Wie ich so an diesem
halbwegs schönen, halbwegs sonnigen Samstag-Vormittag durch die Stadt
schlendere (und heute kann man das Watscheln vielleicht auch mal als Schlendern
bezeichnen), denke ich plötzlich: Heute hätte ich echt Lust, mal wieder zu
ficken… Ne, echt, heute hätte ich echt Bock drauf. Mal wieder jemanden zu
bumsen. So richtig hart, oder auch sanft, oder überhaupt…So langsam…hätte echt
(mal) wiederBock drauf. Ein Rohr zu verlegen. Oder auszuputzen. Oder was auch
immer. Wie auch immer man das nennen mag: Geschlechtsverkehr, Penetration,
Ficken, Bumsen, Blasen…
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Samstag, 23. September 2017
Samstag, 31. Dezember 2016
Silvester
Heute ist nicht nur Silvester,
sondern auch sein Jahrestag. Ihr Jahrestag. Der 21. Sein Phantom-Jahrestag.
Denn das „ihr“ gibt es ja gar nicht mehr. Schon seit fast zwei Jahren nicht
mehr. Und er ist ungeduscht, unrasiert, seine Hose hat noch die Erdflecken, wo
er letztens im Dunkeln im Wald umgeknickt und sich hingelegt hat. Sich voll
hingelegt hat. Bei dem Försterhaus, das so schön weihnachtlich geschmückt war,
was ihn dazu veranlasste, sein Handy zu suchen, um ein Foto zu machen, wobei er
dann ein bisschen vom Weg abgekommen ist und sich dann hingelegt hat.
Ganz zu schweigen von den
Löchern zwischen den Beinen. Aber was soll er auch anziehen, wenn er in den
Wald geht. Mit seiner besten Hose und besten Jacke gehen? Und sich alles
versauen? Sich weitere Löcher zwischen den Beinen in die neuen Hosen zu laufen –
die noch löcherfrei sind?
Er schämt sich zwar ein bisschen für sein Äußeres, fährt aber trotzdem zur Arbeit. Es ist ja noch dunkel. Da sieht das ja keiner (was sollen denn die Leute auch denken, wenn sie das sehen!!!!). Er muss seine Kollgin was fragen und will danach von da nach Hause laufen. Von G. Nach I. Die gleiche Kollegin, die ihm an Weihnachten Milka-Schokolade gekauft hat, ohne einen Namen dazu zu
schreiben. Ich meine, für wen das ist. Und er hat sie nicht genommen. Hat sie
liegengelassen und sie hat sie dann ganz alleine gegessen. Wie sie ihm heute
mitteilt. Aber da stand ja auch nur „Damit 2017 besser wird als 2016“ drauf.
Wie sollte er denn wissen, dass die Milka-Kleeblätter in der Herzchen-Packung
auch wirklich für ihn sind. Und nicht für seinen Chef. Das hätte sie dazu
schreiben sollen. Außerdem: So viel Nettigkeit ist er gar nicht gewohnt. Dass
jemand einfach so was für ihn tut. Was Nettes. Das ist er gar nicht gewohnt.
„Ich dachte, die wären nicht für
mich. Ich bin ja bestimmt nicht der Einzige, der ein schweres Jahr gehabt hat… Ich
bin ja bestimmt nicht der Einzige, der leidet… Der Einzige, der einsam ist… Der
Einzige, der keine Freunde hat, in diesem freudlosen Land…
„Das hab ich dann auch
gedacht.“
„Stand ja auch kein Name
drauf. Du musst das besser kennzeichnen, das nächste Mal…“
…
„Ich dachte, das wäre für den
Udo, für den Chef. Vielleicht hat der ja auch ein hartes Jahr gehabt…“
„Der schenkt uns doch auch
nichts. Die ganzen Dienste gemacht und was bekommen wir…?!“
…
Sie war gerade auf dem Sprung,
draußen eine rauchen zu gehen. Also gehen wir vor die Tür.
„Und, wie war Weihnachten?“
Ich hab überlebt. Warum fragt
sie das überhaupt? Sie weiß doch, wie es war. Beschissen. Will sie das wirklich
hören?! Und wenn ja, warum? Aus Schadenfreude, diesem urdeutschen Wort. Oder
weil sie besorgt ist. Schadenfreude und Besorgtsein liegt aber auch so nah
beieinander.
Er zieht eine Fratze, die eigentlich
schon alles sagt: „Das ist schwer…das war schwer…aber an Heiligabend war meine
Tochter da…“. Obwohl das einer ihrer Müttertage war, ein Samstag. „Danach ist
aber immer noch schwierig…du kennst das ja bestimmt.“
„Ja…ich bin das ja nicht
anders gewöhnt“, sagt sie.
So, jetzt sind wir gleich auf!
„Ja, das ist schon Scheiße. An
solchen Tagen… an BESONDEREN TAGEN. Ich hab noch zwei Flaschen Wein Zuhause…ein
Geschenk…und eine Flasche Sekt. Das müsste reichen. Die knall ich mir dann rein…so
um fünf…das müsste reichen… “
„Bleibst du also Zuhause.“
„Nein, danach geh ich irgendwo
hin. Wenn ich dann noch irgendwo reinkomme. Irgendwo.“ Nicht wieder ins Sofa,
wie letztes Jahr. „Wenn die mich reinlassen. Keine Ahnung, wohin.“ Warum tust
du eigentlich immer so cool. Du wolltest doch gar nicht weggehen. Weil das doch
zu teuer ist. Oder doch?! Du weißt es nicht.
„Ich bleib bei meinem Hund…“
Sie verzieht das Gesicht eigentlich so ähnlich wie du.
„Ich weiß ja nicht, ob der
Angst kriegt…“
„Ja, für Hunde ist das ja
nichts, das Feuerwerk.“
Die Freundin von Nadine hat das
damals auch gesagt, diese Dicke. Diese Deutsche. Die hatte aber auch Angst vor
allem. Ich glaub, die hatte irgendwelche schlechten Erfahrungen gemacht.
Ich erzähle ihr von meinem
Termin, DEM TERMIN (hab ich das nicht schon mindestens zweimal gemacht – egal):
„Da ist das dann auch durch…“
Und sie stellt mir die Frage
(die sie mir auch schon mehrmals gestellt hat; vielleicht stellt sie sie mir auch
nur deshalb, weil sie das von dem Termin auch schon mehrmals gehört hat – es
gibt im Westen eben nichts Neues): „Und wenn sie jetzt noch kommen würde…“
Am Anfang versteht er sie gar
nicht, die Frage (oder will sie nicht verstehen?), dann macht es selbst bei ihm
Klick. Klick: „Ach so, das meinst du…“
„Ich meine, wenn sie wieder
ankommen würde…“
„Ich weiß nicht…“
Er guckt sie an, verzieht das
Gesicht, wie er es jedes Mal an dieser Stelle verzogen hat).
Sie sagt: „…das Vertrauen ist
ja dann auch weg.“
„Stimmt…“, pflichtet er ihr
bei, „…stimmt, man weiß ja dann auch nicht, ob sie nicht irgendwann wieder…aber
es gibt ja eh keine Sicherheiten im Leben…ob sie irgendwann nicht wieder geht…“
Aber für María wäre es
sicherlich besser…, sagt er nicht.
„Aber ich glaube, die
Tatsache, dass ich „weiß nicht“ gesagt habe, ist ja schon Antwort genug…,“ sagt
er.
Das zeigt ja, dass ich froh
wäre…, sagt er nicht.
„Ja, das ist dann auch nicht
mehr das Wahre…“, sagt sie
„Ne“, lügt er. „Und, was machst
du heute Abend“, fragt er. Scheiße, hat sie ihm das eben nicht schon gesagt.
Scheiße! Du solltest wirklich an deiner Aufmerksamkeit arbeiten. Echt. Du musst
lernen besser zuzuhören…
…wenn du noch besser zuhörst,
kannst du dich auch gleich in eine Ecke setzen und gar nichts mehr sagen, so
viel, wie du anderen und ihren Problemen immer zuhörst. Wie hat der Kunde das
letztens gesagt? „Ich hab nur manchmal das Gefühl, dass der sich gerne reden
hört…“ Und du hast geantwortet, vielleicht ein bisschen härter als du wirklich
wolltest: „Das Gefühl hab ich bei vielen. Eigentlich bei allen, mit denen ich
spreche…“ So war das gar nicht gemeint, das sollte gar nicht auf den bezogen
sein, aber…ich glaube er hat es ein bisschen so verstand. Er hat es ein
bisschen verstanden. Wie viel soll ich denn noch zuhören? Ich hab auch keinen
Bock, mein ganzes Leben immer nur anderen zuzuhören. Was ist denn mit mir…?
Sie gehen wieder rein, in die „Halle“
und er wünscht ihr artig noch einen guten Rutsch und watschelt raus, in seiner
dreckigen Hose.
Er geht durch den Wald nach
Hause. Es ist kalt. Eiskalt. Diese Scheiße, dieses Scheißland. Anderthalb
Stunden ist er unterwegs. Dann isst er eine ganze Packung Rillenfritten von Aldi,
schaltet den Coronation Street Omnibus ein
und legt sich hin. Nachdem er das Bett neu bezogen hat. Zum neuen Jahr.
Irgendwann um kurz nach fünf
wacht er auf. Scheiße, es ist ja immer noch nicht neues Jahr. Fuck! Auf dem
Laptop laufen die Nachrichten. Jede Menge Leute haben einen Orden bekommen, in
England, oder Großbritannien, um genau zu sein. Geil.
Es ist aber auch nichts drauf.
Also schaltet er den Fernseher ein. Ein bisschen deutsches Fernsehen kann ja
nicht schaden, oder?! Aber es ist noch zu früh für die Nachrichten, die im
Moment das Einzige sind, was ihn interessiert. Gib es zu insgeheim hoffst du
doch immer noch auf einen Terroranschlag (am besten bundesweit) oder zumindest
einen Atomkrieg, der den anderen die Feier vermiest. Schadenfreude ist
ein deutsches Wort.
Im Fernsehen will ein Pfarrer
seine Kirche retten und ein nicht mehr ganz so junger Mann gesteht seiner Angebeteten,
dass er noch Jungfrau ist. Im englischen Fernsehen auf filmon.com läuft
auch nichts Gescheites. Im spanischen auf rtve ebenso wenig. Also guckt er CSI
auf 5USA. Obwohl er das hasst. Aber so ein bisschen Amerikanisch vor dem neuen
Jahr…
Er hat sich schon fast entschlossen,
heute nicht rauszugehen, das Neue Jahr einfach mit sich selbst zu begehen. Sich
einen…nein, das hat er schon, bevor er eingeschlafen ist.
Ich hab mein Leben immer so gelebt, wie ich das für richtig halte
Toll, denkt er. Wenn du
Schauspielerin bist und an Silvester im Fernsehen dann ist das ja auch nicht so
schwer, oder?! Oder?
Der kann sich nicht mehr ändern…und ich auch nicht…
du verlässt ja die Menschen, die dich lieben…
Nadine, wenn du das jetzt
liest, du hattest Recht, ich war der
mit den Problemen, nicht du. Du hast Freunde. Du hast Freude. Du hast Familie. Du
magst es hier.Du bist ja gar kein Narzisst. Das bin ja ich. Scheiße. Der innerlich leere Narzisst, der jetzt auch seine äußere Leere gefunden hat
Zuversicht, Zusammenhalt und Miteinander…betont Merkel in ihrer Neujahrsansprache...
Dann kommt doch noch was, das mich
interessiert. Der Film mit…Scheiße, wie heißt der noch mal?? Er googelt es. Mel
Gibson. Genau, wusste ich doch. Ich werde alt. Wenn du vergisst, wie
Schauspieler heißen, wirst du alt. Selbst wenn es nur deswegen ist, weil du
nicht mehr ins Kino gehst. Das ist der Film, wo der Typ plötzlich die Gedanken
der Frauen lesen kann. Obwohl er eh schon voll der Frauenheld ist. Was Frauen
wollen…wüsstest du auch gerne. Obwohl: So richtig Bock auf Frauen hast du
nicht. deswegen gehst du ja auch heute Abend nicht weg. Selbst wenn du jemand
kennenlernen würdest, eine neue Frau, du würdest ihr nicht vertrauen. Du
könntest ihr nicht vertrauen. Und auch ihr gegenüber
Dauernd verwechselst du das
Telefon im Film mit deinem Telefon, das ohnehin stumm geschaltet ist – wie soll
es auch anders sein an Silvester. Da ruft eh keiner an. Nicht wegen einer Wohnung
und nicht von der Arbeit und überhaupt nicht…
Draußen probiert jemand schon
mal Feuerwerk aus. Dabei ist es erst…19:46. Mehrere Male hintereinander ist ein
Knall zu hören und er denkt nur: Hoffentlich sprengt der mich in die Luft.
Vielleicht ist es ja sein Vermieter mit der Feuerwerkpistole. Der kommt, um
ihm, seinem letzten Mieter ein Ende zu setzen. Mit der vermeintlich harmlosen
Feuerwerkspistole.
„Kommen Sie schon raus, Herr
Flores, ich weiß, dass sie da sind!“
Das Telefon klingelt.
Wieder nur im Film. Immer wenn
der da reinkommt. In die Firma. Das solltest du mittlerweile wissen…
Ich gucke den Film ein
bisschen…muss sogar lachen…despite
myself, a pesar de mí, unfreiwillig…
Lächeln. Ich bin hier alleine,
an Silvester, habe einen Haufen Probleme, gucke einen Film auf Englisch und
muss lächeln. Das ist doch auch schon mal was…
Das ist doch schon mal was…
Wieder klingelt das Telefon.
Und es bricht aus mir heraus. Galgenhumor. Ich muss mir sogar die Spucke von
den Lippen wischen, so muss ich lachen…
Etwas
Nicht nichts
Ich denke an Essen. Immer
öfter. Öfter als mir lieb ist. Ich hab noch Hackfleisch. Und Nudeln. Nein,
Reis. Nein, Nudeln. Mich so richtig vollfressen, an Silvester. Einen ganzen Topf
Nudeln essen. Ach nein, das hast du ja schon gestern gemacht. Einen ganzen Topf
Nudeln mit Pesto. Scheiße. Keine Nudeln. Reis.
Aber ich schaffe es den
Gedanken wegzudrücken. Du musst hungrig bleiben! Weiter schreiben. Weiter
Scheiß über Nudeln und Essen und Silvester und Hunde schreiben. Wieso Hunde?
Wegen deiner Kollegin? Kann man Hunde auch essen?
Und jetzt hab ich genug!
Basta! ¡Basta ya! Jetzt hab ich echt
die Schnauze voll. Ich schnappe mir die Flasche Wein, einen Öffner, trinke
einen Schluck (baaaaaaaaaaahhhhhhhhh), rasiere mich, dusche mich, ziehe mir
mein bestes Hemd an (fuck, das ist mein bestes Hemd???), schließe ab, schließe
wieder auf, kontrolliere noch mal, ob alles aus ist, ob ich auch mein Geld
habe, schließe noch mal ab (hoffentlich ist keiner so verrückt, BEI MIR
einzubrechen) und ziehe los…
We’re gonna paint the town red…
so einfach kann ich dich jetzt
doch nicht vom Haken lassen
a guy who treats you like that, talks like
that, is not worth it
Donnerstag, 22. September 2016
Brangelina
Er liest das von "Brangelina", dass bei
Brad Pitt die Polizei vorgefahren ist, und freut sich innerlich. Lächelt
äußerlich. Es ist kein Wunder, dass Schadenfreude eins der wenigen deutschen Wörter ist, die sogar ihren Weg in die englische Sprache gefunden haben.
Wenigstens geht es nicht nur ihm nach
der Scheidung beschissen…
Warte mal ab, Brad. Da ist der Fight Club gar nichts gegen. Gegen so
eine richtige Schlammschlacht-Trennung. Einen richtigen Rosenkrieg. Da reicht
es bei weitem nicht aus, den Nullpunkt zu erreichen, sich die Hand mit Säure zu
verbrennen oder Forrest laufen zu lassen.
Gegen eine erboste, verbitterte Ehefrau,
die obendrein noch selbst gegangen ist, reicht kein Fight Club. Die spielen in einer ganz anderen Liga!
Besonders, wenn sie Widder sind.
Da kannst du kiffen und trinken und
ausflippen so viel du willst. Das lässt die kalt. Vollkommen kalt.
Da hast selbst du als Multimillionär und
Schauspieler keine Chance! Da steht der Möbeltransporter schon vor der Tür! Und
der zwanzig Jahre jüngere Student ist schon für den Umzug gemietet. Wenigstens
musst du nicht keine Angst um deine finanzielle Zukunft haben…
…oder doch…?
Bei sechs Kindern…
Aber keine Angst. Das kann uns allen
passieren…
Das passiert den Besten.
Und den Schlechtesten auch.
Wutausbrüche,
Haschisch, Alkohol und eine Affäre…
Wenigstens hattest du vorher noch deinen
Spaß. Bevor der Spaß endgültig aufhört.
Sei froh, dass Angelina kein Widder ist.
Aber – wie gesagt – keine Angst: Dieser
durch und durch fi(c)ktive verlassene Ehemann bietet dir immer Unterschlupf in
seiner Zwei-Zimmer-Wohnung in Bonn an. Natürlich nur am Wochenende, wenn seine
Tochter nicht da ist…
Donnerstag, 8. September 2016
Schwänze, Knöpfe und Bäuche
Herr
Müller befindet sich auf dem Weg zur Arbeit. Er sitzt in der U-Bahn, als sich
plötzlich ein dicker Mann schräg gegenüber von ihm hinsetzt. Der Mann ist so
dick, dass sich bei ihm nicht nur der Bauch wölbt, sondern auch der Unterleib.
Das heißt, der obere Teil der Hose, da wo der Unterleib sitzt, dieser Teil über
dem Gehänge, oberhalb des Hosenstalls, Sie wissen schon. Die sieht so gewölbt, so
aufgebläht aus, die Hose, dass Herr Müller denkt: Wer weiß, was der für einen
Schwanz hat. Nicht, dass der einen richtig dicken Schwanz hat. Ich meine, einen
dicken auf jeden Fall, aber hat er auch einen großen? Einen langen?
Diese
Obsession was dicke, große und lange Schwänze angeht, hat Herr Müller von
seinem Schwager, der (wahrscheinlich) einen ebensolchen Schwanz hat. Zumindest
hat er das immer zum Besten gegeben, damals.
Er
schaut sich den mittlerweile sitzenden Mann näher an. Er trägt ein weißes Hemd
mit dünnen rosa Streifen, hat eine Glatze. Sieht eigentlich ganz gepflegt aus.
Seine Hose ist aus diesem beigefarbenen Cordmaterial, das in gewissen Kreisen
sehr beliebt ist. Sie wissen schon. An den Füßen trägt er Sandalen mit Socken, Weiß
oder beige.
Auf
einmal wandert sein Blick wieder nach oben, in dem Schoß des Mannes. Im Sitzen
sieht man die Wölbung nicht mehr so stark. Dafür aber den untersten Hemdsknopf,
der auf ist.
Der
ist auf! Scheiße! Da ist sogar der weiße, unbehaarte Bauch zu sehen! Scheiße!
Herr
Müllers Hand gleitet unauffällig an seinem eigenen, ebenfalls rosafarbenen Hemd
herab. Nein, sein Knopf ist nicht auf, aber fast. Zum Glück. Ihm passiert das
nämlich auch immer. Obwohl er nicht so dick ist wie der Typ; der jetzt bemerkt
hat, dass sein Hemdsknopf auf ist und ihn so unauffällig wie möglich schließt.
In
der Unterführung in die Innenstadt denkt Herr Müller über den Mann in der Bahn
nach, Dabei bemerkt er nicht, oder erst zu spät, dass sein eigener Knopf (da wo
sein Bauch am dicksten ist, nun doch aufgegangen ist, obwohl er ihn in der Bahn
noch sicher verschlossen hatte. Scheiße! Und er selber ist nicht so unbehaart
am Bauch wie der Mann aus der U-Bahn. Scheiße! Unauffällig oder zumindest so unauffällig
wie möglich versucht er ihn schnell wieder zu schließen, was ihm auch gelingt.
Wie
peinlich! denkt er.
Kleine Sünden…
Und
in der Bahn geht der Knopf gleich noch mal auf (wieder unbemerkt, wie soll es
auch anders sein?!).
Kleine Sünden bestraft Gott gleich doppelt…
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