Mittwoch, 23. März 2016

Je suis Bruxelles











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23.03.16




Ich gucke die Sondersendung zu den Terroranschlägen in Brüssel und denke: Was ich vermisse ist die Wut. Kann Europa nichts außer rational auf die ganzen Terrorakte zu reagieren? Hat Europa keine Wut mehr in sich? Kann sich Europa nicht mehr angemessen wehren? Immer ruhig bleiben. Immer kühl rational die Situation analysieren. Wie mein Vater. Ist das angemessen oder ein Zeichen von Resignation? Wie viel Wut braucht man? Das macht die USA auch nicht. Oder? Wenn bei denen ein Terrorakt ist, dann ziehen sie in den Krieg. Der bringt auch nicht viel, ich weiß. Aber können wir wirklich nicht mehr, als Lichterketten bilden und trauern? Immer nur trauern? Wie ich. Das ganze Leben lang trauern und Gefahren abwehren. Sind wir deswegen in dieser Situation? Weil wir unfähig geworden sind zu handeln? In 70 Jahren Frieden. Sind wir zu complacent, zu selbstgefällig geworden? Zu satt? Wo ist der Zorn? Wo ist die Wut? Kennen wir im Westen keine Wut mehr? Können wir das nicht mehr? Wie war das bei Freud? Die Zivilisation ist nur eine ganz dünne Kruste…über einem Vulkan. Wo ist der europäische Vulkan? Gibt es ihn noch? Leben wir noch? Oder trauern wir nur noch? Und wo ist überhaupt das "wir" in Europa? Die gemeinsamen Werte? Die Familie? Die Loyalität? Unter der ganz dünnen Kruste?

Montag, 21. März 2016

Dieses Gefühl, dass...








Nachts in der U-Bahn von Tannenbusch überkommt mich plötzlich dieses Gefühl. Urplötzlich.  Wie aus heiterem Himmel. Oder besser gesagt: Wie aus dem Nichts.

Dieses Gefühl, das ich früher – ohne den ganzen Stress öfter hatte. Das aber trotzdem noch nicht gänzlich verschwunden ist; das nie ganz verschwinden wird. Keine Chance. Das mir regelmäßig Schauer über den Rücken laufen lässt. Immer mal wieder, wenn ich gerade mal wieder denke, ich hätte meine Sterblichkeit überwunden.

wie denn auch

wie sollte ich denn auch

Fliegendes Fleisch







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Irgendwann in der Vergangenheit…






Ich weiß noch, wie wir damals in Schottland waren. María war noch ganz klein, so um die 2, 3 Jahre alt. Ich studierte und Nadine putzte bei einer Lehrerin, die Spanisch sprach und allmählich bei immer mehr ihrer Nachbarn. Wir wohnten in einer kleinen Wohnung auf dem Campus, für Familien. Kleine Familien, denn die Wohnung war nur eine 1-Zimmer-Küche-Diele-Bad-Wohung. Und die Heizung war elektrisch. Und an Weihnachten flog Fleisch durch die Gegend. Was wohl María von ihren Eltern dachte. So mit 2 ½ Jahren. Weihnachten in Schottland und dann noch fliegendes Fleisch. Ihre Mutter, ihr Vater schreit, ihre Mutter guckt böse, schweigt, ihr Vater heult. Und es ist Weihnachten. Heiligabend, glaub ich. Das Fleisch fliegt wie der Weihnachtsmann durch die Gegend. War eh zäh, wie alles, was Nadine an Schnitzeln und Steaks gemacht hat. Das konnte sie nicht.

Mittwoch, 16. März 2016

Knausgard, Frust, verlogene Ehrlichkeit und Bayern - Juventus

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16.03.16






A
bends liest er (und selbst dieses "er" ist natürlich eine weitere Lüge) ein Interview mit Knausgard, in dessen zweiten Buch in seiner Mein-Kampf-Reihe er heute annähernd 40 Seiten gelesen hat. Er denkt: Der hat recht, aber du kannst das nicht, du wirst das nie schaffen, weil du gar nichts schaffst, weil deine Ehrlichkeit einfach so verpufft.

"Mach die Augen zu, dann siehst du was du hast!" hat sein Vater immer ganz stolz gesagt, als er noch klein war. Zu klein, um zu verstehen?

Doch, er hat das doch ein bisschen verstanden: Er hatte nichts, was nichts.

Oder hat sein Vater gesagt: "Mach die Augen zu, dann siehst du, was du bist?"

Woher soll ich - äh, er, meine ich natürlich - das wissen.

Das ist lange vorbei, nur die Scheiße bleibt. Die Scheiß-Schlacke der Vergangenheit.
Ist doch eh scheißegal, in 40 Jahren bin ich eh tot. Haha, 40 Jahre, wovon träumst du nachts?!
Genau davon

Knausgards Titel war ein Weg "Fuck you" zum Leser zu sagen. Genau wie Eminem, der "fuck you" zu seinem Publikum sagt.

Er hat heute Streit mit seiner Tochter gehabt. Lange hat er keinen mehr gehabt, hat sich beherrscht, hat sich benommen, war zu allen gut - nur nicht zu sich selbst. Das ist so, wenn man zu allen gut ist. Für andere lebt.

Selbst die Bayern können nicht mehr gewinnen, sind Verlierer wie er.

Aber heute hatte er mal wieder die Schnauze voll. Von allen Leuten, die in Deutschland immer die Klappe halten, weil ihnen sowieso keiner zuhört - oder weil sie das denken.

Seine Frau mag ihn ruinieren können - finanziell und psychisch - aber er wird sie mit runterziehen.
Ab morgen wird er schweigen, genau wie sie, seine Tochter und seine Frau, alle.
Mit gleicher Münze.

Knausgard hat recht. Die ganze Scheiß-Welt ist so verlogen, so verschwiegen, so beschissen, das geht gar nicht mehr.

Doch da machen die Bayern plötzlich das 2-2 und gehen in die Verlängerung. Es gibt wieder

Und alles ist wieder halbwegs gut. So gut es eben geht, wenn die Frau schwarz arbeitet und von ihm Unterhalt will, obwohl sie ein Haus in Ecuador hat. Land, ein Grundstück. Und er nichts.

Die Guten, die Ehrlichen sind am Ende die Verlierer, die Dummen, die Gefickten.

Nur die Arschlöcher bleiben übrig.

Und ich will übrig bleiben, denkt er.

Es bleibt für beide Mannschaften ein schmaler Grad

Ich werde kämpfen, denkt er.

Ich werde schweigen und kämpfen.

Kämpfen, Bayern, kämpfen

Das Spiel ist nicht vorbei, Freunde, noch haben wir alle Chancen.

Er wird sie so verhungern lassen, wie sie ihn verhungern lassen, sie so in der Luft hängen lassen, wie sie ihn in der Luft hängen lassen.

Und am Ende natürlich verlieren, natürlich den Kürzeren ziehen.

Wie immer, aber wenigstens mit ein bisschen würde.

Würdevoll scheitern.

Du kannst heute echt nichts mehr sagen, aber ich sage es trotzdem.

Und verliere und scheitere...

...aber ich lebe noch...

...und solange ich noch lebe gibt es noch Hoffnung.

Auch für die Bayern, die in der Verlängerung sind. Die gekämpft haben.

Aber das Leben ist kein Fußballspiel. Im Leben verlieren alle.

Ich werde schreibend untergehen - das ist doch für einen Deutschen schon mal ein Fortschritt.

Oder ein Rückschritt?

Ich werde mein "deutsches" schlechtes Gewissen besiegen.

Ich werde siegen, indem ich verliere.

Denkt er...ich...er...ich

ICH



Und dann - in der 109 Minute - macht Thiago das 3-2 für die Bayern.

Und ich schreie kurz und sehr laut "Jaaaaaaaaaaaaaaaaa" Ein bisschen aus Schau, aber auch, weil ich es fühle.

Fast wie früher, als ich noch mit Nadine Fußbal geguckt habe.

Diesmal aber für MICH.

Wenn es dieses MICH wirklich gibt.

Keine 2 Minuten später schießt Coman das 4-2.


Diesmal fällt sein Jubel ganz bescheiden aus.


Der FC Bayern hat heut tief in den Abgrund gucken müssen.


4-2!!!!!! Bayern lebt noch.

Genau wie ich

Denkt er, haha.

Ja, er lebt noch...



Man soll eben den Abend nicht vor dem Ende des Bayern-Spiels verschreien!!!!!!!

Dienstag, 15. März 2016

...till human voices wake us and we drown










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15.03.16





Heute Morgen hat mich María fast dabei erwischt, wie ich Nadines Namen gemurmelt hab (wie so oft). Ich lag noch im Bett, war wahrscheinlich noch müde – nach einer weiteren Nacht sehr holprigen Schlafs – und murmelte mehr oder weniger laut Nadine.

Nadinita

Nadita

Ich muss höllisch aufpassen, dass sie mich nicht irgendwann wirklich dabei erwischt – wenn sie es nicht schon lange getan hat.

Samstag, 12. März 2016

Bruchstücke eines Lebens, das mal eins war








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12.03.16


Dann hat sie dich aber auch sehr gereizt, wenn du sie geschubst hast“, sagt deine Mutter.

Und obwohl dir das schmeichelt, fragst du dich im Nachhinein immer wieder, warum sie das sagt.

Montag, 29. Februar 2016

Geborgenheit













27.02.16


Am Samstagabend sitze ich nach der Arbeit im Bus nach Hause und höre Taylor Swift. Ist schon komisch, dass ich seit der Trennung fast nur Frauen höre. Zuerst Adele (die für Trennungsschmerz natürlich wie geschaffen ist – wer schon, wenn nicht sie?) und jetzt Taylor (die Adele in nichts nachsteht). Ich sitze auf dem Vierer im vorderen Bereich des Busses, weil mir irgend so ein Spasti den Einzelplatz gegenüber vom Fahrer weggeschnappt hat. So ein komischer Typ mit hoher Stirn und Mantel. Und rosa Sporttasche. Geil, ne?! Ein Vogel eben.

Freitag, 26. Februar 2016

Sin tetas no hay paraíso

26.02.16






Ich sitze im Bus und lese, aber plötzlich sehe ich dieses Mädchen, diese Frau, dieses Mädchen. Sie hat lange schwarze Haare, die sie offen trägt, ein Gesicht wie gemalt und volle, schöne Lippen. Wie diese Asiatinnen sie immer haben. Könnte natürlich auch eine Latina sein. Manchmal kann man die nicht so gut unterscheiden. Die ist bestimmt nicht älter als deine Tochter. Bestimmt nicht. Aber das Beste an ihr ist gar nicht ihr schönes Gesicht mit diesen asiatischen oder lateinamerikanischen Gesichtszügen vollen Lippen, sondern…ihre Titten. Denn wie alt die auch immer sein mag, die hat auf jeden Fall richtig große, wohlgeformte Titten. Nicht wie bei Russ Meyer. Natürlich nicht. Aber auch nicht gerade klein. Richtig geil. Boah, ich kann mir die richtig vorstellen, wie die nackt aussieht. Im BH. So geil. Mit diesen runden Dingern. Die bestimmt nicht herunterhängen, aber schon schön groß sind. Geil. Du sieht sie förmlich vor dir. Mit diesen geilen Titten. Obenrum unbekleidet. Oder untenrum? Immer wieder starrst du zu ihr rüber. Mit deinem Röntgenblick. Ihr Oberteil hat diese neckischen Knöpfchen, genau unter ihrem Ausschnitt, der zwar nicht zu viel Haut, Fleisch!, zeigt, der aber trotzdem deine Fantasie anregt bis zum geht nicht mehr. Kein Wunder. Denn du hattest so lange keinen Sex mehr. Du stellst dir vor, wie du Knöpfchen für Knöpfchen immer mehr knackig braune Haut freilegst. Wie sich diese immer stärker wölbt, bis du, nach dem letzten Knopf, ihren BH sehen kannst. Schwarz…wie es sich gehört. Oder doch noch zartrosa? Boah, wie geil das wär mit der zu ficken. Du versuchst Augenkontakt herzustellen und sie guckt tatsächlich zu dir rüber. Geil. Und das obwohl du locker doppelt so alt bist wie sie. Locker. Das kommt auch nicht mehr so oft vor, heutzutage, dass eine zurückguckt. Eine Frau. Ein Mädchen. Noch weniger. Aber sie guckt kurz zurück, tippt etwas in ihr Handy und lächelt. Scheiße. Nicht, dass du sie kennst. Nicht, dass sie eine Freundin deiner Tochter ist. Die Nicole, diese kleine Philippinin. Nein: Dafür ist sie viel zu groß. Dafür sind ihre Titten viel zu groß. Obwohl: Hast du jemals Nicoles Titten gesehen? Ne, stimmt. Noch nie. Komisch. Darauf hast du irgendwie nie geachtet. Zumindest nicht so richtig. Bei der Körpergröße (Nicole ist keine 1,40 groß!) achtet man eben nicht so sehr auf den Oberbau.  Du musst der auf die Lippen gucken. Das ist der Trick. Dann wollen die mit dir schlafen. Wenn du denen auf die Lippen guckst. Du versuchst es und ihre Lippen sind weiß Gott voll genug, so dass du sie eigentlich gar nicht verfehlen kannst; aber trotzdem wandert dein Blick immer wieder nach oben. Du willst ihr in die Augen gucken. Aber sie guckt nicht mehr zurück. Jetzt nicht mehr. Trotzdem spürst du das Knistern, die sexuelle Energie. Immer wieder guckst du dir ihre Titten an. Unter diesem Oberteil, so geil, so perfekt gerundet. Nicht zu groß und nicht zu klein. Obwohl: Klein sind sie wirklich nicht. Boah, wie es wäre sie ausziehen, langsam, langsam einen Knopf nach dem anderen zu lösen. Ob sie rasiert ist. Ob sie dir einen blasen würde. Mit diesen Lippen. Mit diesen Lippen deinen Penis umhüllen würde, umschmeicheln, immer und immer wieder, rauf und runter. Ob sie untenrum rasiert ist. Bestimmt nicht. Aber heute weiß man das nicht. Boah, wenn du die jetzt bumsen könntest… Aber vielleicht kannst du das ja. Vielleicht hast du ja eine Chance. Wer weiß. Vielleicht hättest du ja echt eine Chance. Wenn du sie ansprichst. Sie ist bestimmt auch geil. This world is a place of plenty. Vielleicht hätte sich dann ja deine Trennung wirklich gelohnt. Du guckst von ihren Brüsten, ihrem Busen unter dem Oberteil zu ihren Füßen runter. Sie hat die Fußspitzen nach innen gedreht, fast so, als wollte sie ihre Muschi vor meinen Blicken schützen. Ihre Fußknöchel sind braun. Schön braun. Sie trägt nur kurze Socken in ihren Turnschuhen.

Aber das Beste sind und bleiben immer noch ihre Titten.

Boah, du könntest die jetzt bumsen. Das wär so geil.

Da gibt es bestimmt einen Weg.

Da gäbe es bestimmt einen Weg.

Wo ein Wille ist, ist ein Gebüsch.

Ich bin so ausgedörrt, dass ich fast einen Steifen bekomme. Den hab ich nicht nur fast, sondern tatsächlich, wenn ich ehrlich bin. Einen leichten Steifen. Einen Angesteiften. Das liegt am Bus, bestimmt. Wir sind schon fast am Hauptbahnhof. Fast gleichzeitig steht ihr auf. Sie muss auch hier raus. Und du musst auch rein, in sie. Vor dir steigt sie aus dem Bus aus. Du holst sie ein und…

Donnerstag, 25. Februar 2016

Ich bin der, der...



Ich bin der, der…

…von seiner Frau verlassen wurde…

…der keinen Kontakt mehr zu seinen Eltern hat…

…dessen Großeltern tot sind…

…der seine Tochter nur vier Tage die Woche sieht…

Ich bin der, der depressiv ist…

…oder aggressiv?

…oder beides…

…der, der ein Loch in der Seele hat…

…der, der immer böse guckt…

…oder komisch…

…irgendwie komisch…

…der, der Probleme hat…

…der, der Hilfe braucht…

…der zu schwach ist…

…zu stark…

…der, der abends allein in seinem Bett liegt und sich einen runterholt…

…der, der kein Geld hat…

…der keinen guten Job hat…

…der immer der Verlierer ist…

…der, der keinen Spaß hat…

(in der deutschen Spaßgesellschaft, haha)

…der, der keinen Spaß haben will…

…der, der sein Leben versaut hat…

…sich sein Leben verbaut hat…

…ich bin der, der sein ganzes Leben gekämpft…

…der von niemandem geliebt wurde…

…wird…

…werden wird.

Ich bin der, dessen Lieblingsfilm Fight Club ist...

Der, der keinen Bock mehr hat…

…aber trotzdem weitermacht…

…der, der sich seine Kräfte nicht richtig einteilen kann

(das konntest du noch nie)

…der, der zu gutmütig ist…

…zu „nett“…

…zu böse…

…zu zu…

…zu viel redet…

…zu viel nicht sagt…

…zu wenig schweigt…

…zu ernst ist…

…zu wütend…

(du mich auch!)

…zu alt…

…zu dick…

…zu dummm…

Ich bin der, der leidet…

…schon viel zu lange…

Der, der rassistisch ist…

…sadistisch…

…masochistisch…

…egoistisch…

…der, der ignoriert wird…

…nicht gegrüßt wird…

…nicht gefragt wird, wie es ihm geht…

…wie es ihm wirklich geht…

Ich bin der, der weggeworfen…

…fallen gelassen wurde…

…wie ein altes Kleid…

…das keiner mehr braucht…

Ich

bin

der

bin

ich

Ich

bin

der

…der noch da ist…

…der noch nicht tot ist…

(leider)

…der sagt „Leckt mich am Arsch!“

Leckt mich doch alle.

…der, der eine Waffe trägt…

…und auf dem Weg zu dir ist…

…zu dir nach Hause…

Ich weiß nicht, wie ich hier hingekommen bin.

Aber ich bin noch hier…

…und das ist das Problem…

…meins…

…und…

…deins.

Montag, 22. Februar 2016

Happy Birthday











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07.02.16

 

...und dann sagt sie es. Sie tut es tatsächlich.

„Ist schon klar, warum dich deine Frau verlassen hat.“

Vor María. Vor ihrem Enkelkind. Aber Familie zählt ja in Deutschland nicht.

Er sagt geschockt irgendwas, irgendeinen Scheiß, irgendwas wie „Du hörst jetzt besser auf zu reden.“

Aber sie hört nicht auf. Das wär ja noch schöner.

„Ich kann schon verstehen, warum dich deine Frau verlassen hat.“

Mit einem Lächeln. Mit ihrer Schlabberfresse. Wenn ich jetzt eine Waffe hätte…

Mittwoch, 17. Februar 2016

Der Bachelor II

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17.02.16





„Bitte nicht die Klette.“

„Die Klette ist geil.“

„Der Leonard.“

„Die Klette hat den ans Bett gefesselt…“

„Ich glaube, dass Leonard nicht so ein softer Küsser ist…“

„Was Leonard vorhat weiß man ja eigentlich nie.“

„Ich hasse die…die mit den Glupschaugen.“

…ach du Scheiße, im Ernst?!“

„…mit der Leonie und dem Leonard…“

„Zwei übernachten bei dem…“

„Schafft der doch gar nicht.“

„Geil, ich will auch Jetski fahren.“

„Aber ich hätte Angst draußen.“

„Geil.“

Dienstag, 16. Februar 2016

Death's Dream Kingdom


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16.02.2016



Ich träume davon, dass sie noch da ist, dass wir noch zusammen wohnen, dass sie aber schon nicht mehr mit mir redet – so, wie das damals tatsächlich auch war. Im Traum gehe ich morgens zu ihr und frage sie wütend, wann sie sich endlich ihre eigene Wohnung sucht, das ist doch so kein Zustand, wann sie endlich geht – vor María – vor dem Frühstück; sie isst Brot und ich frage sie, schreie sie fast wieder an. Und sie reagiert wie immer: Sie schweigt eisern und eisig. Guckt mich an wie ein scheues wütendes angeschossenes Tier im Wald, das im Scheinwerferlicht erstarrt ist, wie angewurzelt dasteht, einen Moment lang. So wie sie es so oft getan hat. Damals…damals…als wir wenigstens noch zusammen wohnten. Lebten zwar vielleicht schon lange nicht mehr, aber noch wohnten…

„Warum gehst du nicht endlich?“ frage ich wütend, wohl wissend, dass das eh alles schon lange sinnlos ist.

Obwohl ich nicht will, dass sie auszieht. Weil ich sie immer noch liebe.

Die Wohnung sieht ein bisschen so aus wie die meiner Eltern. Viel mehr so wie die meiner Eltern als meine eigene. Unsere eigene von damals. Die es nicht mehr gibt. In der jetzt ein anderes, junges Pärchen wohnt. Komplett mit neuen Träumen und Hoffnungen. Eine andere kleine Familie auf dem Weg ins Nichts, in die komplette Desillusion, die irgendwann einsetzen wird

Wieso kann ich nicht loslassen? Ich will loslassen können wie andere das tun…

Einfach keinen Kontakt mehr und gut. So als hätte der andere nie existiert, so als hätten all die Jahre nie existiert, so als wär alles nur ein böser Traum gewesen…

Jeden Tag träume ich von ihr; ich kann sowieso nicht mehr richtig schlafen, deswegen ist es eh egal, alles ist irgendwie egal. Ich lebe in einer Halbwelt, halb hier, halb weg, halb bewusst, halb unbewusst, die mich an ein T.S.-Eliot-Gedicht erinnert. Ich weiß nicht welches. Doch, ich weiß es. Unbewusst schon.

Those who have crossed
With direct eyes, to death's other Kingdom
Remember us—if at all—not as lost
Violent souls, but only
As the hollow men
The stuffed men.

II
Eyes I dare not meet in dreams
In death's dream kingdom
These do not appear:
There, the eyes are
Sunlight on a broken column
There, is a tree swinging
And voices are
In the wind's singing
More distant and more solemn
Than a fading star.

Let me be no nearer
In death's dream kingdom
Let me also wear
Such deliberate disguises
Rat's coat, crowskin, crossed staves
In a field
Behaving as the wind behaves
No nearer—

Not that final meeting
In the twilight kingdom

III
This is the dead land
This is cactus land
Here the stone images
Are raised, here they receive
The supplication of a dead man's hand
Under the twinkle of a fading star.

Is it like this
In death's other kingdom
Waking alone
At the hour when we are
Trembling with tenderness
Lips that would kiss
Form prayers to broken stone.
The eyes are not here
There are no eyes here
In this valley of dying stars
In this hollow valley
This broken jaw of our lost kingdoms
In this last of meeting places
We grope together
And avoid speech
Gathered on this beach of the tumid river

Sightless, unless
The eyes reappear
As the perpetual star
Multifoliate rose
Of death's twilight kingdom
The hope only
Of empty men.


Ich komm mir vor, wie eine leere Hülle, wie der Typ aus Briefe an eine Tote, der nach dem Atomkrieg immer noch Briefe an seine Tote Frau schreibt; dabei hab ich den Film noch nicht mal gesehen.



Papst Franziskus hat in Mexiko zum Glauben an die Familie aufgerufen. Zwar sei das Familienleben oft mühsam, oft schwierig, aber der Traum von einer Familie dürfte nicht verloren gehen, sagt der Fernseher, im Dunkeln, morgens um 6:35, an diesem einsamen, kalten 16. Februar 2016. Ist es das? Ist es das

Ist das das, was die Flüchtlingskrise, die Euro-Krise, die Griechenland-Krise, den Rechtsruck in Europa stoppen kann? Die Familie