Den ganzen Weg nach Bonn
denkt er – halb im Spaß, halb todernst – darüber nach, was er dem Yasir
denn nun in den Kaffee tun soll, damit er ihn endlich (oder endgültig?) nicht
mehr nervt. Er denkt und denkt nach. Er könnte sich jetzt natürlich jetzt im
Raum hinter dem Kassenhäuschen den Finger in den Arsch stecken und dann damit
in die Tasse packen, bevor er ihm den Kaffee macht. Langsam die Finger über den
Rand der Tasse gleiten lassen, wie die das immer in den Filmen machen…und dann
damit den Löffel oben anpacken…falls der heiße Kaffee die Koli-Bakterien an
seinem Finger doch abgetötet hat.
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
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Samstag, 8. Juli 2017
Freitag, 9. Juni 2017
Mörderische Instinkte
Dieser Typ kommt an die Bar.
Der Ex-Soldat, der früher sogar in Afghanistan war und der jetzt Pathologie
studiert. Oder Gerichtsmedizin? Oder ist das das Gleiche? Während ich ihm einen
Cappuccino Choco mache, sehe ich ein Insekt oberhalb der Spüle, unter der Bar.
Ich hole mit dem Spüllappen aus und treffe es. Der Ex-Soldat guckt mich
erstaunt an und ich sage zur Erklärung: „Da war ein Tier…“
„Ach so…“, sagt er.
In diesem Moment fliegt das
Tier wieder, über der Spüle an der Wand entlang.
„Scheiße, hab ich doch nicht
erwischt…“, sage ich. „Ich dachte, ich hätte das erwischt…“
Er guckt dem Tier, eins
dieser langbeinigen Insekten, hinterher, wie es wegfliegt.
„Dann muss ich meine
mörderischen Instinkte doch woanders ausleben“, sage ich.
„Solange du sie nicht an mir
auslebst…“, erwidert er, halb lachend.
„Ne, du könntest dich ja
verteidigen…“
Ich gucke ihn an und meine
für eine Sekunde lang ein Blitzen in seinen Augen zu sehen. Dann gucke ich in
Richtung Yasir, der in der Nähe der Tür sitzt. Wieder nur den ganzen Abend hier
rumsitzt. Als wär das ein Wartesaal. Als würde er auf Godot warten. Oder auf
Allahot, in seinem Fall.
Ich gucke extra lang in
seine Richtung und sage: „Aber ich hätte da vielleicht jemanden…“
Er lacht, sagt: „Den Yasir?!“
„Ja. Der wär bestimmt gut…“
…
„Wir müssen ja alle klein
anfangen…“
„Irgendwann fangen wir alle
mal an…“
„Aber der geht ja nicht auf
Toilette…wenn der auf Toilette gehen würde…“
Meinst du echt, du würdest
den schaffen, den Yasir? Immerhin war der früher Polizist, ins seiner Heimat,
in Tunesien… Früher…
Jetzt nicht mehr.
Doch, ich glaube schon, dass
ich den schaffen würde. Der ist nur eine Labertasche. Ein Windbeutel. Allein wie
der letztens erzählt hat, dass er schon zweimal in seinem Leben eine Pistole am
Kopf hatte. Was für ein Angeber!
Zum Üben ist der genau
richtig. Aber du bist nicht so kampferfahren. Kampferprobt. Egal
Keine fünf Minuten bewegt
sich Yasir doch noch, geht zu einem Automaten vor der Kabine. Der Führerkabine.
Plötzlich stehe ich hinter ihm, gucke mir seinen dunkelblauen Anzug von hinten
an. Starre auf seinen Anzug, auf sein Haar, von hinten, denke: „Echt…das wär
gar nicht so abwegig… Jetzt ein Schlag, ein gezielter, harter Schlag in den
Nacken. Und dann…“
Wie hast du das früher immer
zu Nadine gesagt: „In einer Gesellschaft ohne Gesetze…
In
einer Gesellschaft ohne Gesetze…
wär der tot
oder ich
ne, der ganz sicher
als ich zum Wechsler gehe,
denke ich wieder an seinen Hinterkopf
du würdest ihn erlösen…du
würdest ihn vielleicht sogar erlösen…
sein Hinterkopf sein perfekt gestriegelter Anzug, das
weiße Hemd, was oben rausguckt, seine halbwegs breiten Schultern, nicht so
breit wie deine, aber
seine schwarz gefärbten
Haare
so viel Aufmerksamkeit hat
er schon seit Langem nicht mehr von einem Menschen bekommen
ob er das wohl weiß spürt irgendwo tief drinnen
Dienstag, 1. November 2016
Halloween, Horror-Clowns und Zombies
Und, hast du einen Horror-Clown
gesehen?
Nein. Der hätte mir gestern Abend mal
begegnen sollen…
…
…den hätte ich gefressen. Mit Haut und
Haaren. Und Maske. Gestern Abend hätte mich
mal jemand erschrecken sollen…
…
...ich hätte den wahrscheinlich bewegungsunfähig gemacht, in die Büsche geschleift und...
...ihm das Herz bei lebendigem Leib rausgerissen...
...ihn...
...und ihn dann in Stücke geschnitten und in den Kühlschrank gepackt...
...ins Gefrierfach...
...und dann gegessen...
...statt dem Aldi-Hack und Aldi-Putengeschnetzeltem dir ins Essen getan...
Aber Zombies habe ich gesehen. Jede
Menge. In Deutschland gibt es jede Menge Zombies. Viel mehr als Horror-Clowns…
Sie steht vor dem Spiegel und schminkt
sich. Sagt nichts.
Nämlich genau…lassen Sie mich nicht
lügen… 82.175.683 (Stand: 01.11.16, 20:10, wir wollen ja „korrekt“ sein).
…
Und Aliens auch. Jede Menge.
Sie steht weiter vor dem Spiegel und
schminkt sich. Lässt sich nichts anmerken. Keine Reaktion. Was soll sie auch darauf sagen, jetzt mal
ehrlich?!
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