KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz
Ein Blog über das Leben, die Liebe, Beziehungen, Verlust, Angst, Spaß, die Lust, die Lust am Schreiben,Südamerika, Musik, südamerikanische Frauen, die Liebe, Spanisch, Englisch, Schottland, Spanien, Deutschland, dat Rheinland, Kinder, Literatur, Vergänglichkeit, Arbeit, Politik, die Mafia, Urlaub, Gewalt, Verbrechen, Sex, große und kleine Gefühle und vieles, vieles, vieles mehr ...
Samstag, 11. Juli 2015
Barcelona-Logbuch Tag 6
11.07.15
(Barcelona-Logbuch,
Tag 6; Tag 6 (erst?????????) der neuen, endgültigen Kontaktsperre (KS) und Tag
1 meines neuen, Lebens ohne dich!!!!!!)
Und da ist
es schon wieder. Beim Wäscheaufhängen. Das gemurmelte „Ich liebe Nadine“. Das
von ganz unten in deiner Seele zu kommen scheint.
Weiche von
mir, Teufel!
Weiche von
mir Teufel!
Zehn
Strafkerzen in der Kathedrale von Barcelona. (Oh, das wird teuer!)
Samstag, 13. Juni 2015
Lieder, zu denen ich beerdigt werden will
KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz
Samstag, 13. Juni 2015
Im Radio
läuft Everybody hurts von REM. Das
ist – wie du Nadine so oft gesagt hast – eins der vier Lieder, die du auf
deiner Beerdigung hören willst. Das heißt, du willst sie nicht hören, weil du
sie ja dann wahrscheinlich nicht mehr hören kannst, sondern du willst, dass sie
gespielt werden. Aber von wem, jetzt, wo Nadine weg ist. Scheiße, daran hatte
ich noch gar nicht gedacht! Wer spielt denn jetzt auf deiner Beerdigung die
vier Lieder deines Lebens. Das ist wahrhaft eines deiner brennendsten Probleme,
besonders im Moment.
Dienstag, 9. Juni 2015
Träume und leere Flaschen
Dienstag, 9. Juni 2015
Ich träume
davon, wie ich sie küsse. Wie jeden Tag. Wie ich im Bad mit ihr darüber
streite, wer putzt, wie ich langsam auf sie zugehe, sie in den Arm nehme und
sie küsse.
Mehr ist
nicht übrig von meinem Traum. Das ist alles, was mir geblieben ist.
Für sie
waren Träume immer sehr wichtig.
Ob sie von
mir träumt?
Sie konnte
mir nie richtig sagen, warum.
Wahrscheinlich
träumte sie immer von wildem Sex mit fremden Männern. Oder auch nicht: Denn sie
war manchmal auch sehr schreckhaft, nachts. Wenn ich sie aufweckte. Aber
geredet hat sie nie darüber. Auch nicht im Schlaf.
Ich träume
davon, wie ich mit ihr schlafe, in sie eindringe, wie ich ihr hastig die
Unterhose runterziehe – wie ich immer früher getan habe-, ihr das Oberteil
hochschiebe, bis ihre Brüste zum Vorschein kommen.
Wie mich
ihre fleischige, feuchte Muschi anguckt.
„Am
Donnerstag gehe ich raus!“ sagt sie heiter. „Dann hast du dein Frankreich!“
keine
Ahnung, was sie meint
Ob sie auch
von mir träumt?
Ich habe mir
heute Morgen schon einmal einen runtergeholt. Da hab ich nicht an sie gedacht.
Selber
schuld.
Unter der
Decke nehme ich meinen steifen, harten Schwanz in die Hand, reibe aber nicht an
ihm. Rubbel mir keinen. Ich will den Moment genießen. Zwischen schlafen und
wach sein. Bevor dich die Realität mit voller Wucht trifft. Die Realität deines
Lebens.
Ich träume
immer noch fast jeden Tag von ihr, unbewusst bestimmt sogar jede Nacht
mehrmals.
Ich
streichle meine vernachlässigte Eichel.
Ihr
fleischiges Loch. Ich denke daran oder träume davon, wie ich es ihr in den
Arsch mache (meine Mutter meint, deswegen hat sie sich von mir getrennt – ich
glaube das nicht). Wie ich sie voll stark eincreme vorher und dann in sie
eindringe, von hinten.
Vielleicht
wird sie ja lesbisch nach dir, wie diese Freundin von ihr, die mit diesem alten
Knacker verheiratet war. Vielleicht ist sie ja lesbisch, liegt gerade mit einer
Frau im Bett.
geil
Warum hat
ihr diese Freundin aus Ecuador sonst auf Facebook „Te quiero“ geschrieben? Ich
liebe dich. Warum schreiben sich Frauen untereinander „Te quiero“? Ist das
normal? Ist es normal, dass du ihr Facebook-Konto knackst, um ihre Aktivitäten
zu lesen?
Vielleicht
hatten die ja in Ecuador was miteinander, ham sich von deinem Geld vergnügt.
Toll, eh.
Du machst ja
auch dauernd Witze darüber, wie es wäre, schwul zu sein. Dann hättest du nicht
diese Probleme wie mit den Frauen. Dann hättest du fünf Männer in einer Nacht
und der Liebeskummer wär ganz schnell vorbei. Mit einem Schwanz im Arsch hast
du keinen Liebeskummer.
Wahrscheinlich
nicht, ne?! So viele Sexualpartner wie du willst, wann du willst. Das ist viel
einfacher, bei denen. Wahrscheinlich ist es das auch nicht, aber so stellst du
dir das zumindest vor.
„Wahre Liebe
gibt es nur unter Männern!“ hat dein Vater immer gesagt. Das war einer seiner
Sprüche.
Genau wie:
„Was ist schon pervers?! Etwas, das von der Norm abweicht. Aber keiner kann die
Norm bestimmen!“
Aber leider
bist du nicht schwul. Sonst hättest du jetzt auch keinen Liebeskummer mehr.
***
Auf dem Klo
sitzend trinke ich den Rest aus der Wasserflasche, die meine Tochter bei ihrer
hastigen Flucht aus meiner Wohnung letztens hier vergessen hat.
Flasche fast
leer.
Da kann man
wirklich nicht mehr sagen, die ist halb voll. Auch nicht mit viel Fantasie. Mit
viel positiver Energie, die ich im Moment eh nicht habe.
Diese
Flasche ist definitiv fast leer. Wie ich
Wenigstens
habe ich so 25 Cent mehr, wenn ich mein Leergut zurückbringe
Montag, 18. Mai 2015
Wichsen und Wühlmäuse
KI-generiertes Bild – erstellt mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz
18. Mai 2015
Heute habe ich mir sage und schreibe fünfmal einen runtergeholt. Vielleicht kommt mein Sexualtrieb ja wieder zurück. Vielleicht war er ja auch nie weg. Nur schockgefrostet. Hängt die an Liebeskummer leidende Präriewühlmaus an den Füßen auf und sie wird sich nicht wehren. Aber ab heute 5:45 wird zurückgewichst.
Heute habe ich mir sage und schreibe fünfmal einen runtergeholt. Vielleicht kommt mein Sexualtrieb ja wieder zurück. Vielleicht war er ja auch nie weg. Nur schockgefrostet. Hängt die an Liebeskummer leidende Präriewühlmaus an den Füßen auf und sie wird sich nicht wehren. Aber ab heute 5:45 wird zurückgewichst.
Sonntag, 17. Mai 2015
17.05.15
Hier sehen
Sie, was meine Frau auf all meine SMS, Anrufe, Brief, E-Mails und andere
exotischere Kontaktversuche bis heute geantwortet hat:
NO
Wenn ich damals vor 17 Jahren in Ecuador genauso redselig gewesen wäre, bei unserer standesamtlichen Trauung in Ecuador, dann hätte aber jemand anders ganz schön doof aus der Wäsche geguckt.
...und wäre irgendwann über den Umweg über Spanien doch noch nach Deutschland gekommen...
...und hätte mich vielleicht genauso kennengelernt, in irgendeiner Latino-Disko.
...nur um mich Jahre später genauso eiskalt zu verlassen.
(Und nein, bevor sie das denken: Sie ist keine von diesen Katalog-Frauen aus dem Ausland. Ich hab sie in Deutschland kennen- und lieben gelernt habe und unsere Vorgeschichte mindestens genauso kompliziert wie unsere Trennung, glauben Sie mir das. Aber dazu vielleicht später mehr!)
NO
Wenn ich damals vor 17 Jahren in Ecuador genauso redselig gewesen wäre, bei unserer standesamtlichen Trauung in Ecuador, dann hätte aber jemand anders ganz schön doof aus der Wäsche geguckt.
...und wäre irgendwann über den Umweg über Spanien doch noch nach Deutschland gekommen...
...und hätte mich vielleicht genauso kennengelernt, in irgendeiner Latino-Disko.
...nur um mich Jahre später genauso eiskalt zu verlassen.
(Und nein, bevor sie das denken: Sie ist keine von diesen Katalog-Frauen aus dem Ausland. Ich hab sie in Deutschland kennen- und lieben gelernt habe und unsere Vorgeschichte mindestens genauso kompliziert wie unsere Trennung, glauben Sie mir das. Aber dazu vielleicht später mehr!)
Keep calm and fuck you!
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Alle sagen
mir, ich soll ruhig bleiben. Mein Vater, meine Mutter, meine Schwester, Herr Baden, alle. Wenn alle das sagen, denke ich, muss doch da was dran sein.
Ich finde diese Haltung beneidenswert. Immer die Ruhe zu bewahren.
Wirklich.
Wie ihr alle so ruhig seid, so cool bleibt, immer und überall, in allen Lagen und Situationen, das ist wahrlich beneidenswert.
Wirklich.
Angesichts eines Lebens, das unweigerlich im Tod endet und dir Stück für Stück alles nimmt, was du jemals lieb gewonnen hast, würde ich auch gerne ruhig bleiben, cool bleiben.
Genau wie ihr.
Oder seid ihr es in echt gar nicht? Oder tut ihr nur so, weil ihr euch daran labt, dass es mir schlechter geht und ihr euch so als stoische deutsche Buddhas präsentieren könnt, die immer ruhig bleiben, komme was wolle.
come hell or high water
Das frage ich mich, während um mich herum die Welt, die ich vor ein paar Monaten noch für selbstverständlich gehalten habe, zusammenbricht.
Und so bin ich auch in gewisser Weise ruhig. Fühlt ihr euch jetzt besser dadurch? Seid ihr ruhiger? Oder quält euch, wenn ihr meine Probleme nicht mehr habt, die Tatsache, dass man immer nur scheinbar ruhig bleiben kann, angesichts eines Lebens, das unweigerlich im Tod endet und in dem man am Ende alles verliert, was man irgendwann einmal geliebt hat.
Da lob ich mir Johnny Cash, der ganz einfach nur singt: Everyone I know goes away, in the end. Mit ganz ruhiger Stimme.
Keep calm and fuck you!
Ich finde diese Haltung beneidenswert. Immer die Ruhe zu bewahren.
Wirklich.
Wie ihr alle so ruhig seid, so cool bleibt, immer und überall, in allen Lagen und Situationen, das ist wahrlich beneidenswert.
Wirklich.
Angesichts eines Lebens, das unweigerlich im Tod endet und dir Stück für Stück alles nimmt, was du jemals lieb gewonnen hast, würde ich auch gerne ruhig bleiben, cool bleiben.
Genau wie ihr.
Oder seid ihr es in echt gar nicht? Oder tut ihr nur so, weil ihr euch daran labt, dass es mir schlechter geht und ihr euch so als stoische deutsche Buddhas präsentieren könnt, die immer ruhig bleiben, komme was wolle.
come hell or high water
Das frage ich mich, während um mich herum die Welt, die ich vor ein paar Monaten noch für selbstverständlich gehalten habe, zusammenbricht.
Und so bin ich auch in gewisser Weise ruhig. Fühlt ihr euch jetzt besser dadurch? Seid ihr ruhiger? Oder quält euch, wenn ihr meine Probleme nicht mehr habt, die Tatsache, dass man immer nur scheinbar ruhig bleiben kann, angesichts eines Lebens, das unweigerlich im Tod endet und in dem man am Ende alles verliert, was man irgendwann einmal geliebt hat.
Da lob ich mir Johnny Cash, der ganz einfach nur singt: Everyone I know goes away, in the end. Mit ganz ruhiger Stimme.
Keep calm and fuck you!
Liebeskummer
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Wenn ich
nachts aus der Spielhalle, in der ich als Aushilfe arbeite, nach Hause komme,
fühle ich mich wie die mexikanische Prärie-Wühlmaus aus dem Liebeskummer-Experiment, wie sie abends in ihren leeren Bau zurückkehrt und das
Weibchen nicht mehr da ist. Das ist
jedes Mal das Gleiche. Das bedrückt mich so, dass ich, wenn ich ins
Schlafzimmer komme, nachdem ich mich, nach einer langen Busfahrt, zehn Minuten
mühsam den Berg hochgequält habe, nicht ihre beiden Füße unter der Decke
hervorragen sehe. Liebeskummer ist das Schlimmste, was es gibt. Könnte man
dieses Gefühl gezielt anwenden, dann wäre das bestimmt eine der bevorzugten
Foltermethoden auf Guantanamo.
Ich will nicht nach Hause, ich kann nicht nach Hause. Ich bin so einsam.
Warum muss ich überhaupt noch nach Hause zurück? denke ich während der Bus mich meinem verlassenen Bau immer näher bringt. Denn anders als die Präriewühlmaus, die nach einem langen, abenteuerreichen Tag nichts ahnend in ihre Höhle zurückkehrt, weiß ich bereits im Voraus, was mich erwartet.
Nichts.
Ich will nicht mehr in diesem Bett schlafen. Diesem leeren, kalten Bett. Ich will ein neues Bett. Oder Marías. Obwohl ich weiß, dass das nichts bringen würde. Denn seit sie mich verlassen hat, ist die ganze Wohnung von den Erinnerungen unserer Liebe verseucht. All die Jahre.
Und sie interessiert das alles nichts, wie ich mich fühle. Nichts. Kein bisschen. Kein Stück. Und ich war über 19 Jahre ihr Mann, der Mann an ihrer Seite. Mit dem sie ihr Bett, ihr Leben geteilt hat. Wie kann sie so kalt sein? Wie kann sie nur so kalt sein?
Heute werde ich mich ganz sicher in den Schlaf heulen. Ich heule ja schon fast in der U-Bahn. Wie kann sie mir das antun? Warum? Okay, ich weiß, dass ich viel falsch gemacht habe. Ich kenne meine Fahler. Aber ist das ein Grund, mich so zu behandeln? Mich so abzuservieren? Von einem Tag auf den anderen?
Kann man denn wirklich nichts machen?
Kann man denn wirklich nichts mehr machen?
Außer die Kontaktsperre konsequent einzuhalten?
Zu beten?
Gibt es nichts, was ich tun kann? Wenn die Wohnung weg ist, bin ich auch weg.
Wer mir sowas antut, den lohnt es nicht zurückzugewinnen.
Und wieder kommt mir der Gedanke an Selbstmord. Das ist etwas, was ich nie tun werde, aber es tut so weh; nach Hause zu kommen und da ist niemand mehr. Niemand.
Ich will nicht mehr. So will ich nicht weiterleben. Das ist jetzt schon 2 1/2 Monate her. Und es wird und wird nicht einfacher. 2 1/2 Monate jeden Tag Schmerzen. Tränen. Stellen Sie sich das mal vor. Ich leide wie ein Hund.
Der Bus kurvt durch die dunkle Stadt und du sitzt da wie betäubt. Als hätte der irgendein Insekt jeglichen Lebenswillen ausgesaugt. Du erinnerst dich an dieses Facebook-Foto, was sie dir nicht gezeigt hat und wo sie an Karneval als Insekt verkleidet war.
Du kannst dich nicht töten, wegen einer Frau. Aber das Leben macht auch keinen Sinn mehr. Du liebst sie so sehr. Hast sie immer geliebt. Vielleicht war das dein Fehler.
Warum kann Gott mich nicht einfach sterben lassen? Oder die Tabletten, die ich nicht mehr nehme. Was hat er – wenn es ihn überhaupt gibt – noch mit mir vor, mit dieser leeren Hülle von Mensch, mit diesem leeren Fleischbehältnis?
Was soll das noch?
Es bringt doch nichts mehr.
Sie ist weg. Und was auch immer du tust oder lässt, sie wird nicht zurückkommen.
War das alles?
Aber ich hatte auch gute Zeiten mit ihr. Die Zeit ist so schnell vergangen und jetzt stehe ich kurz vor 40 auf einmal allein da. Von heute auf morgen. Ohne Erklärung.
Wie viele gute Jahre bleiben mir noch? Und wie viele von ihnen werde ich mit Trauerarbeit verbringen? Im Moment ist mein Leben vorbei. Ende. Aus. Der Nikolaus.
So einfach, und wie lange noch?
Bei mir dauert so etwas lange; ich weiß das. Weil ich in meiner Kindheit keine Liebe hatte.
Und dann bin ich irgendwann 50 und eh schon halb tot.
Warum nicht gleich? Das kann ich auch schneller haben.
Da muss ich nicht noch Jahre voller Trauer leben, voller leerer Hoffnungen, die sich nicht erfüllen. Nie erfüllen werden. Nie mehr.
Das macht doch keinen Sinn. Das wollte mir Betty damals erzählen, in Schottland, als sie mir beim Abendessen ohne Vorwarnung mitten ins Gesicht sagte: "Das Leben macht keinen Sinn". Und ich hab das für Quatsch gehalten. Ich kann einen liebgewonnenen Menschen nicht verlieren. Nicht einfach so. Ich verkrafte das nicht.
Es ist so ohne dich...
Damals hab ich das auch Spaß im Urlaub gesungen, immer wieder, obwohl sie da noch da war.
Heute hat das Lied eine ganz andere Bedeutung. Wie Bettys These zum Sinn des Lebens. Heute verstehe ich zum ersten Mal, was die Bedeutung dieser Worte ist, die ich ihr damals im Urlaub so übermütig und glücklich immer wieder ins Ohr gesungen habe.
Jetzt, wo es zu spät.
Es ist so ooooohnne dich...
...ich will das nicht...
...denkst du vielleicht auch mal an mich?
Ich gab dir meine Liebe...
Alles ist zu spät. Nur ein paar Tabletten und es wär Schluss. Ende. Aus. Der Nikolaus. Ein paar mehr als sonst. Nur ein paar. Wie viele? Keine Ahnung. 5-6 Bisos und 5-6 Ramipril...oder beide zusammen...und ich würde so Herzklabaster kriegen, dass Schluss wär. María würde mich in 3 Tagen finden und gut ist.
So in meine trüben Gedanken versunken, merke ich gar nicht, dass ich gerade an meiner Haltestelle vorbeigefahren bin. Das heißt, ich merke es doch, aber ich fahre einfach weiter. Dann fahre ich eben die große Runde. Dann komme ich zwar später nach Hause, muss aber auch weniger laufen.
Oder fahre ich etwa weiter, weil ich nicht nach Hause will?
Fahre in Medinghoven an dem Kindergarten vorbei, in dem María war. So viele Erinnerungen. Überall. Wie Tretminen. Wie oft bist du mit ihr diesen Weg gefahren...
Wir haben so viel miteinander erlebt, so viel zusammen durchgemacht. Ich dachte immer, das schweißt zusammen.
Aber ihre Schwestern waren stärker. Die Liebe zu ihren Schwestern ist stärker als die Liebe zu mir.
Ich will nicht nach Hause, ich kann nicht nach Hause. Ich bin so einsam.
Warum muss ich überhaupt noch nach Hause zurück? denke ich während der Bus mich meinem verlassenen Bau immer näher bringt. Denn anders als die Präriewühlmaus, die nach einem langen, abenteuerreichen Tag nichts ahnend in ihre Höhle zurückkehrt, weiß ich bereits im Voraus, was mich erwartet.
Nichts.
Ich will nicht mehr in diesem Bett schlafen. Diesem leeren, kalten Bett. Ich will ein neues Bett. Oder Marías. Obwohl ich weiß, dass das nichts bringen würde. Denn seit sie mich verlassen hat, ist die ganze Wohnung von den Erinnerungen unserer Liebe verseucht. All die Jahre.
Und sie interessiert das alles nichts, wie ich mich fühle. Nichts. Kein bisschen. Kein Stück. Und ich war über 19 Jahre ihr Mann, der Mann an ihrer Seite. Mit dem sie ihr Bett, ihr Leben geteilt hat. Wie kann sie so kalt sein? Wie kann sie nur so kalt sein?
Heute werde ich mich ganz sicher in den Schlaf heulen. Ich heule ja schon fast in der U-Bahn. Wie kann sie mir das antun? Warum? Okay, ich weiß, dass ich viel falsch gemacht habe. Ich kenne meine Fahler. Aber ist das ein Grund, mich so zu behandeln? Mich so abzuservieren? Von einem Tag auf den anderen?
Kann man denn wirklich nichts machen?
Kann man denn wirklich nichts mehr machen?
Außer die Kontaktsperre konsequent einzuhalten?
Zu beten?
Gibt es nichts, was ich tun kann? Wenn die Wohnung weg ist, bin ich auch weg.
Wer mir sowas antut, den lohnt es nicht zurückzugewinnen.
Und wieder kommt mir der Gedanke an Selbstmord. Das ist etwas, was ich nie tun werde, aber es tut so weh; nach Hause zu kommen und da ist niemand mehr. Niemand.
Ich will nicht mehr. So will ich nicht weiterleben. Das ist jetzt schon 2 1/2 Monate her. Und es wird und wird nicht einfacher. 2 1/2 Monate jeden Tag Schmerzen. Tränen. Stellen Sie sich das mal vor. Ich leide wie ein Hund.
Der Bus kurvt durch die dunkle Stadt und du sitzt da wie betäubt. Als hätte der irgendein Insekt jeglichen Lebenswillen ausgesaugt. Du erinnerst dich an dieses Facebook-Foto, was sie dir nicht gezeigt hat und wo sie an Karneval als Insekt verkleidet war.
Du kannst dich nicht töten, wegen einer Frau. Aber das Leben macht auch keinen Sinn mehr. Du liebst sie so sehr. Hast sie immer geliebt. Vielleicht war das dein Fehler.
Warum kann Gott mich nicht einfach sterben lassen? Oder die Tabletten, die ich nicht mehr nehme. Was hat er – wenn es ihn überhaupt gibt – noch mit mir vor, mit dieser leeren Hülle von Mensch, mit diesem leeren Fleischbehältnis?
Was soll das noch?
Es bringt doch nichts mehr.
Sie ist weg. Und was auch immer du tust oder lässt, sie wird nicht zurückkommen.
War das alles?
Aber ich hatte auch gute Zeiten mit ihr. Die Zeit ist so schnell vergangen und jetzt stehe ich kurz vor 40 auf einmal allein da. Von heute auf morgen. Ohne Erklärung.
Wie viele gute Jahre bleiben mir noch? Und wie viele von ihnen werde ich mit Trauerarbeit verbringen? Im Moment ist mein Leben vorbei. Ende. Aus. Der Nikolaus.
So einfach, und wie lange noch?
Bei mir dauert so etwas lange; ich weiß das. Weil ich in meiner Kindheit keine Liebe hatte.
Und dann bin ich irgendwann 50 und eh schon halb tot.
Warum nicht gleich? Das kann ich auch schneller haben.
Da muss ich nicht noch Jahre voller Trauer leben, voller leerer Hoffnungen, die sich nicht erfüllen. Nie erfüllen werden. Nie mehr.
Das macht doch keinen Sinn. Das wollte mir Betty damals erzählen, in Schottland, als sie mir beim Abendessen ohne Vorwarnung mitten ins Gesicht sagte: "Das Leben macht keinen Sinn". Und ich hab das für Quatsch gehalten. Ich kann einen liebgewonnenen Menschen nicht verlieren. Nicht einfach so. Ich verkrafte das nicht.
Es ist so ohne dich...
Damals hab ich das auch Spaß im Urlaub gesungen, immer wieder, obwohl sie da noch da war.
Heute hat das Lied eine ganz andere Bedeutung. Wie Bettys These zum Sinn des Lebens. Heute verstehe ich zum ersten Mal, was die Bedeutung dieser Worte ist, die ich ihr damals im Urlaub so übermütig und glücklich immer wieder ins Ohr gesungen habe.
Jetzt, wo es zu spät.
Es ist so ooooohnne dich...
...ich will das nicht...
...denkst du vielleicht auch mal an mich?
Ich gab dir meine Liebe...
Alles ist zu spät. Nur ein paar Tabletten und es wär Schluss. Ende. Aus. Der Nikolaus. Ein paar mehr als sonst. Nur ein paar. Wie viele? Keine Ahnung. 5-6 Bisos und 5-6 Ramipril...oder beide zusammen...und ich würde so Herzklabaster kriegen, dass Schluss wär. María würde mich in 3 Tagen finden und gut ist.
So in meine trüben Gedanken versunken, merke ich gar nicht, dass ich gerade an meiner Haltestelle vorbeigefahren bin. Das heißt, ich merke es doch, aber ich fahre einfach weiter. Dann fahre ich eben die große Runde. Dann komme ich zwar später nach Hause, muss aber auch weniger laufen.
Oder fahre ich etwa weiter, weil ich nicht nach Hause will?
Fahre in Medinghoven an dem Kindergarten vorbei, in dem María war. So viele Erinnerungen. Überall. Wie Tretminen. Wie oft bist du mit ihr diesen Weg gefahren...
Wir haben so viel miteinander erlebt, so viel zusammen durchgemacht. Ich dachte immer, das schweißt zusammen.
Aber ihre Schwestern waren stärker. Die Liebe zu ihren Schwestern ist stärker als die Liebe zu mir.
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