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Sonntag, 11. Februar 2018

Weiberfastnacht




An Weiberfastnacht muss ich an sie denken. Ich will nicht, aber ich muss. Bestimmt, weil heute Weiberfastnacht ist und ich noch immer, fast drei Jahre nach ihrem Weggang, Eifersuchtsanfälle kriege. Und ich dachte, ich hätte das überwunden. So kann man sich täuschen! Was sie jetzt wohl macht? Ob sie auch an mich denkt? Und ich deswegen gerade an sie denke? Bestimmt… Wahrscheinlich ist sie tanzen. Mit irgendwelchen Freundinnen. Oder ihrem Neuen. Ihrem Neuen und irgendwelchen Freundinnen. Bestimmt versteht der sich besser mit denen als ich damals. Bestimmt mögen den alle. Sogar ihre Familie. Ihre Schwestern. Ihr Schwager.

Dienstag, 9. Januar 2018

Die Wahrheit














"But at the length truth will out"
William Shakespeare

"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen









Nachts wache ich auf und will die Wahrheit. Ich hab eh kaum geschlafen. Erst lief da die SOKO Leipzig mit so einem spannenden Prostitutionsfall und dann ein ein wenig verwirrender dänischer Film mit einem Typen, der von dem früheren Mafia-Klienten seines Vaters, der wie er Anwalt war, verfolgt wird.

Aber selbst danach kann ich noch nicht schlafen. Und selbst nachdem ich mir mit Mühe und Not einen runtergeholt habe, klappt es nicht. Ich drehe und wende mich, aber die Hüfte oder die Eier tun mir weh und so finde ich keine richtige Position.

Freitag, 15. Dezember 2017

Ihre kleine Seele



Hey, man
How come you treat your woman so bad?
That's not the way you do it
No, no, no, you shouldn't do it like that
I could show you how to do it right
I used to practice every night on my wife, now she's gone
Yeah, she's gone
You see, her mother and me
We never got along that well, you see

 (Pulp - "A little soul")
  








Ich habe ihre kleine Seele auch verletzt. Vielleicht habe ich das ja alles verdient, was mir passiert ist. Die Trennung, die Scheidung, die finanziellen Probleme…

…als ich damals ihre Freundin angemacht habe… Wie hieß die noch mal? Keine Ahnung. Lydia? Nein, das war die Schwarze, bei der wir unser erstes Mal hatten. Sylvia? Nein, das war die Sexbombe, die eigentlich Informatikerin war, aus dem Dschungel kam und aussah…wie eine Sexbombe halt so aussieht… Die mit dem alten Typen zusammen war, mit diesem Santa Ruseño. Der aus dem gleichen Dorf kam wie Nadine. Und mindestens zwanzig Jahre älter war als dieser kleine, perfekte Schoko-Sahne-Schnitte aus dem Dschungel, die dich fast zum Tiger hat werden lassen…wenn sie nicht mit diesem alten Gockel zusammen gewesen wäre…


Sonntag, 29. Oktober 2017

Müllentsorgung nach der Scheidung












Heute muss ich echt mal wieder ein bisschen aufräumen. Zuerst bringe ich den Müll raus, dann gucke ich im Keller nach, wie die Wäscheleinensituation aussieht (das muss man in einem Mehrfamilienhaus, in dem nur sechs Leinen vorhanden sind, immer tun). Aber heute ist fast alles leer (oh, Wunder!). Also wird heute auch noch gewaschen. Keine Minute Pause. 

Mittwoch, 26. April 2017

Strand, Mädchen und Latin Lovers
















Meine Hose ist immer noch voll nass.

 „Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“                         Ich möchte den Strand hinausschieben

Wir sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags und Nadine will gehen. Schon lange

Donnerstag, 30. März 2017

Geile Fotos















Das war bestimmt die Sonne, die mir damals zu Kopf gestiegen ist. Bestimmt. Ein blauer Himmel bis zu den Sternen. Keine Wolke. Nur Wind. Viel Wind. Aber ohne jegliche Wolken. Fast magisch. Ein blauer Himmel, der einen bis zu den Sternen hätte hinauf schauen lassen, hätte ich auch nur einen Moment meinen Blick von ihrem Dekolleté lösen können. Auch María regte sich schon auf. War eifersüchtig. Aber ich war einfach nur…glücklich (warum merkt man das eigentlich immer erst hinterher? Warum ist das Leben so kompliziert, so beschissen kompliziert, kostet so viel Arbeit, wenn es auch einfach ginge…[vielleicht, weil wir sterben, weil wir sterben müssen – eine andere Erklärung fällt mir auch nicht ein, aber ich habe ja eh keine Ahnung]). Und fotografierte ahnungslos weiter.

Montag, 6. März 2017

ORIGINAL Salsa Tanznacht





Es ist Samstagnacht. Er steht an der Bushaltestelle für den Nachtbus. Am Bonner Busbahnhof. Heute ist der erste Samstag im Monat. Das heißt, dass im Sofa, der kleinen Disko keine 20 Meter von wo er steht. So nah, dass er die Musik hören könnte. Wenn es nicht regnen würde. Nachts um halb zwei. Anders als sonst bleibt er ganz vorne an der Haltestelle stehen. Nur nicht zu nah an die Disko ran. Heute ist „Die ORIGINAL Salsa Tanznacht“. Bestimmt ist Nadine da. Hoffentlich steht sie nicht gerade draußen. Sonst könnte sie ihn nachher noch sehen. Und er weiß nicht, ob er das will. Ob er das wirklich will…

Montag, 16. Januar 2017

Traumdeutung: Der Tunnel






“En todo caso había un solo túnel, oscuro y solitario: el mío, el túnel en el que había transcurrido mi infancia, mi juventud, toda mi vida.”

  




Wir kriechen durch einen engen Tunnel. Ich und Nadine. Nadine und ich. Der Tunnel befindet sich in einem alten Haus, keine Ahnung, wo. Aber auf jeden Fall in einem Haus. Keine Ahnung, ob ober- oder unterirdisch. Ich habe einen Plan des Tunnels und krieche voran.

Auf einmal kommen wir in ein großes Zimmer. Da sitzen überall alte Leute. Fast alles Männer. Glaube ich zumindest. Die sitzen da einfach so rum, in ihren Sesseln und auf ihren alten Stühlen und wundern sich noch nicht mal großartig, dass wir kommen. Ich frage sie, ob der Tunnel nicht noch weitergeht. Laut Plan tut er das nämlich. Aber sie sagen, der geht nicht mehr weiter.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Online-Dating











Er stellt sich das Foto vor, das sie auf dieser Plattform hat. Diesem Dating-Portal. Dieser Partner-Börse. Oder was auch immer das war. Das war verschlüsselt. Ok, nicht verschlüsselt, aber "privat". Nicht öffentlich zugänglich. Erst, nachdem sie es freigibt, nachdem man ihr eine E-Mail-Anfrage geschickt hatte, die sie gutheißen musste, damit der betreffende…Mann (sagen wir es doch einfach so wie es ist)/Interessierte sich dann das Foto angucken konnte. Ihr privates Foto…

…was auch immer darauf zu sehen war…

Das war kurz vor ihrer Trennung. Am Freitag vor dem Sonntag, der den Tag Null markiert. Oder ist erst der Montag der Tag Null. Der erste Tag seines getrennten Lebens oder der Tag, an dem ihre Beziehung implodiert ist. Explodiert. Sich in Rauch aufgelöst hat. In Nebel. The day the shit finally hit the fan…

An dem Freitag – seinem einzigen freien Tag in der Woche –, wo er ihr E-Mail-Konto geknackt hat. Geknackt ist vielleicht zu viel gesagt. Er ist ja kein Hacker. Er hatte es ja damals auch für sie eingerichtet und da war seine Mailadresse eben noch als Absicherung vorhanden. Damit war es ein Leichtes, das Passwort zu ändern und sich Zugang zu verschaffen. Zwar würde sie das merken – also war das eher eine ziemlich unsubtile Holzhammermethode –, aber er konnte einfach nicht mehr. Nachdem er am Morgen bemerkt hatte, dass ihre Papiere nicht mehr da waren. Sie hatten schon die ganze Woche getrennt geschlafen und sie hatte ihn schon darauf hingewiesen, dass er sich eine Wohnung suchen solle, eine eigene Wohnung, da sie in zwei Monaten ausziehen würde…aber er – naiv wie Männer nun mal sind, sah die Schrift an der Wand immer noch nicht. Schließlich waren sie ja 19 Jahre zusammen gewesen. 17 Jahre verheiratet. Und das wirft man doch nicht einfach so weg. Oder?! Dachte er. Während sie wahrscheinlich schon lange innerlich Schluss gemacht hatte. Abgeschaltet hatte. Auf Durchzug. Wie das – wie er später schmerzhaft erfahren musste – Frauen häufiger machen als Männer (und jetzt kommt mir nicht mit Sexismus, immerhin sind es in 70% der Fälle die Frauen, die die Scheidung einreichen).

Da lag er also im Bett, nicht mehr ganz so seelenruhig (wozu hatte sie ihre Papiere sonst mitgenommen?!), und verschaffte sich Zugang zu ihrem Konto. Nicht die feine englische Art, ich weiß, aber ist es die feine englische Art einfach so abzuhauen, wenn man ein gemeinsames Kind hat. Einfach so von einem Tag auf den anderen, ohne jemals wieder ein Wort zu verlieren, sich aus dem Leben seines Ehemannes abzuseilen?! Die Tochter erst mal vorsorglich mitzunehmen (mach dir keine Sorgen, ich komme morgen)?! I don’t think so!

Und er wurde fündig. Und glauben Sie mir: Wie gerne wäre er es nicht geworden?! Aber da waren, neben verschiedenen anderen Mails mit Quatsch, auch ein paar von dieser Dating-Seite. Von Männern, Typen, was weiß ich. Arschlöchern. Einer von denen war sogar erst 28. So ein Alternativer. Wie dieser Tilo früher in der WG. Oder der Spastian (auch in der WG), der damals vor Nadine und vor ihm damit prahlte, dass er als Aktmodell in der Kunsthochschule, wo er studierte, sich ein bisschen Geld dazu verdiente. Was für Arschloch! Was für ein Hurensohn! So einer war da dabei. Es fehlten nur noch die Rastas – die hatte der Wichser sich wahrscheinlich erst vor zwei Wochen abgeschnitten.

Und ein 41-jähriger Physiotherapeut aus Köln. Mit Foto, das echt aussah (su seiner Schande muss er zugeben, dass der gar nicht so schlecht aussah). Natürlich guckte er direkt in ihrem „Gesendet“-Ordner, um zu sehen, ob sie irgendeinem von diesen Spastis schon zurückgeschrieben hatte, aber er fand nichts. Dann nahm er sich die Dating-Seite selbst vor. Und da fand er wieder was, was ihm nicht gefallen konnte. Seine Frau kam also aus Sankt Augustin (oder war es Troisdorf?) und war ledig. Aber ihr Alter war echt. Moment mal…sie war was?! Ja, Sie haben richtig gehört: Sie war ledig. Sie waren also schon geschieden oder nie verheiratet gewesen. Ein Wunder war geschehen. Er war nie nach Ecuador geflogen um sie zu heiraten, nachdem sie zum zweiten Mal aus Deutschland ausgewiesen worden war. Nein, er hatte nie existiert. Und wer war dann bitteschön der Vater ihrer gemeinsamen Tochter?! Und sie hatte sich nicht erst vor zwei Wochen da angemeldet, wie er erfuhr, als er auch ihr Passwort auf dem Dating-Portal änderte (was machte das jetzt schon noch für einen Unterschied). Er fand zwar keine Nachrichten an irgendwelche Typen, aber die Tatsache alleine, dass sie sich da angemeldet hatte, reichte ihm schon voll und ganz Ihr Foto war auch geheim, daran konnte er nichts machen

(Warum eigentlich nicht? Wenn er doch ihre Mail-Adresse hatte?! Oder wollte er nichts dran machen? Wollte er es vielleicht gar nicht sehen?! Weil er Angst davor hatte, was er entdecken würde…?)


Wie dem auch sei, heute erinnert er sich an das Foto. Das private Foto. Was wohl darauf zu sehen war? War sie da etwa nackt drauf abgebildet? Oder war das nur eins ihrer üblichen Facebook-Fotos? Lächelnd, aber nichts verratend? Oder zeigte es sie wirklich nackt? Vielleicht nur ihren Oberkörper , ihre kleinen, aber schönen Titten. Oder ihren ganze Körper. Nackt. In der Badewanne liegend. Sich den Schaum aus den Schamhaaren wischend, damit der Kunde auch besser sehen konnte, was er für sein Geld bekam. Nein,. ich meine natürlich den Typen aus dem Dating-Portal, das mit dem Kunden ist natürlich Quatsch, das nehme ich zurück. Die Typen aus dem Dating-Portal. Konnten die es ihr besser besorgen als er? Auch das nehme ich zurück. Warum machte sie überhaupt so was?

Oder war ihr Foto eins dieser vulgären Fotos. Die von unten direkt ihre Muschi zeigen. Wo sie praktisch, abgesehen von ihren Schamhaaren (denn voll rasieren tat sie sich nicht) direkt alles zeigten. Die fleischfressende Pflanze. Um Männer anzulocken.

Er kriegt fast einen Steifen, wenn er nur dran denken muss…

Wie gerne hätte er diese Muschi zurück. Aber was für eine Liebe wäre das, wenn es nur um Sex ginge?!


Trotzdem bleibt das Bild ihres Nacktfotos auf dieser Dating-Seite












Mittwoch, 29. Juni 2016

Rafael: Meine geile Schwägerin




Nur mit der Arbeit, das ist Scheiße. Das klappt noch nicht so wie es soll. Wie es sollte. Auch wenn Nadine mir hilft. Die wollen keine Männer. Die wollen einfach keine Männer. Die deutschen „Frauen“. Wollen keine Männer als Putzhilfe. Die denken wahrscheinlich Männer beklauen die. Oder schnüffeln während sie auf der Arbeit sind an ihrer Unterwäsche rum. Oder vergewaltigen sie, wenn sie abends geschafft von der Arbeit nach Hause kommen. Oder machen heimlich den Schlüssel nach, um später heimlich in die Wohnung zurückkommen zu können. Vielleicht sogar mit seinen südamerikanischen Kumpels. Um ein bisschen Spaß zu haben

Samstag, 18. Juni 2016

Culiando a mi cuñada








Am Nachmittag guckt er Videos auf dem Firmen-PC nach. Wenn er sonst nichts zu tun hat. Auf einmal fällt ihm dieses Wort ein, das er von früher kennt. Oder zumindest kennen sollte. Früher, als… Keine Ahnung, warum ihm das gerade jetzt einfällt, aber die Wege des Herrn sind eh unergründlich. Und die seiner geisteswilligen, aber fleischesschwachen männlichen Ebenbilder auf Erden sind sogar noch unergründlicher, noch verschlungener. Er stellt sich die hochwissenschaftliche Frage und sprachwissenschaftlich natürlich höchst interessante Frage, ob das jetzt „coliar“ oder „culiar? In Ecuador. Wie schreibt man das eigentlich? Mit „o“ oder „u“? Letzteres wäre natürlich naheliegend. Von „culo“ (spanisch) und „culus“ (lateinisch). Das hat er mal zusammen mit Herrn Reiher, dem Lateinlehrer nachgeguckt. Das gibt es tatsächlich. Das heißt auf Lateinisch das Gleiche wie auf Spanisch, nämlich „Hintern“. Und ich will Sie jetzt nicht verarschen, das gibt es wirklich. Das Pons-Wörterbuch bestätigt das. Das weckte damals sogar das Interesse von Herrn Reiher, Den sprachwissenschaftlichen und lebensweltlichen Funken, schon verschüttet geglaubt, unter unendlichen Schichten von Intellektualismus und wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit begraben. „Culus“ stellte er mit Erstaunen beim Blick in das Wörterbuch fest. Tatsächlich! Das heißt „Hintern“, „Arsch“, „Hinterteil“, „Sitzfleisch“… und so weiter und so fort.

Dienstag, 14. Juni 2016

Meerschweinchen und der Harem









Im Fernsehen läuft ein Bericht über Meerschweinchen.

Meerschweinchen?!

Ich war auch mal mit einem Meerschweinchen zusammen. Un dich habe eins gegessen. In Ecuador.

Ihr Quieken erinnert an Schweine…so kam ihr Name zustande.

Ja, besonders beim Sex quieken die wie wild…

Niedliche kleine Nager, die als beliebte Haustiere gehalten werden…

Aber wenn sie erst mal die Scheidung wollen, sind sie gar nicht mehr so niedlich…

Meerschweinchen sind vor allem für Erwachsene geeignet…

Aber nicht für Erwachsene europäische Männer…

Meerschweinchen leben im Rudel. Die kleine Nager lieben es im Harem zu leben…möglichste ein kastriertes Männchen, auch Bock genannt (oder Rafael!), und viele Weibchen, im Fachjargon als Sau betitelt (Mandy, Nadine, Slainté – Weibchen, meine ich natürlich, nicht Säue).

Meerschweinchen sind übrigens Nestflüchter…

Oh ja! Das kann er nur bestätigen. Seins ist auch geflüchtet.

es ist wirklich faszinierend, sie zu beobachten, weil sie halt so ausgeprägt miteinander umgehen…

Oh ja!

wenn sie artgerecht gehalten werden…

Bitte nicht mit einem deutschen Schwein (oder auch Elefant genannt halten, das gibt nichts!)

Bei Bedarf müssen die Krallen geschnitten werden…

…damit sie sie nicht im Streitfall (und der tritt mit der Zeit immer öfter ein) eingesetzt werden können…

Es sind Beobachtungstiere. Keine Kuscheltiere.

Stimmt!

Sie haben eine natürliche Beißhemmung, sie beißen also nicht…

…dafür legen sie aber ein umso beindruckenderes passiv-aggressives Verhalten an den Tag, das wirklich interessant zu beobachten ist…

…sie sind sehr schreckhaft…und haben hohe Ansprüche…

Keine Ahnung, was die wollte. Konnte die mir ja auch nicht richtig sagen, die quiekte ja immer nur…

Viele Meerschweinchen vegetieren wirklich vor sich hin, in einem kleinen Käfig, im Dunkeln, auf dem Boden…und häufig wird dann nur ein Meerschweinchen.

Ok, ok, aber sie hatte ja täglich Auslauf. Konnte sich mit den anderen Nagern, mit den anderen Nervennagern, draußen treffen.

…die brauchen die Gemeinschaft, sogar den Harem…

Ja, ok, aber wie soll ich als fetter, deutscher Eber das verstehen. Die hätten sich ja wenigstens ein bisschen an ihre Umgebung anpassen können…

Wir ham hier auch Kerl dabei…das ist der Max, der da vorne frisst…ein stattliches Kerlchen…das ist immer so…möglichst einen Kastraten mit Weibchen halten…das können dann ganz viele sein (dann bleibt es wenigstens in der Familie!)…er ist alleine und hat viele Frauen…das geht bei uns in den menschlichen Kreisen natürlich, aber bei den Meerschweinchen auf jeden Fall…da findet auch keine Eifersucht statt…die Männchen sind kastriert (sicher, dass der kastriert ist?)…und die Weibchen werden ungefähr alle drei Wochen brünstig…und der Mann deckt die dann auch…alle hintereinander…es kommt natürlich nichts raus, aber die Mädchen mögen das…es wird sich liebevoll um sie gekümmert (was man von so einer fetten, einsamen Sau wie ihm natürlich nicht erwarten kann…), das hört sich ein bisschen skurril an, aber so ist das Meerschweinchen-Leben…so kann man sie auch am besten beobachten…man kriegt alles mit, fressen, decken…

Er auch. Unbewusst hat er das auch immer mitbekommen. Das war so ein Gefühl…so ein vages Gefühl…dass da noch mehr vor sich ging…als sein alleiniges Decken, Fressen…





Sonntag, 8. Mai 2016

Fuck Forever










Er weiß noch, wie er letztes Jahr mit ihr zum Karnevalszug gegangen ist. In Endenich. Obwohl er eigentlich nicht viel für diese ganze Scheiße übrig hatte. Vielleicht für irgendwo schön feiern gehen schon, aber ganz bestimmt nicht für in der Kälte herumstehen und nach Kamellen schnappen, die eh nur dick machen und sowieso nichts Besonderes sind. Und dabei wie ein Bekloppter "Kamelle"zu rufen. So was erträgt man echt nur besoffen, aber er konnte ja schlecht schon am Sonntagmorgen besoffen sein...

Aber an diesem Tag, da wollte er mit. Keine Ahnung warum. Hat sich fast aufgedrängt, weil er eh frei hatte und nicht einsah, warum er alleine zu Hause sitzen sollte, während sie mit ihrer Freundin Loreta zum Zug geht. Und wegen Loreta war das auch nicht, so viel ist sicher. Bei jeder anderen von Nadines Freundinnen vielleicht, aber nicht bei Loreta: Die war wirklich eine der wenigen Freundinnen von Nadine, die er nicht reizvoll fand.

Bis natürlich auf das eine Mal, damals, vor gut und gerne zehn oder vielleicht sogar schon fünfzehn Jahren. Da wo er alleine bei ihr zu Hause war, morgens, damals, wo die noch alleine lebte, obwohl sie da, glaube ich, schon mit ihrem Freund Juan zusammen war. Und bis vielleicht auf die kleine Wichsfantasie, die er sich um Loreta zusammengesponnen hatte und die sogar knapp einen Monat gehalten hatte – aber dazu ein anderes Mal mehr.

Auf jeden Fall war er damals alleine bei Loreta, nachdem er dort übernachtet hatte, weil seine Eltern – Gott sei ihre Seele gnädig – ihn rausgeschmissen hatten (dafür sind ja Eltern schließlich auch da!). Und wie immer, wenn er alleine bei irgendeiner Freundin von Nadine war, wühlte er ein bisschen in ihren Sachen rum. Natürlich nicht, um was zu klauen, sondern nur um zu sehen…das ist mir jetzt aber peinlich…um zu sehen…wie sage ich das jetzt am besten…um zu sehen…was die für Unterwäsche hatte. So, jetzt ist es raus! Die Wahrheit ist eben manchmal nicht ganz leicht, ganz pflegeleicht. Genauso wenig pflegeleicht wie die Unterwäsche von Loreta. Denn es dauerte nicht lange und er wurde fündig. Das dauerte nie lange. Bei keinem. Nicht bei der Schwester von Nadine (Tangas vom Feinsten, wer hätte das erwartet?!), nicht bei Marina von nebenan, die ihre Wäsche dummerweise in ihrem gemeinsamen Keller aufhängte, und natürlich auch nicht bei Loreta. Damals schockte ihn das asoziale Verhalten seiner Eltern noch nicht lange, wie Sie sehen – wenn er schon am nächsten wieder auf die Jag nach Unterhosen ging. Auf die Pirsch. Und Unterhosen, obwohl es weniger aufreizend klingt als Slips, ist hier echt passender, denn Loreta war nicht eine dieser zierlichen Ecuadorianerinnen wie sie in Nadines Familie so gehäuft vorkommen. Nein, in der Tat nicht. Anders als diese dünnen, fiesen flacas in Nadines Familie, war Loreta eher eine kräftige, fiese gorda und damit meine ich nicht den spanischen Weihnachtsjackpot (der heißt ja auch „el gordo“ und nicht „la gorda“!). Und so war auch das, was er über der kleinen Heizung im kleinen Flur ihrer kleinen Wohnung in Endenich fand alles andere als ein kleiner Slip, den er hätte übersehen können. Nein, das war schon fast ein Zweimannzelt.

Nein, so schlimm war es auch nicht. Er beliebt zu übertreiben oder wie das heißt. Besagtes Stück Stoff, das auch als Tischdecke hätte herhalten können (natürlich nur auf einem kleinen Beistelltisch), war schon groß, aber dafür war wenigstens etwas dran. Was zum Anpacken, zum Zupacken. Genau wie bei Loreta. Denn das war eine Unterhose, die sein Vater mit Fug und Recht „Sloggi Long Long“ genannt hätte. Woher sein Vater, der sonst eher wenig bis gar kein Englisch sprach, diesen Begriff kannte, weiß er auch nicht. Die Unterhose von Loreta bestand also aus feinstem Feinripp, wenn sie wissen, was ich meine. Natürlich in der Damenversion. Loreta trug ja keine Herrenunterwäsche! Was vielleicht besser gewesen wäre: Denn das hätte ihn vielleicht (einen Moment lang) von dem abgehalten, was als Nächstes passiert. Nämlich, dass er (und hier erinnere ich gerne noch mal daran, dass alle Personen in diesem fiktiven Klage…äh…Tagebuch meiner kranken Fantasie entspringen und nichts, aber auch gar nichts mit echten Personen in Bonn zu tun haben) sich umblickte, sich nochmals umblickte und dann ganz vorsichtig, mit den Fingerspitzen, das Ding, das Artefakt von der Heizung nahm, es an den sensiblen Stellen berührte und feststellen musste, dass Loreta anders als Nadines Schwester wirklich sauber war, daran roch und dann…

…der Rest ist Geschichte.

Alles ganz harmlos. In Wahrheit hatte Loreta Glück, denn wenn das heute passieren würde, hätte er hundertprozentig ein Selfie mit Zelt (Pardon: Unterhose, meine ich natürlich) gemacht und das Ganze keine fünf Sekunden später ins Internet gestellt. Auf Instagram!).

Und so holte er sich mit diesem Ersatzzelt einen runter – natürlich alles ohne Flecken zu hinterlassen, da hat er immer aufgepasst! Das wär ja noch schöner, wenn er auch noch Souvenirs hinterlassen hätte! Diesbezüglich hat er sich wirklich nichts vorzuwerfen.

…dachte an ihre sanften und prallen Rundungen (boah, die Loreta hatte echt Atomtitten), an ihren Venusberg…

Und vor besagten Karneval waren er, Nadine und María sogar an Neujahr mit Juan Essen gewesen. Deswegen konnte er dem seine ablehnende Haltung an Karneval so gar nicht verstehen. Der Typ war zwar irgendwie Alkoholiker (Loreta redete immer davon, dass er eigentlich gar nichts mehr trinken soll, wegen seiner Leber, aber erzählen Sie das mal einem Portugiesen, der mit dem Porto schon in der Muttermilch aufgewachsen ist). Aber trotz seines kleinen Alkoholproblems (das ist doch kein Problem, so ein Gläschen in Ehren…) war der Typ sterbenslangweilig und er hatte sogar nach Silvester zu Nadine gesagt, dass er sich sowas nicht noch mal antut. Und auch noch dafür bezahlt, denn dieses peruanische Restaurant hatte für die Qual, die sterbenslangweiligen Gespräche, das fade Essen und das ebenso farblose Ambiente auch noch Geld genommen (Knöpfe wollten die nicht und spülen wollte er nicht, denn dann hätte er ja das Feuerwerk mit Loreta verpasst – bei dem sie ja vielleicht durch einen Zufall von der Rheinbrücke gefallen wäre und ihr Mann gleich in seinem Dauerrausch hinterhergesprungen wäre und sie nie mehr gefunden worden wären). Aber er war damals wie heute einfach viel zu nett, um einfach zu sagen: Geh mir nicht auf die Eier, du langweiliger portugiesischer Wichser, mit deiner komischen Sprache, die nicht klingt wie Spanisch ohne Knochen, sondern eher wie unzusammenhängendes, romanisches Lallen ohne Knochen. Ich will nichts von deinen alltäglichen Abenteuern auf der Autobahn und in der Wurstfabrik wissen. Eigentlich bin ich nur aus Liebe zu Nadine hier. Und weil ich eifersüchtig bin, wenn sie Silvester allein mit euch Spacken verbringt. Und nicht um mir dieses übelriechende Gesülze anzuhören, dass ich eh nicht verstehe und auch gar nicht verstehen will, ehrlich gesagt! Du verstehst?!  ¿!Entiendes?! Am Ende wollte ihn Loreta sogar noch vor seiner Tochter abzocken, indem sie sich andauernd bewusst unbewusst bei der Rechnung verzählt hat und dann von meiner Tochter (!) eines besseren belehrt wurde. Mit mir und meiner gepflegten 5- bis zum bitteren Ende kann man es ja machen!

Aber daran konnte das auch nicht liegen. Daran lag das bestimmt nicht…

…dass der mich so blöde anglotzt…

Denn als ich an Karneval mit Nadine als Mexikaner verkleidet Loreta und ihren feinen Ehemann in einer Bäckerei traf, war Letzterer gar nicht begeistert von meiner Anwesenheit. Aber was sollte ich denn machen? Mich in Luft auflösen? Für dich coschonuo pendescho? Das ist schließlich meine Frau, mit der ich hier bin. Kann ich doch nichts dafür, dass das die nicht gefällt.

Aber ich sagte nichts. Weil ich zu nett.

Das war er sein ganzes Leben lang. Viel zu nett. Das ist nämlich genau sein Problem: Dass er zu nett ist! Viel zu nett für diese Welt.

Darf ich etwa mit meiner Frau nicht zum Zug gehen. Gefällt dir das etwa nicht?! Weil du mit ihr allein sein willst, oder was?! Er übertreibt, aber das war an dem Tag richtig auffällig. Vielleicht wusste ja Loreta schon was von Nadines Plänen. Oder von ihrem anderen. Oder von ihr und ihrem Schwager Rafael. Und das machte denen ein schlechtes Gewissen. War das dann etwa mein Problem. Wie gesagt, an dem Tag kam das richtig raus. Dass die mich nicht dabeihaben wollten. Ich weiß nicht warum und ich werde es nie erfahren, aber da war irgendwas im Busch. Vielleicht hatte sie ja heimlich was mit dem. Wenn er gerade mal nicht betrunken. Oder gerade wenn er betrunken war. Denn Loreta reagierte nicht so auf meine Anwesenheit. Die war ganz cool.

Aber das sind Frauen ja immer, in diesen Dingen. Das ist ihnen sozusagen in die Wiege gelegt. Ich seilte mich ab, blieb auf dem Bürgersteig stehen, während Nadine mit denen weiter vorne stand. Wie immer. Ich war der Gefickte, der Außenseiter, der der von nichts was wusste, von nichts eine Ahnung hatte. Während die anderen sich amüsierten. Spaß hatten.

Ich verstehe immer noch nicht, warum Nadine, als sie merkte, dass ich keinen Bock mehr hatte, noch versuchte, mich zu beschwichtigen. Zu mir kam, mich umarmte, mich küsste…

…wo sie doch genau gewusst haben muss, dass sie mich verlassen würde. Für immer verlassen würde. In nicht mal mehr zwei Wochen…

Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es einfach nicht. Es fehlt nicht nur ein Puzzleteil, sondern gleich die ganze Hälfte des Puzzles und der Karton. Bestimmt war der Samen des Verrats schon gesät, in den fruchtbaren Mutterboden eingebracht, vielleicht sogar von diesem Portugiesen persönlich.

Fuck forever!

Das tut so unglaublich weh, immer noch, selbst heute noch, gerade heute an einem dieser großen Tage im Kalender, an Rhein in Flammen besonders. Obwohl es natürlich müßig ist , sich jetzt noch über sowas Gedanken zu machen – jetzt, wo sie für immer weg ist –, aber in Ermangelung eines eigenen Lebens macht man sich über so einiges Gedanken.


…die Erinnerung an sie brennt fast ein Loch in meine Seele.