
Das Knie tut weh, das Wetter ist schlecht, kalt, bewölkt und windig, und du bist müde wegen der Scheiß-Zeitumstellung (die nehmen dir einfach so eine Stunde, ein Skandal!) ...
...aber du läufst trotzdem ...
Deine Zahnhälse liegen frei, du hast noch keine Klicks, dein Knie tut weh, du vermisst C. immer noch ...
... aber du läufst trotzdem ...
Du weißt, dass du sterben wirst, irgendwann, das du nicht mehr der Jüngste bist ...
... aber du läufst trotzdem ...
Du wiegst 93,1 kg ...
... aber du läufst trotzdem ...
(damit du danach 91, irgendwas wiegst, hahah ... ha)
Du denkst ...
... Aber du läufst trotzdem ...
Einfach tun, sagt Manson ...
Und Recht hat er ...
Und deine 200 crapoy words hast du jetzt auch schon!
Jetzt kann es nur noch aufwärts gehen, besser werden
... aber du läufst trotzdem ...
Deine Rechtschreibprüfung auf dem alten Handy spinnt, fuckt dich ab, du vermisst C. immer noch ...
... aber du läufst trotzdem ...
Hinter klingeln dich zwei alte Leutchen auf dem Fahrrad fast zu Tode, erschrecken dich fast zu Tode ...
... aber du läufst trotzdem ...
... und die fahren trotzdem ...
Im Angesicht des Todes
Amen
(ihres noch viel baldigeren)
(aber wer weiß das schon, du könntest auch vor ihnen sterben, weit vor ihnen)
... aber du läufst trotzdem ...
Läufst schneller, um noch fast über die rote Ampel zu kommen, vor der Autobshnbrücke, wo die Autos ungeduldig blinken, weil sie an dir vorbei auf die Autobahn fahren wollen ...
Ich hasse das, diese Stelle, wo man die kurze Autobahnauffahrt passieren muss
... aber ich laufe trotzdem ...
Laufe ich vor etwas weg?
Natürlich, immer
nicht nur vor den blinkenden Autos, die auf die Autobahn wollen ...
... auch vor mir selbst, immer ...
... aber ich laufe trotzdem ...
Bin jetzt schon bei Kilometer 3 ...
Es ist 09:10, 08:10 an einem Sonntagmorgen Ende März, nachdem du erst um ha. 03:30 (0230) ins Bett gekommen bist,
... aber du läufst trotzdem ...
Am Wald riecht es nach Wildschwein (die sind jetzt brünftig),
... aber du läufst trotzdem ...
Guckst dich um
Wieder blinkende Autos am Parkplatz (was ist denn heute los, so früh am Sonntagmorgen?)
... läufst, bis du nichts mehr fühlst, nichts mehr denkst, nicht mehr liebst
... nur noch läufst ...
Wie gesagt:
... trotzdem ...
Am Waldrand um die Kurve, runter nach Vilipprott.
Dass du noch nicht mal richtig schreiben kannst
... aber du läufst trotzdem ...
monoton
Wenn du durch die Hölle gehst (nicht läufst, nicht läufst?).
geh einfach weiter!
immer weiter
imma wigga
Lauf!
Lauf, Fordert, lauf!
Schließe die Augen, genieße es! (Woraus die Autokorrrektur "genieße Es" macht.) Hier am Wald ist es kühl im Hier und Jetzt ruhig
Ein kleiner Tropfen auf deinem Display
ein Tröpfchen
Techno-Musik am Fußballplatz
die feiern
Die feiern das Laufen weg
Laufen auch, beim Fußballtraining, kleine Jungs
... feiere, laufe, trotzdem ...
Der Akku ist auf 25%, und ich muss noch zurück
Aber ich
... laufe trotzdem ...
Mein Ich, mein Es
Das sind mittlerweile mehr als 500 crappy words ...
... aber ich laufe trotzdem ...
Ich schalte den Fitnesstracker aus, um Akku zu sparen
... aber ich laufe trotzdem ...
... weiter ...
Gleich kommt die Wende, die Wende bei den Hühnern in Villip.
Das ist nicht die Wende in deinem Leben
... aber du läufst trotzdem ...
Du bleibst mit dem Pullover an einem dornigen Zweig rechts von dir hängen, es nieselt stärker, wird kälter, deine Beine werden schwächer, du merkst sie stärker, deinen Rücken, spürst deinen Rücken, aber du läufst trotzdem
... aber du läufst trotzdem ...
... weiter ...
... nada, nada ...
Es ist fast so, als wollte Gott dich vom Laufen abhalten
... aber, wer hätte es geahnt, du läufst trotzdem ...
Amen!
Deine Nase ist kalt, die Bayern spielen nur 3:2 (ein Massaker in der Abwehr), du vermisst C. immer noch, musst heute arbeiten, an einem Sonntag (zum Glück!), kannst fast nicht mehr schreiben, da das Display voller Tropfen ist, musst noch waschen, kochen, putzen, alles, alles noch machen
... aber du läufst trotzdem ...
Obwohl dich die Hühner erschrecken