„Nimm es einfach so, wie sie
sagt und verschwende nicht weiter deine Zeit“, liest er in irgendeinem Forum,
auf der Suche nach der korrekten Schreibweise von „so wie“. Schreibt man das
mit oder ohne Komma? Davon hat er immer noch keine Ahnung, aber der Satz bleibt
irgendwie hängen. Besonders der zweite Teil, der
„verschwende-nicht-weiter-deine-Zeit-Teil“. Irgendwie kommt der dir bekannt
vor, dieser Ausspruch. Dieses carpe diem,
wie der Lateiner sagt. Und Robin Williams in dem Club der toten Dichter. Wo der
denen in der Eingangshalle der Schule all die Bilder mit den früheren Schülern
zeigt. Die, wie er betont, „jetzt alle tot sind“. Das soll dann angeblich den
Schülern eine Warnung sein, dass sie ihr Leben für etwas Sinnvolles nutzen
sollen und eben nicht ihre Zeit verschwenden sollen, weil sie ja nur einmal
leben. Man lebt nur einmal, sagt ja auch das Fast-Sprichwort, das man als
Ausrede benutzt, um allerlei Scheiß anzustellen. Also muss man seine Zeit
„sinnvoll“ nutzen. Und da fangen schon die Probleme an. Denn früher hat er das
auch versucht. Wo er noch jünger war, so etwa von 23 bis 31. Da dachte er noch
in diesen Begriffen. Davor noch nicht und danach nicht mehr. Da hat er auch
versucht, das Maximum aus dem Leben zu quetschen. Dem bisschen Leben, das er
hatte. Und ist kläglich gescheitert. Denn die Jahre vergingen und obwohl er
verzweifelt versucht hat, den „Tag zu nutzen“, das Beste aus seinem Leben zu
machen, sind die Jahre nur so an ihm vorbeigerauscht. Ohne, dass er von ihnen
beziehungsweise das Leben von ihm große Kenntnis genommen hat. Wie konnte das
passieren? Dabei wollte er doch immer alles aus dem Leben rausholen. War das
etwa schon alles? Oder liegt es an Bonn? An seiner Umgebung? An Nadine, die
schon diese komischen Feste auf dem Bonner Marktplatz als fiesta sah, während er sich zu Tode langweilte? All die Jahre.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Sonntag, 17. Juli 2016
Samstag, 12. März 2016
Bruchstücke eines Lebens, das mal eins war
12.03.16
„Dann hat sie dich aber auch
sehr gereizt, wenn du sie geschubst hast“, sagt deine Mutter.
Und obwohl dir das
schmeichelt, fragst du dich im Nachhinein immer wieder, warum sie das sagt.
Hat sie mich damals etwa
auch immer bis aufs Blut gereizt…
…als ich die Kloschüssel mit
ihrer Weinflasche eingeworfen habe…
…als wir uns in den Haaren
lagen, immer und immer wieder und manchmal sogar
wortwörtlich…
…als es immer wieder Theater
gab…und sie immer wieder meinen Vater auf der Arbeit angerufen hat…
…als
…als
Dienstag, 22. Dezember 2015
Es gibt keine Zufälle - oder doch?
20.12.15
Ich liebe Nadinita.
Aber sie liebt mich nicht.
Das ist ja die Scheiße.
***
Als er nachts aus der
Spielhalle kommt, hat er mal wieder sowas von die Schnauze voll. Das kann man
gar nicht in Worte fassen, was er fühlt. Er will einfach nur weg. Weg aus Bonn,
weg aus Deutschland, weg von diesem Planeten. Er will einfach nur Ruhe haben. Und
er ist wütend. Obwohl im Moment seine Enttäuschung überwiegt. Das ist nicht
immer so. Seine Enttäuschung über ein total verkorkstes Jahr, das nicht enden
will. Und selbst wenn es dann irgendwann in 11 Tagen endet, wird das neue
bestimmt nicht besser. Das weiß er jetzt schon. Das Einzige, das passiert, ist,
dass man älter wird. Man wird nicht klüger, das Leben wird nicht leichter und
die Scheiß-Scheidung ebensowenig. Er fühlt sich wie ein Gefangener in diesem
Land, in diesem Leben. Das ist nicht das, was er will. Was er sich vom Leben
erwartet hat. Er will einfach nur weg. Am besten weit weg von diesem ganzen
Schlamassel. So, wie Beckenbauer das damals gemacht hat, als er sich von seiner
Frau getrennt hat und in die USA gegangen ist. Aber du bist nicht Beckenbauer!
sagt er sich halb bitter, halb schmunzelnd.
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