetzt auch
noch was dazu sagen, oder was?! Ich bin hier um Fußball zu gucken, ein Bier zu
trinken und hab jetzt echt keinen Bock auf den Scheiß…
Aber wie immer lasse ich mich zu einer
Antwort hinreißen:
„Da sind aber auch Frauen und Kinder
dabei…“
Das hat er nicht erwartet, das sieht man
an seinem Gesichtsausdruck. Aber wie immer bei mir hält das ihn doch nicht
davon ab, weiter zu reden:
„Ja, ok, du hast recht“, sagt er und
nimmt noch einen Schluck von seinem Bier. „Aber hier gab es ja auch Kriege. Wir
hatten zwei Weltkriege hier! Ist da irgendjemand abgehauen?! Nein, die
Deutschen haben gekämpft. Für ihr Land, ihre Freiheit, ihre Familie.“
Ja, aber das waren auch andere Zeiten…
„Ja, aber das waren auch andere Zeiten.
Heute leben wir in einer globalisierten Welt...“
„Ja, ok, das waren damals echt andere
Zeiten. Damals sind wahrscheinlich eher die Reichen, die Intelektuellen
geflüchtet. Heidegger ist geflüchtet. Und Einstein. Und Freud. Die sind alle
nach Amerika gegangen…
…aber trotzdem. Die Deutschen sind ja
auch nicht weggelaufen. Die sind 1914 in den Schützengräben gestorben, die sind
in Russland gestorben, im Atlantik versenkt worden…“
„Siehste mal“, sage ich mit einem
genervten Lächeln, „wie doof wir sind. Wir hätten ja auch einfach weglaufen
können.“
Er lacht, trinkt einen Schluck und sagt
dann:
„Aber echt, ey: Wenn alle Deutschen
abgehauen wären, dann wär der Hitler hier alleine gewesen. Aber die ham
gekämpft. Die sind nicht in ein anderes Land gegangen und haben da die Leute
noch belästigt, die Frauen…“
Der Gedanke an Hitler, der alleine
versucht, die Rote Armee aufzuhalten, lässt mich innerlich lächeln. Aber
trotzdem: Der Typ geht mir auf die Eier. Ich dachte, der wär nett. Das passiert
immer. Du gibst denen den kleinen Finger und die wollen die ganze Hand.
Außerdem kriegt der so nur Ärger. Die gucken schon, die von da drüben. Ich hab
heute keinen Bock auf Ärger. Ich will nur Fußball gucken. Ich bin ja auch
selber schuld. Warum gucke ich das nicht Zuhause. Das läuft doch bei den
Öffentlich-Rechtlichen. Bei der Lügenpresse, wie der Typ sagen würde…
Aber ich habe einfach keine Ruhe
verdient. Nach meinem halbwegs langen Arbeitstag.
„Aber eins hab ich gelernt: Ich kann
echt keinen Respekt vor Typen haben, die hier auf dicke Hose machen, aber keine
Eier haben, um ihr eigenes Land zu verteidigen, um für ihr eigenes Land, ihre
Familie zu kämpfen… Warum geben die denen nicht für das Geld, was die hier
kosten, jedem ein Gewehr und Ausrüstung und schicken die wieder zurück.
Kämpfen! Die Männer zumindest. Die Frauen tauen dann bestimmt auch auf hier,
wenn die erst mal alleine sind. Aber nein: Wer kämpft für die an der Front? Für
die Kurden? Frauen! Und die Männer tun hier so, als wären sie Gottes Geschenk an
Deutschland und besonders an die deutschen Frauen. Echt.“
Was soll ich jetzt dazu sagen, denke
ich, was willst du hören. Aber zum Glück für mich und für ihn hat die zweite Halbzeit
schon angefangen und ich muss nur mein halbleeres (oder halbvolles?) Glas in
Richtung der Leinwand tippen und schon sind wir wieder im Spiel.
„Komm, Mann, das Spiel hat schon wieder
angefangen. Das ist jetzt wichtiger!“
…
„Los,
Bayern!“ Come on, motherfuckers.
Donnerstag, 18. August 2016
Mitleid - Folge 385: "Der Arme"
Er
geht die Straße zur Hauptstraße hoch. Plötzlich kommt ihm dieser Typ entgegen.
Der wohnt glaub ich sogar gegenüber von ihm.
Hast
du den Typen gesehen? Der hat so was im Gesicht. So einen Fleck. Einen
Riesen-Leberfleck. Oder eine Verbrennung, keine Ahnung, was das ist. Der geht
mir voll auf die Eier.
Lass
ihn doch. Der Arme…
Mich
lässt ja auch keiner. Mich lässt ja auch keiner so leben wie ich bin. Wie ich
will. Wie ich wirklich will… Oder?! Bei mir sagt ja auch keiner „der Arme“. Wer
hat denn Mitleid mit mir?! Niemand. Keine Sau. Dieses Lied von Johnny Cash, wo
der sagt, dass niemand mit ihm Mitleid hat. Wie heißt das noch mal? Nobody. Ja, das ist es, Nobody! No mothafucka!
Die
einzige Person, mit der ich vielleicht noch Mitleid hätte, die mein Mitleid
vielleicht noch verdient hätte bist du. Und du brauchst mein Mitleid nicht,
glaub mir das. Du willst es gar nicht. Denn kein Mensch braucht Mitleid. Mitleid
ist nicht gut
Mitleid
ist im Endeffekt doch nur Selbstmitleid. Man fühlt doch nicht mit den anderen,
sondern nur für sich selbst Mitleid. Und Selbstmitleid braucht wirklich keiner.
Genau wie ein schlechtes Gewissen. Das verfickte, verfluchte Über-Ich. Das
wortwörtlich über einem steht. Einem über die Schulter guckt…
Außerdem kenne ich den. Der fährt immer mit mir im Bus, nachts um zwei. Der hat mich einmal sogar angequatscht, als ich ein Bayern-Trikot anhatte. Da hat er irgendeinen Kommentar fallen gelassen. Von wegen: Die kaufen doch eh nur alles leer. So ein Schwachsinn. Als ob Ramos, Aubameyang, Sokratis und wie sie alle heißen (die Zecken), als ob die alle auf und um den Borsigplatz aufgewachsen wären. Was für eine Verarschung!
Außerdem kenne ich den. Der fährt immer mit mir im Bus, nachts um zwei. Der hat mich einmal sogar angequatscht, als ich ein Bayern-Trikot anhatte. Da hat er irgendeinen Kommentar fallen gelassen. Von wegen: Die kaufen doch eh nur alles leer. So ein Schwachsinn. Als ob Ramos, Aubameyang, Sokratis und wie sie alle heißen (die Zecken), als ob die alle auf und um den Borsigplatz aufgewachsen wären. Was für eine Verarschung!
Sein
Bein juckt immer noch. Die Insekten haben auch kein Mitleid. Das sind ja auch
wilde Waldinsekten, keine Stubenfliegen. Aber auch die Stubenfliegen können
einen die ganze Nacht lang nerven. Die machen das einfach so, weil die das machen.
Die nerven oder stechen zu, einfach so, weil die das müssen. Von Natur aus. Die
denken da nicht drüber nach. In der Natur hat auch niemand Mitleid. Im
Tierreich. Oder meinen Sie, menschliche Zivilisation oder Kultur oder was auch
immer uns von den Tieren unterscheidet, wäre genug um die menschliche Natur, die Triebe zu verdrängen oder gar
vergessen zu machen?
Heute
Morgen lief so ein Bericht im Fernsehen. Bei Volle Kanne. So ein Interview mit einer Schriftstellerin, keine Ahnung wie die
hieß (deutsche Schriftsteller kenne ich eh nicht). Die redete über ihre
Kindheit, in den 60er oder 70er Jahren. Keine Ahnung. Auf jeden Fall gehörten
ihre Eltern der 68er Generation an. Auf jeden Fall sagte die irgendwas von
wegen die Freiheit der 68er sei ja schön und gut gewesen. Das hatte ja alles
seine Vorteile und so. War ja alles toll, nur dass die keine Bindung zu ihren
Kindern aufgebaut haben, hatten. Die hätten oder haben alle so an sich, an ihre
eigene, persönliche Verwirklichung, ihre In.di.vi.du.ali.tät gedacht, dass man
sich da schon ein bisschen vernachlässigt fühlte. So sagte die das zumindest,
diese Schriftstellerin. Jeder hat sich nur um sich gekümmert…und dann bleiben
die anderen außen vor. Wurden vernachlässigt. Ja, genau, das sagte sie, „Vernachlässigung“.
Sie sagte nicht Missbrauch. Emotionaler Missbrauch. Er würde Missbrauch sagen.
Schon allein wie die einem ins Gesicht gepafft haben, diese Arschlöcher. Ohne
ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Ohne Reue.
Danach
läuft noch so ein Bericht. Über einen Typen, der 11 Jahre arbeitslos ist (und
da sprechen manche von Lügenpresse!). Der war vorher Goldschmied gewesen, aber
dann kam irgendwann industriell gefertigter Schmuck auf und keiner wollte mehr
seinen handgemachten Schmuck kaufen. Weil der zu teuer war oder warum auch
immer. Auf jeden Fall war der dann beim Arbeitsamt und die haben dem dies und
das angeboten, er hat eine Umschulung und keine Ahnung was noch, aber das war
alles irgendwie nichts Richtiges und so ist er dann arbeitslos geblieben. Mittlerweile
ist er 47. Hat eine Tochter, die aussieht wie ein Goth oder Emo in seiner beziehungsweise
ihrer rosa Phase, und die dann natürlich auch noch zu Wort kommt, kommen muss
(als Tochter!). Und die sagt tatsächlich: „Mein Vater ist nicht so wie andere
Väter. Der unternimmt immer was mit mir. Immer wenn ich bei dem bin. Alle zwei
Wochen, am Wochenende.
Moment
mal. Hat er das gerade richtig gehört?! ALLE ZWEI WOCHEN AM WOCHENENDE????!!!!
Man muss sich das echt mal auf der Zunge zergehen lassen. Wie eine Pille, eine
bittere Pille: Alle zwei Wochen, am Wochenende. Boah, und dann macht der auch
noch jedes Mal was mit der. Ist das nicht geil?! Was für ein geiler Vater! Ich
mein, die sagen ja nicht, woran das liegt, dass die den nur alle zwei Wochen
sieht, aber dann ist der da. Dann steht er Gewehr bei Fuß. Wie ein richtiger
Vater. Vielleicht will er sie ja auch nur alle zwei Wochen bei sich haben?! Wer
weiß das schon?! Vielleicht feiert er ja den Rest der Zeit von seinem
Arbeitslosengeld wilde Sex-Partys mit Prostituierten und Nachbarinnen und
anonymen Internet-Bekanntschaften? Auf denen seine Tochter natürlich fehl am
Platz wäre. Vielleicht wurde er ja sogar gefragt, vielleicht hat sie ja sogar
gesagt: „Komm, lass uns uns jetzt mal ganz vernünftig zusammensetzen und die
Sache durchsprechen. Die Sache mit unserer Tochter. Ja, diese Sache. Vielleicht lief das ja ganz „vernünftig“
ab, ganz „gesittet“, ganz „zivilisiert“. Wir sind ja schließlich immer noch in
Deutschland. Noch… Da kommen doch keine unerwünschten Gefühle dazwischen. In
Deutschland doch nicht! Wer braucht denn schon Gefühle?! Erst recht nicht in
Deutschland. Vielleicht ist die Trennung/Scheidung ja in „beiderseitigem
Einverständnis“ verlaufen. In „beiderseitigem“ „Einverständis“, dieses ultimative
aller Totschlagargumente, wobei er persönlich (aber er ist ja eh bekloppt, das
wissen Sie ja schon aus den anderen Posts in diesem Blog) immer ins Grübeln
kommt: Wenn man sich schon so friedlich, so „einverständlich“ trennt, warum trennt
man sich dann überhaupt?
Aber
dann geht selbst ihm ein Licht auf. Die Antwort ist doch sonnenklar: Weil das
gegenseitige Auseinanderleben genau parallel verlaufen ist. Ist doch logisch,
oder nicht?! Dat soll et ja uch jevve, dat… Im Ersten und Zweiten noch öfter
als bei den Privaten, wo die eher auf „mitten im Leben“ setzen: Polizeiintervention,
überraschende Wendungen, dunkle Geheimnisse, Prostitution, Drogen- und
Spielsucht und Gott weiß was sonst noch. Aber am Ende wird alles genauso gut
wie im Ersten oder Zweiten.
Aber
jetzt mal ganz ehrlich: Es können doch nicht alle so High-Conflict-Scheidungen
durchlaufen wie du. Oder?! Wo würden wir denn dann hinkommen?! Wenn sich alle
nur noch bis aufs Blut bekriegen würden. Dafür sind doch Goldschmiede auch viel
zu friedlich. Da braucht es schon einen ausgewachsenen (oder vielleicht doch
noch nicht ganz so erwachsenen) Philologen. Der kann Ihnen dann auch erklären,
dass das neudeutsche „High-Conflict“ den Konflikt doch schon wieder ein bisschen
entschärft. Oder sagen Sie nicht auch gerne mal „Fuck“, wenn etwas
schiefläuft?! Selbst wenn nicht, dann auf jeden Fall öfter als ficken. Oder die
Bundeswehr-Variante desselben: „Was für eine Fickscheiße! Und so sind nur noch
ein paarJugendliche frustriert. Aber wie sie an der Tochter unseres „armen“
(ist das jetzt Mitleid oder Tatsache?) Goldschmieds sehen können, gehört die
nicht zu den wenigen, frustrierten Jugendlichen, die die Toten Hosen besingen.
Die gehören mittlerweile ja auch einer ganz anderen Generation an…
Sonntag, 26. Juni 2016
Unsere Liebe zum Fussball
Beim 7:1 gegen Brasilien
waren wir Zuhause. Nicht so sehr, weil wir Angst gehabt hätten, gegen Brasilien
zu verlieren und dann draußen beim Public Viewing vor den wenigen Brasilianern
und Brasilianerinnen Baden zu gehen.
Labels:
Fußball; FC Bayern
Standort:
Deutschland
Mittwoch, 16. März 2016
Knausgard, Frust, verlogene Ehrlichkeit und Bayern - Juventus
16.03.16
Abends liest er (und selbst dieses "er" ist natürlich eine weitere Lüge) ein Interview mit Knausgard, in dessen zweiten Buch in seiner Mein-Kampf-Reihe er heute annähernd 40 Seiten gelesen hat. Er denkt: Der hat recht, aber du kannst das nicht, du wirst das nie schaffen, weil du gar nichts schaffst, weil deine Ehrlichkeit einfach so verpufft.
"Mach die Augen zu, dann siehst du was du hast!" hat sein Vater immer ganz stolz gesagt, als er noch klein war. Zu klein, um zu verstehen?
Doch, er hat das doch ein bisschen verstanden: Er hatte nichts, was nichts.
Oder hat sein Vater gesagt: "Mach die Augen zu, dann siehst du, was du bist?"
Woher soll ich - äh, er, meine ich natürlich - das wissen.
Das ist lange vorbei, nur die Scheiße bleibt. Die Scheiß-Schlacke der Vergangenheit.
Ist doch eh scheißegal, in 40 Jahren bin ich eh tot. Haha, 40 Jahre, wovon träumst du nachts?!
Genau davon
Knausgards Titel war ein Weg "Fuck you" zum Leser zu sagen. Genau wie Eminem, der "fuck you" zu seinem Publikum sagt.
Er hat heute Streit mit seiner Tochter gehabt. Lange hat er keinen mehr gehabt, hat sich beherrscht, hat sich benommen, war zu allen gut - nur nicht zu sich selbst. Das ist so, wenn man zu allen gut ist. Für andere lebt.
Selbst die Bayern können nicht mehr gewinnen, sind Verlierer wie er.
Aber heute hatte er mal wieder die Schnauze voll. Von allen Leuten, die in Deutschland immer die Klappe halten, weil ihnen sowieso keiner zuhört - oder weil sie das denken.
Seine Frau mag ihn ruinieren können - finanziell und psychisch - aber er wird sie mit runterziehen.
Ab morgen wird er schweigen, genau wie sie, seine Tochter und seine Frau, alle.
Mit gleicher Münze.
Knausgard hat recht. Die ganze Scheiß-Welt ist so verlogen, so verschwiegen, so beschissen, das geht gar nicht mehr.
Doch da machen die Bayern plötzlich das 2-2 und gehen in die Verlängerung. Es gibt wieder
Und alles ist wieder halbwegs gut. So gut es eben geht, wenn die Frau schwarz arbeitet und von ihm Unterhalt will, obwohl sie ein Haus in Ecuador hat. Land, ein Grundstück. Und er nichts.
Die Guten, die Ehrlichen sind am Ende die Verlierer, die Dummen, die Gefickten.
Nur die Arschlöcher bleiben übrig.
Und ich will übrig bleiben, denkt er.
Es bleibt für beide Mannschaften ein schmaler Grad
Ich werde kämpfen, denkt er.
Ich werde schweigen und kämpfen.
Kämpfen, Bayern, kämpfen
Das Spiel ist nicht vorbei, Freunde, noch haben wir alle Chancen.
Er wird sie so verhungern lassen, wie sie ihn verhungern lassen, sie so in der Luft hängen lassen, wie sie ihn in der Luft hängen lassen.
Und am Ende natürlich verlieren, natürlich den Kürzeren ziehen.
Wie immer, aber wenigstens mit ein bisschen würde.
Würdevoll scheitern.
Du kannst heute echt nichts mehr sagen, aber ich sage es trotzdem.
Und verliere und scheitere...
...aber ich lebe noch...
...und solange ich noch lebe gibt es noch Hoffnung.
Auch für die Bayern, die in der Verlängerung sind. Die gekämpft haben.
Aber das Leben ist kein Fußballspiel. Im Leben verlieren alle.
Ich werde schreibend untergehen - das ist doch für einen Deutschen schon mal ein Fortschritt.
Oder ein Rückschritt?
Ich werde mein "deutsches" schlechtes Gewissen besiegen.
Ich werde siegen, indem ich verliere.
Denkt er...ich...er...ich
ICH
Und dann - in der 109 Minute - macht Thiago das 3-2 für die Bayern.
Und ich schreie kurz und sehr laut "Jaaaaaaaaaaaaaaaaa" Ein bisschen aus Schau, aber auch, weil ich es fühle.
Fast wie früher, als ich noch mit Nadine Fußbal geguckt habe.
Diesmal aber für MICH.
Wenn es dieses MICH wirklich gibt.
Keine 2 Minuten später schießt Coman das 4-2.
Diesmal fällt sein Jubel ganz bescheiden aus.
Der FC Bayern hat heut tief in den Abgrund gucken müssen.
4-2!!!!!! Bayern lebt noch.
Genau wie ich
Denkt er, haha.
Ja, er lebt noch...
Man soll eben den Abend nicht vor dem Ende des Bayern-Spiels verschreien!!!!!!!
Abends liest er (und selbst dieses "er" ist natürlich eine weitere Lüge) ein Interview mit Knausgard, in dessen zweiten Buch in seiner Mein-Kampf-Reihe er heute annähernd 40 Seiten gelesen hat. Er denkt: Der hat recht, aber du kannst das nicht, du wirst das nie schaffen, weil du gar nichts schaffst, weil deine Ehrlichkeit einfach so verpufft.
"Mach die Augen zu, dann siehst du was du hast!" hat sein Vater immer ganz stolz gesagt, als er noch klein war. Zu klein, um zu verstehen?
Doch, er hat das doch ein bisschen verstanden: Er hatte nichts, was nichts.
Oder hat sein Vater gesagt: "Mach die Augen zu, dann siehst du, was du bist?"
Woher soll ich - äh, er, meine ich natürlich - das wissen.
Das ist lange vorbei, nur die Scheiße bleibt. Die Scheiß-Schlacke der Vergangenheit.
Ist doch eh scheißegal, in 40 Jahren bin ich eh tot. Haha, 40 Jahre, wovon träumst du nachts?!
Genau davon
Knausgards Titel war ein Weg "Fuck you" zum Leser zu sagen. Genau wie Eminem, der "fuck you" zu seinem Publikum sagt.
Er hat heute Streit mit seiner Tochter gehabt. Lange hat er keinen mehr gehabt, hat sich beherrscht, hat sich benommen, war zu allen gut - nur nicht zu sich selbst. Das ist so, wenn man zu allen gut ist. Für andere lebt.
Selbst die Bayern können nicht mehr gewinnen, sind Verlierer wie er.
Aber heute hatte er mal wieder die Schnauze voll. Von allen Leuten, die in Deutschland immer die Klappe halten, weil ihnen sowieso keiner zuhört - oder weil sie das denken.
Seine Frau mag ihn ruinieren können - finanziell und psychisch - aber er wird sie mit runterziehen.
Ab morgen wird er schweigen, genau wie sie, seine Tochter und seine Frau, alle.
Mit gleicher Münze.
Knausgard hat recht. Die ganze Scheiß-Welt ist so verlogen, so verschwiegen, so beschissen, das geht gar nicht mehr.
Doch da machen die Bayern plötzlich das 2-2 und gehen in die Verlängerung. Es gibt wieder
Und alles ist wieder halbwegs gut. So gut es eben geht, wenn die Frau schwarz arbeitet und von ihm Unterhalt will, obwohl sie ein Haus in Ecuador hat. Land, ein Grundstück. Und er nichts.
Die Guten, die Ehrlichen sind am Ende die Verlierer, die Dummen, die Gefickten.
Nur die Arschlöcher bleiben übrig.
Und ich will übrig bleiben, denkt er.
Es bleibt für beide Mannschaften ein schmaler Grad
Ich werde kämpfen, denkt er.
Ich werde schweigen und kämpfen.
Kämpfen, Bayern, kämpfen
Das Spiel ist nicht vorbei, Freunde, noch haben wir alle Chancen.
Er wird sie so verhungern lassen, wie sie ihn verhungern lassen, sie so in der Luft hängen lassen, wie sie ihn in der Luft hängen lassen.
Und am Ende natürlich verlieren, natürlich den Kürzeren ziehen.
Wie immer, aber wenigstens mit ein bisschen würde.
Würdevoll scheitern.
Du kannst heute echt nichts mehr sagen, aber ich sage es trotzdem.
Und verliere und scheitere...
...aber ich lebe noch...
...und solange ich noch lebe gibt es noch Hoffnung.
Auch für die Bayern, die in der Verlängerung sind. Die gekämpft haben.
Aber das Leben ist kein Fußballspiel. Im Leben verlieren alle.
Ich werde schreibend untergehen - das ist doch für einen Deutschen schon mal ein Fortschritt.
Oder ein Rückschritt?
Ich werde mein "deutsches" schlechtes Gewissen besiegen.
Ich werde siegen, indem ich verliere.
Denkt er...ich...er...ich
ICH
Und dann - in der 109 Minute - macht Thiago das 3-2 für die Bayern.
Und ich schreie kurz und sehr laut "Jaaaaaaaaaaaaaaaaa" Ein bisschen aus Schau, aber auch, weil ich es fühle.
Fast wie früher, als ich noch mit Nadine Fußbal geguckt habe.
Diesmal aber für MICH.
Wenn es dieses MICH wirklich gibt.
Keine 2 Minuten später schießt Coman das 4-2.
Diesmal fällt sein Jubel ganz bescheiden aus.
Der FC Bayern hat heut tief in den Abgrund gucken müssen.
4-2!!!!!! Bayern lebt noch.
Genau wie ich
Denkt er, haha.
Ja, er lebt noch...
Man soll eben den Abend nicht vor dem Ende des Bayern-Spiels verschreien!!!!!!!
Abonnieren
Posts (Atom)




