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Donnerstag, 4. Januar 2018

Ich glotz TV - ein Gehirnsturm













Jeder Tag ist ein Kampf. Das fängt schon kurz nach dem Aufstehen an. Ein Kampf gegen den Hunger (ich liebe Intervallfasten), ein Kampf gegen das Schweigen deiner Tochter, ein Kampf gegen die Scheiße im Fernsehen…

Aber egal: Bring’em on! Bring the motherfuckers on!

Denn: Wer nicht kämpft, der hat schon verloren!

Sie kommt aus ihrem Zimmer, sagt nicht Guten Morgen. Du aber auch nicht. Warum solltest du, wenn sie es auch nicht tut? Also scheiß auf einen guten Morgen. Ist sowieso überschätzt.


Montag, 18. Dezember 2017

Weihnachtsscheiß












Kann diesen ganzen Weihnachtsscheiß einfach nicht mehr hören. Weihnachten hier, Weihnachten da. Aber wenn man seine Tochter nur den halben Tag lang sieht, dann ist der Rest des Heiligabends gelaufen. Am liebsten würde ich einfach abhauen. Nach Holland fahren und kiffen gehen, keine Ahnung. Irgendwas, nur nicht das! Habe ich zu Nadine auch schon gesagt: „An Heiligabend bin ich nicht da! Da fahre ich nach Holland kiffen! Da kannst du bei deiner Mutter bleiben.“ Du kannst ja dann nach Weihnachten kommen und dein Geschenk abholen. Ich weiß nicht mehr, was sie darauf gesagt hat. Wie dieser Typ, von dem du heute gelesen hast. 100 Länder, 100 Frauen. Das klingt geil. Aber das kriegst du mit deiner Bilanz von zwei Frauen in 40 Jahren eh nicht mehr hin. Aber versuchen kann ich es doch wenigstens…

Letztes Jahr war ich stattdessen im Wald. Nachdem sie weg war. Selbst Patchwork hätte ich bevorzugt, an Heiligabend. Ich und Rafael unter dem Baum. Auf der Toilette: Ich drücke seinen Kopf in der Toilette unter Wasser. Wie diese Frau in dem Viva-Suecia-Video. Mit Gewalt und zusammengebissenen Zähnen. Mein Ex-Schwager Rafael fällt die Treppe runter und seine Frau, meine Ex-Schwägerin gleich hinterher… Mari packt ihr Geschenk (wie immer Geld, alles Materialisten!) aus und ich packe ihre Mutter, mein Ex-Frau. Wir gehen ins Schlafzimmer, sie will nicht, aber was interessiert mich das. Heute ist Heiligabend. Ho, ho, ho, guck mal wie groß der Weihnachtsmann auf einmal ist! Auf einmal kommt ihre Schwester Slainté, meine Ex-Schwägerin rein und es kommt zum Showdown. Zum letzten Gefecht sozusagen, bei dem sie sich leider aus dem Fenster verabschiedet. Aber ist ja nur der dritte Stock! Die schafft das, denn wie wir ja alle wissen: Unkraut vergeht nicht! Und dann kann ich endlich, nach all den Jahren, etwas gegen mein schwarzes Weihnachtsloch tun. Nadine wehrt sich auch nicht mehr, hat eingesehen, dass diesmal der Weihnachtsmann stärker ist. Oder ihr doch ach so lang unterdrückter Wunsch, wieder mal mit mir Christkind zu spielen. Ich hole die Rute raus…

…und muss unfreiwillig an vor zwei Jahren denken: Wo Mari in der Kirche plötzlich umgekippt ist. Und danach trotzdem zu Mutter musste, wollte. Das ist so traurig. Oder letztes Jahr, wo du an Heiligabend auf dem Venusberg durch den Wald geirrt bist, um zu vergessen, dass sie weg ist, dass sie nicht mal mehr an Heiligabend da ist, dass alles verloren ist. Wenn dir da jemand begegnet wäre, dann hätte selbst die Gnade Gottes ihm oder ihr nicht geholfen. Warum tue ich mir das alles eigentlich noch an? Um Nadine zu ärgern, die María die Hälfte des Tages nicht sehen kann (was ihr nichts ausmacht, da sie eh mit ihrer Familie und ihrem Schwager und ihrem neuen Stecher beschäftigt ist. Um meine Tochter wenigstens einen halben Tag lang zu sehen (man gewöhnt sich wirklich an alles, aber an das…?), wenigstens einen Menschen an Heiligabend zu haben, der einen sehen will (viele Menschen in Deutschland haben noch nicht mal das, nachdem die 68er das Land mit ihrem unbarmherzigen, nicht, nie, niemals nie zurück blickenden Individualismus und all der Pseudo-Freiheit (die Roten oder die Blauen, mit oder ohne Kohlensäure?) verwüstet hat.

In Volle Kanne läuft das Spiel mit dem Weihnachtsmann. Wo Zuschauer anrufen müssen und sagen müssen, wie oft sie den Weihnachtsmann in der Sendung gesehen haben. „Wie oft war der Weihnachtsmann heute da?“, fragt der Moderator Ingo Nommsen. Einmal…und er hat es nicht überlebt, möchtest du ihm ins Gesicht schreien. Sein Kopf hat die Kloschüssel nicht überlebt. Aber das kannst du ja nicht. Denn an Heiligabend läuft volle Kanne nicht. Weil Nommsen mit seiner Familie feiern muss. Während du im Wald umherläufst und versuchst, ein Wildschwein mit bloßen Händen zu erlegen. Oder dich von einem Wildschwein erlegen zu lassen, was immer auch zuerst passiert. Du weißt noch, wie du die Dartscheibe im Keller gegen die Wand gehauen hast, immer und immer wieder, bis sie ganz verbogen war und du innerlich geweint hast. Du weißt noch, wie Mari letztes Jahr nicht wollte, dass du sie zum Bahnhof begleitest, an Heiligabend, nach der Kirche, keine Ahnung warum. Weil sie nicht wollte, dass du nachher noch mitkommst und es Ärger. Du weißt noch, wie der Pfarrer in der Kirche davor, von der Frau geredet hat, die von ihrem Mann verlassen wurde (was für ein Witz), die nicht mehr ein noch aus wusste, heulend vor ihm saß, während ihr Mann den Weihnachtsmann mordete, die Tanne in kleine Stückchen hackte und marodierend durch den Wald streifte, auf der Suche nach einem Licht, nach einem Stern in dieser dunklen, der ihm den Weg in sein altes Leben zurück wies. Aber da war nichts, nur Dunkelheit, keine Sterne… du weißt noch, wie du extra für María ein Steak gekauft hast, im Edeka, weil sie das wollte, wie du mit ihr gekocht hast, während im Hintergrund die Toten Hosen liefen, mit Weihnachtsmann vom Dach:

Hört mir irgendjemand zu?
Der Weihnachtsmann ist hier bei uns!
Er hängt auf dem Dachboden rum,
Ich glaube er braucht Hilfe und ist in Not

„Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht“

Langsam schwingt er hin und her
Als wehte ein leichter Wind,
Im Rhythmus mit dem Kerzenlicht,
Das in der Ecke brennt

Er hat sich direkt unterm Fenster
An einem Balken aufgehängt,
Man kann die Kirchenglocken von hier hören,
Wenn man ganz leise ist

Ein Tagebuch liegt auf dem Tisch,
Der letzte Eintrag ist noch frisch
Nur einen Satz schrieb er groß und breit
„Ich bin hier und Bethlehem ist weit

Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut,
Seid nicht böse über meine Flucht
Ich schau' euch trotzdem von hier oben beim Feiern zu“


Du weißt noch…oder wie Johnny Cash so ominös sagt: „I remember everything…“

Ach, scheiß doch drauf, dieses Weihnachten fahre ich nach Holland und gehe kiffen…












Donnerstag, 30. März 2017

Geile Fotos















Das war bestimmt die Sonne, die mir damals zu Kopf gestiegen ist. Bestimmt. Ein blauer Himmel bis zu den Sternen. Keine Wolke. Nur Wind. Viel Wind. Aber ohne jegliche Wolken. Fast magisch. Ein blauer Himmel, der einen bis zu den Sternen hätte hinauf schauen lassen, hätte ich auch nur einen Moment meinen Blick von ihrem Dekolleté lösen können. Auch María regte sich schon auf. War eifersüchtig. Aber ich war einfach nur…glücklich (warum merkt man das eigentlich immer erst hinterher? Warum ist das Leben so kompliziert, so beschissen kompliziert, kostet so viel Arbeit, wenn es auch einfach ginge…[vielleicht, weil wir sterben, weil wir sterben müssen – eine andere Erklärung fällt mir auch nicht ein, aber ich habe ja eh keine Ahnung]). Und fotografierte ahnungslos weiter.

Donnerstag, 29. September 2016

Garrucha, Andalusien










Ich weiß noch, als wir im Urlaub waren, das letzte Mal zusammen im Urlaub. Bei ihren Verwandten in Andalusien. In der Nähe von Almería. In…wie hieß das noch mal…keine Ahnung...ich weiß es nicht mehr…doch: Garrucha. Jetzt fällt's mir wieder ein. Das war’s, Garrucha! Muss man nicht kennen. Nicht unbedingt. Kein Highlight. Die wohnten da in einem Hochhaus in der Nähe des Strandes und waren sehr „nett“. Fast schon zu „nett“. Scheißfreundlich fast schon. Der Typ war Mechaniker und erinnerte mich irgendwie, so von seiner ganzen Art her, an ihren Schwager. Anders als ihr Schwager war der aber glaub ich nicht mir ihr "Fahrrad fahren". Schließlich war sie ja in Garrucha die ganze Zeit bei mir…

Wie wir da abends rausgegangen sind, kurz vor Sonnenuntergang, kurz bevor es selbst hier, im Süden Spaniens dunkel wurde. Wie wir am Meer spazieren waren, da wo die ganzen Hotels waren, diese ganzen teuren Hotels…

…ich hätte nie gedacht, dass sie mich irgendwann verlassen würde. Nie im Leben hätte ich das gedacht. Dass sie irgendwann gehen würde. Und nie wiederkommen würde.

Streit, ja…okay…aber verlassen? Niemals. Wir waren so…close, so eng, so keine Ahnung. Wie verwachsen. Symbiotisch. Co-dependent. Vielleicht genau deswegen, genau, weil wir so waren, so wie wir waren. Weil wir uns so nah waren. Und doch so weit voneinander weg

Ich dachte immer, dass sei für immer. Für immer und ewig. Obwohl ich natürlich frustriert war. Fast schon chronisch frustriert. Natürlich frustriert. Aber ich hätte sie nie verlassen. Ich hätte sie nie verlassen. Im Leben nicht. Soviel ist sicher. Frustrationen hin oder her. Wir waren wie ein Team. Ich, sie und María. Sie, ich und María. María, sie und ich

So kann man sich täuschen

Ich spürte sie, berührte sie, fast schon ständig, packte ihr an den Arsch, María regte sich auf, wir machten Witze, scherzten und auf einmal ist sie weg. Nie wieder ein Wort, nie wieder ein Witz, ein Lachen             Kein Wort, kein gar nichts. Noch nicht mal durch Zufall habe ich sie seitdem gesehen. Noch nicht mal durch Zufall.

Und frage mich heute immer wieder: Wie viel von all dem war echt? Und denke: Das kann doch nicht alles falsch gewesen sein, pure Einbildung, eine Illusion, ein Schimäre

in der warmen, andalusischen Nacht. María glücklich, ich glücklich…sie glücklich?

Wie viel von dem war echt? Von dem Glück zu dritt? Oder war alles echt und es hat sich einfach so ergeben? Durch einen dummen Zufall

(es gibt keine Zufälle)

damals wollte ich sogar ein zweites Kind von ihr, hab ihr das gesagt. Einen Santiago oder eine Liv. Oder war das nur Spaß? In jeden Scherz steckt immer auch ein ernster Kern? Ich war glücklich mit ihr, ich war doch glücklich mit ihr? Oder verkläre ich die Vergangenheit? In meiner Einsamkeit? Es ist so schwer zu sagen, aber wenn sie heute zurück wollte, ich würde wieder nehmen. Bin ich etwa besessen? Krankhaft fixiert? Liebeswahnsinnig? Würde mit ihr und der dafür fast schon zu alten María in den andalusischen Sonnenuntergang gehen, direkt am Meer, am Wasser, an den Wellen

die alles wegwaschen

Ihre warmer, quirliger Körper neben mir, im Hintergrund die roten Lichter der spanischen Nacht, das Rauschen des Meeres, die sauber gemähten und gesprengten Wiesen, der trockene, staubige Weg, die Wärme

die Nacht

um uns herum

nur Nacht

Nie wieder. Jetzt herrscht nur noch eisige Kälte (trotz des schwülen, deutschen Sommers). Eisige Kälte und Geld. Geld hier und Geld da. Hier ein bisschen, da ein bisschen: Ausgaben, Forderungen, Anwaltskosten, Prozesskosten. Und María ist 3 ½ Tage hier, 3 ½ Tage da. Und uns beiden bricht es hoffentlich das Herz, ihr unter Woche und mir am Wochenende – aber keiner will das zugeben, will sich die Blöße geben, vor dem anderen, dem Antragsgegner.


Wir sind Tiere, die sich Illusionen machen können bis sie platzen


Die Lichter sind aus, die Wärme ist weg (oder so schwül-deutsch, dass sie unerträglich wird), die Sonne scheint bald hoffentlich auch nicht mehr

Dieses satte Rot Andalusiens, das sich sogar in der spanischen Flagge wiederfindet, das Feuer von 35 Grad am Tag und 25 in der Nacht, die roten und weißen Lichter, die uns den Weg ausleuchten, den Weg zum Licht

Die deutsche Flagge ist zwar auch rot, aber dieses Rot steht nicht für das Feuer, die Leidenschaft, sonder für das verflossene Blut. Wofür das Schwarz steht ist ja wohl klar…Und das Gold steht für das Geld. Der Deutschen liebe zum Geld, das sie horten, das sie verstecken, tief unten im Keller, wie ihre Gefühle, fast schon verschüttet, um zu sehen wie es langsam anwächst

Obwohl sie wissen, sie ganz genau wissen

dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt


wie es war






wie ich versucht habe, sie in diesem Zimmer, dem Zimmer, das der große Sohn der Familie für uns geräumt hatte, in den Arsch zu ficken

und sie nicht wollte

in der heißen, südspanischen Nacht










Sonntag, 31. Juli 2016

Nächtlicher Horror






Nachts um kurz vor zwei kommt er nach Hause. Als er vor seinem Haus ankommt, merkt er, dass das Tor zum kleinen Hof auf ist. Und das nachts. Nur einen Spalt, einen dunklen Spalt breit, aber…

…das ist schon komisch. Heute ist María wieder in Deutschland und schon ist nachts das Tor einen Spaltbreit auf…

Ob sie hier war…

…hier ist…