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Mittwoch, 29. Januar 2025

Traumdeutung: Episode 2 nach C


¿Qué es la vida? Un frenesí. 
¿Qué es la vida? Una ilusión, 
una sombra, una ficción; 
y el mayor bien es pequeño; 
que toda la vida es sueño, 
y los sueños, sueños son.

Was ist Leben? Eitler Schaum,
 Truggebild, ein Schatten kaum,
Und das größte Glück ist klein;
Denn ein Traum ist alles Sein,
Und die Träume selbst sind Traum.



Im Traum bist du auf der Arbeit, in den Räumen des ... In Rheinbach, wie auf der Weihnachtsfeier, in dem kleinen Raum hinten. Neben dir ist O, was komisch ist. Aber er ist in seinem Raum, weil du beschäftigt bist in deinem Raum. Du sitzt da mit so einer Ecuadorianerin, die du von früher kennst. Von Nadine noch. Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist sie klein ist und hat schwarze Haare, eine dieser typischen ecuadorianischen Rundfrisuren. So, wie Nadine sie auch immer hatte. Und obwohl die mit ihrer Familie im Raum sitzt, fängst du an mir ihr zu flirten. Ihr fangt sogar ein bisschen an, rumzumachen. Toque toque (du bist halt sehr taktil, was sollst du machen, Mami hat dir nicht den cariño gegeben, den du brauchtest und so weiter) und am Ende küsst du sie sogar auf den Mund, obwohl ihre Familie da sitzt und alles


Du willst mehr, du willst jetzt alles, bist jetzt im Raubtiermodus, willst deine Beute reißen, aber sie muss gehen. Keine Ahnung, ob sie gehen muss oder ob das ihr zu viel wird, ob du ihr zu aufdringlich wirst, aber auf jeden Fall geht sie


Trotzdem fühlst du dich voll gut, so wie mit C, und sogar O hat gesehen, dass du mit einer Frau rumgemacht hast und lässt dich jetzt in Ruhe. Oder sieht zumindest, dass du attraktiv bist für das andere Geschlecht.

Aber dann fällt dir ein, dass er ja alles aufgenommen hat, was da passiert ist und das gefällt dir gar nicht. Das geht ihn gar nichts an. (Keine Ahnung, warum er überhaupt die Räume überwacht, aber egal.) Also nimmst du heimlich die Kassette aus dem Videogerät. Das ist so eine alte VHS-Kassette, aber O ist ja auch nicht mehr der Jüngste, also passt das ja.


Dann gehst du nach vorne, in den großen Raum an der Tür, noch immer geflasht, noch immer high von deiner Begegnung mit der Ecuadorianerin, und da ist sie: B, ne C, C natürlich, die sich an der Seite Essen nimmt. Geil. Endlich, C ist wieder da. Ja. Du freust dich, gibst ihr ein Küsschen rechts, ein Küsschen links zur Begrüßung (das ist nicht im Traum, ich weiß, aber das nehmen wir jetzt einfach mal rein, weil es zu meinem Wachtraum gehört und ich es drin haben will - und ich bestimmen, was in meinen Träumen vorkommt!). Du redest mit C, freust dich, dass sie wieder da ist, endlich, flirtest mit ihr, denkst: Hoffentlich hat sie dich nicht mit der anderen Ecuadorianerin gesehen, hoffentlich vielleicht doch, und sie erzählt dir, dass da in dem Raum, in dem sie sitzt, dieser Italiener ist, der nicht aufhört, sie zu nerven


Kann mir schon vorstellen, wie das dich nervt, aber ich sage nichts (C ist wieder hier, endlich, C!), gehe mit ihr in den Raum und setze mich neben sie an den Tisch. Der Raum ist komisch und erinnert mich entfernt an einen Raum in der Stadtbibliothek, eine Mischung zwischen dem großen Raum bei dir auf der Arbeit und  der Stadtbibliothek komisch, aber egal. Da stehen so Tische wie bei dir auf der Arbeit, so braune wie in Rheinbach und der Typ sitzt in der Mitte, quasi schräg gegenüber von dir und C. Du guckst rüber und das ist so ein dünner Typ, relativ elegant, mit Jackett und einem dieser kleinen italienischen Bärtchen, kein richtiger Bart, sondern so ein dünner Casanova-Bart. Aber auf dem Kopf, zuerst siehst du das gar nicht, weißt gar nicht, wie dir das entgehen konnte, auf dem Kopf trägt er eine dieser runden Stoffmützen, die diese englischen Britpop-Bands damals alle getragen haben, in den Neunzigern. So eine, wie sie die Engländer immer im Urlaub tragen, wenn sie cool aussehen und sich gleichzeitig vor der Sonne schützen wollen, die so ganz rumgeht und die Stirn bedeckt. Ich glaube, Cypress Hill hatten die damals auch. Das passt gar nicht zu dem eleganten Anzug

Was für ein Mafiosi, dieser A..., denkst du, als du zu ihm rüberguckst und dich neben sie setzt, dein Territorium, dein Revier neben C markierst. Was für ein A... Italienische Mafia, mein A...


Und dann hört der Traum auf. Zum Glück, denkst du. Einen Moment lang zögerst du zwar noch, denkst darüber nach, ob du es vielleicht nicht doch nochmal versuchen solltest, wegen C, vielleicht gelingt es dir ja den Traum fortzusetzen, vielleicht schaffst du es ja, weiterzuträumen, noch ein paar schöne Momente mit C zu erleben, zumindest im Traum, aber dann lässt du es doch, entscheidest dich dafür, aufzuwachen, die Augen zu öffnen, der Realität ins Auge zu blicken 


und der Traum ist weg




Das tue ich mir nicht mehr an.


Das tue ich mir doch jetzt nicht noch ml an.


So schön es war




Sonntag, 5. Januar 2025







... und wenn ich sie trotzdem liebe ... ?






























(oder gerade deswegen)








































... dann hast du ein Problem ...

Sonntag, 29. Dezember 2024

Wie alles begann II




Du fragst dich: Wie fing das alles an?

Denkst zurück. Siehst sie, wie sie hinten an einem Automaten spielt, in einem dicken Pullover. C. Hättest du eine Chance gehabt, wenn du es anders angegangen wärst? Bestimmt. 

Sie ist Latina, das weißt du. Wie deine Ex. Wahrscheinlich sogar aus Ecuador, aber das weißt du zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Du beobachtest sie, wie sie spielt, findest sie da schon irgendwie attraktiv - wenn du wüsstest, was noch alles kommen sollte ...

Siehst sie ein paar Male, immer allein, nie mit irgendjemand am reden, immer nur leise am spielen.

Und irgendwann, als du ihren Ausweis kontrollierst, sagst du dann: "Hablas español?" Sprichst du Spanisch?

All das, was du jetzt fühlst, hättest du dir sparen können, wenn du damals nur nichts gesagt hättest. War es das wert?

Ich weiß es nicht, das wird Gott entscheiden, wenn du einmal tot bist.


Aber du sagtest was. Keine Ahnung warum. ein zögerlicher spanischer Satz und dein Schicksal war besiegelt.

¿Eres español?




Ich liebe dich, sagst du, sagt er leise, fast gehaucht, als er vom Klo kommt. Ich liebe dich.

Auf dem Klo hat er auf dem Handy sein heutiges Horoskop gelesen. Er wollte das eigentlich nicht mehr machen, da sie ja eh nicht mehr hier ist und das nichts mehr ändert, eh nichts mehr ändert. In seiner Hochzeit, in ihrer Hochzeit hat er sogar immer ihr Horoskop mitgelesen. Waage, sie ist eine Waage, war eine Waage.

Da steht: Drei Sternzeichen starten im Januar ein ganz neues Leben. Oder starten im Januar richtig durch. Er weiß es nicht mehr, findet den Artikel nicht mehr.

Wasserman (21. Januar - 19. Februar)

Im Januar könntest du das Bedürfnis verspüren, alte Gewohnheiten und Beziehungen loszulassen, um Platz für neue Erfahrungen und Menschen zu schaffen. Dies könnte bedeuten, dass du dich von toxischen Freundschaften oder einer unerfüllten beruflichen Situation trennst. Du bist nun bereit, Risiken einzugehen und neue Wege zu erkunden, um dein volles Potential zu entfalten. 

Na hoffentlich

Ich brauche das, ich brauche Veränderung


Du, er kommt sich vor wie ein Archäologe der Liebe, oder der desamor, er weiß nicht, wie er das ins Deutsche übersetzen soll, manchmal ist das Spanische halt besser, was Liebe angeht, was diese Dinge angeht.

Das Spanische ist die schönste Sprache der Welt ... (die romantistische).

Er legt Lage für Lage alter Gesteinsschichten, alter Geschichten frei. Sozusagen seine eigene kleine präkolumbianische Vorgeschichte. Oder ihre. Sie hasste das immer, wenn er sie liebevoll longa nannte, was in Ecuador ein (leicht) despektierlicher Begriff für die indianische Urbevölkerung ist, die indigene Bevölkerung. Er liebte das, sie zu ärgern, liebte sie ... 

Gräbst wie ein impotenter Casanova mit einem Stock in der Asche deiner verglühten Liebe. Deiner längst verglühten Liebe. Suchst nach Zeichen, nach versteckten, übersehenen Botschaften, dass da doch mehr war 

Da muss doch noch was gewesen sein, bevor du zum ersten Mal Hablas español? gesagt hast. 

aber das kann ja gar nicht sein, das kann ja gar nicht sein. Wie sollst du denn vorher etwas mit ihr gemacht haben, mit ihr geredet haben, bevor du sie das erste Mal angesprochen hast?! Das kann ja gar nicht sein ...

...das ist wieder nur deine Einbildung deine Fantasie, wie immer. Das war alles nur deine Einbildung, deine Fantasie.

Aber da war was, da war irgendwas. Auch wenn es nicht das war, was du gerne gehabt hättest, wenn es nicht deinen Wunschvorstellungen entsprochen hat (wilder Sex mit ihr, sie zieht zu dir und ihr treibt es Tag und Nacht, bis diese anfängliche, wilde Verliebtheit langsam in reife, respektvolle Liebe übergeht ...

Willst es nicht wahrhaben, dass das alles war, willst es immer noch nicht wahrhaben, dass das alles war, selbst jetzt noch nicht, wo sie in Ecuador ist ...


Aber das muss danach gewesen sein. Weil du dich vage daran erinnerst, dass sie in Ecuador war. Da muss sie ja schon mit dir geredet haben. Denn woher sollst du sonst erfahren haben, dass sie in Ecuador war?


Wie jetzt


Du weißt noch wie sie dir sagte: Ich war auch schon mal 4 Monate in Ecuador. Was du damals mit Freude zur Kenntnis genommen hast. Juhu, es sind ja nur zweieinhalb Monate, die du dieses Mal in Ecuador bist! Da muss ich mir ja keine Sorgen machen, muss dich ja nicht mal vermissen …


Außerdem hast du irgendwann mit ihr über die Sicherheitslage in Ecuador gesprochen, als die junge Nachbarin deines Chefs für ein Jahr nach Peru wollte und du für ihn fragen solltest. Aber das war später, viel später, wie du gerade in WhatsApp herausgefunden hast. Und so stocherst du im Dunkeln, im übertragenen Sinne in der Zeit, bevor die Spanier nach Südamerika kamen, bevor Südamerika kolonisiert wurde. Als es noch wild war. Vermeintlich wild. Denn, ganz im Sinne der heutigen PoC-Diskussionen: Waren wir (Europäer) die Wilden oder die Naturvölker der präkolumbianischen Zeit? War sie, ist sie, das vermeintlich Dunkle, Wilde oder bist du es, warst du es? Oder war es, ist es, eine Mischung aus beidem? Wahrscheinlich Letzteres. Auch wenn du diir einbilden willst, einreden willst, dass sie die böse, dunkle Kraft in eurer Beziehung war. Und so ist in letzter Instanz, wenn es hart auf hart kommt auch diese Erzzählung, deine Erzählung, seine Erzählung, unsere Erzählung, mit Vorsicht zu genießen. Mit äußerster Vorsicht! Denn das ist, ganz im Sinne der heutigen woken Diskussion, nur die Erzählung eines mittlerweile schon ziemlich alten weißen Mannes, der sich das nicht eingestehen will, natürlich nicht …

In diesem Sinne: Proceed with caution, friends! Friendos ...

Denn das Dunkle wohnt in uns allen, nicht nur in kleinen, fiesen Frauen aus Ecuador, die es nach Deutschland verschlagen hat ...


unser Südamerika-Korrespondent


wir haben


Das hat ja was mit Erziehung zu tun. Es hat ja nicht jeder das Bewusstsein, dass Müll in den Müll gehört.


alle eine dunkle Seite


Stell dir mal vor, ich hätte die Scherben nicht aufgehoben




Hier zeigen die Brasilianer ihr einzigartiges Ballgefühl




Andere Fundstücke geben Douglas zu denken.


Das ist ein Döschen mit Drogen


Ihr habt langsam angefangen, nicht mit dem Gespräch über ihren Mann, ihren Ex, ihren Mann. *** *****, *** *** *** ************ ******.


Damals, am Anfang, dachtest du noch sie sei ledig, sie hätte keinen Partner. Das hättest du dir eigentlich auch denken können, dass so eine Frau, obwohl sie natürlich nicht mehr die Jüngste war, einen Partner hat und nicht allein lebt. Eigentlich.


Und uneigentlich?


Uneigentlich maltest du dir aus, wie es wäre, bei ihr zu übernachten. Nach der Arbeit in der Halle direkt zu ihr zu gehen, bei ihr zu klingeln, sie lässt dich rein, ist im Nachthemd, sagt müde, aber glücklich hola zu dir.

Hola

Hallo

Hola, querida

Hallo, meine Liebe                                       

¿Qué haces?

Und, was machst du? 

Nada, durmiendo …

Nichts, ich war am schlafen ...

(esperándote a ti …)

(auf dich am warten ...)

Sie sagt dir, dass du auf dem Sofa schlafen kannst. Da.

Schön …

Ich bringe dir eine Decke.

Ok, wunderbar. Das ist schön, dass ich hier übernachten kann. (Geil!) Da waren noch Kunden und jetzt fährt nichts mehr nach Meckenheim. Keine Busse, nichts mehr, lügst du. Dann müsste ich laufen. Gut, dass ich jetzt jemand hier kenne. Wie geil ist das denn?!


No pasa nada, no te preocupes ...



Damals kannte ich ihre Wohnung noch nicht, wusste also noch nicht, wie alles angeordnet ist.


Wusste auch noch nicht, dass sie (noch) verheiratet war.


Am nächsten Morgen frühstücken wir zusammen, sie noch im Nachthemd. Du erhaschst einen Blick ihrer ... Glocken. Unter dem locker sitzenden Nachthemd. Ding-dong!


Sie kommt nachts zu dir, legt sich zu dir aufs Sofa, kriecht unter deine Decke, sagt, dass sie so allein ist, dass es ihr kalt ist, dass sie nicht schlafen kann, oder was auch immer ...

Irgendeine Ausrede ...

Irgendeine Ausrede wird ihr schon einfallen ...


Wenn sie wirklich will



Und dann? Ja, was? Was stelltest du dir eigentlich vor, was dann passieren würde ...? 

Dass sie mir näherkommen würde, irgendwie, dass ich ihre Hand nehmen würde, dass ich immer öfter bei ihr übernachten würde, bis das schon fast zur neuen Normalität werden würde

Dass sie sich morgens vor mir umziehen würde, ich mit ihr duschen würde, sie auf dem Sofa ...

...dass sie sich nachts zu mir legt, weil ihr kalt ist, wir kuscheln und dann langsamen Kuschels.. haben.

Zusammen duschen und dann glücklich und frisch geduscht zur Arbeit gehen ...

... wie die frisch gef... Eichhörnchen ...


Vamos, ich dachte an ihre T€#@en, die so schön groß und rund waren

wie sie wohl im BH aussahen

sich zu mir aufs Sofa legte und wir kuschelten, sie unter meine Decke schlüpfte 


Aber das waren noch keine richtigen W...fantasien, keine ausgewachsenen W...fantasien, weil ich das nie mache, wenn ich jemanden attraktiv finde, mir zu ihnen einen runter zu holen. 


Ah, du gibst es also zu, hörst du sie sagen. Dass du mich damals schon attraktiv fandest. Ich wusste es! Du Lügner!


Du Nice Guy!



Wie war das nochmal in dem YouTube-Video? Männer brauchen nur eins von Frauen, brauchen Frauen nur für eine Sache ...? Eine Sache können sie mit ihren männlichen Freunden nicht machen ...


nämlich Sex


Was soll ich auch mit ihrer freaking Persönlichkeit, die nervt nur ...


ihr Loch


OOO



Du wirst schreiben, du wirst dich aus diesem Loch rauschreiben. So kann es nicht weitergehen … du musst was machen.



Fortsetzung in Kürze!







Montag, 14. Oktober 2024

Pech im Spiel, Glück in der Liebe?

 Love's a game ...

... wanna play?



Abends in der Halle höre ich Attached von Amir Levine und finde heraus, dass sie wahrscheinlich eh nicht die richtige Wahl ist ...


...before you reach the point of no return ...




... dass ich protest behaviour verwende ...




This person is just no right for me ...


Dienstag, 23. Januar 2018

Heiligabend (im Wechselmodell)














Schon um neun Uhr irgendwas klingelt es. Fast schon Sturm. Auf jeden Fall nicht nur einmal. Nein, keine Angst, die können   dich nicht gepfändet haben, haha. Und die Polizei ist es, soweit ich weiß, auch nicht. Also   muss es wohl María sein.    Und du hattest noch gar keine Zeit, dir jetzt schon einen anzuzwitschern.   Obwohl ich schon wach bin, schon seit kurz nach acht. Obwohl ich  gestern erst um halb vier ins Bett gekommen bin. Nach der Arbeit war ich zwar schon um  zwei zu Hause, aber da ich heute frei hatte, dachte ich: Dann kannst du ja noch was machen.   Dann kannst du ja noch was fernsehen.    Beziehungsweise Pornos im Internet gucken, immer auf der    Suche nach dem perfekten Porno.

Donnerstag, 18. Januar 2018

Duermen los pollitos...
















Nachts, allein im letzten Zug, in der letzten Voreifelbahn, die ihn jetzt nicht mehr nach Hause nach Bonn-Finkenhof bringt, sondern nach Meckenheim, denkt er an früher, wo er noch mit Nadine zusammen war. Damals würde er jetzt mit ihr im Zug sitzen, entweder neben ihr oder ihr gegenüber, aber immer ganz nah. Er würde müde sein, aber trotzdem lachen. Sie würden lachen, lachen und reden, er würde sie berühren, umarmen, küssen, vielleicht sogar sie ihn. 

Dienstag, 9. Januar 2018

Die Wahrheit

"But at the length truth will out"
William Shakespeare

"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen









Nachts wache ich auf und will die Wahrheit. Ich hab eh kaum geschlafen. Erst lief da die SOKO Leipzig mit so einem spannenden Prostitutionsfall und dann ein ein wenig verwirrender dänischer Film mit einem Typen, der von dem früheren Mafia-Klienten seines Vaters, der wie er Anwalt war, verfolgt wird.

Aber selbst danach kann ich noch nicht schlafen. Und selbst nachdem ich mir mit Mühe und Not einen runtergeholt habe, klappt es nicht. Ich drehe und wende mich, aber die Hüfte oder die Eier tun mir weh und so finde ich keine richtige Position.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Ich glotz TV - ein Gehirnsturm













Jeder Tag ist ein Kampf. Das fängt schon kurz nach dem Aufstehen an. Ein Kampf gegen den Hunger (ich liebe Intervallfasten), ein Kampf gegen das Schweigen deiner Tochter, ein Kampf gegen die Scheiße im Fernsehen…

Aber egal: Bring’em on! Bring the motherfuckers on!

Denn: Wer nicht kämpft, der hat schon verloren!

Sie kommt aus ihrem Zimmer, sagt nicht Guten Morgen. Du aber auch nicht. Warum solltest du, wenn sie es auch nicht tut? Also scheiß auf einen guten Morgen. Ist sowieso überschätzt.


Sonntag, 24. Dezember 2017

Einen Tag vor Heiligabend: Na dann Prost!



Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special…
(Wham! - Last Christmas)
  







Ich hätte richtig Bock an Heiligabend ein bisschen Alkohol zu trinken. Um zu vergessen. Vergessen, dass meine Frau nicht mehr da ist (Tschuldigung, meine Ex-Frau meine ich natürlich). Um zu vergessen, dass sie, meine Tochter, nur den halben oder noch nicht mal den halben Tag da ist, an Heiligabend! Dass sie später den Leuten ins Gesicht lächeln wird, die deine Ehe auf dem Gewissen haben, die dich kaputtgemacht haben und jetzt alles haben, während du nichts hast. Nur eine Tochter, und auch die nur die Hälfte des Tages (wenn überhaupt). Dass die ihr schmierig, kokett ins Gesicht lächeln werden, der Schwager zum Beispiel und wer weiß wer sich sonst noch bei denen rumtreibt, an Heiligabend. Heiligabend. Ihre Familie war ihr nicht heilig, soviel ist sicher. Obwohl: ihre Familie schon. Meine, unsere nicht… Und María liegt dazwischen. Ich hätte echt Bock, aber ich kann nicht. Das kannst du nicht bringen! Dir vor ihr an Heiligabend, diesem heiligsten Abend im Jahr, einen anzuzwitschern. Obwohl du noch Alkohol da hast. Zwei Flaschen, die du seit anderthalb Jahren nicht angerührt hast. Du bist also kein Alkoholiker. Du magst die Scheiße noch nicht mal richtig. Alkohol schmeckt dir nicht. Du könntest nie ein Alkoholiker sein, werden. Aber trotzdem wäre das ein Tabubruch…und würde auch von deiner Tochter als solcher aufgenommen. Also wirst du nüchtern alles ertragen und danach – wie jedes Jahr seit der Trennung – in den Wald gehen, alleine, ganz alleine, der letzte Mensch auf der Welt…

Montag, 18. Dezember 2017

Zeit für eine Typveränderung


 










Du kommst montagabends zur Tür rein und sie ist tatsächlich noch wach. Sitzt am Küchentisch und sagt: „Merkst du was?“

Und tatsächlich merke ich es direkt, sage: „Deine Haare…“
 
„Hast du die gefärbt?“

Freitag, 15. Dezember 2017

Ihre kleine Seele



Hey, man
How come you treat your woman so bad?
That's not the way you do it
No, no, no, you shouldn't do it like that
I could show you how to do it right
I used to practice every night on my wife, now she's gone
Yeah, she's gone
You see, her mother and me
We never got along that well, you see

 (Pulp - "A little soul")
  








Ich habe ihre kleine Seele auch verletzt. Vielleicht habe ich das ja alles verdient, was mir passiert ist. Die Trennung, die Scheidung, die finanziellen Probleme…

…als ich damals ihre Freundin angemacht habe… Wie hieß die noch mal? Keine Ahnung. Lydia? Nein, das war die Schwarze, bei der wir unser erstes Mal hatten. Sylvia? Nein, das war die Sexbombe, die eigentlich Informatikerin war, aus dem Dschungel kam und aussah…wie eine Sexbombe halt so aussieht… Die mit dem alten Typen zusammen war, mit diesem Santa Ruseño. Der aus dem gleichen Dorf kam wie Nadine. Und mindestens zwanzig Jahre älter war als dieser kleine, perfekte Schoko-Sahne-Schnitte aus dem Dschungel, die dich fast zum Tiger hat werden lassen…wenn sie nicht mit diesem alten Gockel zusammen gewesen wäre…


Donnerstag, 14. Dezember 2017

Luis Garavito, Karl Denke und ich













Ich komme nach Hause, telefoniere mit der Sparkasse (ich habe meine verfickte Karte verloren, mal wieder…oder zumindest im Dialog-Automaten vergessen, was weiß ich denn, mein Leben ist ein einziges Chaos…), danke Gott, dass nichts abgehoben wurde…puh…seit letzte Woche Donnerstag. Da kann ich ja eine Pause machen, nur eine kleine, eine kurze Pause. Vom Leben. Von meinem derzeitigen und natürlich auch vergangenen Leben. Also lege ich mich ins Bett, stelle das spanische Fernsehen wieder laut (schon wieder Trump-Bashing, selbst in Spanien…wenn jemand so viel Haue bekommt, dann muss er ja etwas richtig machen…). 

Sonntag, 5. November 2017

Klicks aus Ecuador













Scheiße, Mann! Hatte heute einen Schockmoment, als ich meine Klicks gecheckt habe. Ich meine, ich bin ja viele verschiedene Länder gewöhnt, aber das… Wahrscheinlich sind das eh nicht echte Klicks, was Google Analytics da zählt, sondern nur irgendein Scheiß. Irgendjemand, der zufällig auf meiner Seite gelandet ist. Abertrotzdem: Bei “zufällig“ muss ich Psycho jetzt wieder an den Paten denken, wie er genüsslich sagt: „Es gibt keine Zufälle!“ Also bin ich wieder unentschieden. Wie fast immer in meinem Leben. Sind das jetzt echte Seitenaufrufe, die das echt gelesen haben, was ich da geschrieben habe oder nicht. Schwer zu sagen. Unmöglich zu sagen. Auf jeden Fall hat nicht nur Blogger die beiden Seitenaufrufe registriert, sondern auch Google Analytics. Andererseits gab es seitdem keine Klicks/Seitenaufrufe aus besagtem Land mehr.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Müllentsorgung nach der Scheidung












Heute muss ich echt mal wieder ein bisschen aufräumen. Zuerst bringe ich den Müll raus, dann gucke ich im Keller nach, wie die Wäscheleinensituation aussieht (das muss man in einem Mehrfamilienhaus, in dem nur sechs Leinen vorhanden sind, immer tun). Aber heute ist fast alles leer (oh, Wunder!). Also wird heute auch noch gewaschen. Keine Minute Pause. 

Samstag, 14. Oktober 2017

Schmutzige Wäsche













Beim Waschen fällt mir ein Handtuch auf. Es ist eigentlich ein ganz normales Handtuch. Es ist weißgrau (diese Farbe, die alle Handtücher nach einer Zeit so annehmen), aus Frottee (das, wie bei allen Handtüchern nicht mehr ganz so flauschig ist wie am Anfang) und hat auch die Standardgröße, die Handtücher in unserer genormten Welt nun mal so haben (nicht groß genug, um deinen ganzen Körper darin einzuhüllen, aber groß genug, um deine Scham zu bedecken, wenn du nicht gerade meinen Bauchumfang hast…). Eigentlich ist es ein ganz normales Handtuch, wie ich sie jede Woche im Wäschekeller aufhänge (na ja, fast jede, denn jede Woche wasche ich gar nicht).

Samstag, 7. Oktober 2017

Traumdeutung: Keine Luft in den Anden











Ich träume davon, dass wir in Ecuador sind. In den Anden. Dort, wo sie herkommt. Sie. In der Nähe von Ambato. Ich sitze neben ihr im Auto und wir fahren eine dieser Passstraßen runter in ein Tal. Sie fährt. Und ich sitze neben ihr, in diesem alten Auto und sehe, wie die Straße ziemlich steil ins Tal hinunterführt, zwischen diesen hohen Bergen auf beiden Seiten… 

Donnerstag, 1. Juni 2017

Slainté!















Yasir kommt an die Theke.
„Wie geht’s dir?“, fragt er.
„Besser.“
Er lacht. Wir lachen.
Hahaha

Mittwoch, 26. April 2017

Strand, Mädchen und Latin Lovers















Meine Hose ist immer noch voll nass.

 „Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“                         Ich möchte den Strand hinausschieben

Wir sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags und Nadine will gehen. Schon lange

Donnerstag, 12. Januar 2017

Dankbarkeit und Schuld










Wenn überhaupt, dann kann man das nur als ein Gefühl der Dankbarkeit beschreiben. Er flog nach Ecuador und heiratete sie, weil er ihr dankbar war. Das mag jetzt komisch klingen, aber das ist, glaub ich, das, was einer echten Erklärung am nächsten kommt. In Ermangelung einer echten Erklärung…

Dankbar wofür aber?

Ich weiß es auch nicht genau. Weil sie mich liebte, obwohl mich noch nie jemand geliebt hatte, vorher…weil sie die Einzige war, die jemals vermocht hatte, mir ein Gefühl der Liebe, der Geborgenheit, der Zugehörigkeit zu geben…weil sie mich aus meinem Elternhaus befreit hatte, rausgeholt hatte…weil ich selbst nicht die Kraft dafür gehabt hatte, hätte…oder weil sie mir die schwere Last der Jungfräulichkeit von den Schultern genommen hatte, die ich all die Jahre, seit ich 15 war und das erste Mal Sara in der Schule in die Augen geguckt hatte, mit mir rumgetragen hatte…

Aurélie, so klappt das nie. Du erwartest viel zu viel. Die Deutschen flirten sehr subtil.

Durch sie hatte es bei dir am Ende doch noch geklappt…

Und manchmal denkst du sogar: Weil sie dich vor dem Selbstmord bewahrt hat. So was Ähnliches hast du damals echt gedacht, den sicheren Selbstmord wärst du weiter in dieser Umgebung, diesem Umfeld geblieben. In diesem Elternhaus. Gefangen

Nicht so klar vielleicht, aber das war schon die Richtung, in die du gedacht hast: Was hättest du gemacht, hättest du sie nicht kennengelernt?

Also dachtest du, du schuldest ihr was. Du bist ihr noch was schuldig. Weil sie dich wieder aufgebaut hat, nachdem dich die Schule und die Familie so runtergerissen und kleingehalten hatten, all die Jahre. Sie hat dir geholfen und jetzt musst du ihr auch helfen. Jetzt, wo sie ein Problem hat, wo sie von der Polizei erwischt und ausgewiesen wurde. Illegal in Deutschland. Kein Mensch ist illegal. Was für ein heuchlerischer Slogan. Ich wette, die die das sagen, die sind noch nie einem Illegalen begegnet. Aber du konntest etwas tun. Konntest sie heiraten

Obwohl du vorher, als der Bundeswehr-Pfarrer da angerufen hatte, im Gefängnis, und dich gefragt hatte, ob du sie heiraten wolltest, das sei die einzige Möglichkeit, nein gesagt hattest.

Und jetzt sagt sie nein, in 7 Tagen. Noch nicht mal mehr 7 Tagen

„Wollen Sie sie heiraten…?“

Du hattest sie gehen lassen. Und später, keine zwei Monate später, bereutest du es schon wieder. Hingst ihr immer noch im Gedanken nach. Hingst immer noch an ihr. So wie jetzt.

Und bist nach Ecuador geflogen…nachdem du „Zuhause“ rausgeflogen warst – wieder einmal – und bei Rafael und Slainté untergekommen warst. (Das hast du auch später vergessen, jedes Mal, wo du mal wieder eifersüchtig auf deinen Schwager warst, dass er dir damals sein Zimmer zur Verfügung gestellt hatte…) Flogst also nach Ecuador und überlegtest vier Wochen hin und her (das war auch unfair ihren Gefühlen gegenüber, ihr gegenüber, das hatte sie auch nicht verdient, obwohl sie mit dem Bruder ihres Schwager vor deinen Augen geflirtet hatte, auf dem Dorftanz, dem baile), überlegtest, ob du sie wirklich heiraten solltest und sagtest schließlich drei Tage vor Abflug ja. Ja, ich will. Sí, quiero.

Und heute will sie eben nicht mehr. Oder sagt sie auch auf dem letzten Drücker noch ja? Sí, se puede…sí, se puede…

Sagtest ja, noch nicht mal für eine Hochzeit angemessen gekleidet, in einem schwarzen Polo-Shirt und einer beigefarbenen Jeans. Mit zum Schwur erhobener Hand (auf dem Foto, das deine Mutter dann fand).

Wie kann so eine Beziehung glücklich machen, wie kann aus ihr jemals so was erwachsen wie Zufriedenheit? Eine Ehe, die auf so wackligen, tönernen Füßen steht?

Kann sie nicht

Oder doch?

War sie aber doch irgendwie. Glücklich. Mit einem Hauch Verklärung, Glorifizierung, Idealisierung der Vergangenheit. War sie glücklich, war sie jemals glücklich… Oder fühlte sie sich genauso benutzt wie du jetzt…?

Wie sehr sie doch irgendwie glücklich, das merkst du, das merkt man immer erst hinterher. Jetzt, wo sie weg ist…

Wo sie für immer weg ist…

Wo die Scheidung in nicht mal mehr 7 Tagen ansteht…

Vielleicht hat sie ja jemand gefunden, der sie wirklich liebt...so, wie sie ist…

Ein bisschen gönnst du es ihr vielleicht sogar, nach all den Jahren mit dir, den neunzehn Jahren, um genau zu sein…

Für immer weg…

So ist das Leben. Wer zu spät kommt, wir gefickt. In den Arsch und ohne Gummi. Oder mit Noppengummi. Mit dickem Gummischlauch, in den Arsch, immer tiefer hinein in die Scheiße












Mittwoch, 12. Oktober 2016

Botschaft von Ecuador - Embajada del Ecuador










Morgens, nachdem er sich sein tägliches Fladenbrot geholt hat, kommt er an dem Gebäude vorbei, wo früher die ecuadorianische Botschaft drin war. In Godesberg. Wie lange das jetzt schon her ist. Das war, wo Bonn noch Hauptstadt war. Es fühlt sich wie ein halbes Leben an. Unglaublich