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Montag, 5. Februar 2018

Du Pilzkopf, du!














Ich stehe nach dem Duschen vor dem Spiegel und denke: Deine Haare sind auch wieder ziemlich lang. Ist das wirklich schon so lange her, dass ich das letzte Mal beim Friseur war?! Aber egal: Das ist noch okay, das ist noch nicht zu lang. Wenn es zu lang wird, gehe ich schon wieder zum Friseur, keine Angst. Außerdem sieht es so gar nicht mal so schlecht aus, mit den kleinen Wellungen hinterm Ohr, fast schon jugendlich. Was bei einem mittelaltrigen Mann eben so als jugendlich durchgeht (scheiße, ich bin nicht mehr jung, als jung kann ich mich nicht mehr wirklich bezeichnen!). Friseure sind sowieso so eine Art rotes Tuch für mich. Ich bin noch nie gerne zum Friseur gegangen. Für mich grenzte das immer an Körperverletzung. Das fing schon damals an, in Kessenich, als ich zu diesem Salon auf der Ecke gegangen bin und eine Vanilla-Ice-Frisur haben wollte (ja, ich weiß…aber ich war Rap-Fan), die mir aber einen Skinhead verpasst haben. Wo mich dann, am nächsten Tag in der Schule, mein Französisch-Lehrer (der den Krieg bestimmt noch miterlebt hatte) fragte, warum ich denn so eine kurze, radikale Frisur hätte. Radikal sagte er nicht, denn seinem Ausdruck entnahm ich, dass er das durchaus positiv sah, mit meiner Frisur. Obwohl es mir tierisch peinlich war. Und auch die Rap-Tante (die sitzengeblieben war und jetzt unsere Klasse terrorisierte und die beste Freundin meiner Angebeteten aus Peru war – nochmal ja ich weiß…) fand meine (fehlenden) Haare „geil“. Wenn ich so darüber nachdenke, war das das einzige Mal, wo ich Ana (so hieß die Peruanerin, die voll in mein Beuteschema passte) näher als in diesen endlosen Augenblicken, die ich mit ihr austauschte (ich weiß gar nicht mehr, wie ich in der Mittelstufe überhaupt was mitbekam, bei all den Blicken in ihre Richtung, in ihre Augen und vielleicht auch in ihr junges Herz). Aber wo waren wir…

Sonntag, 10. Dezember 2017

Schnee


--And what did he die of so young, Gretta? Consumption, was it?
--I think he died for me, she answered.
"The Dead" - James Joyce










Und dann irgendwann fängt es an zu schneien. Feiner, weißer Neuschnee. Du läufst die Hauptstraße entlang, an der Kirche vorbei, und der weiße Schnee hat irgendwie doch etwas von Unschuld, von Neubeginn, wie er sich so auf alles legt, alles bedeckt: Die Gehwege, die Tannenbäume am Straßenrand, die Menschen. Die Vergangenheit.

Sonntag, 4. Juni 2017

Rückkehr (im Traum)

















Ich bin in einer großen Wohnung. Nicht meine Wohnung, aber ich schein trotzdem hier zu wohnen. Keine Ahnung warum. Es ist Nacht. Oder zumindest Abend. Ich sehe jemand vor dem Fenster vorbeihuschen. Plötzlich bin ich im Schlafzimmer. Das Schlafzimmer sieht irgendwie heruntergekommen aus, An einer Stelle fehlt glaub ich die Tapete vollständig und es ist unordentlich, unaufgeräumt. Ich lege mich in das große Bett, unter diese große, weiche Decke. Auf einmal spüre ich, dass da noch jemand ist. Im Bett. Hinter mir. Aber ich erschrecke mich nicht, ich habe keine Angst und ich flippe auch nicht aus, weil ich weiß, weil ich instinktiv weiß, wer das ist, der da liegt. Sie. Nadine. Sie liegt wirklich neben mir, hier im Bett, in diesem seltsamen großen Haus. Und sie weiß auch, dass ich sie bemerkt habe. Legt irgendwann von hinten den Arm um mich. So wie früher. Als ich sie immer irgendwann abgestreift habe, weil sie einfach zu heiß war, auf Dauer, weil ihr Körper einfach zu heiß war, zu warm. Nur in Schottland, nur im kalten, rauen Winter Schottlands konnte ich die ganze, oder zumindest die halbe Nacht neben ihr schlafen. Ich drehe mich um und sie liegt auf dem Rücken neben mir. Ich beuge mich über sie. Sie spielt mit mir, mit meiner Hand, mit ihrer Hand. Ich spüre ihren weichen, warmen Körper, ihr kleines Bäuchlein, über das meine Hand nun gleitet, auf dem Weg nach unten. Ich will nichts mehr als mit ihr schlafen, sie umarmen

aber ich steige wieder aus dem Bett, gehe irgendwo hin, in dem großen Haus, komme dann wieder, lege mich wieder neben sie. Sie hat jetzt ihre Unterhose ausgezogen, erzählt mir von ihrer Erfahrung während der Trennung. Ihren Typen. Sie erzählt etwas darüber, wie sie sich verändert hat. Dass die wollten, dass sie sich rasiert, untenrum. Das mochte sie früher nie. Ich gucke nach unten, sehe ihre fast komplett rasierte Muschi. Nur ein kleines Stück ist noch übrig, daneben sind kleine noch immer blutige Schnitte. Komisch. Ich will nichts mehr als einfach in sie einzudringen, einfach mit ihr zu schlafen, wie früher, aber es geht nicht. Ich kann nicht, ich kann nicht mehr. Ich habe Angst. Wer weiß mit wem die alles geschlafen hat, während unserer Trennung, unserer Scheidung. Nicht wie ich, der ich gar keinen Kontakt zu Frauen hatte, wirklich keinen, noch nicht mal Ich umarme sie, aber kann nicht weitergehen, etwas hält mich davon ab. Ohne Kondom. Um selbst mit Kondom

Es geht nicht mehr. Die Unschuld ist weg. Und wenn die weg ist, dann ist alles weg. Dann ist alles verloren. Dann sind wir verloren.




Das weißich jetzt, nach dem Traum, als ich aufwache und das englische Radio höre, das englische Radio immer noch läuft, von gestern Nacht und der Moderator immer noch über den gestrigen Terroranschlag in London redet

Es ist vorbei. Die Unschuld ist weg 

Die kriegst du nicht zurück, die kommt nicht zurück

und selbst wenn







Nächster Traum: Der Inder
Vorheriger Traum: Traumdeutung: Kreuzweg










Dienstag, 23. Mai 2017

...so ein schönes Kind...















Beim Aufräumen finde ich dieses Foto. Dieses alte Passfoto von mir. Das überrascht selbst mich. Ich mit keine Ahnung wie vielen Jahren, Anfang 20 oder doch schon Mitte 20? Ich war so jung

Mittwoch, 22. März 2017

Das erste Mal von hinten














Ich weiß noch, wie ich sie – das muss ganz am Anfang unserer Beziehung gewesen sein – zum ersten Mal von hinten genommen habe. Das war sogar noch bei meinen Eltern. Ob das immer noch in meinem alten Kinderbettchen, äh, Jugendbett meine ich natürlich, gewesen ist, weiß ich nicht mehr. Passend wär es auf jeden Fall gewesen, aber ich glaube, da hatte ich schon mein schwarzes Futon, dass ich danach, als wir schon lange verheiratet waren, von Wohnung zu Wohnung geschleppt habe, bis es schließlich (das war bestimmt erst in Duisdorf) unter meiner immer größer werdenden Last den Geist aufgab. Und wir uns dieses vornehm aussehende, schwarze Bett mit den Füßen kauften, aber das ist eine andere Geschichte…

Dienstag, 19. Juli 2016

Geburtstag beim Chinesen











Ich weiß noch…

…wo wir damals beim Chinesen waren. An meinem 19. Geburtstag. Im Februar. Ich bin Wassermann, wie Sie bestimmt schon an der Kompliziertheit meines Lebens gemerkt haben. Aber das ist unwichtig. An meinem Geburtstag, diesem kalten, dunklen Februarabend gingen wir zum Chinesen. Ich glaube sogar sie zahlte! Ich weiß nicht, ob ich sie da schon meinen Eltern vorgestellt hatte (ich glaube schon, das müsste eigentlich da schon gewesen sein, sonst hätte ich meiner neugierigen Mutter ja erklären müssen, wo ich hingehe, an meinem Geburtstag). Auch weiß ich nicht mehr, ob ich noch Jungfrau war. Auch hier glaube ich, dass ich es nicht mehr war, aber das ist mir heute egaler als damals. Damals war das ein Meilenstein! Endlich nicht mehr Jungfrau sein zu müssen. Diesem doofen, portugiesischen Arschloch von Mario endlich etwas entgegenzusetzen zu haben ... Mario, der mir immer erzählt hatte, wie er mit seiner indischen Freundin „rummachte“. In seinem Auto (der war schon 21, als er endlich das Abitur schaffte!), dessen Scheiben praktischerweise immer beschlugen, auf irgendeinem Parkplatz, wo er ihn nach eigener Aussage noch nicht mal richtig reinkriegte, nur die Spitze, die Eichel (oder wollte er mir damit durch die Blume sagen, dass er so einen Großen hatte, dass seine relativ kleine, indische Freundin ihn gar nicht reinbekam?? – schließlich war das damals noch die Zeit vor YouPorn, vor PornHub, vor Internetpornos, wo zwei Hengste mit Riesendingern einer Frau im gleichen Loch rumwühlen und stochern, und noch nicht mal immer im „normalen“ Loch! Da wusste man solche Dinge als jungfräulicher Jugendlicher noch nicht!). Endlich nicht mehr Jungfrau zu sein und dann diesem portugiesischen Arschloch von seinen eigenen, ersten sexuellen Abenteuern nichts zu erzählen, einfach zu sagen „der Gentleman schweigt und genießt!“, wo der einem damals, noch vor kurzem, jede Einzelheit erzählt hatte und sich dabei doch ach so cool vorgekommen war.

Auf jeden Fall gingen wir Essen. Beim Chinesen. Da, wo ich vorher immer mit meinen Eltern hingegangen war. Der Chef kannte mich sogar. Der war eigentlich voll nett. Zurückhaltend, aber nett. Sehr höflich und förmlich – wie alle Chinesen –, sehr korrekt in seiner schwarzen Weste und seinem weißen Hemd. Der hatte so eine Spezialität, der Chinese: Zu jedem Gericht gab es ein aus Möhren geschnitztes Tier, beziehungsweise irgendeine Figur: einen Drachen, eine Frau, einen Mann, eine Schlange, einen Vogel und so weiter. Die waren zwar glaub ich nicht essbar, diese Figuren (zumindest habe ich es nie probiert), aber doch sehr schön. Fast schon künstlerisch.

Der Chinese grüße mich zwar, als wir reinkamen, denn er kannte mich ja, wie gesagt, aber diskret, wie immer. Nicht so wie der Jugoslawe oder Kroate, der sich gleich zu uns an den Tisch setzte, als wir bei ihm im Restaurant waren, irgendwann in unserer Anfangszeit. Als wir gerade frisch zusammen waren. Als ich gerade frisch meine Jungfräulichkeit verloren hatte.

Was der wohl dachte, der Chinese? Vorher war der immer mit seinen Eltern da, mit seiner Schwester, seiner Mutter und seinem Vater und jetzt mit dieser Frau. Dieser älteren Frau, zumindest im Vergleich zu ihm. Der war ja noch keine 20 damals. Wahrscheinlich noch ein Schüler. Keine Deutsche, keine Ahnung, wahrscheinlich eine Südamerikanerin.

Wir guckten uns die Karte an und bestellten dann ein Menü. Keine Ahnung warum. Vielleicht fanden wir nichts anderes, was uns interessierte. Vielleicht wollte Nadine von allem etwas probieren, keine Ahnung. Meinen finanziellen Rahmen überstieg as auf jeden Fall bei weitem. Ich war ja damals noch Schüler, Abiturient, und hatte eigentlich fast gar kein Geld. Also lud mich Nadine ein. Ich protestierte noch ein bisschen, denn das Gericht kostete locker 70 Mark (damals gab es den Euro noch nicht), aber Nadine sagte, dass sie das bezahlen würde. Als Geburtstagsgeschenk.

„¡Yo te invito!“

„Ok.“

Das war voll geil, viel besser als mit meinen Eltern, denn das Menü kam auf so einem Drehteil, das aus verschiedenen Lagen bestand. Unten waren die verschiedenen Speisen und oben die Saucen. Der Reis wurde extra serviert. Wir fühlten uns wie Könige, probierten von allem etwas, aber hätten es nie geschafft, alles aufzuessen. Das war einfach viel zu viel. Selbst für einen Scheunendrescher wie mich. Außerdem wollte ich vor Nadine ja auch nicht gerade den Fresssack raushängen lassen. Zwischendurch küssten wir uns immer wieder – wenn gerade keiner guckte. Obwohl wir am Essen waren. Selbst beim Essen konnten wir nicht voneinander lassen. Wir lachten, spielten mit der Sauce und fütterten uns glaub ich sogar gegenseitig. Bis wir irgendwann – draußen war es schon lange dunkel – bis wir irgendwann nicht mehr konnten. Und den Rest zurückgehen lassen mussten. Eigentlich schade, aber


Wir waren so jung, so unschuldig…

Oder nicht mehr ganz so, was mich anging, haha






Sonntag, 17. Juli 2016

Titten, zum ersten Mal Titten









Ich weiß noch, wie ich sie heimlich mit nach Hause brachte. Keine Ahnung, wie lange ich da schon mit ihr zusammen war. Bestimmt nicht sehr lange. Ich hatte sie ja noch nicht mal meinen Eltern vorgestellt – als meine offizielle „Freundin“.

Keine Ahnung, was damals in mich gefahren war. Keine Ahnung. Stellen Sie sich mal vor, meine Eltern hätten mich erwischt. Meine Mutter, die sowieso alles merkte. Das Haus war ihr „Revier“ und sie wachte darüber wie ein kleiner, fieser, hessischer Kampfhund. Sie merkte eigentlich alles. Sie hatte ein Gespür für kleine Veränderungen. Kleine Veränderungen, die ihre Stellung als Hausherrin, als absolut  absolutistische Herrscherin, als Sonnenkönigin über diese 140 m² Wohnraum – wenn sie auch sonst nichts in ihrem Leben beherrschte – bedrohten. Komisch, dass sie das nicht gemerkt hat. Später, als wir zusammen baden gegangen waren, in der Badewanne meiner Eltern (eigentlich, wenn ich so drüber nachdenke, hatte ich ja einen Grund „bah“ zu sagen!), und Nadine danach versucht hat, diese zu putzen, hat meine Mutter das direkt gemerkt. Direkt. Ohne Umschweife. Die war keine fünf Minuten Zuhause und ich hatte keine fünf Minuten so getan, als ob nichts passiert wär, da sagte sie schon irgendwas, ob ich baden gewesen wär. Sie war da noch nie sehr subtil gewesen, wenn es um ihr kleines Reich ging. Heil Hitler! Dann wurde sie zur Furie. Und was sollte ich auch sagen?! Ne, das stimmt nicht. Bei der ihrem Riecher eines Bluthundes, eines Leichenhundes. Die hätte Maddie gefunden, wenn die bei uns in der Wohnung verschwunden wär.

Oder in Schottland, wo wir in diesem Hotel waren, wo ich davor, an Weihnachten, schon alleine mit Nadine gewesen war. Da hatten wir auch meine Eltern einquartiert, als sie mich kurz vor meinem Abschluss besuchten. Dieses kleine Familienhotel mit dem vielen Plüsch und den vielen alten Bildern du Ornamenten – wie man sich so ein typisches englisches (pardon: schottisches, meine ich natürlich) B & B halt so vorstellt. Traditionsbewusst, ein bisschen verstaubt, aber auch sehr heimelig. Mit Frühstück, das direkt von den Besitzern zubereitet wird. Das hatte sogar eine kleine Saune. Die ich aber nie mit Nadine ausprobiert hab.  Anders, ganz anders als das Bad auf der zweiten Etage. Oder war es die dritte? Keine Ahnung. Auf jeden Fall eine Etage über dem Zimmer meiner Eltern. Wir hatten María bei ihnen gelassen und waren alleine ein bisschen rausgegangen. Keine Ahnung, was wir genau gemacht hatten, aber als wir zurückkamen, ins Hotel, um María abzuholen, hatte ich plötzlich eine Idee. Im Eingangsbereich, gab ich Nadine einen langen, heißen, feuchten Kuss auf ihre vollen Lippen und wahrscheinlich packte ich sie auch fest an ihren Arsch und/oder zart oder vielleicht sogar ebenso fest an ihre Titten. Ihre Tittchen, wie wir sie immer genannt haben. Guckte ihr lange in ihre kleinen, heißen Tieräugelchen und sagte: „¡Vamos arriba! ¡Venga! Lass uns nach oben gehen! Komm schon!“

Sie sagte nichts, guckte mich nur vielsagend lasziv an, indem sie die Lippen leicht öffnete un den Kopf schüttelte. Vielleicht sagte sie ja auch „¡Loco!

Kam aber trotzdem mit. Das größte Problem war jetzt nicht etwa, es im Bad eines Hotels, in dem wir noch nicht mal abgestiegen waren, zu treiben (das war kein Problem, das ging immer irgendwie! Rein ging er immer, irgendwie!). Das größte Problem war vielmehr, wie wir am Zimmer meiner Eltern vorbeikamen, ohne, dass der Bluthund meiner Mutter etwas merkte. Meinem Vater wär das wahrscheinlich egal gewesen (dem war eh alles egal – oder zumindest dachte ich das) oder vielleicht wär er sogar insgeheim ein bisschen stolz auf mich gewesen – gezeigt hätte er das ums Verrecken nicht! Wir schlichen also durch den beplüschten Flur nach oben, vorbei an der Tür meiner Eltern, immer auf der Suche nach einem Ort, der für den ehelichen Beischlaf geeignet wäre. Denn ich glaube, da wussten wir noch gar nicht, dass da oben eine öffentliche Toilette war. Aber da war eine! Langsam und wie Einbrecher öffneten wir die Tür. Schlossen sie hinter uns. Sie zig sich die Hose aus, einen verstohlenen und gleichzeitig geilen Blick um sich werfend. Ich zog meine Hose runter und sie setzte sich auf mich und begann schnell zu pushen. Immer weiter. Einen Kamasutra-Schönheitspreis würden wir so nicht gewinnen, das wussten wir. Besonders befriedigend würde das Ganze auch nicht sein. Aber darum ging es gar nicht. Es ging um den Kick. Den schnellen Fick. An einem aufregenden Ort. Nicht so sehr darum, dass sie oder ich kommen. Obwohl, bevor ich nicht gekommen wäre, hätte ich nicht aufgehört, auch wenn es einen Feueralarm gegeben hätte.

Und kaum hatten wir an der Tür meiner Eltern geklopft und waren eingetreten, da fragte meine Mutter auch schon eine ihrer eindeutig eindeutigen Fragen: „Und, war’s schön oben? Habt ihr euch vergnügt oben?“ Direkter ging’s auch nicht, aber da die Frage (immer) so schnell und so überraschend kam, wusste ich nicht, was ich antworten sollte. Die beste Antwort wäre wahrscheinlich so was gewesen wie: Und, wann hast du das letzte Mal meinen Vater so richtig durchgenudelt? Oder: Und, bläst du meinem Vater auch einen oder magst du das nicht? Machst du das nicht? Oder: Und, wie sitzt mit Analverkehr bei euch aus? Aber das hättest du nie gefragt.

Aber wo waren wir? Ach ja, deine Eltern waren nicht da und du nahmst Nadine mit hoch in dein Zimmer. Keine Ahnung warum. Keine Ahnung, was passiert wäre, wenn deine Mutter oder dein Vater oder beide dich/euch erwischt hätten. Denn so viel ist sicher: Sobald sie nach Hause gekommen wären, hätte es keine Entkommen mehr für Nadine gegeben. Dann wär sie in der Falle gewesen. Aber daran dachtest du nicht, als du ihr (oder sie dir) die Treppe hinauf folgtest. Dir ihre Leggings oder ihre Lederhose (die sie damals noch hatte) von oben oder von unten angucktest. Du hattest damals noch nicht mal mit ihr geschlafen, warst noch eine Jungfrau. Ein Jungmann, was weiß ich. Das Schlimmste, was ein Junge mit 18 noch sein kann. Gingst mit ihr die schmale Hühnerleiter einer Treppe ins Obergeschoss hinauf. Durch den Vorraum, in dem der ganze Plunder deiner und der Kindheit deiner Schwester stand. Alles, was eigentlich niemand mehr brauchte, was aber auch zu schade zum wegwerfen war. Sagtest „Hier!“ und öffnetest ihr die alte Holztür zu deinem Zimmer, deinem kleinen Reich, Damals hattest du glaub ich sogar noch dein altes Kastenbett, mit dem Kopfteil mit den ganzen Aufklebern deiner Kindheit und Jugend. Felix Magath (wo er noch Fußball-Spieler bei Bayer Uerdingen war!) und die „Komm-näher-Sticker“, wo dann unten drunter stand: „Jetzt bist du zu nah…Verpiss dich!“. Irgendwie symptomatisch. Meine alten Schulhefte aus der Grundschulzeit (!), meine mehr oder weniger gelungen Modelle einer deutschen Tornado und einem amerikanischen „Warzenschwein“, meine Überraschungsei-Figürchen, meine Autochen, meine Gesellschaftsspiele, die keiner mit mir spielte. Oder meine Schwester vielleicht noch, bis sie zu alt dafür wurde. Meine Mickymaus-Heftchen. Alles in schöner beigefarbenen  (holzfarbenen?) Echtholzoptik gehalten. Eigentlich kein Zimmer, in dem man seine 5 Jahre ältere erste Freundin mitnimmt, aber das war mir egal. Ich hatte so lang auf diesen Moment gewartet, da war mir das allesherzlich egal. Ich dachte nur an das, was passieren würde. Um es kurz zu machen: Ich war geil.  Wie ich später (wo es schon zu spät war?) feststellte, hatte Nadine sehr wohl das allzu Kindliche meines Zimmers bemerkt und zog mich sogar manchmal damit auf (als unsere Beziehung schon sauer geworden war, als sie schon über ihr Verfallsdatum hinausgegangen war, oder vorher im Guten?). Auf jeden Fall hielt es sie nicht davon ab, sich auf mein „Jugend- oder gar Kinderbett“ zu legen und mich wie wild zu küssen. Ich war ebenso entfesselt – auf diesen Moment hatte ich ja schließlich gut und gerne drei Jahre gewartet. Als eiserne Jungfrau (ich war damals auch schon lange über mein Sex-Verfallsdatum hinaus) –, küsste sie wie wild und begann ihr unter ihren Pullover (es war noch Winter (ich glaub sogar noch Januar, denn ich hatte sie ja an Neujahr kennengelernt). Wir redeten darüber, was mir an ihr gefiel oder irgend so was und ich sagte aus Verlegenheit: „Deine Nase, ich mag deine Nase“, damals schon in passablem Spanisch (das ging ganz schnell bei mir mit dem Spanisch).

¡Me gusta tu nariz!“

Das stimmte tatsächlich, ich mochte ihre Indio-Nase, die ein bisschen so war wie die Nase einer Schwarzen, nur in braun. Aber ihre Nase war auch das Erste und das Einzige, was mir einfiel. Ich hätte ja schlecht „deine Titten“ oder „dein Arsch“ sagen können. Damals noch nicht. Noch lange nicht. Das war noch die Honeymoon-Phase. In der ich meine Hände aber schon unter ihrem alten, unschönen Pullover hatte und ihren BH beiseiteschob. Keine Ahnung, wo ich dieses Wissen hernahm, ich hatte das vorher noch nie gemacht. Aber ich glaube, das ist instinktiv in jedem Mann vorhanden und wartet nur darauf raus gelassen zu werden. In dem Moment, das muss ich gestehen, war ihre Nase das letzte, was ich im Sinn hatte. Ich wollte Fleisch sehen. Aber eins viel mir noch auf, auf dem unausweichlichen Weg unter ihren (weißen) Spitzen-BH: ihr kleines, süßes Bäuchlein, das nicht dick, aber auch nicht wie der Rest ihres Körpers, dünn war, sondern schön/schon ein bisschen hervorstand. Süß, dachte ich eine Nanosekunde lang und holte endlich Titten raus. Befreite ihre Brüste, um es ein feministinnenfreundlicher zu sagen. Aus ihrem Gefängnis aus nicht mehr ganz so weißer Spitze. Das war das erste Mal, dass ich außerhalb von Pornos Titten, äh Brüste gesehen hatte und die Realität gefiel mir. Machte mich geil. Immer geiler. Ich berührte sie, so als hätte ich das schon hundertmal gemacht, wo sie in meinen Händen wie ein Brustexperte und lutschte schließlich an ihren Nippeln, die für ihre nicht ganz so großen Brüsten eigentlich ziemlich lang, aber nicht zu lang waren. Genau richtig. Währenddessen stöhnte sie pflichtbewusst oder echt oder, weil sie genau wie ich den Kick verspürte, dass meine Eltern, die glaub ich beim Einkaufen waren, uns jederzeit erwischen konnten. Trotzdem ging ich noch tiefer und bekam glaub ich schon damals ein paar ihrer nicht ganz so sauber rasierten Schamhaare zwischen die Finger, die sich – wie die eines Meisterverführers natürlich nicht mit ihrem Busen zufrieden gaben, sondern in ihre Hose wanderten, erst unter ihre Hose und dann unter ihre Unterhose. In ihre Unterhose hinein

Aber so viel war sie dann doch nicht geneigt, mir schon jetzt zu geben. Oder hatte sie – die immer Coole, die immer Harte, die mit ihrem Schweigen Steine erweichen und Männer wie mich in den Fast-Wahnsinn treiben zu treiben vermag – doch so etwas wie Angst? Angst, dass meine Eltern sie mit heruntergelassener Hose aus dem Haus jagen würden? Das passiert doch normalerweise nur Jungs oder Männern. Ich hatte auch glaub ich gar keine Kondome (und damals war mir das noch wichtig!), zumindest nicht zur Hand, den damit hatte ich nicht gerechnet, dass sie mitkommen würde. Mit hoch, in mein Kinderzimmer. Mein Kleinjungenzimmer. Wer hätte schon damit rechnen können?! Also packten wir irgendwann, nach noch einem bisschen Lutschen und Lecken, ihre Brüste wieder fein säuberlich in ihr Gefängnis aus nicht mehr ganz weißer Spitze und schlichen die Hühnerleiter von Treppe wieder runter (wie Einbrecher) und entkamen sogar auf dem langen Hinterhof und in der Toreinfahrt dem Auto meines Vaters, nur um an der Haltestelle umso befreiter uns anzulächeln und weiter zu lecken, diesmal zwar weiter oben, aber immer noch wie zwei Kletten, die nicht voneinander lassen können…



Wie ich so über diesen Erinnerungen sitze und sie niederschreibe bin ich fast wieder glücklich…

…fühle ich mich fast wieder wie damals…

…vergesse ich fast…

…kann ich ihr fast vergeben…



…für die ganze Scheiße, all die gegenseitigen Kränkungen, all das Schweigen, all die Niedertracht, alles, was sie mir und was ich ihr angetan habe im Laufe der Trennung. Und ich frage mich: War das alles nur eine Illusion? Auch damals schon? War das nie echt? War da nichts Echtes dran, an unserer Ehe, unserer Beziehung.

Oder ist das so, wie meine Anwältin das sagt: „Sie werden ja auch gute Jahre gehabt haben…“

Hab ich? Hat er?

Oder sind die Liebe, die Vergebung und gar das Leben selbst etwa nur eine einzige, große Illusion, von der wir irgendwann aufwachen, um uns dann noch ein paar Jahre Richtung Tod zu schleppen? Ein perverses Tauschgeschäft, eine bizarre Symbiose, die uns am Ende allem beraubt, das wir haben, das wir einmal hatten