Mittwoch, 29. Juni 2016

Rafael: Meine geile Schwägerin


KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz




Nur mit der Arbeit, das ist Scheiße. Das klappt noch nicht so wie es soll. Wie es sollte. Auch wenn Nadine mir hilft. Die wollen keine Männer. Die wollen einfach keine Männer. Die deutschen „Frauen“. Wollen keine Männer als Putzhilfe. Die denken wahrscheinlich Männer beklauen die. Oder schnüffeln während sie auf der Arbeit sind an ihrer Unterwäsche rum. Oder vergewaltigen sie, wenn sie abends geschafft von der Arbeit nach Hause kommen. Oder machen heimlich den Schlüssel nach, um später heimlich in die Wohnung zurückkommen zu können. Vielleicht sogar mit seinen südamerikanischen Kumpels. Um ein bisschen Spaß zu haben

Dienstag, 28. Juni 2016

Fear death by water








Er geht ins Bad und testet das Wasser mit den Fingern. Das ist eigentlich total absurd. Selbst wenn es zu heiß wär. Auf dem Computer läuft Días no vividos von Love of Lesbian. In einer Endlosschleife. Immer das gleiche Lied. Immer die gleichen Zeilen. Alzo el vaso más vacío que yo. Ich erhebe das Glas, das noch leerer ist als ich. Er weiß immer noch nicht, was Santi Balmes, der Sänger der Band aus Barcelona, damit meint, aber eigentlich ist auch das egal. Er wird es nie herausfinden. Nie mehr. Er holt den Laptop ins Bad, stellt ihn auf die Waschmaschine und zieht sich aus. Erst das T-Shirt und dann die Shorts. Inklusive Unterhose. Das ist das erste Mal, dass er die Badewanne benutzt. Nadine hat immer gebadet. Am Ende ihrer Beziehung. Genau wie sein Vater. Ob man von einer Vorliebe fürs Baden auf eine psychische Grunddisposition der Badenden schließen kann? Der Zettel mit dem T.S. Eliot Zitat liegt auf dem geschlossenen Klodeckel.

IV. DEATH BY WATER

Phlebas the Phoenician, a fortnight dead,

Forgot the cry of gulls, and the deep seas swell

And the profit and loss.

                          A current under sea
Picked his bones in whispers. As he rose and fell

He passed the stages of his age and youth

Entering the whirlpool.

                          Gentile or Jew

O you who turn the wheel and look to windward,
 320
Consider Phlebas, who was once handsome and tall as you.


Das war immer schon irgendwie seine Lieblingsstelle in einem Gedicht voller Lieblingsstellen. Er wollte sich das auch sogar mal auf den Körper tätowieren lassen, aber er war zu ängstlich. Die Geschichte deines Lebens, denkt er, du wolltest eigentlich schon leben, aber du warst zu ängstlich. Aber wer lebt schon in diesem Land? Wer lebt schon wirklich in diesem Land?! Er bald nicht mehr. Schwerfällig hebt er sein Bein über den Rand der Badewanne, teste mit dem Fuß das Wasser. Es ist noch weiß, aber wie soll es sonst sein. Etwa kalt oder was? Er hat nicht mehr viel Zeit. Jetzt oder nie. Also stellt er sich mit beiden Beinen in das Wasser, dreht den Hahn ab. Senkst sein Hinterteil ins Wasser. Zuerst ist das ganz schön heiß, an seinem Rücken. Dann legt er sich hin und entspannt sich. Lauscht der Musik. Santi Balmes. Ein Gott. Alzo el vaso más vacío que yo… Das sind die besten Lieder: Die, die man nicht versteht, nie ganz versteht. Nicht auf Anhieb und nach hundertfachem Hörgenuss immer noch nicht. Das sind die besten. Die Lieder, die von Liebe handeln, vom bevorstehenden Weltuntergang, vom





Sonntag, 26. Juni 2016

Unsere Liebe zum Fussball





KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz




I
n unseren Fußballspielen spiegelte sich auch immer der Stand unserer Beziehung wieder.

Beim 7:1 gegen Brasilien waren wir Zuhause. Nicht so sehr, weil wir Angst gehabt hätten, gegen Brasilien zu verlieren und dann draußen beim Public Viewing vor den wenigen Brasilianern und Brasilianerinnen Baden zu gehen.

Buddha und Joyce









Morgens schleppt er sich müde aus dem Bett, geht pissen und macht den Fernseher an. Er hat heute eine „Betriebsversammlung“. An einem Sonntag. Um 11 Uhr. Dabei war er erst um drei Uhr im Bett. Mannomann.

Im Fernsehen läuft ein Gottesdienst. Es wird immer besser.

Er will den Videotext einschalten, um zu gucken, wie viel Uhr es ist, aber die scheiß verfickte Fernbedienung geht immer noch nicht richtig. Wie soll sie auch, wenn er das Ladegerät für die Akkus in der Bahn vergessen hat. Toll, ey

Dann schafft er es doch. Es ist noch Zeit. Zum Glück. Wenigstens das funktioniert. Sein Zeitmanagement. Er ist jetzt 39 und hat noch ungefähr zwanzig Jahre, wenn nicht sogar weniger. Sag ich ja, sein Zeitmanagement funktioniert bestens. Er liest: Zitat des Tages. Geil.

Trotzdem geht er auf die Seite. Da steht:

Jedes Leben hat sein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.

Er denkt: Wie schaffen die das bloß; immer den Nagel auf den Kopf zu treffen. Dann sieht er von wem das Zitat ist. Von Buddha! Ach, du Scheiße! Von Buddha!

Ach, du Scheiße. Buddha. Hatte der eine Frau? Hatte der eine Latina? Hat der sich jemals von der getrennt?

Das ist wie das, was Joyce gesagt hat. Wie ging das noch mal? Irgendwas mit: War Gott jemals verheiratet? Nein! Also kann er mich auch nicht verstehen. Nein, das ging anders. Ich hab’s gleich: Jesus war ein Junggeselle und hat nie mit einer Frau gelebt, was so mit das Schwierigste ist, was es auf dieser Welt gibt.

Aber James, du musst bedenken: Ohne sie ist auch nicht einfacher. So als Junggeselle…

Außerdem warst du nur mit einer Irin zusammen...

Aber irgendwie stimmt das Buddha-Zitat schon: Sein Leiden hat auch heute schon sein Erwachen bewirkt. Er ist aufgewacht und leidet schon wieder.







Samstag, 25. Juni 2016

Black Mama

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Diese Schwarze sitzt schon wieder in der „Halle“. Bei mir in der Spielhalle. Spielt wie immer an den Jackpot-Automaten. Gestern war die auch da. Irgendwie findet er die geil. Nicht nur, weil die letztens zu ihm gesagt hat, dass die sein Hemd schön findet. Sexy. Nein, das hat sie natürlich nicht gesagt. Und gestern hat sie ihn am Rücken gestreichelt, hat also sogar Körperkontakt zu ihm gesucht. Ich glaube, das ist ein gutes Zeichen. Er findet übrigens ihr Oberteil auch gut. Und besonders die Titten darunter. Die sind echt…groß…äh, gut. Richtige Atomtitten. Mördertitten. Die sagt auch immer so provozierende Sachen, will mit ihm reden. Wie gestern, wo sie mit ihm über seinen Feierabend geredet hat. Und darüber, dass sie Geld braucht. Er auch, hat er gesagt, mindestens 3000 €. Da konnte sie ihm nur zustimmen. Die ist nett. Obwohl die eine Spielerin ist. Und man da aufpassen muss. Aber Nadine war keine Spielerin und da musste man noch mehr aufpassen. Da konnte man gar nicht genug aufpassen. So viel konnte man gar nicht aufpassen. Und so eine Black Mama wär doch mal was Erfrischendes. Jetzt, wo das mit den Latinas nicht geklappt hat. Er denkt darüber nach, was sein kubanischer Schwager in spe gesagt hat: „Nie wieder eine Latina!“. Dem haben sie wahrscheinlich auch weh getan. Irgendwann in seiner Vergangenheit. Auf Kuba oder schon in den USA. Ja, so eine Black Mama wär echt nicht schlecht. Mit Riesentitten, Riesenarsch und Riesenmuschi? Keine Ahnung. Mit Rastazöpfchen im Genitalbereich.  Haha. Er wollte eh schon immer wissen, wie sich das anfühlt, schwarzes Haar. Beziehungsweise, das Haar von Schwarzen. Er hat sich nie getraut, einem von denen auf den Kopf zu packen. Obwohl es in Kessenich genug von denen gab und er die auch kannte. Die Somalier vom „Roten Platz“, diesem Hartgummi-Sportplatz in Kessenich. Wo er immer Basketball gespielt hat. Bei der wär das bestimmt auch gar nicht so schlimm, mit seiner Wohnung. Die sind Armut gewohnt. Wenn die aus Afrika kommen. Und die ist immer ganz nett. Obwohl sie kein Trinkgeld gibt. Nie. Was schon nervt. Aber die gewinnt auch nicht so viel. Er stellt sich vor, wie es wäre die auszuziehen, langsam, mit ihren langen Klamotten. Scheiße, denkt er plötzlich: Die raucht! Und du frisst Knoblauch. Also 1:1! Du musst sie ja nicht auf den Mund küssen. Du kannst sie ja auch woanders hin küssen. Ein bisschen weiter unten, im Süden. Oder ihre Mörderglocken. Ding dong. Wir ficken im Karton. Das lässt ihn nicht los. Meinte seine Tochter letztens wirklich dieses Lied, als sie von dieser Verarschung von dem Lied „Es rappelt im Karton“ sprach. Oder gibt es noch eine Verarschung? Ziemlich unwahrscheinlich. Ding dong, wir ficken im Karton. In meinem alten Ehebett, dessen eine Seite schon so lange unbenutzt ist, des Nachts. Und das obwohl ich die Matratze so schön draußen gelüftet habe. Das Leben ist kurz und die Titten groß. Da kann man schon mal schwach werden. Was Nadine nicht weiß, macht sie nicht heiß!

Außerdem hat sie sich ja getrennt.

Außerdem kommt sie ja eh nicht zurück.

Außerdem hat sie ja auch bestimmt einen Neuen, diesen Spacken von ihrer Arbeit.

Außerdem hat er seit dem One-Night-Stand aus der Bahn nicht mehr geschnackselt. Single zu sein ist schon hart. Wenn man die fertige Muschi nicht mehr sonntags morgens zum Frühstück serviert bekommt.

Außerdem will er ja auch nur ein kleines, kühles Blondes mit ihr trinken, ganz unverbindlich nach Feierabend. Ihr sein Leid klagen. Ihr von seiner vor kurzem gestorbenen Frau erzählen. Von seiner Tochter, die er jetzt allein erziehen muss und wie schwer das ist. Die heute bei ihrer Freundin übernachtet – was für ein Zufall! Was für eine Chance!

Außerdem will er doch nur, dass sie ihm mit ihren dicken schwarzen Lippen einen bläst…und dann ihn mit ihren rosafarbenen Lippen umschlingt, seinen kleinen Freund tröstet, der noch immer Trauer trägt…

Außerdem ist er einsam, fast schon vereinsamt. Wenn María nicht da ist, am Wochenende. Kann er denn etwa was dafür? Das ist alles soooo ungerecht. Wikrlich. Das Leben ist nicht fair. Aber echt


Vielleicht lässt sie sich ja sogar anal befriedigen. Fucking hell! Das wäre…so fucking hell. Eine richtige fucking hell! Für irgendwas muss sein natürlich viel zu kleiner Penis ja gut sein… Und da spürt die den auf jeden Fall, wenn er von hinten kommt. Sich von hinten anschleicht, anrobbt, um dann das falsche Loch zu nehmen, den falschen Eingang. Der eigentlich gar kein Eingang, sondern ein Ausgang ist. Aber dann nur mit Kondom.

Und genau in dem Moment als er sich darüber Gedanken macht, ob er noch Kondome hat, tritt sie durch die Hintertür nach draußen. Zuerst denkt er noch, sie wolle nur rauchen, aber als sie um die Ecke biegt, weiß er, dass sie weg ist.

Was für eine Scheiße.

Fucking hell!


Schadenfreude








Er guckt den Brexit-Brennpunkt im Ersten. Der Brexit, der seit heute Morgen real ist, hat in ihm die Sensationslust geweckt. Da tut er sich dann auch mal den Brennpunkt im Ersten an. Er will ja schließlich nichts verpassen, vom drohenden Untergang Europas. Ok, so ein Untergang ist nicht so gut wie Sex, aber wenn man Ersteres nicht hat, da nimmt man auch mal den Untergang der Zivilisation als Ersatzbefriedigung. Er hat da so eine abstruse Theorie, nach der Männer, die keinen Sex oder keine Liebe, geschweigen denn echte Zuneigung bekommen, eher zum Krieg und zum Kampf tendieren. Ist alles nur eine Theorie, aber…

Freitag, 24. Juni 2016

Das Literarische Quartett







Am Freitagabend guckt er auf der Arbeit das Literarische Quartett. Ja, das gibt es noch! Hat er letztens zu seinem Kollegen gesagt, der das eigentlich wissen sollte, denn er ist Germanist. Aber er hat ja gar keinen Fernseher.

Brexit








Er guckt die Brexit-Diskussion bei Maybrit Illner, wo dieser Typ sagt, dass er sich das nicht vorstellen, dass er fassungslos ist, dass er das einfach nicht verstehen kann. Und er denkt nur: Es gibt jede Menge Sachen, die sich die Deutschen nicht vorstellen können, die sie einfach nicht verstehen, die sie sich nicht erklären können. So viele Dinge, und in letzter Zeit werden es immer mehr. Und das sind intelligente Menschen im Fernsehen. Sollte man zumindest denken. Also drängt sich ihm die Frage auf, die er sich immer wieder stellt, wenn er diese Sätze hört:

Sonntag, 19. Juni 2016

Schlussstrich








Bestimmt, wenn du gar nichts mehr von ihr willst, wenn du gar nicht mehr an sie denkst, wenn sie dir nichts mehr bedeutet, wenn du eine Neue gefunden hast, wenn du mit der Vergangenheit abgeschlossen hast, wenn alle seelischen Wunden verheilt sind…

Mein Hund ist tot

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Es ist Samstag-Nachmittag und er betritt die „Halle“. Gisela wartet schon auf ihn, steht an der Theke. Da, wo sie immer steht, wenn er kommt. Wenn sie nicht gerade vor der vorderen oder hinteren Tür steht und raucht. In dem schmalen Durchgang zwischen Theke und „Aquarium“, dem viereckigen Kassenbereich, in dem sich die Wechselkasse, der Tresor und die Videoüberwachung hinter dicken Panzerglasscheiben befindet.

Samstag, 18. Juni 2016

Cu#€@ndo a mi cuñada








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Am Nachmittag guckt er Videos auf dem Firmen-PC nach. Wenn er sonst nichts zu tun hat. Auf einmal fällt ihm dieses Wort ein, das er von früher kennt. Oder zumindest kennen sollte. Früher, als… Keine Ahnung, warum ihm das gerade jetzt einfällt, aber die Wege des Herrn sind eh unergründlich. Und die seiner geisteswilligen, aber fleischesschwachen männlichen Ebenbilder auf Erden sind sogar noch unergründlicher, noch verschlungener. Er stellt sich die hochwissenschaftliche Frage und sprachwissenschaftlich natürlich höchst interessante Frage, ob das jetzt „coliar“ oder „culiar? In Ecuador. Wie schreibt man das eigentlich? Mit „o“ oder „u“? Letzteres wäre natürlich naheliegend. Von „culo“ (spanisch) und „culus“ (lateinisch). Das hat er mal zusammen mit Herrn Reiher, dem Lateinlehrer nachgeguckt. Das gibt es tatsächlich. Das heißt auf Lateinisch das Gleiche wie auf Spanisch, nämlich „Hintern“. Und ich will Sie jetzt nicht verarschen, das gibt es wirklich. Das Pons-Wörterbuch bestätigt das. Das weckte damals sogar das Interesse von Herrn Reiher, Den sprachwissenschaftlichen und lebensweltlichen Funken, schon verschüttet geglaubt, unter unendlichen Schichten von Intellektualismus und wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit begraben. „Culus“ stellte er mit Erstaunen beim Blick in das Wörterbuch fest. Tatsächlich! Das heißt „Hintern“, „Arsch“, „Hinterteil“, „Sitzfleisch“… und so weiter und so fort.