An meinem Geburtstag, einem
kalten Tag im Februar, werde ich von meiner Tochter geweckt, die sich in der
Küche Buttergemüse von Aldi für die Schule macht. Und einen Bagel, im Ofen. Meine
Tochter, die irgendwas sagt, nuschelt, das ich nicht richtig verstehe.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Donnerstag, 8. Februar 2018
Herzlichen Glückwunsch!
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Montag, 29. Januar 2018
Yin und Yang
Der Wunsch zu
heulen, einfach loszuheulen ist so stark, so ausgeprägt, so drängend, dass du
nicht weißt, ob du es schaffst, ihm zu widerstehen. Du willst einfach nur
losheulen, aber du tust es nicht. Nicht hier, nicht jetzt, obwohl du so gerne
würdest…
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Dienstag, 23. Januar 2018
Heiligabend (im Wechselmodell)
Schon um neun Uhr
irgendwas klingelt es. Fast schon Sturm. Auf jeden Fall nicht nur einmal. Nein,
keine Angst, die können dich nicht gepfändet haben, haha. Und die Polizei ist
es, soweit ich weiß, auch nicht. Also muss es wohl María sein. Und du hattest
noch gar keine Zeit, dir jetzt schon einen anzuzwitschern. Obwohl ich schon
wach bin, schon seit kurz nach acht. Obwohl ich gestern erst um halb vier ins
Bett gekommen bin. Nach der Arbeit war ich zwar schon um zwei zu Hause, aber da
ich heute frei hatte, dachte ich: Dann kannst du ja noch was machen. Dann
kannst du ja noch was fernsehen. Beziehungsweise Pornos im Internet gucken,
immer auf der Suche nach dem perfekten Porno.
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Mittwoch, 26. April 2017
Strand, Mädchen und Latin Lovers
Meine Hose ist immer noch voll nass.
„Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann
ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich
noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“ Ich möchte den Strand
hinausschieben
Wir
sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von
Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit
weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier
am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa
de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am
Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund
das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags
und Nadine will gehen. Schon lange
Freitag, 14. April 2017
Karfreitag
Am Karfreitag liegt er wortwörtlich den ganzen Tag im
Bett. Am Anfang ist ja seine Tochter noch da, aber dann, um etwa ein Uhr geht
sie auch. Und dann beginnt sie wieder, die Leere. Die Leere in diesem Land, in
diesem Leben. Eigentlich wollte er noch in die Kirche gehen. Um drei. Das hat
er seiner Tochter groß angekündigt und ist dann keine halbe Stunde nachdem sie
weg war wieder eingeschlafen. Nur um um Punkt drei aufzuwachen. Und dann doch
noch die Oster- oder Karfreitagsmesse zu gucken. Aber im spanischen Fernsehen.
Montag, 30. Januar 2017
Antonio Orozco, Hoffnung und dieses Scheiß-Leben
Ich gucke dieses Video von Antonio Orozco. Wo der auf der Hochzeit singt. Keine Ahnung von wem. Kenne ich
nicht, aber der Typ sieht gut aus. Die Alte auch, aber nicht ganz so. Er
gewinnt, weil er gleichgültiger sein kann. Weil er besser aussieht. Oder doch sie? Traue nie einer Frau, die sich traut. Selbst wenn sie, wie im Video, heult. Aber egal. Lassen wir das. Ich
gucke das Video und höre, wie der singt. Wie der leidet. Und denke: Du kannst
leiden so viel du willst, sie wird nie zurückkommen. Du kannst bis ans Ende der
Welt leiden. Sie würde nicht zurückkommen. Nie. Keine Chance, du Wichser. Die
Realität ist halt anders als Antonio Orozco. Du kannst es 50mal hören, in der
Original-Version, in der Flamenco-Version, in der Fick-mich-in-den
Arsch-Version…sie wird nie zurückkommen. Und die Hoffnung stirbt auch nicht
zuletzt, denn sie ist schon lange tot. Kannst es hören, bis die Nachbarn die
Polizei rufen, bis die Kühe nach Hause kommen, bis eure Tochter sagt „Das
nervt, mach das mal aus!“...sie wird nicht kommen. Egal wie viel du leidest
oder besser gesagt: Je mehr du leidest, desto geringer werden deine Chancen,
dass sie überhaupt jemals wieder ein Wort mit dir spricht. Außer das klare Nein
bei der Scheidung. Ihr letztes Wort.
…de tu vo’, de tu andar, del sentir, del de’pertar…
…e‘toy hecho de pedacito’ de ti…
…e’a lu’…
…el saber de que sin ti no soy na‘a
..que
la noche fue gri’
Und obwohl du das weißt, das
ganz genau weißt, du Wichser, hörst du das Lied immer wieder. Wie eine
Beschwörung. Aber die Nacht hört nicht auf dich. Die scheißt auf dich. Und die
Sterne sind blind, tot, schon lange weg, egal wie oft du zu ihnen aufschaust
Aber das ist wie mit diesem
Scheiß-Leben. Wir wissen, dass es zu nichts führt, klammern uns aber trotzdem an
es als wär es unsere letzte Hoffnung
weil es genau das ist
wir werden geboren
wir lieben
wir sterben
Noch einmal, nur noch einmal
Antonio Orozco auf dieser Hochzeit, wo du noch nicht mal weißt, ob die
überhaupt noch zusammen sind
Mittwoch, 11. Januar 2017
8 Tage vor der Scheidung
Die letzten Tage vor der Scheidung – es sind derer noch
genau 8 – fühlen sich irgendwie irreal an. So als müsste noch irgendwas passieren, was
den Termin vor Gericht doch noch verhindert
Was denn? Ein Atomkrieg?
Was hätte Fukushima noch verhindern können? Nichts
Keine Ahnung. Irgendwas
Sie kommt vorbei, sagt, das sei alles nur ein Spaß
gewesen, ein übler Scherz, sagt, sie wollte nur meine Liebe für sie, meine
Liebesfähigkeit testen
meine Leidensfähigkeit
Sagt, wir blasen das alles ab. Das ist doch alles
Quatsch. Eine Überreaktion. Und wir blasen es nicht nur ab, sondern ich blase
dir auch noch einen, heute Abend. Du ziehst wieder zu mir, ich schmeiße den
unbekannten WG-Bewohner/-in raus und wir sind wieder eine Familie, ein Ehepaar
was hast du denn genommen
das solltest du lassen bevor du noch weitere solcher
Horror-Trips hast
Die letzten nunmehr fast zwei Jahre waren ein einziger, langer
Horrortrip.
Das fühlt sich alles so an, als wäre es nicht wahr, als gäb
es da, irgendwo da, noch einen Ausweg, ein Schlupfloch, eine Falltür, was auch
immer
…wie in diesen Comics wo der plattgewalzte, tot
geglaubte, von der Klippe gesprungene Held oder Böse einfach wieder aufsteht
und alles wieder von vorne losgeht…
…könnten wir überhaupt noch mal von vorne anfangen?
Realistisch gesehen: wahrscheinlich nicht.
Das fühlt sich echt ein bisschen so an wie das Ende der
Welt. Obwohl deine Welt schon lange auseinander gebrochen ist, schon lange
nicht mehr dieselbe ist. Durch eine böse ersetzt wurde…mit bösen, deutschen
Menschen. Wölfen, die den Menschen Wölfen sind…das Ende einer Ära, von fast
zwei Jahrzehnten gemeinsamer Einsamkeit…
Und jeden Tag hoffst du auf eine überraschende Wendung,
bist aber jeden Abend wieder von neuem enttäuscht, bevor du endlich, todmüde in
einen holprigen, unruhigen Schlaf hinabstürzt
Du willst sie nicht sehen, in fast einer Woche, selbst
vor Gericht nicht. Und gleichzeitig willst du nichts mehr als sie sehen, ein
letztes Mal, bevor jeder von euch sein eigenes, trauriges Leben weitergeht
fühlst dich wie in diesem Video von Love of Lesbian. Wo der am Ende aus dem Fenster springt und das
ganze Lied über mit so roten oder rot umrandeten Augen singt, dass das dir
nicht mehr wie ein Zufall vorkommt. Hat er geheult
Das Lied mit dem Titel Los días no vividos, die nicht gelebten Tage…
…die nicht geliebten Tage…
Wo der singt: …dunkle
Materie, die aus Leere gemacht ist…und ich erhebe das Glas, das leerer ist als
ich…es führt in die Hölle…ich erinnere mich an keine bessere
Nicht-Geschichte…ich werde zu den nicht gelebten Tage… Und die Welt am Ende
wirklich untergeht. Das ist aus diesem spanischen Film. Wo er am Anfang sich
streitet, weil er das Ende der Welt nicht mit seiner Frau/Partnerin verbringen
will
Eres un hijo de puta
y no me da la gana de perdonarte…joder…
Und es klingelt an der Tür, klingelt nicht, klingelt,
klingelt nicht
Dienstag, 29. November 2016
Warum bist du noch hier?
Nach dem Aldi-Besuch, dem – wie er zu
ihr sagt – Höhepunkt seiner Woche, stehen sie an der Haltestelle und er sagt: „Guck
mal da…“ Er deutet auf den halb zerfledderten Aushang mit der vermissten Katze,
die einem auf dem Foto direkt in die Seele zu gucken scheint…
…was sie da wohl sieht...
„Ich vermisse auch eine Katze. Meine
Katze. Ich vermisse meine Katze auch.“
Jetzt ist es raus.
Aber du weißt noch nicht mal, ob sie
dich überhaupt gehört hat oder ob sie selbst gerade in ihrer eigenen Welt ist,
abgelenkt von ihrer afrikanischen Musik, die sie in letzter Zeit immer hört
die sie daran erinnert, dass es noch
mehr gibt als dieses Deutschland
Im Bus, plötzlich, willst du sie fragen. Während sich der Bus seinen Weg durch die eisige Nacht bahnt wie ein
Eisbrecher, ein russischer Eisbrecher, einsam und allein. Immer weiter rein ins
„Katzenloch“. (So heißt das wirklich, das gibt es wirklich in Bonn – genauso,
wie es mich nicht gibt. Nicht mehr gibt, schon lange nicht mehr) Was wohl hier
vor hunderten von Jahren passiert ist, dass die das so genannt haben?
Du hast sogar schon fast deine
Ohrstöpsel aus den Ohren genommen, um diese Frage wirklich zu stellen. Bist du
bekloppt?! Hast du sie noch alle?! Diese Frage, die dir durch den Kopf
geistert. Schon seit langem. Nicht erst seit gestern.
„Warum bist du eigentlich noch hier?“
„Warum?“
„Ich versteh es nicht…“
„Warum bist du eigentlich noch hier…?“
Das ist nicht die richtige Frage für deine
siebzehnjährige, bald schon erwachsene Tochter. Trotzdem nicht
Das hat damit nichts zu tun
„…wenn ich doch so Kacke bin, dass mich
niemand mehr lieben kann…
…lieben will…
…dass mich deine Mutter nicht mehr
liebt, nicht mehr lieben kann…
…warum bist du dann noch hier…??“
weil du noch was für deinen Vater
empfindest…
…was weiß ich warum…
Warum sind wir alle überhaupt noch hier…auf
diesem kalten Planeten in diesem kalten Universum?“
Er steckt den Ohrstöpsel wieder rein. Die
kannst du dir doch wirklich selbst beantworten…wenn du ein bisschen darüber
nachdenkst…
…aber es darf nicht sein…
…es darf niemanden auf dieser Erde, auf
diesem kalten, traurigen Planeten geben, der dich noch liebt. Niemanden
Du hast
Bist du bekloppt. Du guckst sie an, wie
sie da sitzt, mit ihrer schwarzen Mütze, mit deiner schwarzen Mütze. So jung.
So unverbraucht. So unkaputt. Unkaputtbar. Ihr brauner Teint, ihre kleine Nase,
ihre großen Augen
Ich will sie fragen, aber was sollte sie
darauf schon antworten.
Einen Vater, der mehr hier als da ist.
Der mit mindestens einem Bein schon im Jenseits steht. Vielleicht schon immer
stand. Sein ganzes Leben lang.
Obwohl er sich niemals trauen würde…
Obwohl er immer noch denkt, dass dieses
Leben, dieses Scheiß-Leben, das einzige ist, das wir haben.
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