Sonntag, 14. Februar 2016

Lebenserwartung








Auf der Arbeit lese ich, dass in Russland die durchschnittliche Lebenserwartung bei 70,46 Jahren liegt!

Krass, dann hätte ich da ja schon fast 2/3 meines Lebens verschwendet...

Scheiße. Ich muss unbedingt was machen. Ist eigentlich egal was. Mir bleibt eh nicht mehr so viel Zeit. Aber was? Und dann noch in Deutschland…






Freitag, 12. Februar 2016

Der Bachelor



12.02.16





Heute gucken meine Tochter und ich…oder ich und meine Tochter…egal, auf jeden Fall gucken wir den Bachelor. Geil, ne?! Obwohl auf dem Ersten die Bayern spielen und auf dem Zweiten XY läuft. Scheiße. Wozu brauch man RTL überhaupt noch?! Die Bayern spielen im Pokal gegen Bochum, aber wir gucken den Bachelor! Diesen Spacken-Bachelor. Diesen Spasti-Bachelor.

Montag, 8. Februar 2016

Eine Busfahrt, die ist lustig...



Heute ist Weiberfastnacht. Eigentlich sollte ich nach der Arbeit noch irgendwo hingehen, mich vergnügen – soweit man sich in diesem Land vergnügen kann – aber ich habe keinen Bock mehr. Also esse ich ein Gyros-Pita (ja, ich weiß, viel zu fettig, nachts um zwanzig nach eins, aber irgendeinen Spaß muss ich ja haben und das Essen ist bekannterweise der Sex der alten Männer!). Und warte auf den Bus, der um 1:39 mit guten 8 Minuten Verspätung endlich kommt. Wie immer setze ich mich vorne auf den Einzelsitz neben dem Fahrer. Das ist mein Lieblingsplatz, besonders nachts, wo es hinten in den Bussen bisweilen besonders actionreich zugeht. „Ey, Alter, ich schwöre auf Koran…äh bei Gott…ist Schlampe…fick deine Mutter, deinen Vater und deine Schwester. Einmal wurde sogar auf einer Fahrt nach Duisdorf schon mal ein Deutscher niedergestochen. Von einem kleinen Afrikaner, der sogar noch an mir vorbeigelaufen ist, um seelenruhig auszusteigen. Außerdem muss man auf diesem Platz nicht gezwungenermaßen neben irgendwelchen Arschlöchern oder Besoffenen oder besoffenen Arschlöchern sitzen, die einem entweder auf den Schoß kotzen oder mit ihrem Kopf auf meiner Schulter einschlafen. Darauf hab ich um die Uhrzeit echt keinen Bock mehr. Also setze ich mich hin – wie immer ein bisschen niedergeschlagen, ein bisschen depressiv, weil ich nicht mehr zu Nadine nach Hause fahre, sondern ganz alleine sein werde. Buhuuuuu!!! Immer die gleiche Scheiße. Selbst jetzt habe ich die Trennung noch nicht überwunden. Jetzt, nach fast einem Jahr. Nachdem ich mein Trennungsjahr fast komplett überstanden habe – „überlebt“ wäre vielleicht das bessere Wort. Ohne mich von der Brücke in die kalten Fluten des Rheins zu stürzen oder einen Mord zu begehen. An meiner Frau oder irgendeinem anderen Mitglied ihrer Familie (ich bin da nicht wählerisch, obwohl mir ihr Schwager oder ihre Schwester Slainté am liebsten wären).

Aber zumindest habe ich für heute Ruhe, habe Feierabend, kann endlich ins Bett. Oder noch bis vier zocken. Wer weiß. Vielleicht mache ich das echt. Besser als sich in einer kalten Disko zu besaufen, nur um alleine und kotzend den Heimweg anzutreten – um zwanzig Euro ärmer. Näh, das muss nicht sein. Außerdem hab ich eh keine Verkleidung, obwohl ich den Typen auf der Arbeit gesagt habe, dass ich als Psycho verkleidet bin. Dafür brauche ich keine Verkleidung, der bin ich nämlich immer! Ist eh überschätzt, Karneval. Als ob ein Volk, das das ganze Jahr lang rumläuft, als würde eine höhere Macht seine Depression fernsteuern auf einmal – nur weil Karneval ist – zum fröhlichsten Volk der Erde werden. Was für eine Verarschung! Der rheinische Frohsinn ist eine Erfindung wahrscheinlich noch korrekterer Berliner oder Sachsen. Obwohl: Ich könnt mich ja als Mörder verkleiden und meine Ex und ihre Familie um die Ecke bringen. Als Massenmörder also. Beziehungsweise als Serientäter. Der einzige Nachteil ist, dass ich hier vorne normalerweise nicht lesen kann, weil das Licht neben dem Fahrer aus ist. Und das, wo ich gerade Unterwerfung von Houellebecq lese, um mich auf meine Zukunft in Mitteleuropa vorzubereiten. Und obwohl der Fahrer das Licht heute anlässt und ich eigentlich lesen könnte, wie meine Zukunft im islamisierten Europa aussieht, passiert plötzlich etwas anderes viel Interessanteres. Denn vor mir, direkt vor meiner Nase steigt ein junger Typ mit seiner Freundin ein. Er gibt dem Fahrer die Hand, so als würde er den kennen. Tut er aber glaub ich gar nicht, denn sonst würde er nicht so viel Scheiß fragen. Aber der Typ ist mir im Endeffekt auch nicht das, was mein müdes Gehirn aus seinem Halbschlaf reißt. Es ist nicht er, der mein Interesse weckt, sondern seine Freundin. Und das genau ab dem Moment, wo der Typ zum Fahrer sagt: “Meine Freundin ist aus Polen.“ Genau so, wie ich das früher immer bei Nadine gesagt habe: „Meine Freundinn/Frau ist aus Ecuador. Und genau wie ich führt er sie ein bisschen vor (sehen Sie, noch ein Trennungsgrund - am Ende war ich es ja doch selber schuld). Sagt etwas über ihr Land, dass so nicht stimmen kann, bedient die alten Klischees.

„Die Polen klauen.“

Auch ein paar neue, ebenso unoriginelle Klischees hat er auf Lager. Wie zum Beispiel: „Man sagt, dass die Polen, die nach Deutschland kommen die Guten sind und die, die da sind, alles Nazis sind.

Hey, wusste ich noch nicht, dass man das sagt. Boah, hab ich wieder was gelernt. Aber das ist – wie gesagt – nicht das, was mich interessiert. Und eigentlich interessieren mich polnische Frauen auch nicht. Nicht so, wie die ganzen Spastis, die auf diese komischen Anzeigen in Zeitungen oder auf einschlägigen Internetseiten anspringen: „Geile Polinnen wollen dich.“ Der Alexander stand auch da drauf, damals, in seinen wilden Zeiten, wo er schon morgens vor dem Puff auf einen morgendlichen Mitleidsfick mit seiner Lieblingspolin gewartet hat. Die dann aber noch meistens am Schlafen war und ihn noch nicht bedienen konnte. Der fand auch Polinnen gut. Das sagt ja schon alles. Eigentlich finde ich dieses Volk überhaupt nicht sexy. Weder die Männer noch die Frauen. Und das hat nicht mit tumben Rassismus zu tun, sondern hat eher ästhetische Gründe. Aus den gleichen Gründen kamen zum Beispiel in Schottland auch keine Schottinnen auf den Speiseplan, sondern eine knackige, feurige Spanierin. Und noch ein Eigentlich: Denn eigentlich sollten mich gar keine Frauen mehr interessieren, nach meiner Jahrhunderttrennung und meinem kalten Rosenkrieg mit Nadine. Der blad zu einem heißen werden könnte, wenn ich meine Interkontinentalraketen auf ihre Familie abschieße. Aber irgendwie ist das Fleisch schwach und der Wille ebenso. Oder keine Ahnung, wie das heißt. Denn, nachdem ich, so jäh von dem Spacken ohne Punkt und Komma geweckt, mir die Polentante genauer angucke, deren Körper keine 20 Zentimeter von mir entfernt ist, merke ich, was mir seit der Trennung von Nadine vor fast einem Jahr fehlt. Eine Frau – und das obwohl ich den Frauen schon abgeschworen hatte – wenn man mal von dem kleinen Neujahrsunfall mit der tätowierten Kolumbianerin absieht.

Ihr Gesicht sehe ich zwar nur im Profilbild – es ist ein weiches, blondes, polnisches Standardgesicht, weder besonders schön, noch besonders hässlich –, aber das ist auch nicht das, was mich an ihr reizt. Vielmehr ist es ihr Körper, ihr Sexappeal, das mich magisch anzieht. Besonders nachdem sie sich die Jacke ausgezogen hat. Meine Augen bohren sich förmlich in sie rein, penetrieren sie, gleiten an ihr auf und ab als wär sie bei der Fleischbeschau. Zwar gleite ich auch immer wieder zu ihrem Gesicht hoch, aber ihr Körper fesselt mich mehr. Vielleicht ist ja doch was dran an den sexy Polinnen. Sie trägt einen dieser feinen, immer nobel aussehenden, schwarzen Rollkragenpullis, der ihrer schlanken, aber nicht dürren Figur schmeichelt. Definitiv! Und das ist noch nicht das Beste. Das Beste ist ihr roter Rock. Rot-schwarz. Bayern. Nein, der AC Milan. Ist die etwa als Teufel gegangen an Karneval?! Ne, die will nur zeigen, was sie hat. Scheiße, Mann! Immer wieder gleiten deine Augen an ihrem Körper auf und ab. Du vergewaltigst sie sozusagen mit den Augen. Wenn sie deinen Blick sehen könnte… Kann sie ja eigentlich, denn sie steht ja im Profil zu dir und kehrt dir ja somit nicht vollends den Rücken zu. Obwohl sie deinen hungrigen Blick nicht zu bemerken scheint. Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. Wenn du gerade wieder mal zu ihrem Gesicht hochgewandert bist, bestimmt schlecht, denn gerne würdest du sie mal von vorne sehen. Frontal. Ihr tief in die Augen schauen. Ihr deine Notgeilheit sozusagen auf dem Silbertablett servieren. So siehst du nur blonde, vielleicht sogar gefärbte Haare und ein slawisch rundliches Gesicht, das aber nicht dick ist. Ihr Fließkinn erinnert dich an Nadine. Die hat auch so ein Kinn. Du stellst dir vor, wie ihre Muschi wohl aussieht. Wie sie wohl nackt aussieht. Ganz nackt. Von dir entkleidet. Wie eine Zwiebel aus ihren langsam aus ihren Klamotten gepellt. Das Höschen mit Gewalt runtergerissen. Was sie gleichzeitig zum Lachen und zum Stöhnen bringt. Wie du in sie eindringst. In ihr weiches, weißes, junges Fleisch. Wie sich ihre Lippen öffnen, um deinem Penis Platz zu machen. Der Widerstand, dieser Widerstand, kurz bevor man ganz in sie eindringt. Während mein Blick auf sie fällt, immer und immer wieder, stelle ich mir vor, wie sie vor mir steht, wie Gott sie schuf, ganz nackt, ein bisschen schüchtern, ihre rasierte Linie zwischen den Beinen klar sichtbar. Das weiche Fleisch ihrer Schamlippen. Du willst Fleisch! Gyros. Muschis. Weichteile. Wie diese schleimigen Muscheln beim Spanier diese Woche. Titten. Bauchfleisch. Dein Blick gleitet in ihre Bauchregion. Und immer wieder ihre Ritze, ihre weiche, zarte, haarlose, weiße Ritze, die dich anzuschauen scheint. Wie in diesem YouTube-Video, wo die gefilmt haben, wie das wirklich aussieht, von innen, wenn ein Penis in die Vagina eindringt. Ziemlich fleischig, sage ich nur. Glitschig und fleischig, sage ich nur. Irgendwie, wie so ein Urzustand menschlichen Daseins. Wie eine feuchte Fleischhöhle, in die ein Fleischstabgestoßen wird, vordringt. Ein Aal oder irgendein glitschiges, schleimiges Tier. Und am Ende abspritzt.

Du stellst dir vor, wie du sie fickst, von hinten, mit deinem Penis ihre rosafarbenen Lippen zwischen ihren schneeweißen, reinen und perfekt geformten Arschbacken suchst und findest. In sie eindringst. Und dann in ihr braunes Loch vorstößt. Wie sie vor Schmerzen und Lust aufstöhnt. Während du immer tiefer in ihr Arschloch vordringst. Ihr von hinten hart dein Ding reinstößt – ohne Rücksicht auf Verluste, keine Gefangenen – immer und immer wieder. Sanfter in ihren Arsch, härter in ihre Muschi. Gleitgel und Scheidenflüssigkeit. Ihr von hinten an die Titten packst. Erst hart dann sanft. Oder genau umgekehrt. Spürst, wie ihre Nippel hart werden. Ihre spitzen, langen Nippel unter deinen Fingern. Ihre haarlose Muschi. Die du von hinten befingerst, während du dich in ihrem Arschloch befindest. Ihn ihr langsam in ihr Arschloch bohrst. Wie auf einer Ölbohrinsel.

So ungefähr stellst du dir das vor.

Sie hat ein kleines Bäuchlein, genau wie Nadine früher. Perfekt. Nicht groß genug, um fett zu sein. Nicht klein genug, um langweilig zu sein. Genau wie ihr Arsch unter dem roten Rock. Dem roten Rock. Kein Minirock, aber trotzdem. Rot macht mich rollig!

Während ich nervös hin und her rutsche auf meinem Forrest-Gump-Platz – wie irgendein Typ den Einzelplatz ganz vorne mal genannt hat – bricht neben mir voll das Theater los. Eine junge Schwarze mit geilen Krüssellocken, die mir auf dem Kopf genauso gut gefallen wie zwischen den Beinen, schreit rum und setzt sich vorne hin, weil ihr Freund, der als Schneetiger verkleidet ist, wirre Tiergeräusche von sich gibt. Die ganze Zeit über. Vielleicht ist der ja auch rollig. Ein schwarzer Schneetiger. Wie geil ist das denn?! Mich stören die Geräusche nicht. Ich find das eigentlich gar nicht so schlecht, die Dschungelgeräusche, während ich wie ein schwarzer Panther meine polnische Beute beobachte. In einer Gesellschaft ohne Gesetze…

…wär die jetzt dran. Da würde ich dem Freund eins über den Kopf ziehen, mir die Braut schnappen und sie auf dem Rücken in die Nacht hinein tragen.

Wenn es keine Gesetze gäbe…

…wäre vieles einfacher.

Das ist so geil. Jetzt ist der schwarze Ganzkörper-Schneetiger nach vorne gekommen und hat sich neben seine Freundin gesetzt. Drückt sein Gesicht gegen ihres und macht weiter diese komischen Geräusche, die einem geilen Seufzen ähneln. Zu viel getrunken, aber trotzdem geil. Geil! Während sie sagt: Du bist eine Schande für alle Schwarzen. Finde ich gar nicht. Siehst du nicht, wie der dich liebt?! Du müsstest dich geschmeichelt fühlen, Schwester. Männer sind eben einfacher und ehrlicher, wenn es um Liebe geht.

Aber das ist nur der Hintergrund zu meinem beständigen Stieren, meinem Auf- und Abgleiten an der Seite ihres Körpers. Boah, da könnte ich echt schwach werden, wenn die jetzt was von mir wollte. Obwohl ich ja keine Frauen mehr wollte. Zumindest vorerst nicht. So für die nächsten Jahre. Nur leider bin ich nicht schwul. Die ham echt Spaß. Fünf, sechs Männer in einer Nacht, keine Angst vor Schwangerschaft, Geld interessiert keine Sau. Eigentlich perfekt. Eigentlich. Aber nicht für mich.

Im Moment hängen meine Augen an ihrem Arsch. Kleben förmlich an ihren runden Arschbacken, die sich unter dem engen Rock erahnen lassen. Ihre weißen Arschbacken. Ich schmeiße sie mit dem Gesicht nach unten auf das Bett und dringe von hinten in sie ein, schiebe ihr weißes Backenfleisch beiseite und ficke sie.

Bei der könnte ich echt wieder Bock auf Sex kriegen, denke ich als ich wieder einmal versuche, ihr Gesicht richtig zu sehen. Das gelingt mir nicht, aber dafür hat sie sich ihrer Jacke entledigt – es ist ja auch so heiß, und mir am heißesten – und zeigt mir ihren ganzen Pracht-Oberkörper. Der fühlt sich bestimmt weich an, der Pullover von der. So einen hatte Conchita damals auch. Einen schwarzen Rolli. Klasse und Sex. Wie du der im Kino unter den Pullover gegangen bist. So geil. Im Computerraum. Damals in Schottland. Lang ist es her.
Währenddessen labert der Typ noch immer mit dem Busfahrer. Wie ich damals. Immer weiter. Ohne Punkt und Komma. Nur Scheiße. So war ich auch mit Nadine. Da musst du echt aufpassen, Junge. Dass dir da keiner deine Polin wegschnappt, bei der gequirlten Kacke, die du mit wildfremden Busfahrern laberst.

„Mein Name ist Burkan“, sagt der Busfahrer.

Boah, ne, echt?! Wie geil ist das denn, Burkan?! Leck mich am Arsch! Lass uns deine Freundin teilen. Ich als Türke kann der bestimmt noch was beibringen, was du als Deutscher nicht kannst. Polinnen sind eh geil.

„Wie lange bist du in Deutschland“, fragt der Busfahrer die Tante. Die Sexgöttin aus Breslau. Denn das hat sie gerade gesagt, hat der aber nicht verstanden. Breslau ist nicht Warschau, du Busfahrer, du!

„Seit 2000.“

Und schon kann sie besser Deutsch als der Busfahrer, der wahrscheinlich schon sein ganzes Leben hier ist.

„Und wie alt seid ihr?“

„Ich 27, sie 26“, antwortet der Typ, dessen Gesicht ich auch noch nicht gesehen habe. Keine Ahnung, wie mein Konkurrent aussieht.

Sie ist also 26. Aha. Was soll ich denn sagen, mit meinen 38, denke ich, ihre Hand an der Stange beobachtend. Für genau noch 4 Tage bin ich noch 38. Dann werde ich 37, haha. Moment mal: Ihre Hand an der Stange??? An welcher Stange? An deiner. Nein, nicht an deiner. Nur an der vor deinem Knie. So weit ist es noch nicht. Dass du eine Stange hast. Und sie Hand anlegt. Ihre kleinen, süßen Fingerchen an der Stange. Gepflegt und sauber lackiert. Ok: María würde bestimmt was auszusetzen haben am Lack oder an den Fingern, aber für mich als Mann sehen die nahezu perfekt aus. Nicht wie die von Nadine. Arbeiterfinger. Die sich schon ihren Weg durch tausende Zimmer geputzt haben. Und auch nicht so zerfressen und blutig wie deine Nagelbetten.

Nagelbetten und Hände an der Stange. Muss ich noch mehr sagen?!

Der Busfahrer erzählt den beiden, dass er ein 8 Monate altes Kind hat. Bestimmt nur damit die Alte „süß“ sagt. Und prompt fällt sie drauf rein (Frauen!) und fragt: Wie heißt das Kind?
„Ayshe.“ sagt der Türke schwärmend. Mit einem Auge auf ihren Brusten.

Ayshe. Muschi. Hey, Ayshe klingt irgendwie wie Muschi. Oder geht das nur mir so? Ist das mein überhitztes Gehirn?

Er erklärt ihr, dass Ayshe ein alter türkischer Name ist.

Ne, echt.

Ihr Arsch ragt in deine Richtung, während ihr Freund sie viel weiter oben umarmt. Also ich…

…ich würd der jetzt an den Arsch. So voll. Voll in die Ritze rein Ohne Rücksicht auf Verlust. 
Siehst du, deswegen ist Nadine gegangen. Noch ein Grund! So kommt’s raus!

„Mit 26 habe ich geheiratet,“ sagt der Busfahrer. Der Busfuzzi. Heiraten ist immer ein Fehler, aber so früh ist es fatal. Ich habe mit 20 geheiratet. Und, wo hat es mich hingebracht? Nicht ins Paradies, soviel ist sicher…

„Wie lange seid ihr zusammen?“

„2 ½ Jahre.“

19 Jahre.

„Wie habt ihr euch kennengelernt?“

Jetzt will er es ganz genau wissen.

„Im Club. Disko.“

„Sie war tanzen.“

Ich auch. Mit 18. Im Ysabeau. Gibt es nicht mehr. An Silvester.

Dann erzählt sie dem Busfahrer noch, dass er einfach so mitgekommen ist, zu ihrer Familie. Und dass das denen nichts gemacht hat.

Macht es am Anfang nie. Warte mal ab, wie die dich in ein paar Jahren hassen werden…

Und so interessant die Konversation ist, jetzt muss ich aussteigen und meine Polin allein im dunklen Bus zurücklassen. Zusammen mit einem Pädo-Bär, der mit mir aussteigt.

Ach, du Scheiße.


Montag, 4. Januar 2016

Feliz ano nuevo?!



Schon um 10 Uhr ist er wieder wach. Sie liegt immer noch neben ihm. Es war also kein Traum. Es ist wahr. Ihr Tattoo ist zwar nicht zu sehen, aber ihr Haar und ihr Hinterkopf. Fast wie Nadine. Er bewegt sich ganz vorsichtig – er will sie ja nicht aufwecken – und sucht nach der Fernbedienung. Die muss doch hier irgendwo sein. Er findet sie in der Ritze zwischen den beiden Matratzen, zieht sie vorsichtig raus und schaltet den Fernseher ein, stellt ihn aber sofort auf lautlos. 9:53. Scheiße, Mann. Schon so spät. Scheiße. Er richtet sich leicht auf, stütz seinen stämmigen, schweren Oberkörper auf seinen Ellbogen auf. Macht den Fernseher wieder aus, legt sich aber nicht wieder hin. Guckt zu ihr rüber. Sieht, wie sie ruhig und gleichmäßig atmet. Wie sie den Schlaf der Gerechten schläft. Scheiße. Was mach ich denn jetzt, wenn María aufwacht? Und auf dem Weg zum Bad hier durch muss. Dann bin ich gefickt. Wenn die die sieht. Das geht gar nicht. Ich kann ja so tun, als wäre ich allein im Bett. Vielleicht merkt sie es ja nicht. Du kannst ihr ja, sobald du die Tür zur Küche hörst, die Decke über den Kopf werfen und so tun als wär da niemand. Und wenn sie genau in dem Moment aufwacht. Dann gibt es bestimmt ein Riesentheater. Nicht, dass sie dann denkt, du wolltest sie ermorden. Man weiß ja nie. Scheiße. Das geht so nie durch. Und Marías Freundin Nicole ist Frühaufsteherin. Heute vielleicht nicht, denn die ist ja auch erst um kurz vor eins ins Bett gekommen. Das ist die gar nicht gewöhnt, wenn die sonst immer pünktlich um zehn Uhr schlafen geht. Aber darauf kannst du dich nicht verlassen.

Warum machst du eigentlich so ein Theater? Ihr seid doch getrennt. Ist doch scheißegal, mit wem du rummachst. Ist doch nicht ihr Problem. Aber trotzdem willst du nicht, dass sie dich hier mit einer anderen Frau rumliegen sieht. Ne, das geht gar nicht. Du bist ihrer Mutter ja immer noch treu, auch wenn es nur im Gedanken ist. Dann kommt ihm ein Gedanke: Vielleicht wär es ja sogar gut, wenn sie dich sehen würde. Und das dann an ihre Mutter weitertragen würde.

Nein! Das geht gar nicht!

Aber was soll ich denn machen. Die rausschmeißen? Und wenn sie ihren One-Night-Stand mal wiederholen will. Dann siehst du sie bestimmt nicht wieder. Ne, das geht auch nicht. Am Ende entschließt du dich sie sanft zu wecken. Du rüttelst an ihrer Schulter, sagst leise ihren Namen: „Patricia…“ Das würde jetzt gar nicht gut kommen, wenn sie plötzlich hochschrecken und schreien würde. So besoffen war sie nun auch wieder nicht. Sie wusste schon noch, was sie tat. „Patricia…“ Ihr Name klingt fremd in seinen Ohren. Seit so vielen ist er es gewöhnt, nur einen Frauennamen zu sagen.

„Patricia...“

Aber sie bewegt sich immer noch nicht. Die hat ja Vertrauen. Oder einen gesegneten Schlaf. Nadine hat immer mit einem offenen Auge geschlafen, da brauchte man nicht lange rütteln.

Er rüttelt weiter. Was soll er denn auch anders machen. Ihr den Finger in den Arsch stecken, bis sie aufwacht. Hey, ist sie etwa noch nackt unter der Decke. Dann könnte er ihr auch was anderes reinstecken.

Nein, sie muss jetzt gehen. Egal, wie Scheiße das ist.

Endlich rührt sie sich, dreht sich verträumt um, so als wüsste sie im ersten Moment nicht, wo sie ist und guckt ihm ins Gesicht.

Ohne Panik, zum Glück. Kein Geschrei, kein „Wer bist du denn?“, kein angstvoller Blick.
Nur ein sanftes „Hola“, das sich so zuckersüß anhört…aber es hilft alles nichts.

Escúchame…me ha gustado mucho contigo…eh...todo...“ War alles sehr schön…, “…pero tengo un problema…“ Ich hab ein kleines Problem… Genau 1,50 groß!

Sie guckt mich mit ihren großen braunen, leicht mandelförmigen Augen an.

¿Sí…?

Wie sag ich das jetzt? Scheiße.

Mi hija duerme al lado…“ Meine Tochter schläft nebenan.

Tienes una hija. No me…“ Du hast eine Tochter? Hast du mir…

„…con su amiga…y…tiene pasar por aquí para ir al baño…“ Die muss hier durch, wenn die 
ins Bad will…

Jetzt bist du tot.

¿Sí…? Sie ist immer noch ganz verschlafen.

Y…

Ah, ya entiendo…“ Ah, ich verstehe…


Tust du?

Así sería…un poco…“ So wär das…ein bisschen…

Ya me visto…“ Ich zieh mich schon an…“

Gracias..no quiero que te….“ Danke! Ich will nicht, dass du….

No, no pasa nada…“ Ne, ist schon ok.

Es gibt einen Gott. Und der fährt mir auch noch mit dem Zeigefinger über die Nase, bevor er sich aus dem Bett erhebt – ebenso flink wie er gestern auf der Tanzfläche gezappelt hat. Scheiße. Bleib hier, denke ich nur, als ich ihren tatsächlich noch nackten Körper sehe. Scheiße. Sag nur ein Wort…und ich schmeiße meine Tochter persönlich samt Freundin raus.

Nein…nur Spaß.

Aber dieser Arsch ist schon geil. Fast wie Nadines. Nur ein bisschen jünger. Aber die Form stimmt. Ich sag nur: Beuteschema… Boris Becker... Die Katze lässt das Mausen nicht…
Kannst du dich nicht noch mal umdrehen. Bitte. ¡Por favor! Oder dich bücken, so dass ich deinen Busch noch einmal von hinten sehen kann.

Sie setzt sich auf die Bettkante, bückt sich nach ihrem Höschen und du siehst zwar nicht ihren Busch, aber doch ihre kleinen Indianertittchen. Klein, aber fein. Einen Moment lang betrachtest du sorgenfrei ihren braunen Rücken. Sie hat ein großes Muttermal auf ihrer Wirbelsäule. Nadine hat eins auf dem Oberschenkel. Hören die Gemeinsamkeiten denn nie auf?

Sie streift sich ihr T-Shirt über, sagt leise, aber gut gelaunt:

Así qué me echas…“ Wirfst du mich also raus…

Ich will ja nicht, aber…

Ich will ja auch…

Disculpa… Tschuldigung… „Pero está con su amiga…“ Ihre Freundin ist auch hier.

„Ok, ok. Gut, gut.“ Auf Deutsch hat sie den gleichen Akzent wie Nadine. Scheiße.

Sie steht auf und schlüpft in ihre Jeans. Ein letzter Blick.

No quiero que te enojes.“ Ich will nicht, dass du böse bist… Siehst du, du bist immer noch ein Waschlappen! One-Night-Stand mit Südamerikanerin hin oder her. Du entschuldigst dich immer noch für alles. Erklärst alles haarklein. Erklärst alles tot. Sie geht zum Tisch und nimmt sich einen halb zerrissenen Briefumschlag, der da liegt und schreibt etwas auf.
"Te dejo mi número…" Ich lass dir meine Nummer da. 

Es gibt einen Gott.

Jetzt erhebst auch du dich.

Anders als sie hast du dein Bayern München T-Shirt und die rote Shorts an. Wie Peinlich! Das T-Shirt nicht, aber die Blümchen-Shorts schon. Du gehst zur Tür, nicht ohne ihr vorher noch mal mit der Hand über den Rücken zu streifen. Du spürst ihren Körper unter der Hand, als du die Tür vorsichtig öffnest. Sie geht auf den Flur hinaus, nicht besonders bedächtig, und dreht sich noch einmal um. Gibt dir einen Kuss auf den Mund. Boah, ihre feuchten Lippen. Wie lange habe ich das jetzt nicht mehr gespürt…Ewigkeiten…

Sie lächelt und hält sich einen Finger vor den Mund, als du langsam die Haustür öffnest.

Ciao.

 „Ciao.

Und schon ist sie weg. Scheiße. Komm zurück. Du hörst noch das Tor zuschnappen und machst die Haustür wieder zu. Egal…wenn María jetzt aufsteht wolltest du eben etwas vom Wäscheständer holen. „Ständer“ ist gut, denn genau den hast du schon wieder. Und diesmal ist es nicht nur eine Morgenlatte. Langsam gehst du zurück in dein Zimmer, das Schlafzimmer, guckst dich kurz um, und gehst dann ins Bad. Die Morgenlatte loswerden. What’s the story, morning glory?!

Aber als du deinen kleinen Freund rausholst, merkst du erst, was du getan hast. Scheiße. Du hast die so gefickt. Ohne Kondom. Du hattest keine – wie solltest du auch so kurz nach der Trennung – und warst zu geil, um nein zu sagen. Und sie zu besoffen. Oder andersrum. Du zu besoffen und sie zu geil. Keine Ahnung. Er riecht auch komisch. Du hältst dir deinen Zeigefinger unter die Nase, riechst daran. Scheiße. Der riecht definitiv nach…

…Muschi.

Fremder Muschi.

Scheiße.

Du hast die echt so gefickt.

Was hättest du den tun sollen? Kalt duschen? Zeig mir einen Mann, der so kurz vor der Himmelspforte nein sagt. Oder vor dem Tor zur Hölle. Das soll ja auch eine gewisse Attraktion ausüben…

Scheiße…

Wenigstens bist du nicht…

…bist du doch.

Scheiße. Nicht, dass die…

…schwanger wird.

Näh, Quatsch. (Hast du bei Nadine auch gedacht…und dann war María da, 9 Monate später).

Die weiß, wo du wohnst. Die findet dich. Nein, nicht noch mehr Ärger. Und wenn die jetzt was hatte? Und was kannst du dann jetzt noch machen? Nichts. Was geschehen ist, ist geschehen. Scheiße. Ich bin zu jung, um Aids zu haben. Haha, mit fast 39 wird es bald aber Zeit. Wie alt war Freddie Mercury, als er gestorben ist. 45. Und als er sich angesteckt hat. 39.

Aber der war schwul.

Und Magic Johnson?!

Der lebt noch!

Aber der ist reich, nicht wie du, ein armer Schlucker. Ein armer Wichser. Jetzt nicht mehr

Du deine mittlerweile ganz kleine Latte vorsichtig wieder ein, so als könnte sie dir jetzt schon abfallen – das wird sie erst wenn das Aids-Virus richtig ausgebrochen ist! Der Geruch liegt dir immer noch in der Nase. Dieser leicht fischige, leicht dreckige Vagina-Geruch. Riechen eigentlich alle Frauen gleich. Das erinnert dich daran, wie sich Nadine früher immer den Finger in den Arsch gesteckt hat und ihn dir dann unter die Nase gehalten. Das war dann doch ein bisschen zu viel des Guten. Du dachtest du würdest diesen Geruch nie mehr riechen. Und jetzt…

…hast du mit der ohne Gummi gebumst.

…ohne ihn rauszuziehen.

Das neue Jahr fängt ja gut an.

Hey, sei doch froh, dass du überhaupt noch eine abbekommen hast Sah ja nicht danach aus. Und dann auch noch so einen Tiger. Una pantera. Mit Tattoo. Die dir die Eier abschneidet, wenn du sie geschwängert hast. Ach ne, das macht dann ihre Familie. Nicht schon wieder. 

Aber glücklich bist du trotzdem, du Arschloch. Wiegst deine Eier in deinen Händen. Deine entleerten Eier, deine leergeschossenen Eier. Geil. 

Legst dich wieder hin, schiebst dir die Decke zwischen die Beine, so wie du das immer machst. Kaum liegst du fünf Minuten – du kannst immer noch nicht einschlafen – da hörst du schon die Schiebetür zur Küche. Du schließt die Augen, atmest so langsam wie möglich und drehst deinen Kopf in Richtung Fenster. Siehst noch nicht mal, wer da kommt. Ob es deine Tochter oder ihre Freundin Nicole ist. Bestimmt ist es María und nicht Nicole. Sie öffnet die Tür, geht ins Bad und schließt die Tür dann wieder. Keine zwei Minuten später hörst du Stimmen und noch jemand kommt. Diesmal ist es ganz sicher Nicole. 

Scheiße





Donnerstag, 31. Dezember 2015

Heute werde ich saufen, bis ich nichts mehr fühle (dachte er, mit einem Lächeln).

Frohes Neues an alle fünf Leser!!!!!!!!!!!!!!!!