Er wusste nicht,
wer oder was es war, aber es war komisch. Das wusste er. Kaum war er in die
Hauptstraße eingebogen, da sah er es. Die Scheinwerfer, die ihn anzustarren
schienen, die direkt auf ihn gerichtet zu sein schienen, obwohl das Auto auf
der anderen Straßenseite stand und nicht auf seiner. Was hätte er gemacht, wenn
es auf seiner Seite gestanden hätte? Er wusste es nicht, aber dass es komisch
war, das wusste er. Und kaum war er näher gekommen, da fuhr das Auto auch schon
los. Setzte sich in Bewegung, in seine Richtung. Trotzdem sah er keinen Fahrer.
Oder eine Fahrerin? Warum habe ich nicht darauf geachtet, sagte er sich
hinterher. Aber in dem Moment…da achtete er nur auf die Farbe und Marke des
Autos. Ein silberfarbener VW Golf. So ein alter. Wie ihn seine Frau, äh, seine
Ex-Frau gehabt hatte. Aber in rot. Nicht silbern. Kein gutes Auto.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
Mittwoch, 31. Januar 2018
Montag, 29. Januar 2018
Yin und Yang
Der Wunsch zu
heulen, einfach loszuheulen ist so stark, so ausgeprägt, so drängend, dass du
nicht weißt, ob du es schaffst, ihm zu widerstehen. Du willst einfach nur
losheulen, aber du tust es nicht. Nicht hier, nicht jetzt, obwohl du so gerne
würdest…
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Sonntag, 28. Januar 2018
Atomkrieg, Bob Dylan und Selbstmord
Nachts fährt mich mein
Kollege Sascha zum Bahnhof. Ich mag Sascha und Sascha mich glaub ich auch. Wir
unterhalten uns, wie immer:
„Hast du das von Hawaii gehört.
Mit den falschen Alarmmeldungen… Wo die dachten, die werden mit Atomwaffen
angegriffen…“
„Ja, krass, ne?!“
„Nur weil da einer aus
Versehen auf den Knopf gekommen ist… Dass so was überhaupt möglich ist… Dass so
was überhaupt von nur einer Person ausgelöst werden kann… Boah, ich wär so
ausgetickt…“
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Donnerstag, 25. Januar 2018
Buddha, Gott, Virginia Woolf und Sex
Warnung: Alles nur Verarschung! Das ist doch nicht DIE REALITÄT!
Als ich unten zur Haustür
reinkomme, sehe ich, was María eben meinte. Die haben da echt einen Buddha
eingeladen, in der Massagepraxis unten im Haus. Das heißt, nicht den echten Buddha
– der ist ja wahrscheinlich schon tot oder im Walhalla oder Nirwana oder wie
auch immer das bei denen heißt –, sondern so einen buddhistischen (?) Mönch. In
orangefarbener Tracht. Während ich im Briefkasten nach der Post gucke, sehe
ich, dass links im Hausflur eine ganze Reihe Schuhe steht (unter denen auch ein
paar Turnschuhe sind). Boah, muss das bei denen stinken, wenn die alle die
Schuhe ausgezogen haben… Aber es ist nicht so, wie María das gesagt hat; denn
der Buddha sitzt da nicht mit dem Rücken zur Wand…
Dienstag, 23. Januar 2018
Heiligabend (im Wechselmodell)
Schon um neun Uhr
irgendwas klingelt es. Fast schon Sturm. Auf jeden Fall nicht nur einmal. Nein,
keine Angst, die können dich nicht gepfändet haben, haha. Und die Polizei ist
es, soweit ich weiß, auch nicht. Also muss es wohl María sein. Und du hattest
noch gar keine Zeit, dir jetzt schon einen anzuzwitschern. Obwohl ich schon
wach bin, schon seit kurz nach acht. Obwohl ich gestern erst um halb vier ins
Bett gekommen bin. Nach der Arbeit war ich zwar schon um zwei zu Hause, aber da
ich heute frei hatte, dachte ich: Dann kannst du ja noch was machen. Dann
kannst du ja noch was fernsehen. Beziehungsweise Pornos im Internet gucken,
immer auf der Suche nach dem perfekten Porno.
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Sonntag, 21. Januar 2018
Samstagnachts halb zwei in Deutschland II
„Mein Freund war wieder sehr
sozial. Der hat den ersten Preis für das Kostüm gewonnen. Das hat er dann einem
Mädchen geschenkt, weil die so traurig war. Der ist so süß!“
„Fährt der erst um neun?“
„Ja.“
Freitag, 19. Januar 2018
Anal Retentive
anal retentive - A term used to refer to a
person who feels a need to be in control
of all aspects of his or her
surroundings. Or, in other words, an anal
retentive person "can't let go of shit.""
Als ich klein war,
legte ich überall, wo ich auf Klo ging (und ich ging, weiß Gott, nicht überall
auf Klo, aber manchmal musste ich halt), erst einmal die Klobrille mit
Klopapier aus. Keine Ahnung warum. Weil ich das so blank irgendwie dreckig fand.
Wo sich die anderen mit ihrem Arsch drauf gesetzt hatten... Meine Tante mit ihren
kurzen Beinen und ihrem fetten Hintern zum Beispiel. Oder noch schlimmer:
jemand Fremdes!
Donnerstag, 18. Januar 2018
Duermen los pollitos...
Nachts, allein im letzten
Zug, in der letzten Voreifelbahn, die ihn jetzt nicht mehr nach Hause nach
Bonn-Finkenhof bringt, sondern nach Meckenheim, denkt er an früher, wo er noch
mit Nadine zusammen war. Damals würde er jetzt mit ihr im Zug sitzen, entweder
neben ihr oder ihr gegenüber, aber immer ganz nah. Er würde müde sein, aber
trotzdem lachen. Sie würden lachen, lachen und reden, er würde sie berühren,
umarmen, küssen, vielleicht sogar sie ihn.
Mittwoch, 17. Januar 2018
Ich kann es ihr nur nicht sagen
Das rechne ich ihr hoch an, sage ich zu meiner Chefin. Dass sie geblieben ist. Auch wenn es nur dreieinhalb Tage die Woche sind (viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass sie bald eh aus dem Haus geht). Das rechne ich ihr hoch an: Dass sie nicht gesagt hat, ich bleibe ganz bei Mama.
Ich kann es ihr nur nicht sagen
Sonntag, 14. Januar 2018
Samstagnachts halb zwei in Deutschland
„Ich glaube, du würdest da
genauso reagieren…“
„Das war aber am Anfang, da
warst du generell eifersüchtig.“
„Mmh, auf jeden Fall!“
„Nein.“
„Ohne dass du dich wieder
angegriffen fühlst…“
Samstag, 13. Januar 2018
Sogar die Mona Lisa zerfällt
Es gibt Sachen, die gehen
kaputt und die bleiben kaputt. Die bleiben dann auch kaputt. Als ich daran
denke, werde ich traurig. So ist das Leben nun mal: Man kann nicht alles
kitten. So sehr du es auch versuchst, es geht nicht. Da kannst du machen, was
du willst. Man kann sie wieder zusammenkleben, die Vase, aber die Risse bleiben
sichtbar.
Freitag, 12. Januar 2018
Der Knoblauch fällt nicht weit...
Auf dem Weg zur
Arbeit muss ich darüber nachdenken, wie ähnlich wir uns doch sind, ich und
meine Tochter. Letzte Woche war sie ein bisschen krank und da hat sie sich doch
tatsächlich eine Knoblauchbrühe mit Ingwer gemacht. Wie der Papa!
Letztens hast du
ihr das sogar gesagt: „Wir kriegen uns nur so oft in die Wolle, weil du mir so
ähnlich bist!“
Dienstag, 9. Januar 2018
Die Wahrheit
"But at the length truth will out"
William Shakespeare
"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen
"Wer kann die Wahrheit schon ertragen?"
Marius Müller Westernhagen
Nachts wache ich
auf und will die Wahrheit. Ich hab eh kaum geschlafen. Erst lief da die SOKO
Leipzig mit so einem spannenden Prostitutionsfall und dann ein ein wenig
verwirrender dänischer Film mit einem Typen, der von dem früheren
Mafia-Klienten seines Vaters, der wie er Anwalt war, verfolgt wird.
Aber selbst danach
kann ich noch nicht schlafen. Und selbst nachdem ich mir mit Mühe und Not einen
runtergeholt habe, klappt es nicht. Ich drehe und wende mich, aber die Hüfte
oder die Eier tun mir weh und so finde ich keine richtige Position.
Sonntag, 7. Januar 2018
Der Bergdoktor
„Der liebt diese
Frau abgöttisch…“ (Der Bergdoktor)
Abends läuft der
Bergdoktor im Fernsehen. Guckst du sonst nicht (kann man dich förmlich mit jagen,
mit dem Scheiß). Aber heute ist nichts anderes drauf und du hast auch keinen
Bock auf spanisches oder englisches Fernsehen. Also guckst du den Bergdoktor.
In der Not guckt der Teufel auch den Bergdoktor.
Freitag, 5. Januar 2018
Die Hochzeitsrede
Im Traum muss ich einen Text
für ein Mädchen, eine Frau schreiben, die heiraten will. So eine kurze Rede,
wie man sie auf Hochzeiten vorliest. Wie das die Amerikanerimmer immer machen,
in den Filmen. ICH, der ich immer noch unter meiner Scheidung leide. Komische
Wahl. Aber man wählt ja seinen Trauminhalt nicht. Der wählt einen! Ich einige
mich also, mit ihr ein kurzes Interview (eine Befragung, ein Verhör, wie ich
zum Spaß sage, obwohl keiner lacht oder nur aus Höflichkeit lacht) zu machen,
wo sie mir etwas über ihren Geliebten, Bald-Ehemann (NEIIIIIIN, tu es nicht!!!)
erzählt. Die Hochzeit ist schon in zwei beziehungsweise 1 ½ Stunden, also muss
ich mich beeilen. Ich weiß gar nicht, wie ich das so schnell hinkriegen soll,
aber will es trotzdem versuchen. Obwohl ich, während ich mit ihr rede, selber
reichlich nervös, „gehemmt“ bin (wie die Bekannten meiner Eltern das immer
genannt haben), weil sie auch mir ein bisschen gefällt, wie ich ihr so in die
Augen gucke... Sie ist klein und schön und passt auch irgendwie in mein
Beuteschema. Also gehen wir zu ihr nach Hause. Aber irgendwie geht sie vor und
lässt mich nicht rein, keine Ahnung, auf jeden Fall stehe ich auf der Straße
und weiß noch nicht mal richtig, welches Haus es nun ist und ob ich klingeln
soll. Es sind alles so Reihenhäuser. Einfamilienreihenhäuser. Das heißt, ich
muss schon irgendwie wissen, welches Haus es ist, denn ich gucke durch ein
Fenster und sehe, dass da die beigefarbenen Sessel ineinandergeschoben sind und
auch sonst alles ziemlich unordentlich ist. Für den Hochzeitstag, den Tag der
Hochzeit. Aber am Ende sehe ich auf der Straße ein paar von meinen Schülern aus
dem Haus kommen und mich grüßen und dann weiß ich, dass sie da wohnen muss,
dass sie da wohnt. Und so lässt sie mich am Ende doch rein, obwohl ich komisch
bin, „gehemmt bin“, ihr zu sehr in die Augen gucke. Also beginne ich mein
Interview, mein Verhör, wie ich sage (obwohl keiner lacht, oder nur aus
Höflichkeit).
„Wie lange bist du schon mit
ihm zusammen?“
„20-30 Jahre.“
„Aber du bist doch noch so
jung! Wie kannst du denn 20-30 Jahre mit ihm zusammen sein?“
…
„Und wo habt ihr euch
kennengelernt?“
…
Und dann wache ich auf
Komisch, denke ich, was für
ein komischer Traum!
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