An Weiberfastnacht muss ich an sie denken. Ich will nicht, aber ich
muss. Bestimmt, weil heute Weiberfastnacht ist und ich noch immer, fast drei
Jahre nach ihrem Weggang, Eifersuchtsanfälle kriege. Und ich dachte, ich hätte
das überwunden. So kann man sich täuschen! Was sie jetzt wohl macht? Ob sie
auch an mich denkt? Und ich deswegen gerade an sie denke? Bestimmt…
Wahrscheinlich ist sie tanzen. Mit irgendwelchen Freundinnen. Oder ihrem Neuen.
Ihrem Neuen und irgendwelchen Freundinnen. Bestimmt versteht der sich besser
mit denen als ich damals. Bestimmt mögen den alle. Sogar ihre Familie. Ihre
Schwestern. Ihr Schwager.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
Sonntag, 11. Februar 2018
Donnerstag, 8. Februar 2018
Herzlichen Glückwunsch!
An meinem Geburtstag, einem
kalten Tag im Februar, werde ich von meiner Tochter geweckt, die sich in der
Küche Buttergemüse von Aldi für die Schule macht. Und einen Bagel, im Ofen. Meine
Tochter, die irgendwas sagt, nuschelt, das ich nicht richtig verstehe.
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Montag, 5. Februar 2018
Du Pilzkopf, du!
Ich stehe nach dem
Duschen vor dem Spiegel und denke: Deine Haare sind auch wieder ziemlich lang. Ist
das wirklich schon so lange her, dass ich das letzte Mal beim Friseur war?! Aber
egal: Das ist noch okay, das ist noch nicht zu lang. Wenn es zu lang wird, gehe
ich schon wieder zum Friseur, keine Angst. Außerdem sieht es so gar nicht mal
so schlecht aus, mit den kleinen Wellungen hinterm Ohr, fast schon jugendlich. Was
bei einem mittelaltrigen Mann eben so als jugendlich durchgeht (scheiße, ich
bin nicht mehr jung, als jung kann ich mich nicht mehr wirklich bezeichnen!).
Friseure sind sowieso so eine Art rotes Tuch für mich. Ich bin noch nie gerne
zum Friseur gegangen. Für mich grenzte das immer an Körperverletzung. Das fing
schon damals an, in Kessenich, als ich zu diesem Salon auf der Ecke gegangen
bin und eine Vanilla-Ice-Frisur haben wollte (ja, ich weiß…aber ich war
Rap-Fan), die mir aber einen Skinhead verpasst haben. Wo mich dann, am nächsten
Tag in der Schule, mein Französisch-Lehrer (der den Krieg bestimmt noch
miterlebt hatte) fragte, warum ich denn so eine kurze, radikale Frisur hätte.
Radikal sagte er nicht, denn seinem Ausdruck entnahm ich, dass er das durchaus
positiv sah, mit meiner Frisur. Obwohl es mir tierisch peinlich war. Und auch
die Rap-Tante (die sitzengeblieben war und jetzt unsere Klasse terrorisierte
und die beste Freundin meiner Angebeteten aus Peru war – nochmal ja ich weiß…)
fand meine (fehlenden) Haare „geil“. Wenn ich so darüber nachdenke, war das das
einzige Mal, wo ich Ana (so hieß die Peruanerin, die voll in mein Beuteschema
passte) näher als in diesen endlosen Augenblicken, die ich mit ihr austauschte (ich
weiß gar nicht mehr, wie ich in der Mittelstufe überhaupt was mitbekam, bei all
den Blicken in ihre Richtung, in ihre Augen und vielleicht auch in ihr junges
Herz). Aber wo waren wir…
Donnerstag, 1. Februar 2018
In guten wie in schlechten Zeiten
"Den
späten Zustand der Zivilisation charakterisiere:
- das Greisenhafte statt des Jugendlichen, Geschichtslosigkeit,
- Künstlichkeit und Erstarrung aller Lebensbereiche,
- Herrschaft der anorganischen Weltstadt anstelle des lebensvollen bäuerlich geprägten Landes,
- kühler Tatsachensinn anstelle der Ehrfurcht vor dem Überlieferten,
- Materialismus und Irreligiosität,
- anarchische Sinnlichkeit, panem et circenses, Unterhaltungsindustrien,
- Zusammenbruch der Moral und Tod der Kunst,
- Zivilisationskriege und Vernichtungskämpfe,
- Imperialismus und die Heraufkunft formloser Gewalten."
(Quelle: Der Untergang des Abendlandes – Wikipedia-Eintrag)
Im Morgenmagazin läuft ein
Bericht über Pflegekräfte in Deutschland.
Den Alltag bewältigt seine
75-jährige Frau alleinI
„Wir haben das gemacht, mit
guten und schlechten Zeiten und es bleibt dabei. Wenn ich mal nicht gar nicht mehr
kann, dann ist das was anderes, dann muss man das sehen, aber solange ich noch
kann…“, sagt die selbst fast blinde alten Dame, die ihren lungenkrebskranken
Mann pflegt, der beide Beine verloren hat…
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