Beim Aufräumen finde ich
dieses Foto. Dieses alte Passfoto von mir. Das überrascht selbst mich. Ich mit
keine Ahnung wie vielen Jahren, Anfang 20 oder doch schon Mitte 20? Ich war so
jung
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
Dienstag, 23. Mai 2017
Dienstag, 16. Mai 2017
Sorge dich nicht, rede...
„Was ist mit dem Schlüssel?“
„Kannste mitnehmen. Ich
komme eh spät.“
5:6 (Result!)
„Ich geh jetzt ne. Tschüs.“
5:11 (Topergebnis! Du musst
auch mal zufrieden sein!)
Traumdeutung: Kreuzweg
In
der ersten Szene des Traumes sind wir im Schlafzimmer. Ich weiß nicht, ob es
unser Schlafzimmer ist, aber wir sind da. Auf jeden Fall. Im Schlafzimmer, mit
María, die kleiner ist als jetzt (okay, das ist ja kein Wunder, jetzt ist sie
ja schließlich schon erwachsen, wie sollte sie denn da nicht kleiner sein). Ich
schreie Nadine an, María sagt nichts, wie immer. Ich schreie
Freitag, 12. Mai 2017
Wärme
Es ist dieses Gefühl der
Wärme, dass ich so vermisse, denkt er auf dem Weg nach Hause. Schon allein das
Wort "nach Hause" ist nicht das richtige Wort. Das ist nämlich nicht sein
„Zuhause“. Sein Zuhause ist immer noch in Duisdorf mit ihr, all die ganzen
Jahre. Du kommst „nach Hause“, ins Nichts deiner Wohnung, schließt die Tür
hinter dir ab und da ist niemand. Keine Menschenseele. Nichts kann dieses
Gefühl der Wärme ersetzen, dass sie – trotz allem, trotz allen Streitigkeiten,
trotz aller Unzufriedenheit – in dein Leben gebracht hat. Es war nicht perfekt
mit ihr, aber es war besser als das hier.
Donnerstag, 11. Mai 2017
Ein Finne in der Wüste
„Ich möchte für in einer
halben Stunde den Tisch reservieren.“
Er guckt auf die Uhr.
„Solange du um halb eins
raus bist.“
„Ja, auf jeden Fall.“
„Ok…und, geht’s dir wieder
besser?“
„Ich stecke in der
schwersten existentiellen Krise meines Lebens. Das ist ein Abenteuer…
…und ich liebe es.“
Dienstag, 9. Mai 2017
Das arme Deutschland
Larson steht in der Spielhalle hinter der Theke und spült Tassen. Plötzlich kommt dieser Typ in die
Halle. Der Künstler... Das sagt eigentlich schon alles. Aber der ist wirklich ein
Künstler. Der hat ein Atelier gleich hier in der Nähe, in diesem Hinterhof. Er
hat ihn sogar mal dahin eingeladen, hat gesagt, er sei die ganze Nacht wach und
er könne kommen, wann er wolle; aber dann, am Ende, ist er doch nicht hingegangen.
Obwohl er am Anfang nicht abgeneigt war. Das war kurz nach der Trennung. Wo er
noch Redebedarf hatte. Akuten Redebedarf. Hat er den nicht immer noch?! Ja,
aber jetzt ist das anderer Redebedarf als damals, direkt nach der Trennung. Damals,
wo er sich von dir zwei Euro geliehen hat, die er erst vor kurzem, fast ein
Jahr später zurückgezahlt hat.
Mittwoch, 26. April 2017
Strand, Mädchen und Latin Lovers
Meine Hose ist immer noch voll nass.
„Müssen wir noch ein bisschen warten. So kann
ich mich ja nicht in den Bus setzen. Mach ich ja alles nass. Nachher muss ich
noch den Bus sauber machen. Warum gehen wir eigentlich überhaupt schon.“ Ich möchte den Strand
hinausschieben
Wir
sind an diesem Strand in der Nähe von Puerto de Santa María. In der Nähe von
Cádiz. Dieser Strand, der ein bisschen abgelegen ist, aber auch nicht zu weit
weg von der Zivilisation. Mit dem Bus gut zu erreichen. Es ist heiß, aber hier
am Atlantik, an der Atlantikküste Andalusiens, an der Costa
de Luz, geht immer ein leichter Wind. Am
Himmel ist keine Wolke zu sehen. Schon seit Tagen nicht. Wahnsinn. Im Hintergrund
das stete Rauschen der Wellen. Es ist ungefähr drei Uhr nachmittags
und Nadine will gehen. Schon lange
Samstag, 22. April 2017
Lotto und Liebe
Samstagabend kommt der Typ von dem privaten Wachdienst in
die Halle. Hallo sagen. Gucken, ob alles in Ordnung ist. Obwohl das nicht nötig
ist. Und wenn es dann einmal nötig wird…
…dann kommen die nicht. Wie immer
„Ist ja überall nichts los heute“, sagt er, als er die
leeren Automaten sieht.
„Ne, aber heute Nachmittag war voll viel los. Imma
wigga…“
Freitag, 14. April 2017
Karfreitag
Am Karfreitag liegt er wortwörtlich den ganzen Tag im
Bett. Am Anfang ist ja seine Tochter noch da, aber dann, um etwa ein Uhr geht
sie auch. Und dann beginnt sie wieder, die Leere. Die Leere in diesem Land, in
diesem Leben. Eigentlich wollte er noch in die Kirche gehen. Um drei. Das hat
er seiner Tochter groß angekündigt und ist dann keine halbe Stunde nachdem sie
weg war wieder eingeschlafen. Nur um um Punkt drei aufzuwachen. Und dann doch
noch die Oster- oder Karfreitagsmesse zu gucken. Aber im spanischen Fernsehen.
Samstag, 8. April 2017
Juckt's dich...dann ist es Liebe
Er sitzt auf der Arbeit auf
dem Klo und endlich schafft er es sein Häufchen zu machen. Obwohl er heute
Morgen eigentlich schon „groß“ war. Aber das ist die Nachhut, die er sonst
eigentlich auch immer hat. Die Hose hängt zwischen seinen Füßen, darüber die
Unterhose, die auch ihre beste Zeit schon hinter sich hat. Die sieht
fast aus wie ein männlicher Tanga, mit ihren Stoffstreifen, die sich auf beiden
Seiten vom Hauptteil gelöst haben. Siehst du, ich kann das auch nachvollziehen,
was die letztens über allzu knappe Damenunterwäsche gesagt haben…, denkt
er,…dass die dünnen Stoffstreifen oft scheuern, zwischen den Beinen und an anderen Stellen, zwischen anderen
Körperteilen. Dass das unangenehm ist. Ja, ihm ist das auch unangenehm, dieses
Scheuern. Und wie das wehtut! Er läuft schon extra wie ein Roboter, breitbeinig,
aber selbst das lindert den Schmerz nur minimal. Wie der Dalek. Er hat
sich heute Morgen wieder mal einen Wolf gelaufen, als er im Wald unterwegs war.
Einen Wolf zwischen den Beinen. Aus dem Wald mitgebracht.
Donnerstag, 30. März 2017
Geile Fotos
Das
war bestimmt die Sonne, die mir damals zu Kopf gestiegen ist. Bestimmt. Ein
blauer Himmel bis zu den Sternen. Keine Wolke. Nur Wind. Viel Wind. Aber ohne
jegliche Wolken. Fast magisch. Ein blauer Himmel, der einen bis zu den Sternen
hätte hinauf schauen lassen, hätte ich auch nur einen Moment meinen Blick von ihrem
Dekolleté lösen können. Auch María regte sich schon auf. War eifersüchtig. Aber
ich war einfach nur…glücklich (warum merkt man das eigentlich immer erst
hinterher? Warum ist das Leben so kompliziert, so beschissen kompliziert,
kostet so viel Arbeit, wenn es auch einfach ginge…[vielleicht, weil wir
sterben, weil wir sterben müssen – eine andere Erklärung fällt mir auch nicht
ein, aber ich habe ja eh keine Ahnung]). Und fotografierte ahnungslos weiter.
Mittwoch, 29. März 2017
Begegnung der dritten Art
Er steigt in
den Bus ein, setzt sich, weil alle anderen Sitze
besetzt sind, auf einen dieser drei seitlich angebrachten Sitze ganz hinten im
Bus, vor der Rückbank. Im 90-Grad-Winkel beziehungsweise quer zur Fahrtrichtung.
Will gerade sein Buch rausholen oder sein Hörbuch anmachen, als er von
der Seite angequatscht wird.
„Hola.“
Samstag, 25. März 2017
Nett böse
Um halb zwölf kommt der Koch
zu ihm in die Halle. Der aus dem brasilianischen Restaurant nebenan. Der Koch und Philosoph. Er mag ihn, aber manchmal
ist er ihm zu negativ, zu…keine Ahnung. Er hat Feierabend und will noch Geld
wechseln. Für Zigaretten (traue nie einem Raucher).
Donnerstag, 23. März 2017
Bah, Liebe!
„Und, was bekommt deine
Tochter zum Geburtstag? Hast du dir schon was Besonderes überlegt?“, fragt dich
Victorija, deine Schülerin.
Im ersten Moment weißt du
gar nicht, wie du reagieren sollst. Stimmt, sie hat recht. Der ist ja am
Sonntag, der Geburtstag deiner Tochter. Hatte ich ja fast schon vergessen, bei
all dem Stress. Der 18. (!) Geburtstag deiner Tochter. Dann ist sie erwachsen,
denkst du, und greifst auf eine Standard-Antwort zurück:
Das Herz eines Boxers
Auf dem Weg zum Lidl sagt er
sich: Es kann noch schlimmer kommen. Es kann immer schlimmer kommen. Du
könntest zum Beispiel sterben…
…am Ende kommt es immer noch
schlimmer.
Es wird immer noch schlimmer
kommen
Es kann immer noch schlimmer
kommen.
Am Ende kommt immer das
Schlimmste…
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