An Weiberfastnacht muss ich an sie denken. Ich will nicht, aber ich
muss. Bestimmt, weil heute Weiberfastnacht ist und ich noch immer, fast drei
Jahre nach ihrem Weggang, Eifersuchtsanfälle kriege. Und ich dachte, ich hätte
das überwunden. So kann man sich täuschen! Was sie jetzt wohl macht? Ob sie
auch an mich denkt? Und ich deswegen gerade an sie denke? Bestimmt…
Wahrscheinlich ist sie tanzen. Mit irgendwelchen Freundinnen. Oder ihrem Neuen.
Ihrem Neuen und irgendwelchen Freundinnen. Bestimmt versteht der sich besser
mit denen als ich damals. Bestimmt mögen den alle. Sogar ihre Familie. Ihre
Schwestern. Ihr Schwager.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Sonntag, 11. Februar 2018
Dienstag, 9. Januar 2018
Die Wahrheit
"But at the length truth will out"
William Shakespeare
"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen
"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen
Nachts wache ich
auf und will die Wahrheit. Ich hab eh kaum geschlafen. Erst lief da die SOKO
Leipzig mit so einem spannenden Prostitutionsfall und dann ein ein wenig
verwirrender dänischer Film mit einem Typen, der von dem früheren
Mafia-Klienten seines Vaters, der wie er Anwalt war, verfolgt wird.
Aber selbst danach
kann ich noch nicht schlafen. Und selbst nachdem ich mir mit Mühe und Not einen
runtergeholt habe, klappt es nicht. Ich drehe und wende mich, aber die Hüfte
oder die Eier tun mir weh und so finde ich keine richtige Position.
Freitag, 15. Dezember 2017
Ihre kleine Seele
Hey, man
How come you treat your woman so bad?
That's not the way you do it
No, no, no, you shouldn't do it like that
I could show you how to do it right
I used to practice every night on my wife, now she's gone
Yeah, she's gone
You see, her mother and me
We never got along that well, you see
How come you treat your woman so bad?
That's not the way you do it
No, no, no, you shouldn't do it like that
I could show you how to do it right
I used to practice every night on my wife, now she's gone
Yeah, she's gone
You see, her mother and me
We never got along that well, you see
(Pulp - "A little soul")
Ich habe ihre kleine Seele
auch verletzt. Vielleicht habe ich das ja alles verdient, was mir passiert ist.
Die Trennung, die Scheidung, die finanziellen Probleme…
…als ich damals ihre
Freundin angemacht habe… Wie hieß die noch mal? Keine Ahnung. Lydia? Nein, das
war die Schwarze, bei der wir unser erstes Mal hatten. Sylvia? Nein, das war
die Sexbombe, die eigentlich Informatikerin war, aus dem Dschungel kam und
aussah…wie eine Sexbombe halt so aussieht… Die mit dem alten Typen zusammen
war, mit diesem Santa Ruseño. Der aus dem gleichen Dorf kam wie Nadine. Und
mindestens zwanzig Jahre älter war als dieser kleine, perfekte
Schoko-Sahne-Schnitte aus dem Dschungel, die dich fast zum Tiger hat werden
lassen…wenn sie nicht mit diesem alten Gockel zusammen gewesen wäre…
Sonntag, 29. Oktober 2017
Müllentsorgung nach der Scheidung
Heute muss ich echt mal wieder ein bisschen
aufräumen. Zuerst bringe ich den Müll raus, dann gucke ich im Keller nach, wie
die Wäscheleinensituation aussieht (das muss man in einem Mehrfamilienhaus, in
dem nur sechs Leinen vorhanden sind, immer tun). Aber heute ist fast alles leer
(oh, Wunder!). Also wird heute auch noch gewaschen. Keine Minute Pause.
Mittwoch, 26. April 2017
Strand, Mädchen und Latin Lovers
Meine Hose ist immer noch voll nass.
„Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann
ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich
noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“ Ich möchte den Strand
hinausschieben
Wir
sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von
Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit
weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier
am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa
de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am
Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund
das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags
und Nadine will gehen. Schon lange
Donnerstag, 30. März 2017
Geile Fotos
Das
war bestimmt die Sonne, die mir damals zu Kopf gestiegen ist. Bestimmt. Ein
blauer Himmel bis zu den Sternen. Keine Wolke. Nur Wind. Viel Wind. Aber ohne
jegliche Wolken. Fast magisch. Ein blauer Himmel, der einen bis zu den Sternen
hätte hinauf schauen lassen, hätte ich auch nur einen Moment meinen Blick von ihrem
Dekolleté lösen können. Auch María regte sich schon auf. War eifersüchtig. Aber
ich war einfach nur…glücklich (warum merkt man das eigentlich immer erst
hinterher? Warum ist das Leben so kompliziert, so beschissen kompliziert,
kostet so viel Arbeit, wenn es auch einfach ginge…[vielleicht, weil wir
sterben, weil wir sterben müssen – eine andere Erklärung fällt mir auch nicht
ein, aber ich habe ja eh keine Ahnung]). Und fotografierte ahnungslos weiter.
Montag, 6. März 2017
ORIGINAL Salsa Tanznacht
Es ist Samstagnacht. Er
steht an der Bushaltestelle für den Nachtbus. Am Bonner Busbahnhof. Heute ist
der erste Samstag im Monat. Das heißt, dass im Sofa, der kleinen Disko keine 20 Meter von wo er steht. So nah,
dass er die Musik hören könnte. Wenn es nicht regnen würde. Nachts um halb
zwei. Anders als sonst bleibt er ganz vorne an der Haltestelle stehen. Nur
nicht zu nah an die Disko ran. Heute ist „Die ORIGINAL Salsa Tanznacht“.
Bestimmt ist Nadine da. Hoffentlich steht sie nicht gerade draußen. Sonst
könnte sie ihn nachher noch sehen. Und er weiß nicht, ob er das will. Ob er das
wirklich will…
Aber vielleicht ist sie ja
schon wieder draußen. Hat heute keinen Bock. Vielleicht steht sie ja hier
irgendwo. Irgendwo in der dunklen, regnerischen Nacht. Er guckt sich um. Neben
ihm steht ein Mädchen, eine Frau, keine Ahnung. Er sieht sie nur im Profil. Eine
kleine Frau. Mit Kapuze. So einer Kapuze mit Fell, Haaren (?) an den Rändern.
Eine Fellkapuze. Die ihr Gesicht fast vollständig bedeckt. Eine kleine Frau mit
dünnen Beinchen. Wie Nadine. Auch von der Größe würde das hinkommen. Du guckst
zu ihr rüber, aber diese große, deutsche, blonde Tante steht im Weg. In der
Schusslinie. Scheiße! Nicht, dass die nachher noch denkt, dass du sie meinst. Was dich trotzdem nicht ganz
davon abhält, immer wieder in ihre Richtung zu starren. Und immer wieder an der
blonden Tante zu scheitern, die dich vage an eine deiner Schülerinnen erinnert.
Jedes Mal. Jedes Mal bleibt dein Blick an der hängen. Das einzige, was du so von
der kleinen Frau, dem kleinen Mädchen sehen kannst, sind ihre Beine. Die sind ganz
dünn, wie bei Nadine. Nadine hatte da am Schienbein so eine Narbe. Wo sie als
Kind gefallen war und sich irgendwas in ihr Bein gebohrt hatte. Ein Stück
Eisen, Holz? Du weißt es nicht. Sie hat es dir mal erzählt, aber du weißt es
nicht mehr. Und fragen kannst du sie auch nicht mehr. Eine Narbe und kleine
schwarze Härchen. Auch zwischen den Beinen…
Kleine schwarze Härchen.
Und wenn das jetzt Nadine
ist. Die da hinter der Blonden steht und auf den Bus wartet?
Klar
Wenn sie gekommen ist, um
dich zu überraschen. Weil sie dich immer noch liebt. Weil sie zu dir zurück
will. Weil sie gemerkt hat, dass sie ohne dich nicht leben kann. Besser spät
als nie! Und jetzt gekommen ist, um mit dir zu schlafen. Dich nachts in deinem
Bett, in eurem alten Ehebett zu überraschen, zu überrumpeln und zu
vergewaltigen. Von vorne und von hinten. Samstagabend. Weil sie weiß, dass du
dann arbeitest. Dass du dann um 1:30 am Busbahnhof stehst und um 2 Uhr zu Hause
bist. Wie früher immer
aber wie kannst du mit ihr schlafen,
wenn du keine Kondome hast? Weil dein Liebesleben in letzter Zeit quasi, so
gesehen, gewissermaßen nicht existent ist. Und ohne Kondom…keine Chance. Wer
weiß, mit wem die alles geschlafen hat, in der Zwischenzeit. Du bist das Kind
von Traurigkeit in eurer Beziehung… Du
würdest und könntest ihr nicht vertrauen. Nicht mehr. So einfach wär das nicht.
Und dann müsstest du ihr erklären, warum du nicht mit ihr schlafen willst,
schlafen kannst.
Und schon ist die Fantasie
weg.
Aber die Frau, das Mädchen
steht immer noch da. Mit dieser Kapuze mit Fellrand. Am Ende, als der Bus kommt
siehst du sie sogar. Guckst ihr beim Einsteigen direkt ins Gesicht. Direkt in
die Augen. In die Seele. Siehst, dass es nicht Nadine ist, sondern eine
Asiatin. Eine Chinesin oder so. Da wohnen viele in Ippendorf. Du gehst in den
Bus und setzt dich vorne auf einen Vierer. Lässt dich schwerfällig in den Sitz
fallen und bekommst plötzlich dieses Gefühl. Und Gefühle, glauben Sie mir, sind
nie gut. Dieses Gefühl, dass du sie immer noch, selbst heute noch vermisst. Dieses
Gefühl, dass von deinem Bauch, deinem Solar Plexus direkt in deine Augen zu
steigen scheint. Dieses Gefühl absoluter Verzweiflung, absoluter Resignation Absoluter Traurigkeit. Bitter sweet. Dass du nie aufhören wirst, sie zu vermissen. Obwohl
sie nie zu dir zurückkehren wird. Das du immer noch hast, selbst nach zwei
Jahren noch.
Hey, heute ist der 4. März.
Heute sind es fast auf den Tag zwei Jahre, dass du dich von ihr getrennt hast,
dass sie sich von dir getrennt hat, dass sie gegangen ist. Das war an einem 28.
Februar. Und am 1. März war sie weg. Das ist jetzt genau zwei Jahre und fünf Tage her. Aber egal: Das ist noch gar nichts. Wie war das noch mal bei Florentino
Ariza aus Liebe in Zeiten der Cholera? Der musste 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage warten...
Montag, 16. Januar 2017
Traumdeutung: Der Tunnel
“En todo caso había un solo túnel, oscuro y solitario: el mío, el túnel
en el que había transcurrido mi infancia, mi juventud, toda mi vida.”
― Ernesto Sabato, El túnel
― Ernesto Sabato, El túnel
Wir kriechen durch
einen engen Tunnel. Ich und Nadine. Nadine und ich. Der Tunnel befindet sich in
einem alten Haus, keine Ahnung, wo. Aber auf jeden Fall in einem Haus. Keine Ahnung,
ob ober- oder unterirdisch. Ich habe einen Plan des Tunnels und krieche voran.
Auf einmal kommen wir
in ein großes Zimmer. Da sitzen überall alte Leute. Fast alles Männer. Glaube
ich zumindest. Die sitzen da einfach so rum, in ihren Sesseln und auf ihren
alten Stühlen und wundern sich noch nicht mal großartig, dass wir kommen. Ich
frage sie, ob der Tunnel nicht noch weitergeht. Laut Plan tut er das nämlich.
Aber sie sagen, der geht nicht mehr weiter.
„Aber der muss doch
weitergehen…“
„Der muss einfach…“
„Hier steht das doch…“
Das ist fast so wie
bei einer Schatzsuche, wie in diesem Buch, dass ich als Kind so gern gelesen
habe, wo diese Jugendlichen in Berlin einen Schatz suchen. Auch unter den Häusern.
Aber die alten
Leutchen, die sich immer noch nicht über unsere Anwesenheit bei ihnen wundern,
sagen alle:
„Nein. Da ist nichts
mehr.“
Aber ich will noch
nicht aufgeben und gucke mir den Plan noch einmal an. Bleibe bei ihnen, während
sie Nadine anbieten, dass sie doch ihre Sauna nutzen kann. Sie hätten eine
Sauna hier. Doch obwohl der Plan ganz klar etwas anderes sagt, finde ich keine
Fortsetzung des Tunnels. Vielleicht wurde die ja zugemauert. Oder es gibt noch
eine Verbindung, aber die wollen mir nichts von ihr sagen. Ich weiß auch nicht,
was ich dort suche. Einen Schatz vielleicht. Auf jeden Fall kommt mir das alles
reichlich mysteriös vor. So als würden die mich belügen. Das kann doch nicht
sein
Ich weiß, dass da was
sein muss
Am Ende gebe ich auf
und gehe zu Nadine. Sie befindet sich in einem Raum, der mit hohen, ich glaube
sogar dreistöckigen Etagenbetten ausgestattet ist. Dort liegen, unter Decken,
alles nur Frauen. Nackte Frauen. Aber ich gehe direkt zu Nadine. Sie liegt in
der Mitte eines der Etagenbetten. Woher ich das weiß, weiß ich auch nicht. Ich
weiß es einfach. Sie schläft, genau wie all die anderen Frauen in dem Raum. Als
ich unter die Decke packe, wacht sie auf, schreckt kurz hoch, bis sie mich
sieht. Ich sehe ihren nackten Oberkörper, ihre kleinen, aber schönen Brüste mit
dieser eigentümlichen Form, die sie immer hatten.
Ich wache auf und vermisse sie. Es ist Montag. Diese
Woche ist die Scheidung. Es sind noch drei Tage bis zur Scheidung und ich krieche
immer tiefer hinein in den dunklen Tunnel meines Lebens, immer auf der Suche
Nach was?
Nach
etwas, dass nicht existiert? Das zugemauert wurde. Hinter dem sich vielleicht
ein Schatz verbirgt, vielleicht aber auch nichts
Nächster Traum: Zwischen Traum und Realität
Vorheriger Traum: Streit und komische Bilder
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Online-Dating
Er stellt sich das Foto vor, das sie
auf dieser Plattform hat. Diesem Dating-Portal. Dieser Partner-Börse. Oder was
auch immer das war. Das war verschlüsselt. Ok, nicht verschlüsselt, aber "privat". Nicht öffentlich zugänglich. Erst, nachdem sie es freigibt, nachdem
man ihr eine E-Mail-Anfrage geschickt hatte, die sie gutheißen musste, damit
der betreffende…Mann (sagen wir es doch einfach so wie es ist)/Interessierte
sich dann das Foto angucken konnte. Ihr privates Foto…
…was auch immer darauf zu sehen war…
Das war kurz vor ihrer Trennung. Am
Freitag vor dem Sonntag, der den Tag Null markiert. Oder ist erst der Montag
der Tag Null. Der erste Tag seines getrennten Lebens oder der Tag, an dem ihre
Beziehung implodiert ist. Explodiert. Sich in Rauch aufgelöst hat. In Nebel. The day the shit finally hit the fan…
An dem Freitag – seinem einzigen freien
Tag in der Woche –, wo er ihr E-Mail-Konto geknackt hat. Geknackt ist
vielleicht zu viel gesagt. Er ist ja kein Hacker. Er hatte es ja damals auch
für sie eingerichtet und da war seine Mailadresse eben noch als Absicherung
vorhanden. Damit war es ein Leichtes, das Passwort zu ändern und sich Zugang zu
verschaffen. Zwar würde sie das merken – also war das eher eine ziemlich
unsubtile Holzhammermethode –, aber er konnte einfach nicht mehr. Nachdem er am
Morgen bemerkt hatte, dass ihre Papiere nicht mehr da waren. Sie hatten schon
die ganze Woche getrennt geschlafen und sie hatte ihn schon darauf hingewiesen,
dass er sich eine Wohnung suchen solle, eine eigene Wohnung, da sie in zwei
Monaten ausziehen würde…aber er – naiv wie Männer nun mal sind, sah die Schrift
an der Wand immer noch nicht. Schließlich waren
sie ja 19 Jahre zusammen gewesen. 17 Jahre verheiratet. Und das wirft man doch
nicht einfach so weg. Oder?! Dachte er. Während
sie wahrscheinlich schon lange innerlich Schluss gemacht hatte. Abgeschaltet
hatte. Auf Durchzug. Wie das – wie er später schmerzhaft erfahren musste – Frauen
häufiger machen als Männer (und jetzt kommt mir nicht mit Sexismus, immerhin
sind es in 70% der Fälle die Frauen, die die Scheidung einreichen).
Da lag er also im Bett, nicht mehr ganz
so seelenruhig (wozu hatte sie ihre Papiere sonst mitgenommen?!), und
verschaffte sich Zugang zu ihrem Konto. Nicht die feine englische Art, ich
weiß, aber ist es die feine englische Art einfach so abzuhauen, wenn man ein
gemeinsames Kind hat. Einfach so von einem Tag auf den anderen, ohne jemals
wieder ein Wort zu verlieren, sich aus dem Leben seines Ehemannes abzuseilen?!
Die Tochter erst mal vorsorglich mitzunehmen (mach dir keine Sorgen, ich komme morgen)?! I don’t think so!
Und er wurde fündig. Und glauben Sie
mir: Wie gerne wäre er es nicht geworden?! Aber da waren, neben verschiedenen
anderen Mails mit Quatsch, auch ein paar von dieser Dating-Seite. Von Männern,
Typen, was weiß ich. Arschlöchern. Einer von denen war sogar erst 28. So ein
Alternativer. Wie dieser Tilo früher in der WG. Oder der Spastian (auch in der
WG), der damals vor Nadine und vor ihm damit prahlte, dass er als Aktmodell in
der Kunsthochschule, wo er studierte, sich ein bisschen Geld dazu verdiente.
Was für Arschloch! Was für ein Hurensohn! So einer war da dabei. Es fehlten nur
noch die Rastas – die hatte der Wichser sich wahrscheinlich erst vor zwei
Wochen abgeschnitten.
Und ein 41-jähriger Physiotherapeut aus
Köln. Mit Foto, das echt aussah (su seiner Schande muss er zugeben, dass der
gar nicht so schlecht aussah). Natürlich guckte er direkt in ihrem
„Gesendet“-Ordner, um zu sehen, ob sie irgendeinem von diesen Spastis schon
zurückgeschrieben hatte, aber er fand nichts. Dann nahm er sich die
Dating-Seite selbst vor. Und da fand er wieder was, was ihm nicht gefallen
konnte. Seine Frau kam also aus Sankt Augustin (oder war es Troisdorf?) und war
ledig. Aber ihr Alter war echt. Moment mal…sie war was?! Ja, Sie haben richtig
gehört: Sie war ledig. Sie waren also schon geschieden oder nie verheiratet
gewesen. Ein Wunder war geschehen. Er war nie nach Ecuador geflogen um sie zu
heiraten, nachdem sie zum zweiten Mal aus Deutschland ausgewiesen worden war.
Nein, er hatte nie existiert. Und wer war dann bitteschön der Vater ihrer
gemeinsamen Tochter?! Und sie hatte sich nicht erst vor zwei Wochen da
angemeldet, wie er erfuhr, als er auch ihr Passwort auf dem Dating-Portal
änderte (was machte das jetzt schon noch für einen Unterschied). Er fand zwar
keine Nachrichten an irgendwelche Typen, aber die Tatsache alleine, dass sie
sich da angemeldet hatte, reichte ihm schon voll und ganz Ihr Foto war auch
geheim, daran konnte er nichts machen
(Warum eigentlich nicht? Wenn er doch
ihre Mail-Adresse hatte?! Oder wollte er nichts dran machen? Wollte er es
vielleicht gar nicht sehen?! Weil er Angst davor hatte, was er entdecken
würde…?)
Wie dem auch sei, heute erinnert er sich
an das Foto. Das private Foto. Was wohl darauf zu sehen war? War sie da etwa
nackt drauf abgebildet? Oder war das nur eins ihrer üblichen Facebook-Fotos?
Lächelnd, aber nichts verratend? Oder zeigte es sie wirklich nackt? Vielleicht
nur ihren Oberkörper , ihre kleinen, aber schönen Titten. Oder ihren ganze
Körper. Nackt. In der Badewanne liegend. Sich den Schaum aus den Schamhaaren
wischend, damit der Kunde auch besser sehen konnte, was er für sein Geld bekam.
Nein,. ich meine natürlich den Typen aus dem Dating-Portal, das mit dem Kunden
ist natürlich Quatsch, das nehme ich zurück. Die Typen aus dem Dating-Portal. Konnten die es ihr besser besorgen
als er? Auch das nehme ich zurück. Warum machte sie überhaupt so was?
Oder war ihr Foto eins dieser vulgären
Fotos. Die von unten direkt ihre Muschi zeigen. Wo sie praktisch, abgesehen von
ihren Schamhaaren (denn voll rasieren tat sie sich nicht) direkt alles zeigten.
Die fleischfressende Pflanze. Um Männer anzulocken.
Er kriegt fast einen Steifen, wenn er nur
dran denken muss…
Wie gerne hätte er diese Muschi zurück.
Aber was für eine Liebe wäre das, wenn es nur um Sex ginge?!
Trotzdem bleibt das Bild ihres
Nacktfotos auf dieser Dating-Seite
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