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Montag, 29. Januar 2018

Yin und Yang





Der Wunsch zu heulen, einfach loszuheulen ist so stark, so ausgeprägt, so drängend, dass du nicht weißt, ob du es schaffst, ihm zu widerstehen. Du willst einfach nur losheulen, aber du tust es nicht. Nicht hier, nicht jetzt, obwohl du so gerne würdest…

Sonntag, 28. Januar 2018

Atomkrieg, Bob Dylan und Selbstmord














Nachts fährt mich mein Kollege Sascha zum Bahnhof. Ich mag Sascha und Sascha mich glaub ich auch. Wir unterhalten uns, wie immer:

„Hast du das von Hawaii gehört. Mit den falschen Alarmmeldungen… Wo die dachten, die werden mit Atomwaffen angegriffen…“

„Ja, krass, ne?!“

„Nur weil da einer aus Versehen auf den Knopf gekommen ist… Dass so was überhaupt möglich ist… Dass so was überhaupt von nur einer Person ausgelöst werden kann… Boah, ich wär so ausgetickt…“

Sonntag, 24. Dezember 2017

Einen Tag vor Heiligabend: Na dann Prost!




Last Christmas, I gave you my heart
But the very next day you gave it away
This year, to save me from tears
I'll give it to someone special…
(Wham! - Last Christmas)
  


Ich hätte richtig Bock an Heiligabend ein bisschen Alkohol zu trinken. Um zu vergessen. Vergessen, dass meine Frau nicht mehr da ist (Tschuldigung, meine Ex-Frau meine ich natürlich). Um zu vergessen, dass sie, meine Tochter, nur den halben oder noch nicht mal den halben Tag da ist, an Heiligabend! Dass sie später den Leuten ins Gesicht lächeln wird, die deine Ehe auf dem Gewissen haben, die dich kaputtgemacht haben und jetzt alles haben, während du nichts hast. Nur eine Tochter, und auch die nur die Hälfte des Tages (wenn überhaupt).

Freitag, 27. Oktober 2017

Fast-Begegnung der dritten Art II




“Sometimes memory can be real bitch.” 

Lourd Ernest H. de Veyra, The Best of This Is A Crazy Planets

 






In der Bahn von Rheinbach höre ich auf einmal eine spanische Stimme. Zuerst denke ich, das ist eine Spanierin, aber dann muss ich feststellen, dass das definitiv eine südamerikanische Stimme ist. Aus Kolumbien oder so. Sie redet ziemlich laut und ich verstehe alles. Obwohl ich nur mit einem halben Ohr hinhöre und eh nur die eine Hälfte des Gesprächs mitbekomme. Aber es zieht mich immer mehr in den Bann, je weiter wir fahren. 

Dienstag, 24. Oktober 2017

Armutsrisiko in Deutschland




Epi·pha·ni̱e̱
Substantiv [die]
Religion
  1.  die Erscheinung (eines) Gottes unter den Menschen.
    2. Alltagsoffenbarung








Armutsrisiko für Kinder ist, wenn Eltern sich trennen…“, sagt der Typ im Fernsehen.



Er steht auf, hievt sich mit Mühe hoch du geht auf Klo. Schleppt sich schon fast auf Klo. Sagt zu sich selbst, laut: „Dann soll sie doch um zwölf kommen. Mir doch egal. Ich bin dann nicht mehr da. Dann bin ich auf der Arbeit. Ist doch auch egal: Ich werd doch eh nicht mehr gebraucht. Nicht von ihr, nicht von ihrer Mutter, vom niemandem mehr…ich bin abgeschafft…

Keiner Sau…






Dienstag, 8. August 2017

Shakespeare und Deutschland





Nerv nicht!“


Ich stand vor ihr, in der Tür ihres Zimmers, guckte sie an, ihr Blick war auf den Bildschirm ihres Handys gerichtet und ich versuchte, ihre Worte hinter einem Lachen verschwinden zu lassen, schaffte es aber nicht

Nerv nicht.

Freitag, 30. Juni 2017

H wie Hoffnungslosigkeit, Heulen und...













Du liegst im Bett, willst traurig sein, es macht doch alles keinen Sinn mehr, willst heulen, nichts mehr sagen, nie wieder was sagen…

…aber dann kommt María an dir vorbei…

Und du fühlst dich wieder besser. Nur minimal, aber das reicht schon, um weiter zu leben, um wieder Hoffnung zu schöpfen. Dieses Leben ist so Scheiße. Es zieht dich ganz tief runter und gibt dir dann einen Funken Hoffnung.

Mittwoch, 26. April 2017

Strand, Mädchen und Latin Lovers









Meine Hose ist immer noch voll nass.

 „Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“                         Ich möchte den Strand hinausschieben

Wir sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags und Nadine will gehen. Schon lange

Sonntag, 26. Februar 2017

Otto, mein Wellensittich




Nachts im Bett, kurz vor dem Schlafengehen, denkt er an den Wellensittich, den er damals als Kind hatte. Der hieß Otto (ich weiß, ich weiß…) und war blau. Königsblau, mit einem weißen Köpfchen. Ein eleganter, stolzer, schöner Vogel.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Depression oder Angststörung








Der Kunde steht neben ihm und sagt wie aus heiterem Himmel:

„Bist du sehr freundlich und netter Mann…“

Echt?

Das schockt mich jetzt aber wirklich, denkt er. Er weiß gar nicht, was er sagen soll.

Am Ende bringt er nur ein schüchternes „Danke“ hervor.

Donnerstag, 15. September 2016

Wie kannst du nur so sein?!










Wie kannst du nur so verbittert sein? denkst du manchmal. So zärtlich, so ängstlich, so sorgenvoll? So bitter? So erbittert, wie das korrekt heißt. So wütend, so sauer, so aufbrausend, so jähzornig? So sensibel, so emotional, so hochemotional, so impulsiv, so gefühlvoll, so empfindlich? Empfindsam? So nachtragend, so voller Groll und Wut und Zorn und anger? So hasserfüllt, so irrational, so wenig reflektierend, reflektiert, inflektiert? So wenig flexibel, so temperamentvoll, so gefühlvoll? So verknöchert? So stur, bockig, dickköpfig, trotzig und unnachgiebig? So heißblütig? So verbissen, so zäh, so traurig, so melancholisch, so depressiv, so naiv, so gutgläubig, leichtgläubig, dumm, unschuldig? So stolz? So überheblich, so distanziert, so arrogant, so kühl berechnend, so böse, so gut, so anständig? So emotional involviert? So sanft? So liebevoll, so einfühlsam, so empathisch, so duldsam, so tolerant, so geduldig? So „nett“?

Freitag, 29. Juli 2016

Marina Joyce Mystery










Heute hast du frei – obwohl: von deinem Kopf hast du ja nie frei. Also stehst du um 9 Uhr auf und gehst auf Klo. Et drückt. Wenn et drückt, dann musst du…kacken (und das ist nicht witzig). Das heißt: Erst mal musst du pissen, denn Pissen kommt immer vor dem Kacken. In letzter Zeit bleibt dazwischen auch irgendwie immer weniger Zeit, denn…et drückt. Also streifst du dir die Unterhose runter, kneifst die Arschbacken zusammen, holst schnell in kleinen Trippelschritten den Laptop, und dann den Hocker, den du auf den Küchenstuhl vor der Kloschüssel stellen musst, damit der Laptop ungefähr auf Augenhöhe steht. Ich weiß, das klingt nicht so, aber das hat System! Schaffst es gerade so noch, bevor es losgeht. Ach ja, Pipi hast du übrigens schon gemacht – trotz Morgenlatte. Und noch bevor du den Computer angeschaltet hast, geht’s los (die Details erspare ich Ihnen jetzt…). Danach wischst du dir den Arsch ab und willst dich eigentlich anziehen, um Laufen zu gehen. Aber als du wieder in deine Unterhose und die dazugehörige Blümchenshorts schlüpfst, hörst du schon das Plätschern draußen. Scheiße, es pisst. Scheiße! Und das tut es wirklich…und wie… In Strömen. Das ist echt voll der Dschungel hier, in Deutschland. Also wartest du und gehst dann Laufen. Mit Regenschirm. Durch den Wald. Durch den deutschen Psychoregen (nicht genug, um den Schirm aufzumachen und zu viel um den Schirm zuzumachen). Das ist echt, als würde da oben jemand sitzen, der exklusiv dich ärgern wollte…

Nach dem Laufen jib et Frühstück. Kalte Hühnerbrühe von gestern (die kühlt ab und du schwitzt nicht so viel in die Pfanne mit den Rösti-Ecken und den restlichen Knusper Gockelchen rein. Obwohl das voll geil ist: Denn jedes Mal, wenn ein Schweißtropfen von deiner Stirn in die Pfanne fällt, zischt das Hammer…

Nach dem Essen schläfst du ein bisschen (so ungefähr zwei Stunden), wachst dann langsam auf und liest die Bild. Stößt auf diesen Artikel über Marina Joyce, diese Mode- und Schmink-YouTuberin, die in letzter Zeit so seltsam sein soll. In ihren Videos. Das musst du natürlich gleich recherchieren. Also auf zu YouTube. Und das stimmt irgendwie. Die ist schon komisch, obwohl die eigentlich voll geil aussieht. Für eine Engländerin zumindest. Wie hat das dein Kumpel Miro damals in Schottland so gewählt ausgedrückt: „Die Frauen sehen hier alle aus wie Schnitzel.“ Also, wie ein Schnitzel auf Beinen sieht die nicht so richtig aus, mit ihren riesigen, blauen Augen. Aber glücklich auch nicht, wie sie dieses Kleid im Garten dieses typisch englischen Backsteinhauses in der Vorstadt von London präsentiert. In dem Video Date Outfit Ideas. Manchmal bekommt ihr Blick so etwas Abwesendes, etwas Ängstliches, was irgendwie voll krass wirkt. So als wär sie nur halb da. Die Diskussionen um diese Videos schossen tatsächlich so ins Kraut, dass die sogar die Polizei gerufen haben. Die war dann wirklich bei der (mehrmals!), um sich zu vergewissern, dass es der wirklich gut geht. Die Polizei hat auch nichts Besseres zu tun, denkt er! Vielleicht sollte er die mal seiner Tochter empfehlen, die ist wirklich nicht schlecht. Aber schon krass, wie die guckt. Augen riesig und diesen vagen Ausdruck von Angst, Unsicherheit im Blick. Spannend! Er liest: Manche spekulieren, dass sie Drogen nimmt, weil sie auf verschiedenen Raves gesehen wurde. Andere sagen, sie sei schizophren (Hammer, auf was die Leute kommen, ohne jemanden wirklich zu kennen oder irgendwelche gesicherten Diagnosen zu haben. Krass, ne!? Dass sie misshandelt wird…von ihrem Freund, ihrer Familie, ihrer toten Großmutter, suchen Sie sich was aus. Da ham sogar welche behauptet, die sei von dem IS entführt worden und solle möglichst viele Follower an einen Anschlagsort locken. Geil, ne?! Und das Geilste ist: Wenn du das so liest, denkst du: Boah, da bin ich ja sogar noch relativ normal… Relativ. Alles ist relativ. Oder um deinen Vater zu zitieren: „Pervers ist eine Abweichung von der Norm, aber wer kann die Norm schon bestimmen?!“ Da war er immer ganz stolz drauf, auf diesen Spruch, obwohl der heute, jetzt im Nachhinein schon ziemlich gruselig daherkommt (nur so am Rande…). Du guckst dir einen fetten Typen mit undefinierbarem Akzent (ist der jetzt Engländer oder nicht?) an, der über alles Mögliche spekuliert (dass er nicht noch den Geist der toten Großmutter aus der Truhe holt, ist schon fast ein Wunder!). Aber irgendwie überzeugt dich das alles noch nicht – ist aber spannend genug, um nicht wieder einzuschlafen. Boah, früher hatte ich ein Leben! (Nein, hattest du nicht, da hast du genau das Gleiche gemacht, an deinem freien Tag! Okay…). Also guckst du dir noch ein Video von ihr selbst an (nicht von irgendwelchen fetten, undefinierbaren Kommentatoren, die sowieso nur Scheiß labern). Und dieses Video hat es in der Tat in sich. Du weißt nicht, was du davon halten würdest, wenn sich deine Tochter diese YouTuberin angucken würde – obwohl der britische Akzent so geil ist und die Alte auch nicht schlecht (Anfang 20, kleine Tittchen, tiefblaue Psychoaugen, ein hübsches Gesicht…). In dem Video, das den für Schmink- und Modetipps eher untypischen Namen Near Death Experience trägt, sitzt Marina Joyce in ihrem (?) Schlafzimmer, auf ihrem Bett (nein, das ist kein Porno-Video, eher genaue Gegenteil davon!), neben sich den Laptop. Auf dem Bett liegt eine violette Decke, die perfekt zu dem etwas helleren, aber ebenfalls violetten Wollpulli, den Marina trägt, passt. Im Hintergrund ist ein Katzenkissen, das einen mit großen Augen anzustarren scheint (ich mag Katzenmenschen, auf jeden Fall besser als Hunde!). Marina trägt eine rote Rosa hinter dem Ohr, ihre Haare sind wie immer perfekt frisiert und ihre blauen Augen werden durch die schwarze Umrandung noch blauer. Aber das ist kein Schminkvideo. Das wird dir schnell klar! Sie scheint echt aufgewühlt zu sein, redet von seltsamen, verrückten Erfahrungen, die sie vor kurzem gemacht hat, ihrem „geheimen Leben“, der Absurdität…ja, von was eigentlich! Und das ist der Trick: Das sagt sie nämlich in 9:23 nicht! Stattdessen sagt sie, dass sie im Februar geboren ist. Wassermann, wie du! Dat sinn die schlimmsten. Aber irgendwie kannst du dich auch mit dem identifizieren, was sie sagt. Marina Joyce, die Schminktante aus London! Aber wenn sie davon redet, dass sie stärker dadurch geworden ist, was sie durchgemacht hat, aber was sie nicht genau sagen will. Und zu heulen anfängt. Also: Entweder sie ist eine gute Schauspielerin oder… Das willst du dir gar nicht ausmalen, daran willst du gar nicht denken. Sie fühlt sich so alleine (genau!), da nur sie alleine weiß, wie hart diese Erfahrungen waren (I’m feeling you, Marina, I really do!). Mich versteht auch keine Sau, wie sehr ich unter der Trennung von meiner Frau gelitten habe, keine Sau, echt, so als hätten die alle keine Gefühle oder ich zu viele oder keine Ahnung. Wie hart ich kämpfe, um eine stärkere Person zu werden…wem sagst du das, Schnucki?! Ne, aber echt, ernsthaft… Du warst zwar nie, wie Marina Joyce sagt, the happiest person in the world, auch früher nicht, wo du noch halbwegs ganz warst, halbwegs whole. Wild mit den Armen gestikulierend, sagt sie mit dramatischer, tränenreicher, ja fast schon hysterischer Stimme: …das Gefühl, dass ich nicht mehr am Leben wäre... Und dich beschleicht auch so ein Gefühl: Nämlich, dass sie über den Tod redet. Und darüber, wie man sich fühlt, wenn man weiß, wenn man sich bewusst wird, dass man sterben muss, dass das Leben endlich ist. Dass man einfach irgendwann nicht mehr da ist. Das kannst du schon verstehen, selbst, wenn das nicht echt ist, wie manche Kommentatoren behaupten. Selbst dann, dann ist das schon eins der echtesten Gefühle, die es gibt, Im Leben. Also, warum sollte das nicht echt sein, warum sollte die das nicht fühlen dürfen?! Nur, weil sie Schmink-, Dating- und Modetipps gibt?! The meaning of life, sagt sie, die Bedeutung des Lebens…es ist die Kunst, die dich möglicherweise retten kann…Leute können über Depressionen, über PTSD, über Angststörungen oder Panikattacken hinwegkommen…wenn sie sehen, wie schön das Leben ist… Die Kunst kann Leute retten… Weiß nicht…aber...

Du guckst dir die Kommentare an und findest einen, der sagt, dass sie weiß, worüber Marina redet. Nämlich, dass sie ANGST VOR DEM TOD hat (und die Großbuchstaben sind nicht von mir, sondern von der Autorin des Kommentars!). Und du denkst: Hey, stimmt! Das hast du auch gedacht, als du das gehört hast! Hey, du bist nicht der Einzige, obwohl du das immer denkst. Du bist nicht der campeón del sufrimiento, wie das letztens dieser Typ, der Leiter des „Zeitministeriums“ in der gleichnamigen spanischen Serie gesagt hat. Du bist nicht der Weltmeister im Leiden. Alle leiden. Wir alle leiden. Ihr alle leidet! Unter dem Tod, unter der Liebe, unter den Gefühlen oder dem Ausbleiben derselben. Darunter, dass wir sterblich sind, dass wir irgendwann gar nicht mehr da sind, überhaupt nicht mehr, nie wieder




Ach ja, irgendwo dazwischen, irgendwo zwischen schlafen, auf den Klo gehen, essen, laufen hast du auch noch die Mail deiner Tochter gelesen: Komme erst am Samstag, spät. Auf Deutsch: Sonntag ist auch nicht drin. Also erst Montag, wie das Wechselmodell das vorsieht. Bin begeistert. Ne, aber echt: Ich liebe es von meiner Frau und Tochter getrennt zu sein…!

Aber wenigstens hat das einen Vorteil. Du musst keine Antwort mehr schreiben…






Wenn das jetzt deine Tochter wär, Marina Joyce meine ich, dann würdest du dir echt Sorgen machen…warum machen sich die ihren Eltern eigentlich nicht?! Oder machst du dir zu viele...

Obwohl: Fürsorge ist ein klares Zeichen, das man kein Narzisst ist. Zumindest kein hoffnungsloser, haha...







Sonntag, 17. Juli 2016

Gut angekommen I








Abends, auf der Arbeit, öffnet er sein Google-Konto. Um zu gucken, ob seine Tochter ihm geschrieben hat. Keine Ahnung warum. Er hat nichts von einem Flugzeugabsturz gehört, also wird sie wohl gut angekommen sein. Keine Ahnung, warum er sich das antut. Er ist halt im Grunde seines Herzens ein Masochist. Manchmal auch ein Sado-Masochist, aber meistens eben nur Masochist. Was erwartet er eigentlich? Er ist natürlich nicht mitgefahren, nach Griechenland, weil er ja mittlerweile…lassen Sie mich nicht lügen…gute 16 Monate getrennt ist und heute endlich den Scheiß-Versorgungsausgleich in Angriff genommen hat. Also, was erwartet er. Details. Kann er haben:

Sonntag, 12. Juni 2016

Good old days?



10.06.16






Heute muss er nach D, wo sie früher gewohnt haben. Er will nicht, aber er muss. Wat muss, dat muss!  Allein in diesem Stadtteil verbergen sich so viele Erinnerungen, so viele Augenblicke, die, wenn schon nicht glücklich, dann doch wenigstens zufrieden waren. Oder waren sie noch nicht mal das? Er weiß es nicht, er weiß eigentlich gar nichts mehr. Nur, dass es wehtut. Nach allem, was sie ihm angetan hat, was er ihr angetan hat, was sie sich gegenseitig angetan haben…
...tut es immer noch weh. Immer noch, nach all dieser Zeit, denkt er, als er an Gleis 5 auf die Regionalbahn nach D wartet.

Wie kann man eigentlich so dumm sein?, fragt er sich immer wieder, obwohl er weiß, dass er nichts dagegen tun kann. Obwohl der Ratgeber sagt, dass man selbst seine Gefühle kontrollieren kann…wenn man nur will. Will er? Und überhaupt: Nicht nur der eine, sondern viele Ratgeber behaupten, dass, selbst wenn man seine Gefühle kontrolliert, diese unbewusst irgendwann eh wieder zurückkommen. Ist man also im Endeffekt doch machtlos gegen seine Gefühle? Und wollen diese nur das Beste oder sind sie ein Ausdruck des Wiederholungszwangs oder gar des Todestriebs? Wollen einen in den Tod treiben? Nach dem Motto: Ich denke, also bin ich nicht.

Wie dem auch sei, jetzt muss er eine Sekunde mal Abstand von der Dauerbeschallung durch seine mehr oder minder trüben Gedankengänge nehmen, denn da kommt auch schon sein Zug. Im Zug geht es dann wieder weiter, keine Angst! Auch Santi Balmes von Love of Lesbian (nein, das ist kein Porno, sondern eine spanische Rock-/Pop-/Indie-Band aus Barcelona, deren Lieder so schön traurig sind…), der auf seinem Handy läuft, hat damit so seine Probleme, seine Gefühle zu unterdrücken, singt und haucht und jammert Los días no vividos in sein Ohr. Wie erbaulich! Die nicht gelebten Tage. Oder sollten wir doch besser sagen: seine Gefühle zu kontrollieren?

Da ist der rote, noch relativ neue Zug, der ihn nach D bringen wird. Ob er nun will oder nicht. In nur acht Minuten. Der Zug, der schon jetzt um halb zwölf viel zu heiß ist. Das lernen die nie in Deutschland. In Spanien würde es wahrscheinlich eine Revolution geben, wenn die Busse und Züge ohne Klimaanlage fahren würden, aber hier… Hier herrscht der Merkelsche Sparzwang! In Spanien gäbe es sowas nicht. Im Sommer ohne Klimaanlage. Er schwitzt schon jetzt, wischt sich schon jetzt einzelne, immer größer werdende Schweißperlen von der Stirn. Un dabei hat er den Zug gerade erst betreten! Unglaublich! Die Schwüle drückt ihm aufs ohnehin schon genug geschundene Gemüt. Zu allem Überfluss hat er auch noch ein langärmeliges Hemd an. Denn das kurzärmelige – immer noch sein einziges kurzärmeliges Hemd! – stank heute Morgen wirklich zu stark nach Schweiß, um es auch nur einen Tag länger anzuziehen. Heute Morgen, wo er sich mit dem Rasierer seiner Tochter rasieren musste, da er sich immer noch keine neuen Klingen gekauft hat (die sind aber auch so scheißteuer!) und die alten schon so oft über sein Gesicht geschleift hat, dass sie gar nichts mehr rasieren. Scheiße: Was rasiert die sich eigentlich mit diesen zweiklingigen Wegwerfteilen…? Hoffentlich nicht… Bah! Bestimmt nur die Beine. Auf jeden Fall hat sie ihm strikt verboten, ihre Rasierer zu benutzen, hat aber vergessen, sie vorsichtshalber aus dem Bad zu entfernen. Vielleicht merkt sie es ja nicht… Außerdem war sein Klo heute Morgen wieder verstopft. Weil er wieder zu viel Papier benutzt hat? Aber was soll er denn auch machen. Mit einem „dreckigen“ Arsch rumlaufen?! Wie machen das eigentlich andere? Die Sparsamen? Die Merkel? Die benutzt bestimmt beiden Seiten. Oder jede Lage einzeln von beiden Seiten. Sein Klo ist verstopft, seine viel zu kleine Wohnung sieht aus wie Hund und er fragt sich ein ums andere Mal: Ist das das Leben, das du willst? Ist das wirklich das Leben, das du für dich so willst? Das beste aller Leben? (Diese MINDFUCK-Ratgeber fucken einen aber auch echt ab. Danach brauch man dann echt einen MINDFUCK-Kurs, um sich wieder zu entfucken!). Das ist dein Leben, dein Leben im Wirtschaftswunderland Deutschland. Und der viel zu heiße Zug steht jetzt auch noch erst 20 Minuten hier herum, bis er losfährt. Nach D, wo du nicht hinwillst. In D, wo du nicht sein willst. Hey, meinst du jetzt Deutschland oder D? Oh, was wir doch alle für einen Spaß haben, hier in Mitteleuropa, wie die Südländer aus Spanien und Italien sagen. Das ist schon fast unheimlich, so viel Spaß, wie wir hier haben. Unheimlich viel Spaß, sozusagen. In der deutschen Spaß- und Spießgesellschaft. So viel Spaß, das geht auf keine Kuhhaut!

Alzo el vaso más vacío que yo…, singt Santi Balmes in dein Ohr. Ich erhebe das Glas, das leerer ist als ich… In diesem Lied, wo du zuerst dachtest, dass sich das auf eine Trennung bezieht, weil in dem Video ein Typ seine Frau/Freundin anruft und ihr sagt, dass er nicht zurückkommt, dass er nicht mit ihr zu ihren Eltern mitkommt. Bis du gemerkt hast, dass das Video aus einem spanischen Weltuntergangsfilm ist. Wo irgendwelche Sonnenwinde die Erde vernichten werden und die Leute nur noch wenige Tage zu leben haben, bis die Winde auf die Erde treffen. Und dies wissen. Und du dachtest, der Typ springt am Ende vom Balkon, weil er die Trennung von seiner Frau/Freundin doch nicht so gut verkraftet hat, wie er vorgibt. Wie man sich doch täuschen kann. Am Ende ging es gar nicht so sehr um eine Trennung, sondern um den Weltuntergang

(aber ist das nicht irgendwie das Gleiche)

(für dich vielleicht)

„Wenn wir noch ein Kind gehabt hätten…“, so durch Zufall oder eine Fügung des Schicksals – genau wie beim Ersten – „…und es ein Junge gewesen wäre…dann hätten wir ihn Santiago genannt.“ Santi in der Kurzform!

Stattdessen erhebe ich heute das Glas, das leerer ist als ich

Santi, du bist der Beste. Obwohl du nie sein durftest. Nie sein wirst

Der Zug steht immer noch und er wartet immer noch. Dreht sich in einer Denkschleife nach der anderen immer um sich selbst herum. Wie narzisstisch, würde der Ratgeber sagen. Recht hat er, aber was soll er denn machen?! Achtung, MINDFUCK! Natürlich gibt es etwas, das er machen kann. Es gibt immer etwas, das man machen kann. Seine Gedanken kontrollieren, zum Beispiel.

Aber war nicht der Narzisst jemand, der keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat?! So wie seine Frau? 

Ach, Scheiße, das ist alles viel zu kompliziert, dafür ist er einfach nicht gemacht, für so hochpsychologische Themen. Denkschleifen hin oder her. Er ist eher der simpel gestrickte Typ. Der Normalo…

Line’em up and shoot’em down

In 20 Minuten wird er in D sein (es graust ihm jetzt schon davor…und gleichzeitig genießt er, wie ein echter Masochist, insgeheim die Melancholie, den Schwermut). In 20 Minuten wird er an dem kleinen, aber modernen Bahnhof am Rande von D ankommen, wo er so oft mit ihr war. Mit ihr, seiner Nemesis. Der Bahnhof, wo sie so oft auf ihn gewartet hat, mit ihm mitgekommen ist, von Zuhause bis zum Bahnhof. Den ganzen Weg.

Den ganzen Weg umsonst

Er muss sie überreden, überhaupt mitzukommen, immer musste er sie überreden. Immer musste er sie überreden.

Er wird an dem Parkplatz hinter dem Lidl vorbeigehen, wo sie zusammen eingeparkt haben, kurz nachdem sie den Führerschein gemacht hat. Er hat ihr immer geholfen, bei der Theorie. Hat sie motiviert weiterzumachen, wenn sie mal nicht mehr wollte, weil ihr die deutschen Fragen zu sehr zusetzten. Zu viele Fragen noch unbeantwortet blieben. Es bleiben immer zu viele Fragen unbeantwortet. Und was hat er jetzt davon, von seiner Hilfe. Eisiges Schweigen. Kalt und still wie ein Grab in der Nacht. Bei Vollmond. Dreimal ums Haus gehen, ein Foto verbrennen und dann den Liebesschwur aufsagen. Oder die Verwünschung. Die schwarze Magie deiner schwarzen Seele.

Er ist jetzt egal. Völlig egal. Er ist ein weiteres weggeworfenes Objekt. Dreck. Wer kümmert sich schon um Dreck?! Dreck muss weg!

An dem Lidl vorbei, wo sie früher immer eingekauft haben. Wo sie noch in D lebten und nicht oben auf dem Berg in F. Wo ein eigener Lidl war. Mit María zusammen eingekauft haben. Das war immer irgendwie schön, mit ihr einkaufen zu gehen. Das war ein richtiger Höhepunkt seines (und ihres?) Tages, das gemeinsame Einkaufen. Wenn das Einkaufen bei Lidl schon zu einem gemeinsamen Höhepunkt wird, dann wird es aber echt langsam Zeit für die Scheidung!

Bald, bald! Patience. Caution, wie José Mota, dieser spanische Komiker immer sagt und das Wort wie das deutsche Wort „Kaution“ ausspricht. Beware of the worst kind of animal: the angry ex! The furious ex! The ex-husband. Ex-motherfucker.

Ne, im Ernst, die ist schon eingereicht, die Scheidung. Von ihr! Er hat schon den Brief vom Amtsgericht bekommen. Komplett mit „Justiz-NRW-Stempel“. So als wäre er kriminell. Weil er die Frau geheiratet hat, die er liebte (irgendwie doch schon, zumindest damals), damit sie wieder mit ihm zurück nach Deutschland kommen konnte. Nachdem sie zweimal ausgewiesen worden war. Von der Polizei erwischt worden war. Der NRW-Justiz! Illegaler Aufenthalt in Deutschland. Kein Mensch ist illegal. Doch, verlassene Ehemänner schon, wenn sie den Brief vom Amtsgericht erhalten. Selber schuld, würde sein Vater jetzt sagen. Nicht erst jetzt, das hat er damals schon gesagt. Und nicht nur einmal. Fragen Sie nicht nach Sonnenschein…in seinem Leben.

Und genau in diesem Moment, diesem Augenblick, singt Santi Balmes von Love of Lesbian: Sé que eres falsa. Ich weiß, dass du falsch bist. Aber war sie wirklich „falsch“ oder ein „falscher Fuffziger“, wie sein Vater das so unnachahmlich ausgedrückt hat?

„Ich wusste das schon immer, dass die ein falscher Fuffziger war…“

Aber selbst wenn, das macht den Verlust auch nicht weniger schmerzhaft. Und davon abgesehen: Wieso hat denn dein Vater das so schnell gemerkt und du nicht. Nicht etwa, weil er selber etwas Falsches an sich hatte, das ihn Nadines angebliche Falschheit hat perfekt hat durchschauen lassen?!

Raus aus der schwül-schwulen Bahn in die Sonne. Heute scheint tatsächlich die Sonne scheint, der Himmel ist blau und es ist angenehm warm. Es ist ein schöner Tag. Die scheiß-verfickte Sonne scheint und der scheiß-verfickte Himmel ist blau und es ist scheiß-verfickt-und-zugenäht-nochmal angenehm warm. Was für eine Fickscheiße! Es weht ein leichter Wind. Ein beschissener leichter Wind. Der dein verdammt noch mal verfickt heißes Gemüt nicht zu kühlen vermag, der dir keine Luft zum Atmen verschafft. Wenigstens zum Durchatmen

Ach, leckt mich doch am Arsch! Leckt mich doch an meinem fetten, haarigen Arsch!

Heute fängt die EM an. Geil, ne?!

Heute ist das Eröffnungsspiel. Es spielen scheiß-verfickte, französische Knollennasen gegen scheiß-verfickte rumänische Draculas.

Wie oft sind sie hier zusammen langgegangen. Über den Parkplatz, an der Sparkasse vorbei, über die Straße beim Toom. Zum Bäcker, zum Arzt, zum

ins Nichts

Zum Lottospielen. Wie an dem Tag, an dem du ihr geholfen hast, ihren kleinen Auffahrunfall zu klären. Wo du gewonnen hattest. Nichts Besonderes, nur so 20 Euro. Aber immerhin. Keine zwei Monate später war sie weg

Du bist nach Ecuador geflogen, ihr nachgeflogen, und keine 19 Jahre später war sie weg.

„Da müssen ja auch gute Jahre dabei gewesen sein…“, sagt deine Anwältin.

„Das macht man ja auch nicht. Man rennt ja keiner Frau hinterher!“ sagt dein Vater.

Das wär ja noch schöner.

Sie ist weg und hat diese menschliche Hülle hinterlassen, die nur darauf wartet, genauso kalt wie sie zu werden.

Die Tiefgarage vom Toom, wo damals die Mutter von Rani, Marías Freundin mit dir hingefahren ist. Das war auch so ein Kaliber

Die Treppe hoch, zum Arzt rein (die Tür ist auf, du musst also nicht den verseuchten, weißen Plastikknauf anpacken)…wo du sie hinbegleitet hast, als sie ihren Unfall mit dem Roller hatte. Als ihr jemand mit voller Wucht hinten draufgefahren ist, mitten am Tag, bei bestem Wetter. Aber mit Dankbarkeit ist es wie Mario Puzo das sagt: Die Leute sind nur dankbar für das, was du in der Zukunft für sie tun wirst!

Jetzt begleitet sie ihre Familie, oder sie begleitet ihre Familie, ihren Schwager, ihre Schwester, die von Spanien gekommen sind, um deine Ehe wegzublasen. Und der Wolf blies und blies, pustete und pustete, und da war die Ehe weg. Blut ist eben dicker als Ehe. Als Familie. Unsere kleine Familie hatte keine Chance gegen ihre Großfamilie, war zu schwach. So wie du!

Du bist es immer noch, sonst wärst du nicht so am jammern.

Und wieder kommt dir Mario Puzo in den Sinn, der New Yorker Mafia-Autor, besser bekannt für Den Paten.

Wie sagt das der Typ aus Omertà nochmal? Ich lass mir von keiner Frau mein Leben zerstören. Keine Frau kommt zwischen mich und mein Schicksal. Das sagt er kurz bevor er dem Liebhaber seiner Frau, die Eier und den Penis abschneidet und ihn tot und nackt auf ein Pferd setzt, so dass ihn das ganze Dorf und seine Frau und Geliebte sehen kann. Aber wir sind hier nicht in Sizilien.

„Wann kommen Sie mal zur Blutabnahme?“ sagt die Arzthelferin, die sich die Frisur verändert hat. Jetzt hat sie Schamhaare auf dem Kopf, früher hatte sie…ach, keine Ahnung. Das sagt sie immer, das mit dem Blut… Jedes Mal. Und ich antworte immer das Gleiche. Das ist so eine kleine Farce zwischen uns, so eine kleine Alltagsfarce, die unser Leben weder interessanter macht noch in irgendeiner Weise weiterbringt.

Ich, zur Blutabnahme? denkt er. Wie wär’s mit…nie?! Überhaupt nicht!

„Können Sie nächste Woche?“

„Nächste Woche geht nicht…“ Vermeidung ist meine größte Stärke. Oder Schwäche?

„Oder in zwei Wochen…“

Bestimmt.

„Egal…“

Mir auch egal. Denn ich komme eh nicht, Schatzi. Da kannst du deinen ********* Arsch drauf verwetten.

„Im Moment ist Chaos, also nächste Woche geht auf keinen Fall…“ Das ist noch nicht mal eine Lüge. Nur eine kleine, eine klitzekleine Vermeidung. Eigentlich ganz harmlos. Auch wenn Ihnen einschlägige Psycho-Ratgeber etwas anderes erzählen wollen… Die tritt meist zusammen mit einer Projektion auf. Lass du dir doch Blut abnehmen, du ********.

Außerdem wollt ihr doch eh nur die Befriedigung, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt. Wie damals im Krankenhaus. Scheiß-freundlich, die Schwestern, als sie endlich wussten, dass etwas mit deinem Herzen nicht stimmte. Alles Sadisten

Ja, mit meinem Herzen stimmt echt was nicht

Ich war schon locker vier Jahre nicht mehr bei der Blutabnahme, denkt er. Und wissen sie was: Ich lebe immer noch! Gerade so und fast komplett ohne Lebensqualität, aber ich lebe noch

Auch wenn mir meine Ex fast tagtäglich den Tod an den Hals wünscht. Dreimal ums Haus geht…nicht nur bei Vollmond, sondern jeden einzelnen Tag…mein Foto verbrennt…und eine Voodoo-Puppe von mir angefertigt hat, der sie jeden Tag voller Inbrunst Nadeln in die Eier sticht.

Und mir geht es immer noch gut. Okay, nicht gerade gut, aber          Okay, nicht gerade emotional, aber          Okay, nicht gerade körperlich, aber

Ach, leckt mich doch am Arsch! An meinem viel zu fetten, übergewichtigen Arsch!

„Ne, danke, das machen wir nicht, das machen wir hier nicht, wir wollen nur sehen, ob ihre Blutwerte in Ordnung sind.“

„Meine-Noch-Noch-Frau hat mir schon genug Blut abgesaugt in den letzten Jahren. Und selbst jetzt lange nach der Trennung entzieht sie mir noch immer meinen wertvollen Lebenssaft. Anstatt mir die Eier auszusaugen…“

Und dann höre ich auch noch Stimmen! Ich höre wie Petra Bock, die Autorin von MINDFUCK: Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können, zu mir sagt. Befinden wir uns wieder mal im Kind-Ich?!

Ja, Frau Bock, da haben Sie leider Recht. Aber bitte im Kleinkind-Ich. So 1-4 Jahre. Und sie? Sind Sie fest im Erwachsenen-Ich verankert oder spricht gerade das Eltern-Ich zu mir…?!“

Aber wenigstens ist EM. Sagte ich das schon? Die Spitzenköche mit den Knollennasen (und im Umkehrschluss auch Knollenpenissen) spielen gegen die Knoblauchverächter. Das Multi-Kulti-Migrations-Team spielt gegen die Verteidiger Europas, die letzte Bastion vor dem osmanischen Reich. Vlad Tepes gegen die Mauren- und Nubierkrieger. Er drückt natürlich den Rumänen die Daumen, obwohl er die rumänischen Prostituierten von nebenan nicht gerne auf der Arbeit sieht…bis vielleicht auf die eine, die kleine, die aussieht, als wär sie noch nicht mal 18, geschweige denn 21. Mit dieser rosafarbenen Unterhose und diesen leicht fettigen, leicht verfilzten langen braunen Locken…